Dienstag, 22. September 2026

Neues Gartenprojekt

Uns ist es am wohlsten, wenn wir etwas haben, worauf wir uns freuen können. Ein Fest ist wunderbar, aber ein Gartenprojekt ist auch schön. Diesmal möchten wir unseren Garten klimatauglicher machen. Keinen Rasen mehr, der im Sommer braun wird. Aber Stauden und Gräser, die nicht gemäht werden müssen. Die stehen bleiben, und im Winter, so es ihn  noch gibt, den Vögeln Samen anbieten. Dort, wo wir immer wieder durchgehen müssen, sollen Gartenwege entstehen. Ein Muster haben wir schon angelegt.


Dann haben wir Säcke mit Sand und Steinen zu uns bestellt. Und fast augenblicklich ist uns gemeldet worden: Heute irgendwann wird geliefert. Dass der Camion schon ankäme, wenn wir noch im Pyjama wären, hätten wir nicht gedacht. So schnell war Reto noch selten in den Hosen.



Montag, 21. September 2026

Vier Kilo, zwei Kilo, ein Kilo

Gebana beteiligt die Produzent*innen weltweit am Erfolg und bezahlt sowieso anständige Löhne. Deshalb liegt mir Gebana am Herzen (ist entstanden als Nachfolgeprojekt aus der "Bananenfrauen"-Bewegung in den 1980-er Jahren). Die Organisation steht für bio, fair und nachhaltig.

Es gibt eine Schwierigkeit bei den Lieferungen von Gebana: Man kann von fast allem nur grosse Mengen kaufen. Zum Beispiel im Winter dreizehn Kilo Orangen auf einmal. Aber ich habe mich eingerichtet und angepasst. Verschenken ist schön, einkochen und tiefgefrieren auch.

Heute kam wieder eine bestellte Gebana-Lieferung: 

Vier Kilo Haferflöckli fürs Zmorge-Müesli. 

Zwei Kilo Bio-Schokolade-Münzen, zartbitter. Das ist seit einiger Zeit meine bevorzugte Schokolade. Zwei Münzen in den Mund, schmelzen lassen, einen Moment lang glücklich sein. 

Ein Kilo Dörr-Aprikosen süss. Nehme ich auf Ausflüge und Wanderungen mit. Muss ich bei einem plötzlichen kleinen Hunger nicht einkehren oder den nächsten Volg suchen. Ich freue mich über Gebana.

Sonntag, 20. September 2026

Sauvignon blanc, mein Lieblingsweisswein

 Reto hat vorgeschlagen, dass wir wieder einmal zum Goldenberg hochwandern könnten. Das haben wir heute Morgen getan. Immer noch Schweiss treibend; wann hört dieses heisse Wetter mal auf! - Aber oben, auf der Aussichtsterrasse vom Restaurant Goldenberg, wehte ein  angenehmer Wind. Wir sassen unter Platanen und schlürften unseren Weisswein. Dazu hatte ich sehr spontan ein bisschen Käse geordert. Die Parmigiano-Möckli kamen mit grünen und schwarzen Oliven, Rucolablättchen und ganz wenig Öl und Salz - delikat. Wir sassen lange und genossen den Ort. Als immer mehr Gäste zum Mittagessen kamen, wanderten wir weiter zum Hofladen unter dem Goldenberg. Süssmost, Suppenhuhn und Glace zum Dessert haben wir gekauft. Die zwei Glaceportiönchen haben wir zu Hause auf der roten Bank geschleckt, die neuerdings unter dem Ahorn steht.

Samstag, 19. September 2026

Schönheit

 Ein Sprichwort sagt, dass Schönheit im Auge des Betrachtenden liege. Ich habe zum Beispiel gern einen wilden Garten, andere mögen einen ordentlichen oder gar "gepützelten". Die Einen mögen Kleider Ton in Ton, die Anderen scheuen sich nicht farbenfroh aufzutreten. (Das ist bei mir je nach Tagesform unterschiedlich.)

Ich bin in den Keller gestiegen, um Schönes zu suchen. Zwei Metall-Kerzenständer dürfen jetzt dort stehen, wo die Futterstelle unseres Nepi war. - Dann ist mir die Statue zu Gesicht gekommen, die mir mein verstorbener Onkel Jean geschenkt hat - Maria mit Kind.

