Reto und ich hatten heute ein bisschen Weihnachten. Wir lösten den Gutschein für je einen Brunch ein, den wir zu Weihnachten von Judith erhalten hatten. Im Lieblingsplatz-Café an der Else-Züblin-Strasse nahe bei uns. Nur durch Wind und Kälte und durch den Park. Und dann ins Café, wo wir wärmstens empfangen und bedient wurden. Der Kaffee sei der beste, sagte Reto, besser als im Vollenweider. Grösser kann sein Kompliment gar nicht sein! Ich fand den Räucherlachs von höchster Qualität. Wir bekamen ausser Müesli und Käse und dem und jenem FÜNF Sorten Brot. Den Früchtebecher durften wir mitnehmen, als wir pappsatt nichts mehr aufnehmen konnten. So ein schöner Morgen!
Klingklang
Freitag, 27. März 2026
Donnerstag, 26. März 2026
Welch ein Chaos in meinem Zimmer
Am Samstag ist Flohmarkt im Quartier. Wir , Ehemann, Tochter, Enkelin und ich, wollen teilnehmen. Wir haben genug Sachen, die wir nicht mehr brauchen, die aber zu schade sind zum Wegwerfen. Gerade habe ich unsere Saftpresse ausprobiert; sie läuft noch tadellos. Der Rüebli-Randen-Apfelsaft war fein. Das Abwaschen des Gerätes war so mühsam wie eh und je. Aber das sagen wir allfälliger Kundschaft nicht.
Natürlich habe ich viele Bücher bereit gelegt - für Kinder und für Erwachsene.
Ich werde mich vom Toaster verabschieden, den ich so unbedingt für meine Studentin-Bude haben wollte. Er ist "retro" und wirft die Brotscheiben nicht aus. Selber aufpassen. Der Preis steht noch an der Schachtel: Neunzig Franken hat er gekostet vor 24 Jahren.
Meine wunderschöne, blaue Glasschale, über der ich Kinder im Urner Oberland mit viel lebendigem Wasser getauft habe, steht zum Verkauf. Möchte ich wirklich, dass sie weggeht?
Apropos "Weggehen" - es wird kalt sein am Samstag. Und zuerst hiess es, der Flohmarkt sei am Sonntag. Vielleicht kommt gar niemand.
Mittwoch, 25. März 2026
Es ist das Wetter
Ich schwindle immer noch. Reto sagt, es ist das Wetter. Das kann sehr wohl sein. Rita würde sagen, es ist psychisch. Auch das kann sein. Google sagt, es könnte Wassermangel sein. Warum nicht auch dies. Andere sagen, vielen Alten ist schwindlig. Weiss ich.
Was ich nicht weiss, ist, wie die vielen Alten mit der ganzen Schwindelei umgehen. - Ich atme tief, wenn es besonders schlimm ist. Ich gehe an die frische Luft und freue mich an der neu aufgeblühten Tulpe. Lachsrotgestreift. Ich mache ein paar Tanzschritte und falle nicht um. Ich nähe den fertig gestrickten Pullover zusammen und ziehe ihn erstmals an: Gut gemacht! Ich lese und vergesse.
Ich beschliesse, es ist das Wetter!
Dienstag, 24. März 2026
"Heute noch..." sagt er
Der Morgen war leidlich. Gut genug. Aber seit dem Mittag - na, ja...Gut, darf ich mir eine ausgedehnte Siesta gönnen. Fast schon schlafe ich ein, da rumpeln draussen vor dem Fenster die Müllmänner derart herum, dass ich wieder hell wach bin. Aufstehen? Etwas tun? - Sicher nicht! - Zweiter Versuch eines Mittagsschlafes für eine lädierte, alte Frau. Ich penne wirklich ein. Doch dann, träume ich nur, oder bin ich wach, zerschneidet das Motorengeräusch eines Rasenmähers meinen Schlaffaden. Diesmal stehe ich auf. Trotz Übelkeit und Schwindel wanke ich in unser Gärtchen und treffe da meinen Ehemann. Freundlich lächelnd mit dem elektrischen Rasentrimmer in der Hand. Ränder nachschneiden, nachdem der Rasen gemäht ist. - "Ich dachte", sagt er, "es sei Zeit, die Siesta zu beenden. Den Rasen musste ich heute noch mähen, wo doch der Winter wieder kommt."
Montag, 23. März 2026
Gestern war ein guter Tag
Gestern Abend war ich so zufrieden mit meinem Wohlergehen und dem, wie ich den Sonntag erlebt hatte! Gelassen, aufmerksam, geniessend, wach, zwäg. Ich habe ganz krass gedacht: "Wenn ich über Nacht sterben würde, dann hätte ich heute gelebt."
Und dann wurde es heute. Ich stieg aus dem Bett und wumm, da war der "Gutartige Lagerungsschwindel" wieder, den ich schon einigemale hinter mich bringen musste. Schwindlig, schwitzend, schwankend bewegte ich mich robotermässig zum Zmorgentisch. Kein Hunger. Leichte Übelkeit.
Ich beschreibe die Unterschiede zweier nebeneinander liegender Tage, weil sie mir vor Augen führen, wie empfindlich ich bin. Ein kleiner Lagerungsschwindel, und schon ist da nix mehr von "gelassen, geniessend". - Und doch, die Mädels waren da! Wir haben über Jugendsprache geredet. Sie haben gelacht über unsere Unbeholfenheit. Wir auch. Das war gut! Heute.
Samstag, 21. März 2026
Die Saison beginnt
Ich bin eine Sammlerin. Keine von Briefmarken, aber von Farbstiften. Keine von Sammeltassen, aber von leeren Konfigläsern. Und vor allem sammle ich Kräuter und trockne sie für den nächsten Winter, an den ich, bhüetis, nicht denken mag.
Und doch, heute haben Reto und ich einen Spaziergang zum Bärlauch-Hang gemacht. Zum Znacht gibt es Bärlauch-Omeletten. In den Keller kommen zwei Sammelgläser.
Freitag, 20. März 2026
Alp Wannelen
Dort hat es wohl noch Schnee: Die Alp Wannelen liegt am "Schächentaler Höhenweg" auf gut 1600 Meter ü.M.! Ich will weder Schneeschuh laufen, noch wandern. Aber wir haben unvergessliche Erinnerungen an den "Schächentaler Höhenweg", den wir mit FreundInnen aus Winterthur gegangen sind, als wir in Wassen UR wohnten.
Alp Wannelen - heute auf dem Markt hat Reto einen Käse von dort entdeckt. Hundertfünfzig Gramm davon wollte er haben. Sagt der Käser und Verkäufer: "Wissen Sie überhaupt, wo das ist, die Alp Wannelen?" - Da kam er an den Falschen und staunte nicht schlecht, als Reto die Lage bezeichnete. Oha! Und der zweite Käse, den Reto kaufen wollte, kam von Lenk (denk!). Reto behauptete dreist, er wisse auch, wo Lenk sei. Ein grossartiges Gelächter erscholl. Am meisten lachte der Käser und Verkäufer.


