Wir mussten am Morgen den ferienleeren Kühlschrank wieder füllen. Also einkaufen. Dann ab in den Garten, wo die grüne Hölle nach der ordnenden Gartenschere rief. Nach Kochen und Essen sagte ich zu meinem Ehemann: "Gäll, jetzt haben wir für heute genug geleistet!" - Er war auch dieser Meinung. Warum also rinnt mir der Schweiss über die Backe und in die Augen?
Ich habe meinem Ehegespons wieder einmal einen Floh ins Ohr gesetzt. "Wie wäre es", habe ich zu ihm gesagt, "wenn wir den Rasen zu einer Wildblumenwiese umgestalten würden?" - Ich hatte kürzlich darüber gelesen. Ist viel ökologischer. Braucht weniger Wasser. Die "Viecherlein" mögen es.
Kaum hatte ich fertig geredet, begann Reto mit Erdbewegungen. Schuftete und schuftete, und ich hatte das Gefühl, ich müsse doch auch noch etwas tun. - Zwar wollte ich nur kurz in die grosse, graue Gartentruhe gucken. Nur gucken, an einem anderen Tag leeren und putzen.
Deckel der Truhe auf, und schon hatte sie mich gepackt: Ich sehe nur, was alles drin ist, wenn ich alles rausnehme. Wenn alles ausgeräumt ist, kann ich es in die Badewanne stellen. Aber da spazieren Spinnen aus dem Krempel heraus. Also Spinnen einfangen und wieder aussetzen und dann halt alles, alles waschen, schrubben, abspülen. Und am Schluss läuft mir der Schweiss über Wangen und Augen.
Trocknen, alles trocknen.



