Dienstag, 2. Juni 2026

Das Museum der Erinnerungen

Dirk Gieselmann hat sich im "Tagi-Magi" Nummer 8 von diesem Jahr Gedanken über das Erinnern gemacht. Er schreibt: 

"Ich gehe in die Vergangenheit hinein wie in ein kühles Museum an einem heissen  Nachmittag und besichtige die Exponate der Erinnerung."  

Und dann sieht er. - Er sieht seine Bilder der Vergangenheit. Er schwelgt geradezu in diesen Bildern.

 Man/frau darf sich ja vor Augen führen, was gerade passt, wohin gerade die Sehnsucht führt. Und dann ist alles wieder Gegenwart. Ich bin auf der Leiter, die mein Grossvater an den "Chriesibaum" (Kirschbaum) gestellt hat. Die "Chriesi" sind sonnenwarm und so süss. Der Chriesisaft läuft mir übers Kinn.

Oder ich erklettere die Eiche am Grubenrand, setze mich in die Astgabel und verschwinde in meinem Buch, das ich mitgebracht habe. 

Aber auch bin ich mit meinen SchülerInnen im Wald, im schönen kühlen Wald, weil unser Schulzimmer unter dem Dach viel zu heiss ist heute.

Ich segne im Urner Oberland die Kühe von Hans; Reto trägt den Weihwasserkübel. Hätte ich mir nie träumen lassen, so etwas Urchiges zu tun. Aber es tut wohl bis in die Zehenspitzen.

Welches ist das kostbarste Exponat in meinem Museum der Erinnerung? - Gewiss und auf Ehr, das behalte ich für mich.



Sonntag, 31. Mai 2026

Übernachtungsgast

Unser Sohn wohnt im Kanton Bern. Gestern ging er in unserer Nähe in den Ausgang und kam nachts zu uns zum Übernachten. So eine Freude, am Morgen aufzustehen - und da sitzt Stefan auf dem Sofa! So unterhaltsam, mit ihm Honigbrote zu geniessen und zwei statt einem Kaffee zu trinken! Weil er keinen Garten hat, habe ich ihm in unserem einen Kräuterstrauss gepflückt. Er kocht gern und gut; da sind alle Kräuter willkommen.

Er hat wieder eine "Räubergeschichte" von seinem quasi-Schwiegervater (93J.) erzählt: Steht der alte Mann nachts auf, um zur Toilette zu gehen. Stolpert und fällt. Das, worüber er gestolpert ist, erweist sich als Messer, das auf dem Boden lag. Er stolpert nicht nur und fällt um - er fällt mit der Wange so auf das blöde Messer, dass es sich in sein Fleisch bohrt. Da es Mitternacht ist, will der alte Mann im Pflegheim nicht stören. Er legt sich blutend ins Bett. Erst am Morgen entdeckt eine Betreuerin das Malheur. 

Der quasi-Schwiegervater unseres Sohnes ist schon beinahe eine Legende.

 Ach ja, und die Ferien im Ruhrgebiet, in Belgien und Luxemburg waren ein voller Erfolg. Schon gewusst, dass das kleine Luxemburg (80 km auf 50 km) eine eigene Sprache hat?


Samstag, 30. Mai 2026

Draussen 30 Grad, drinnen 23 Grad

Am Morgen haben wir die Salate gesetzt, die wir gestern als Setzlinge gekauft haben. Dazu ein orangerotes Strohblümchen und eine purpurrote Dahlie. Ich habe Steine aufgesammelt und Pflanzen gegossen. Und ich habe zu den beiden "Rüebliraupen" (Schwalbenschwanz) von vorgestern zwei weitere ganz kleine in die Sicherheit meines Raupenkastens gebracht. Sonst werden sie gefressen von Vögeln, Heuschrecken, Wespen oder anderen Fressfeinden. Übrigens haben die beiden ersten geretteten Raupen schon an Gewicht und Grösse zugenommen. - Am Morgen also haben wir im Garten gearbeitet bei angenehmen Temperaturen. 

Am Nachmittag aber lasse ich all meine wilden Mitgeschöpfe allein an der heissen Sonne. Sie tun mir echli leid, wenn sie schlaff in der Hitze hängen. Ich bin froh über unsere kühle Wohnung. Sie erlaubt mir, auch am Nachmittag aktiv zu sein. Echli zu räumen oder einen Brief zu schreiben oder den kleinen Papierberg auf meinem Pult abzutragen. 

