Samstag, 28. Februar 2026

Abwechslungsreicher Tag

 Gestern war ein voller, erfüllter Tag. Am Morgen waren wir nach dem Winter erstmals wieder auf dem Wochenmarkt an der Steinberggasse. Wir haben Milch und Rahm am Käsestand gekauft, Pouletfleisch bei Metzger Metzger (er heisst so), Salat beim IP-Bauern, der einen Nachfolger sucht, und Sauerkraut, Rande und Portulak beim Permakulturbauern. 

Noch Pilze? - Warum nicht. Und warum nicht solche, die wir noch nie hatten: Pom Pom heissen sie und sehen aus wie Blumenkohl. Gekauft, gut gewürzt, gebraten in Scheiben und zur Wiederholung vorgemerkt.

Am Nachmittag hatten wir uns bei unserem Schwager Meinrad angemeldet; er hat heute Geburtstag. Als wir aus der Wohnungstür traten, war gerade der nette Homeservice-Mann am feucht Aufnehmen des Treppenhauses. Mir war nicht recht, dass ich ihm nun gleich wieder Schuhspuren machen würde. Deshalb nahm ich besonders grosse Schritte und ging schnell - bis ich nicht mehr ging, sondern auf dem nassen Boden lag. Ausgerutscht. Selber schuld. - Der Putzmann packte mich unter den Achseln und wuchtete mich auf die Beine. Haltung bewahren, nicht jammern, aufrecht weggehen. Aber das Knie tut heute noch weh.

Der Besuch in Hettlingen war dafür sehr schön.

Donnerstag, 26. Februar 2026

Meine Bücher

Es sind zu viele, einfach viel zu viele. Und es gelingt mir nicht, eine gebührende Anzahl auszusortieren. Gestern Abend habe ich ZEHN Bücher beiseite gelegt, die ich nochmals lesen oder mindestens anlesen will, um dann zu entscheiden: Weg oder doch behalten.

Ich lese als erstes nochmal "Das Café ohne Namen" von Robert Seethaler. - Ach, ist das schön! Wusste ich gar nicht mehr. Nicht viel Handlung, aber viel Atmosphäre. Es tut mir gut. Hie und da ein Satz, wo ich aufmerke. Einen habe ich mir aufgeschrieben:

"Man sollte sich immer ein bisschen mehr Hoffnung als Sorgen machen. Alles andere wäre doch blödsinnig, oder?" 

Blödsinnig will ich meine Tage nicht leben, also der Hoffnung Raum lassen. 

Mittwoch, 25. Februar 2026

Blau, so blau

Unsere Auenlandschaft ganz nah! Ein Bächlein helle hüpft auf die Schnelle durch das Hegifeld. Nach all den nassen, grauen Tagen staune ich in den blauen Himmel und bin schon viel zwäger als gerade noch. Wir haben den Kaffee im Garten genossen. 

 

Dienstag, 24. Februar 2026

Herr Türke und Frau Taube

 Auf dem Baum vor meinem Zimmer, wir nennen ihn Amalia, hat letztes Jahr eine Ringeltaube begonnen ein Nest zu bauen. Aber der Ort war ihr nicht geheuer, und sie zog weiter.

Heute Morgen höre ich, wie eine Türkentaube auf der Amalia ruft und ruft. Und siehe da, eine zweite Schönheit fliegt herzu. 

Frau Taube setzt sich ins Ringelnest, und Herr Türke stellt sich ganz nah. Sie beraten sich, aber kommen zum selben Schluss: Amalia ist als Wohngegend nicht gut genug, und das Nest hatte keine guten Baumeister. Frau Taube ist unzufrieden, und das Nest bleibt leer. Was ich bedaure.

Ist es darum, dass ich heute Nachmittag vier Liköre angesetzt habe? Oder doch eher, weil mein Geburtstag dieses Jahr mit einer Schnapszahl aufwartet?

Montag, 23. Februar 2026

Unnötiges Zeug

Einerseits sortiere ich Bücher aus für den Flohmarkt und für das Altpapier. Andererseits brauche ich kleinste Wollknäuel auf und stelle so wieder Dinge her, die eigentlich niemand braucht. Unnötiges Zeug. 

Ich kann schlecht Dinge wegwerfen. Aus (fast) allem kann man noch etwas machen. (Fast) alles könnte eines Tages gebraucht werden. "Grosi, hast du...?" und das Grosi ist sooo stolz, dass es hat.

Ich habe: immer noch eine grosse Tragtasche voll Wolle, Filzwolle bis an mein Lebensende, Kartonrollen in verschiedenen Grössen, gut hundert Konfigläser, Steine sortiert in drei Grössen, Zeichenpapier, anderes Papier in vielen Farben, einen Topf voller Farbstifte, Malfarben verschiedener Art, Stoffresten, Leintücher von meiner Mutter und meiner Grosstante Margrit, 495 Bücher (5 habe ich heute aussortiert)...

Hier meine Wolltäschchen, die niemand braucht. Unnötiges Zeug, aber schön bunt.



Sonntag, 22. Februar 2026

Ich habe den Winterblues - aber es wird besser

 Die ganzen kühlen, nassen verhangenen, nebligen, gruusigen letzten Tage machen mich ganz matt und antriebslos. Ich gehe nicht an die Fastnacht und nicht einmal spazieren am heutigen Sonntag. Ich drösle an kleinen Wollknäueln herum und stricke mit Restenwolle unnötiges Zeug. Lust habe ich nur auf Schokolade, aber das gewaltig. Und ich lese "vergiftet" am letzten Psychothriller, den Stefan  mir geschenkt hat. Was tue ich nachher?

Nachher wird endlich die Sonne wieder scheinen. Ein Hochdruckgebiet dehnt sich aus, und ich bekomme neue Energie. Ich freue mich auf Vorfrühlingstage. Die ersten Boten recken im Garten schon ihre Blüten aus dem Rasen. Violette und weisse Krokus. Schneeglöcklein blühen. Die Tulpen sind schon 12 cm hoch. Am Waldrand wartet der Bärlauch auf mich. Morgen??


Samstag, 21. Februar 2026

Die leere Schublade

 Vor einem halben Jahr ist ein Nachbar von uns plötzlich gestorben. Wir mochten ihn und freuen uns darüber, dass sein Sohn in das Haus seines Vaters einziehen wird. - Vorerst allerdings ist der junge Mann immer noch am Ausräumen und Neugestalten. Gerade vorgestern traf wieder eine leere Abfallmulde ein; heute ist sie schon fast wieder voll Gerümpel.

"Gerümpel" heisst das nun, was einstens Gebrauchsgegenstände waren. Gerümpel, das alte Kindervelo, das bestimmt Erinnerungen weckt: Hat der Sohn darauf Velo fahren gelernt? 

Ich weiss, dass ich das nicht muss. Meine Kinder verlangen es nicht von mir. Aber es würde mich mit Stolz erfüllen, wenn ich meine Flut von Dingen rechtzeitig soweit reduzieren könnte, dass es nur eine Abfallmulde bräuchte. - Es würde mich mit Stolz erfüllen, wenn ich meine fünfhundert Bücher oder so hinunter brächte auf einen guten Arm voll, der mit ins Pflegeheim dürfte.

Ich bin stolz darauf, dass es in meinem Pult eine leere Schublade gibt. Schon eine leere Schublade!