Montag, 9. März 2026

Und also blühen die Veilchen

Jeden Tag gehe ich langsam durch unseren Garten. Ich halte Ausschau nach Spinnen, Käfern und anderen Tierchen. Ich beobachte das Wachsen der Pflanzen und lasse mich überraschen von der ersten blühenden Hyazinthe. Ich kontrolliere die Knospen der Kirschbäumchen; bitte, nicht aufgehen, die "Kalte Sophie" ist noch fern. Aber die Blausterne dürfen gern blühen, und die Primeli und die Gänseblümchen. - Wer eigentlich knabbert ständig Primelblüten ab? Gemäss Google können es Schnecken sein, aber auch Hummeln und nicht zuletzt Spatzen. Sei es, wer es wolle - unser Garten bietet auf kleinem Raum vielen Platz. Wir wollen nicht die Einen gegen die Anderen ausspielen. (Nur Schneckenplagen rücke ich rigoros zu Leibe!) 

Die heutige Überraschung von Mutter Natur ist gelungen: Wie freue ich mich über die blühenden, duftenden Veilchen, die gestern noch nicht da (?) waren!!!

Sonntag, 8. März 2026

Sonntag in drei Abschnitten

  1.  Nach dem feinen Croissant, das Reto beschaffte, ging es schon bald ans Vorbereiten eines Apéros: Unsere Tochter and family wollten nach dem Abstimmen zu uns kommen. Meine Idee. Gute Idee. Unsere Enkelin versuchte Schulaufgaben zu erledigen, konnte sich aber schwer konzentrieren neben der lebhaften Unterhaltung von allen mit allen.
  2. Nach dem feinen Reto-Mittagessen am Frauentag fuhr ich in die Stadt und traf meine Beste Freundin. Wie immer tranken wir zuerst Kaffee und genossen später ein Dessert. Ich habe die Sommersaison eröffnet mit einem Himbeer-Sorbet. Davor und während und danach setzten wir uns ins Bild, was in unseren Leben läuft. Ihr Haus soll neue Fenster bekommen. 
  3. Als ich nach Hause kam, war unser Sohn am Telefon, und ich durfte so lange mit ihm plaudern, bis sich herausstellte, dass sein Partner "am Verhungern" war. Es wird dauern, bis der Lauch-Gratin gar ist. Deshalb muss auch dort "geapérölet " werden.

Samstag, 7. März 2026

Behaartes Schaumkraut

Weil ich echli zu den Kräuterhexen gehören will, lerne ich immer wieder neue Wildkräuter und/oder Heilkräuter kennen. Schon drei Jahre zählt das "Behaarte Schaumkraut" dazu. Es wächst überall in unserem Garten, und es blüht schon fein weiss. Es ist verdauungsfördernd und blutreinigend, was immer das heisst. Ich schneide es klein und gebe es zum Salat. 

Manchmal verrate ich Reto, was er isst. Ich habe ihm das "Behaarte Schaumkraut auch gezeigt. Tags darauf sagt er: "Gäll, das mit den kleinen weissen Blüten, das "Behaarte SCHAMKRAUT", gibst du zum Salat?"

Nachdem ich genug gelacht hatte, spielte ich mit den Buchstaben des Blüemli:

behaartes Schaumkraut

haarkrautiger Schaum

Krautiges Schamhaar

schamhaariges Kraut

behaartes Schamkraut

Manchmal macht das zusammenleben einfach Spass.


Freitag, 6. März 2026

Hundesitting

 


Heute Morgen vor acht Uhr kam Hund Yumi zu uns; wir durften sie drei Stunden lang hüten. Ihr "Herrchen" machte Schulbesuch. - Vor kurzem erlitt sie einen Sehnenanriss am rechten Hinterbein und musste operiert werden. Darum trägt sie ein neckisches Schühlein und einen grünen Verband. Aber es geht ihr schon wieder ganz gut. Wir Menschen müssen aber noch darauf achten, keine wilden Spiele mit ihr zu machen. Ich habe mich deshalb mit einem Buch aufs Sofa gelegt, aber oha, da war sie schwuppdiwupp auch. Sie leckte mir die Ohren und tat selbst ein bisschen wild. So gingen wir zu Boden, und da gab es dann Ruhe. Ich war voller Dankbarkeit, dass mir die Freude an einem Hund möglich ist. Wo ich doch als Kind und noch lange darüber hinaus schreckliche Angst vor Hunden hatte. 