Am Abend zieht es mich dann wieder hinaus. Vorher nicht.

Freitag, 29. Mai 2026

Erfüllt vom Morgen

 Ich staune, weil ich ganz voll bin. Voll von Eindrücken. Wir waren "nur" auf dem Markt in der Steinberggasse und Kaffee trinken unter Platanen mit der Freundin, die gerade von Ferien in Frankreich zurück gekommen ist. Sie hatte ganz viel zu erzählen von Marseille und Dolmen, die doch nur Steine sind. Von Flamingos, die mangels besonderer Krebse nur noch weiss, statt rosa sind.

Der Markt ist eine bunte Pracht. So viele Blumen und Gemüse und Früchte, was das Herz begehrt. Wir haben, weil ich hin gezogen habe, meine Lieblingsbauern besucht. Dem einen Rüebli im Bund abgekauft und dem anderen Mönchsbart. Der Permakultur-Bauer hat hinter seinem eigenen Bart gelächelt; er kennt uns schon.

Beim Kaffee trinken habe ich die Mauersegler gehört von hoch oben. Die Frau am gleichen Tischchen hat mir ihre halbe Lebensgeschichte erzählt. Beim Beck gab es die feinen Lyner-Wähen. Einfach perfekt zum Mittagessen, wenn man (zu) lange in der Stadt bleibt.

Donnerstag, 28. Mai 2026

Alles wiederholt sich

 Ich habe zwei Schwalbenschwanz-Raupen "gerettet" vor den gefrässigen Heugümpern und wer sie sonst noch zum Fressen gern hat. Mit viel Fenchel in ein Holzkistchen versteckt. Luftdurchlässiges Gewebe davor gespannt. Und jetzt täglich schauen, ob sie wachsen.  - Das habe ich in anderen Jahren auch gemacht.

Ich habe aus den in Öl eingelegten Rosenblättern mit Bienenwachs eine Salbe angerührt und in kleine Gläschen gefüllt - Das habe ich in anderen Jahren auch gemacht.

Ich habe Kräuter geschnitten und auf dem Grossmutter-Schrank zum Trocknen ausgelegt. - Das habe ich in anderen Jahren auch gemacht.

Langweilig? Routine? Nichts Besonderes?

Ich weiss nicht, was mit den Raupen dieses Jahr passiert. Letztes Jahr ist eine ausgebüxt. Werden wir sie fliegen sehen? Das ist immer von neuem berührend.

Die Rosensalbe ist gemacht wie immer, ABER zum erstenmal aus den Kartoffelrosen, die ich in Dänemark kennen gelernt habe. So viele Erinnerungen an das Meer und die Rosenfelder!

Ach ja, das mit den Kräutern wiederholt sich, das ist wahr.  

Mittwoch, 27. Mai 2026

Morgenessen auf dem Balkon meiner Freundin in Oerlikon

Eine Blumenkiste grenzt an die nächste. Stiefmütterchen in allen Farben, ein Bonsai-Rosmarin, Ringelblumen in einer Fülle, die mich neidisch macht..., und wir zwei Frauen essen Znünibrötchen vom Beck in der Nähe, trinken Kaffee oder Tee und erzählen uns von unseren Leben. Als ich mich um elf Uhr verabschiede, sage ich, dass ich nun nach Zürich HB fahre und dann weiter schaue, was ich mit meinem freien Tag noch anstelle. 

Aber an der Tramhaltestelle entscheide ich mich anders: Nummer 10 fährt auch zum Irchelpark hinauf. Dort laufe ich, schaue ich, geniesse ich Stille und Natur. Auf einer Bank neben einer asiatischen jungen Frau esse ich mein Zmittag, Trockenfrüchte und Nüsse von zu Hause mitgebracht. Auch die Wasserflasche ist dabei. Durst habe nicht nur ich:



Dienstag, 26. Mai 2026

Angenommen!

 


Meine gestern fertig gestellte Hundedecke wurde heute ganz selbstverständlich sofort "belegt" (oder  beliegt oder verlegen?). Geschlafen hat Yumi dann aber auf den kühlen Bodenplatten - bei diesen Temperaturen keine Beleidigung für mich!

Meine Enkelin kam heute nicht zum Essen - Mädelstreff in der Badi. Kann ich gut verstehen.