Montag, 12. Oktober 2026

Am heiterhellen Montagnachmittag...

 Gerade habe ich einen Krimi fertig gelesen. Den dritten Fall einer ganzen Reihe; den vierten Fall habe ich aus Versehen schon vorher gelesen. Vor Monaten. Die Fälle um Hanna Duncker gehen aber noch weiter, keine Ahnung, wie weit. Das Perfide ist, dass sie immer so aufhören, dass sie eben nicht aufhören, sondern das nächste Buch einleiten. 

Da sass ich am Stubentisch bei heiterhellem Wetter und las und las. Das tue ich sonst nie, schon gar nicht nachmittags um vier. Aber ich musste wissen, wer der Mörder war. Das erfuhr ich auch, aber als Hanna Duncker nach Hause kam, endlich, endlich, da wurde sie niedergeschlagen. Huch, und ich habe das fünfte Buch nicht. Und ich will auch gar nicht schon bald wieder so gebannt am Stubentisch sitzen und mein richtiges, reales Leben verpassen vor lauter "Dunkelwald". 

Jetzt trete ich sofort in den heiterhellen Tag hinaus und geniesse noch ein bisschen Sonne, ehe sie schon bald untergeht.   

Sonntag, 11. Oktober 2026

Zu viele Einträge?

 Ich schreibe womöglich zu viele Blogs. Mein Sohn hat mir heute Morgen bei unserem Sonntagsgespräch am Telefon erzählt, dass er und sein Partner gerade die April-Einträge fertig gelesen haben. Es sei ganz spannend, schon zu wissen, wie es in meinem Leben weiter gegangen sei - und dann in der Zeit zurück zu gehen. So habe im April Kater Nepomuk noch meine Nächte gewärmt, und jetzt sei er tot.

Das ist nicht lustig. Lesen sie dann, wenn ich tot bin, einfach von Monaten zuvor, und es ist, als lebte ich noch? - Vielleicht muss ich einfach weniger Blogs schreiben, damit Stefan und Martin mit Lesen nachkommen.


Samstag, 10. Oktober 2026

Herbstsamstag

Heute habe ich zum erstenmal seit Monaten eine langärmlige Bluse angezogen. Und der Regenschirm musste mit zur Einkaufsrunde. Es ist Herbst geworden - trotz der ganzen Wetterveränderungen. Sind Jahreszeiten noch eine Garantie, dass ich im richtigen Film bin?

Jedenfalls haben wir eingekauft, und ich habe unterdessen einen Kuchen im Ofen; morgen haben wir Besuch. Trotzdem werden wir nicht putzen, da wir sozusagen Ferien zu Hause machen. In der "Ferienwohnung" lässt man putzen. Ehrlich! Und man tut Dinge, die Spass machen, also z.B. Kuchen backen.

Soll ich etwas verraten? - Immer wenn es Herbst wird, beginnen wir mit den Weihnachtsgeschenken. Die Idee ist geboren. Die Aufgaben sind verteilt. Ich habe mit meinen begonnen. Weil ich unbedingt Weihnachtsgeschenke machen will, darf ich ein bisschen mehr daran arbeiten als Reto. Ist absolut fair!

 

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Das halbe Suppenhuhn schaut frech aus der Pfanne

 Endlich, endlich regnet es, und wir tun all die Arbeiten, die ein häusliches Gefühl geben: Medikamente sichten, ausmisten; Erdbeerkonfi kochen aus nur 121 Gramm Früchten, Sommerausbeute; Tiefkühlfach abtauen, putzen, wieder einräumen. Dabei das halbe Suppenhuhn finden. Tanja Grandits Rezept hervorsuchen. Gemüse rüsten und schnippeln.

Das Suppenhuhn will nicht in die Pfanne passen, aber nur am Anfang. Später wird es biegsamer und ergibt sich. Vielleicht freut es sich ja, dass wir es loben werden, wenn es stückweise auf unseren Tellern liegt. 

Ethnobiologe Wolf Dieter Storl jedenfalls ist der Meinung, dass Gemüse und Früchte nur darauf warten, dass wir sie geniessen. Es ist ihre Lebensaufgabe, uns und diversen Tieren als Nahrung zu dienen. Was sagt das Huhn dazu? Gaagagagagagaagg!



Montag, 5. Oktober 2026

Unerwartet

Heute Morgen habe ich frohgemut  im Garten überall gegossen, wo es nötig war. Eine Viertelstunde später hat sich eine einzige dunkle Wolke über uns entleert. Starkregenartig.

Plötzlich springt Reto auf. Voll freudig: Ein Aurora-Falter erweist uns die Ehre.

Ich will vom neuen Kräutersalz über die Spiegeleier streuen. Zuerst das kleine Teil eindrücken, damit überhaupt etwas heraus rieselt. Aber oha, lätz, es lupft die oberste Plastikscheibe, und statt rieseln tut es platschen. Viel Dillsalz auf wenig Eiern.

Die beiden neuen Nachbarskatzen, die wir Alice und Ellen getauft haben, sind Brüder. Nix Kessler-Zwillinge!

Der aussen schöne Cox-orange-Apfel ist innen ganz und gar faulbraun. Wääähhhh!

Ich räume etwas auf bei den Puppen-Sachen der Mädels, die nie, nie mehr "bäbelen" werden, weil sie jetzt Teenies sind. Da fällt mir eine fast volle Tube "Fudi-Salbe" in die Hände. Ja, die haben sie den Bäbis ans Hinterteil gestrichen. Aber jetzt?

Sonntag, 4. Oktober 2026

"Calle Malaga"

 Die marokkanische Regisseurin Maryam Touzani hat mit ihrem Film "Calle Malaga" eine "Ode an das Altsein" gestaltet, wie ich in einer alten "Annabelle" las, die mir zufällig in die Finger kam. Ich habe den Film leider nicht gesehen, aber ein Interview mit der Regisseurin gelesen, das mich neu auf den Weg schickt. Dafür sei es nie zu spät.

Ich zitiere meine "Wegweisung" aus der Annabelle Nummer 3/2026:

"Für mich ist das Leben ein konstanter Neubeginn. Solange man atmet, gibt es nicht einen Moment, in dem es zu spät wäre für ein neues Kapitel. Erst wenn das Herz aufhört zu schlagen, ist es endgültig vorbei - bis dahin kann man sich immer wieder neu erfinden. Es ist ein grosses Privileg, alt zu werden. Wir verstecken unsere Falten, weil wir sie nicht ästhetisch finden, dabei sind sie ein Beweis für das Leben, das wir gelebt haben. Ich bin überzeugt davon, dass Altern eine Kraft, ja befreiend sein kann."

Auf geht es zu einem neuen Kapitel...