Freitag, 15. Mai 2026

Liebe Moni, ich kann es auch!

Vor ein paar Wochen war ich zu einer wunderbaren Geburtstagsfeier eingeladen. Es gab Märchen zum Hauptgang und zum Dessert "Babka" - eine Art Russenzopf, aber anders. Aus dem Kochbuch "Jerusalem" von Ottolenghi. Fein, fein, fein!

Morgen bekommen wir Besuch von meinem "Göttibuben" mit seiner Familie. Ich freue mich schon heute - und erst recht, seit ich weiss, dass auch ich "Babka" kann. Muss nur noch eine halbe Stunde in den Ofen. Kommt gut!


Mmmmhhh!!!


Donnerstag, 14. Mai 2026

Kanada oder Aprikosenbäumchen

 Ausnahmsweise habe ich heute Morgen zugehört, was der Kandidat vom Ratespiel "Morgenstund hat Gold im Mund" am Radio zu erzählen hatte. - Er ist gleich alt wie mein Ehemann. Dieses Jahr fliegen er und seine Frau zum wiederholten Mal nach Kanada. Wohl altershalber zum letzten Mal, sagte er. Ein bisschen traurig kam er mir vor. Sie haben Freunde dort. Abschiedsrunde.

Mein gleichaltriger Ehemann fliegt nirgendwohin. Aber gestern hat er im Schweisse seines Angesichts ein Aprikosenbäumchen gesetzt. Gelocht, was das Zeug hielt. Steine ausgebuddelt und sich dabei auf die ersten Früchte gefreut. Als das Bäumchen stand und seine Blätter im Winde auf und ab wogten, stand er davor und schaute stolz sein Werk an. 

Würde die Welt morgen untergehen, sollte man heute noch ein Apfel-, Aprikosen, Kirschbäumchen...pflanzen. Das sollte man!

Mittwoch, 13. Mai 2026

Ich lese und lese und lese einen Krimi

 Es ist mir peinlich, aber es ist trotzdem so: Ich kann Krimis nicht ordentlich vom Anfang bis zum Ende lesen. Schon in der Mitte oder noch früher muss ich wissen, ob meine Lieblingsperson im Buch überlebt. Ich linse also kurz auf die letzten drei Seiten. - Uff, sie kommt noch vor - und er auch.

Zurück zur Mitte. Weiterlesen. Es ist grausam spannend. Ich halte das nicht aus. Ich blättere nach hinten, lese da ein bisschen und dort ein wenig. Erfahre, wer die Bösen sind. Lese entspannter weiter. 

Ich entdecke gut geschriebene Passagen. Ich swipe, lese vorne, lese hinten. Was für eine gut gemachte Geschichte! Ich bewundere die Autorin, verehre den Autor. 

Ich lese das Buch fertig und begegne ab und zu schon bekannten Stellen. Immer noch tut es mir leid, dass der junge Dunkelhaarige sterben musste. Aber diesmal nehme ich es gelassener.

Dann ist der Krimi aus. Schade! Wo ich mich doch gerade so freue, dass es für Tabea gut gekommen ist. aber ich nehme sie mit in mein Leben. Sie ist jetzt eine liebe Bekannte. 

Dienstag, 12. Mai 2026

Eine grosse, grosse Freude!


 

Meine erste Kartoffelrose ist aufgeblüht. Und wie sie duftet! - Sie versetzt mich an den Meeresstrand in Dänemark. Ferien letzten Sommer. Rosensalbe machen mit meiner Enkelin und Hagebuttenkonfitüre. Ich verweile noch ein bisschen dort...

Montag, 11. Mai 2026

Gabriele von Arnim hat ein neues Buch geschrieben

Ich habe ihr Buch über Schönheit gelesen. Jetzt hat die 79 jährige Autorin ein Buch über den Abschied geschrieben. In unserer Tageszeitung  wird es besprochen. Der erste Satz lautet: "Hin und wieder übe ich sterben." - Das tönt sehr ernst. Aber dann erzählt Gabriele von Arnim von ihren Freundinnen so humorvoll, dass ich laut gelacht habe:

"Die eine kauft sich immer wieder neue Unterwäsche, damit die Söhne nach ihrem Tod nichts Ausgeleiertes aussortieren müssen. Eine andere trägt nur feinste Dessous, will, wenn es so weit ist, "e schöne Leich" sein."

Sie selbst richtet vorerst Dinnerpartys aus. Nicht mit ausgeklügelten Menüs. Ein Topf Spaghetti mit Salat, Wasser und Wein genügt. Hauptsache, es kommen Menschen zusammen, die strahlen, wenn sie wieder gehen. Wie gut tut Zusammensein statt Alleinsein. 

Sonntag, 10. Mai 2026

Was würde meine Nachfolgerin (anders) machen

 Eine Art von Spiel aus dem Tagi-Magi Nr. 13 von diesem Jahr: Du bist dir nicht sicher, in deinem Leben das Richtige zu tun. Stell dir vor, du würdest aus Distanz auf dein Leben schauen! Stell dir vor, du gingest zur Tür hinaus und kämest als deine Nachfolgerin wieder herein.

Was würdest du mit der Sicht von aussen ändern? Bei Krogerus und Tschäppeler im Tagi-Magi heisst das so:

"Stellen Sie sich vor, Sie würden heute gefeuert - als Partnerin, als Mutter, als Angestellte. Morgen früh käme eine neue Person, die Ihren Platz einnimmt. Sie ist unbelastet, frisch, objektiv. Was würde diese Person anders machen? Welche Gewohnheit würde sie ablegen? Welchen Konflikt endlich lösen?

Und dann: Gehen Sie kurz zur Tür hinaus, kommen Sie wieder rein und tun Sie genau das."

Moment, ich komme morgen wieder. Muss mal spielen, ich sei meine Nachfolgerin

Samstag, 9. Mai 2026

Ein ziemlich gewöhnlicher Samstag

 Am Morgen mussten wir einkaufen. Der Kühlschrank war ziemlich leer. Aus zartestem Schweinsfilet, Zwiebeln aus dem Garten, Speck und roten Peperoni habe ich Grillspiesse zusammengesteckt und fein mariniert. Reto war der Feuermeister wie eigentlich immer. (Obschon ich auch gern "füürle".) Zu den Spiessen gab es Pariserbrot und Salat.

Nach dem Essen ist für mich (fast) immer Lesezeit. Der Krimi, der mir am Offenen Bücherschrank empfohlen wurde, hat mich gepackt. Es geht um unterschätzte und überschätzte Menschen. Einer im Kamelhaarmantel und mit braunen, gewichsten Lederschuhen. Eine im Putzfrauen-Overall. Wer ist wohl kriminell?

Die Siesta ist längst zu Ende. Seither habe ich einen langen Brief geschrieben und neue Couverts geklebt. Das ist genug für einen ziemlich gewöhnlichen Samstag.