Donnerstag, 5. März 2026

Molto Gusto

Meine Beste Freundin hat mir für heute viel guten Geschmack gewünscht. Zwar wusste ich am Morgen schon, dass ich in die Stadt gehen würde: Coiffeuse-Termin. Ich gehe gern zum Haareschneiden, weil meine Coiffeuse eine temperamentvolle Frau ist mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Sie schneidet schnell und wild; ich mag das. Allerdings riecht es im Salon für meine Nase streng. "Molto gusto" nicht hier, aber eine herzhafte Umarmung zum Abschied. 

Ich bin in der Stadt geblieben und habe mir einen Platz an der Sonne gesucht. Gefunden vor der "Brasserie Reh". Da habe ich an der Hauswand Sonnen-gewärmt mein Mittagessen genossen. Es war "con molto Gusto"!!! Spaghettini mit Spinat und viel Butter, Plätzli mit Salbei und sehr feiner Sauce. Dazu Schwarztee in geschmackvollem Set von Krug und Tasse. Nette Bedienung. 

Aber eines war nicht nach meinem Gusto: Der schwere, schwerreich gekleidete Mann am Nebentisch hat während meines ganzen Essens geschimpft oder genörgelt. Seine Frau hat nichts gesagt. Es ging um zu teure Immobilien und unfähige Handwerker. Hat der "Typ" überhaupt wahr genommen, was er gegessen hat?

Mittwoch, 4. März 2026

Etwas für das Gemüt

Seit dem Ausbruch von Corona waren Reto und ich nicht mehr im Kino. Man hat ja TV. Aber heute haben wir gesehen und gespürt: Es ist etwas Anderes, wenn der Film dort vorne ganz gross läuft. Die Schluchten sind tiefer, und der Schnee stiebt heftiger. Die Bösen sind böser und die Herzigen herziger. Und es gibt Glace-Pause, heute sogar Popcorn-Anfang. Weil unsere Enkelin und unsere Tochter dabei waren. Ihr Ritual bedeutet Popcorn, unseres Glace-Cornet.

Was haben wir uns zu Herzen genommen: den Barry-Film. Schön war es. Glücklich machte es. Sehnsüchtig. 


Dienstag, 3. März 2026

Ein neues Brotmesser

 Reto schneidet bei uns immer das Brot, ausser er hat ein Nachtessen anderswo. Das kommt vor. - Er hat sich seit Monaten und Monaten immer wieder beklagt, dass unser Brotmesser "keinen alten Hut schneidet", was es eigentlich auch nicht muss. Aber ich habe gesehen, wie Reto an manchem Brot herumsäbelt, dass es kein Zuschauen ist. Und Zuhören schon gar nicht. Diese schweren Seufzer. Dieses Geächze. - Ich sage seit Monaten, oder sind es erst Wochen: "Geh und kauf ein neues Brotmesser! Aber im Fachgeschäft, dass es dann wirklich gut ist!" - Heute ist er mit dem neuen Messer heim gekommen. Nach dem Zahnarzt hat er es sich gegönnt. Es ist lang und hat einen wunderschönen Griff aus Olivenholz. Und wichtig: Man kann es nachschleifen lassen. Ich bin der festen Überzeugung, dass man nach 50 Jahren ein zweites Ehe-Brotmesser kaufen darf. Allerdings werden wir es keine weiteren 50 Jahre mehr benutzen können. Egal, heute leben wir. Heute schneiden wir Brot.