Katzentisch sagt man dem Platz im Restaurant, der ungünstig steht. Zum Beispiel neben dem WC, an einem Durchgang, neben der Tür. Am Katzentisch will niemand sitzen. Und doch! Heute setzte ich mich ganz freiwillig an ein Minitischchen im "Gottlieber", wo ich allein Zmittag ass. Eine Übungssituation. Was macht es mit mir, da zu sitzen und die Tagessuppe zu geniessen (Sellerie). Ich fühlte mich sehr wohl auf dem niedrigen Polsterstuhl, der zu meiner Körpergrösse passte. Und die Suppe, die heisse, hatte Platz neben dem Grüntee mit Jasmin. - Ich hatte den Morgen bei meiner Freundin Helena verbracht. Wir geben uns Feedback zu unserem Leben, so wie wir es uns gegenseitig erzählen. Bis zum Wiedersehen üben wir uns je in einer Aufgabe, die wir uns geben. "Freiraum" ist so eine Aufgabe. Nimm dir den Raum, den du brauchst. Das kann sogar am Katzentischchen sein, wenn es passt.
Klingklang
Donnerstag, 5. Februar 2026
Mittwoch, 4. Februar 2026
Deus caritas est
Wenn ich aus dem Haus gehe, erlebe ich Überraschungen: Heute dieses kleine Heiligtum. Geschaffen vom Winterthurer Künstler Erwin Schatzmann.
Oben eine Schrift in lateinischer Sprache aus der Bibel:
Deus caritas est et qui manet in caritate in Deo manet et Deus in eo manet.
Gott ist Liebe und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm.
Danke, Herr Schatzmann, ihr Werk macht Freude.
Dienstag, 3. Februar 2026
Schööön!
Gestern genossen wir einen sehr schönen Tag, obwohl der Hauptgrund für unsere Reise enttäuschend war: Die Sonderausstellung über Fakts oder Fakes war klein, unscheinbar und nicht lehrreich. Dafür haben wir gut gegessen im bedienten Restaurant des Verkehrshauses, und am schönsten war unser Spaziergang dem See entlang zum Bahnhof Luzern an der Sonne. Kaya turnte begeistert über die grossen Steine und Felsbrocken nahe dem Ufer und befand mehrmals: Schöööön!
Sonntag, 1. Februar 2026
Fakt oder Fake - Tatsache oder Fälschung
Morgen reisen wir mit unserer Enkelin nach Luzern. Im Verkehrshaus besuchen wie die Sonderausstellung "Wirklich?". Es wird ja immer schwieriger zu erkennen, was stimmt und was erstunken und erlogen ist. Ich bin gespannt, was wir in der Ausstellung lernen und was uns unsere Enkelin darüber hinaus beibringt. Sie ist schnell im Verstehen und gut im Erklären. - Aber ich will auch Luzern echli geniessen. Ich war schon lange nicht mehr in der Stadt, wo ich ein paar Jahre lang eine Studentin-Bude gemietet hatte. Damals war Luzern zweite Heimat für mich.
Samstag, 31. Januar 2026
Überraschender Energieschub
Sitzen Reto und ich am Esstisch und benagen unsere Pouletbeine. Da läutet es zur Unzeit. Reto geht an die Türe und bringt meinen "Gottenbub" (48J.) mit. Fabian setzt sich zu uns. Gegessen hat er schon. Wein trinkt er nicht, wenn er Auto fährt. Er will nichts von uns, aber er bringt uns etwas: Seine Lebendigkeit, sein Interesse an uns, seine Kommunikationsfreude. ENERGIE! Als auch ich das letzte Knöchelchen abgenagt und den Salat "gebodigt" habe, geht er wieder. Im Auto schläft nämlich seine älteste Tochter. Die Familie ist heute Morgen um vier Uhr aufgestanden, um aus den Ferien heimzureisen. Fabian spürt man keine Müdigkeit an. Im Gegenteil. Sein Besuch ist wie frischer Wind in unserer Stube. Einfach gut.
Freitag, 30. Januar 2026
Sich aufregen
Heute hatten wir Besuch zum Mittagessen. Die Rösti wurde echli dunkel, aber darüber regte sich niemand auf. Das Gespräch drehte sich um Enkelkinder und ihre Begabungen. Warum nur landeten wir dann bei Trump und der Politik. Bei Weltwochenleserinnen, die Putin gut finden - - - bis unser Freund sagte: "Hören wir sofort auf über Politik zu reden!" - Wir schauten ihn erstaunt an, aber er fügte hinzu, dass er "das" einfach nicht mehr ertrage. Er rege sich dann so sehr auf. Natürlich wechselten wir alle gern das Thema. - Mich regt längst nicht mehr so viel auf wie als ich jünger war. Ich ereifere mich nicht mehr so sehr, um andere von ihrer Meinung abzubringen. Geht sowieso nicht. Und wer weiss, vielleicht haben sie manchmal recht und nicht ich. Die Welt ist so komplex, wie wollten wir alles durchschauen.
Es gibt aber trotzdem ein paar Themen, wo ich "staubig" werde: Wenn Frauen herabgesetzt werden. - Wenn Frau Zürcher und Herr Zürcher so viel fliegen, wie noch nie (und viele andere auch). - Wenn Herr Rösti den Weg für neue Atomkraftwerke öffnen will. - Wenn Gift noch und noch in der Natur ausgebracht wird, obschon man die Folgen kennt. - Wenn Menschen ausgebeutet werden. - Wenn Kinder leiden müssen und in Kriegen getötet werden. Wenn Autokraten sich alle Rechte nehmen.
Donnerstag, 29. Januar 2026
Blumenkohl zum Zweiten
Ich möchte ja nur einen Rest Blumenkohl "versuppnen". Aber auch dies kann man einfacher oder komplizierter machen. Drei Kochbücher habe ich gewälzt und dann Kokosmilch im Keller geholt. Blumenkohlsuppe nicht nach Ottolenghi - zu kompliziert. Nicht nach Familie Storl - sie kochen keine. Ich nehme mir das Süppchen von Tanja Grandits vor. Das wird natürlich nicht wirklich aus Resten gekocht, aber ich bin eine kreative Kühlschrank-Aufräumerin. Mit einem Topping von Tanja wird der Blumenkohl wie neu. Ran an die Sache!


