Sommer ist die Zeit,
in der es zu heiss ist,
um das zu tun, wozu es
im Winter zu kalt war.
Mark Twain
Ich mache im Winter ganz viel gern - nur nicht ziellos spazieren. Ich mache im Sommer ganz viel gern, nur nicht grundlos spazieren.
Sommer ist die Zeit,
in der es zu heiss ist,
um das zu tun, wozu es
im Winter zu kalt war.
Mark Twain
Ich mache im Winter ganz viel gern - nur nicht ziellos spazieren. Ich mache im Sommer ganz viel gern, nur nicht grundlos spazieren.
Wie oft schon habe ich darüber geschrieben, dass zwei Mädchen montags bei uns mittagessen kommen! Dass wir diese Treffen an unserem Tisch als ungeheuer bereichernd empfinden. Dass uns die Mädels zum Lachen bringen, zum Staunen, zum Lernen.
Heute haben wir einer Diskussion über Energie-Drinks beigewohnt. Der Vorteil von Koffein, das Energie gibt. Der Nachteil des vielen Zuckers. Welche Drinks die beiden bevorzugen. Und da ist noch derjenige mit Salz vor sportlichen Anstrengungen. Puuuhh grusig, aber doch sinnvoll.
Aber heute war es nicht wie immer am Montag. Es war das letzte Mal in dieser Regelmässigkeit. Nach den Sommerferien machen wir jeweils etwa einmal im Monat ab, um unser Zusammensein zu viert zu geniessen. das bringt allen ein wenig mehr Flexibilität und einer Oma etwas mehr Zeit mit der Enkelin.
Ich bin froh, dass nicht nichts mehr sein wird sondern nur echli weniger. Und die Riesen-Hortensie zum Dank von Nachbars macht Freude!
Ich habe schlecht geträumt heut Nacht: Ich war im Ausgang und hatte einen Kaffee zu bezahlen. Mein Ehegespons hatte mir sein Portemonnaie mitgegeben. Als ich es öffnete, war da nur Puderzucker drin und eine Zwanzigernote. Mit dieser wollte ich bezahlen, aber sie war alt und nicht mehr im Umlauf. - Ich bin unlustig erwacht.
Das besserte sich erst, als ich uns einen Apéro mischte. Aprikose, Sanbitter, Minze, Mineralwasser und ein Eiswürfel. Reto brachte die Paprika-Chips mit zum grünen Tisch auf dem winddurchwehten Sitzplatz. Prost! Und dann ein Ausruf von Reto: "Schau, schau...!" - Er zeigt auf einen Schmetterling, der die Brennnesseln besucht. Vielleicht dort Eier legt. Uns sehr erfreut.
Dies sind unsere Abenteuer heutzutage: Der erste Admiral an unseren Brennnesseln!
Ach, ach, da mache ich Pläne - aber dann kommt es anders: Ich habe begonnen, eine Hose abzuändern. Und Reto hat begonnen herum zu tigern und vor sich hin zu murmeln. - "Wie mache ich das. Ich weiss nicht, wie ich das Bäumchen im Topf befestigen kann, dass es nicht zur Seite kippt. Was könnte ich...Wie soll ich...?" - Er fragt mich nicht, ob ich helfe. Er macht nur auf sich und das Problem aufmerksam.
Wenn man knapp 50 Jahre verheiratet ist, kennt man einander. Er weiss genau, er muss nur mein Interesse wecken. Dann läuft mein Hirni heiss. Statt an meiner Hose weiter zu arbeiten, leere ich meine Bastelkiste auf dem Boden aus. Ich suche, ich suche ein Juteband. Vielleicht könnte Reto mit dem Juteband...Ich finde es nicht, dafür eine Sisal-Schnur, eine dicke. Damit könnte man, könnte Reto, könnte wer auch immer, den Topf umwickeln genau unter dem Rand. Vorher um die dicke Schnur sechs oder mehr Schnüre oder Drähte verteilen, die nach oben zeigen. Schnur um den Topf, Drähte um das Stämmchen, schön verteilt, gut anziehen. Fertig.
Als ich in mein Zimmer gehe, um aufzuräumen, finde ich das Juteband. Ich gehe zum Bäumchen und drapiere es hübsch, damit man die Drähte nicht mehr sieht. - So geht Ehe. Unsere.
Am Morgen fuhr ich in die Stadt, um einen längeren Einkaufszettel abzuarbeiten. Alles in Butter. Ich kam flott voran. Fand sogar noch ein Sommershirt zum halben Preis. Hatte eine hübsche Plauderei mit einer "verrückten" älteren Frau. Wir wünschten uns dann einen schönen Tag, und ich schaute ihr nach. Immer möchte ich auch ein wenig "verrückter" sein. Meine Plauder-Kameradin trug einen "glismeten" Hut hoch auf dem Kopf, hatte darunter lange, graue Haare. Das blaue T-Shirt hatte sie aufgerollt bis unter die Brust. Blutter Frauenbauch und neckische Zahnlücke. Die getraut sich! - An der Kasse bezahlte ich mein Sommershirt bei einer flinken, fröhlichen Angestellten. Ich machte ihr ein Kompliment, und sie sagte, sie sei eben glücklich und fröhlich und wünsche mir das auch. da wurde ich das alles gerade ein bisschen - glücklich und fröhlich.
Jetzt am Nachmittag ist die Energie weg. Die Fröhlichkeit auch. Ob ich noch Fahrt aufnehmen kann?
Ich habe das Spiel geschenkt bekommen. Man sollte es mit Gästen spielen. Aber ich mag keine Gäste verknurren, es mit mir zu spielen. Ich werde selber sehr ungern genötigt zu spielen.
Das Spiel besteht aus etwa 60 Karten mit Aussagen oder Fragen zu "Kreativität". Ich ziehe nun (fast) täglich so eine Karte und überlege mir eine Antwort. So spiele ich in aller Heimlichkeit und Ruhe gerne ganz allein. Heute stand auf der gezogenen Karte:
"Was hilft dir, Ideen in die Tat umzusetzen? Was hindert dich eventuell daran?"
Meine Freude an einer Idee verleiht mir Flügel. Ich werkle gern vor mich hin und schaue, was dabei herauskommt. Ich mag Farben so gern und Wolle und Stoff und...
Manchmal bräuchte ich etwas, das zuerst beschafft werden müsste. Das stört mich und hindert mich an der Ausführung. Oder ich bin altersmüde und lese lieber in meinem Buch weiter. oder ich muss endlich wieder einmal putzen...