Maria mit Kind soll nicht weiterhin unbeachtet im Keller stehen. Aber wohin mit ihr? - Da wäre doch eine Ecke im vorderen WC. Ich stelle sie hin. Tiptop. - Aber kann es sein, dass unsere Besucherinnen und Besucher "betupft" wären. Was dieser Esther einfällt: Man will in intimen Momenten nicht beobachtet werden. Nicht einmal von einer Statue. Ich stelle sie zwischen die hohen Kerzenständer in der Stube. das ist schön.

Freitag, 18. September 2026

Die Mücke

 Heute war Besuch angesagt zum Mittagessen. Freunde, die wir seit fünfzig und mehr Jahren kennen. Mit denen wir gern über alles reden. Wirklich alles. Heute erzählte die Freundin von ihrem Seminar in Zürich zum Thema "Sterben". Fünfmal hört sie Vorträge zu immer wieder anderen Aspekten. Ihr Mann verwirft die Hände, als sie davon erzählt, wie man sich zu Tode hungern kann. Er hätte es im Notfall gern schneller. Also Exit?

Als die Männer begannen über Elektronik und Telefonie zu diskutieren, setzten wir zwei Frauen uns ab. Wir sprachen lieber über die Enkelkinder.

Aber vor all dem, kochte ich das Mittagessen. Zuerst buk ich einen Gugelhopf. Gern mischte ich Butter und Eier. Manschte mit den Fingern im Teig. Aber eine Mücke begann mich zu umschweben, umsirren. Immer um meine Hände herum, die doch voller Teig waren. Ich hüpfte hin und wieder her, aber sie kam wieder. Neuer Angriff. Schnell fertig mantschen und schnell, schnell die Hände waschen und dann ruhig, ganz ruhig den Flug beobachten - und patsch, da klebt sie!

Donnerstag, 17. September 2026

Dicke Luft

 Wir haben eingekauft im Lebensmittelgeschäft unserer Wahl. Und haben darüber gestaunt, dass scheinbar fast das ganze Personal schon wieder neu ist. Wo ist unsere Frau P. an der Kasse geblieben? - Der neue überaus ernste Metzger ist nicht mehr da, der junge freundliche schon länger nicht mehr. Dafür eine neue Frau an der Fleischtheke und ein Metzger, der glaubt, die Kollegin herum kommandieren zu können. Dicke Luft. - Die Kiosk-Betreuerin hat ihre Fröhlichkeit verloren, seufzt, klagt. An den Kassen lauter neue Gesichter. 

Auf dem Heimweg reden Reto und ich über das Beobachtete. Wir möchten der Belegschaft am liebsten ein "Klassenlager" verordnen oder einen Team-Event. Und eine kompetente Führungsperson, die ein "Gspüri" hat für ihre Leute. 

Mittwoch, 16. September 2026

Sagenmülitäli

 Ein sagenhaft schöner Tag war das gestern. Ich durfte das Geburtstagsgeschenk von Sohn Stefan einlösen  > ein ganzer Tag mit ihm unterwegs. Er hatte für uns in Linn/Bözberg einen Besuchstermin in einem privaten Garten abgemacht. Weil uns das Postauto zu früh ausgespuckt hatte, verweilten wir noch an der sagenumworbenen Linde von Linn. Die elf Meter Stammumfang haben mich sehr beeindruckt. Das Alter von ca. 800 Jahren auch. Die Sicht auf den Jura hat mich "angeheimelt". Ich bin eine Aargauerin, und die Jurahügel waren früher "meine" Berge.

Um 14 Uhr hat uns Herr Massler schon erwartet am Gartentor zu dem  sagenhaften Garten, den er und seine Frau in vielen Jahren an einem Hang angelegt haben. Diese tausend Stauden, Blumen, geschwungene Wege und verwunschene Deko-Elemente - berührend schön. Ein grosser Teich mit Bergmolchen im Wasser und Libellen in der Luft. Plätzchen zum Verweilen, aber leider nicht für uns. Der Gastgeber war wenig gesprächig und nach dem Rundgang beflissen, uns wieder loszuwerden. Trotzdem, sein Garten hat mich inspiriert.

Stefan und ich sind dann durch das Sagenmülitäli nach Effingen gewandert. Fast alles in praller Sonne. Heiss, heiss, heiss. In Effingen hatten wir grossen Durst, aber da war weder ein Restaurant noch ein Volg. Wir mussten durchhalten bis Brugg, wo wir am Bahnhof ein kaltes, bittersüsses Getränk kauften.


Linner Wasserfall - der höchste des Kantons Aargau: sagenhaft! 😉