Dienstag, 8. September 2026

Dankbarkeit

 Mittagessensbesuch. Judith bringt eine Papiertasche Pfirsiche mit vom eigenen Spalier. Eine Frucht schöner als die andere. 

Reto hütet Nachbars Garten und bringt Tomaten in Hülle und Fülle mit. Ich werde Sugo einkochen. Dazu blaue Trauben, die mehrheitlich im Zmorge-Müesli landen. 

Die roten Peperoni stammen aus unserem Garten, und Tomaten haben wir auch zum Ernten. Ein paar Himbeeren zur Abwechslung und eine Handvoll Blaubeeren. Blumen fehlen nie für ein Tisch-Sträusschen.

Die neuen Äpfel sind da, und ich liebe sie. Gravensteiner, Cox orange...

Der Herbst ist nah. Ich bin erstaunt, wieviel gewachsen und gereift ist trotz der schwierigen Hitze-Bedingungen. Wir kommen nochmals davon!

Montag, 7. September 2026

Zum Staunen

 Reto und ich haben 1976 geheiratet. Im Oktober. Da wir allemal im Goldenen Jubiläumsjahr sind, haben wir am Wochenende mit unserer Familie wunderschön gefeiert. Wir bekamen viel schöneres Wetter als vor 50 Jahren. Der Kreis an Eingeladenen war viel kleiner, aber ganz vertraut. Und es ging zu meinen geliebten Jurabergen. Zuerst aber nach Solothurn an die Aare.



Apéro direkt am Fluss. Nachtessen im Garten des "Alten Stephan". Übernachten im "Hotel an der Aare". Alles sehr zu empfehlen. Besonders die supernetten Damen am Empfang im Hotel. Sie haben mir am Sonntagmorgen geholfen, die Null vom Jubiläumskuchen rucksack-tauglich zu verpacken. 


Am Sonntag ging es mit der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein, wo ich als Kind mit Eltern und Schwester öfter war. Im Garten des Restaurant Sennhaus haben wir Zmittag gegessen und sind dann zum Känzeli hinauf gewandert. Dort haben wir DIE NULL "gebodigt", was nicht mehr so einfach war, weil Hunger längst ein Fremdwort war. 😀Später durfte man "Null" nicht mehr aussprechen.

Vorher aber bekamen Reto und ich nochmals Geschenke von Kaya. Ihr Mäuschen mit dem Namen "Sorellina" hilft mir beim Denken und Schreiben.


Und die wunderschöne, von Kaya selbst gestaltete Fünfzig an der gelben Küchenwand gibt uns zu denken. Fast nur Gutes.




Freitag, 4. September 2026

Erschlagene Hühner

 Wir waren auf dem Markt und haben "Tomatillos" kennen gelernt. Eine südamerikanische Pflanze, deren violette oder grüne Früchte vor allem in Mexiko verwendet werden in Salsas, zu Grilladen, in Gemüsepfannen und mehr. Tomatillos sind mit Lampionblumen verwandt, gar nicht mit Tomaten. Sie wachsen in den Anden bis 2600 m Höhe. Es gab sie schon, bevor Kolumbus kam.

Angebaut in Winterthur hat sie Reto Meier, der Permakultur-Bauer. Das ist gut und innovativ. Aber sein Bauernhofjahr ist äusserst schwierig. Zuerst die Trockenheit und jetzt noch der Hagel, der den Kulturhof voll getroffen hat. Dächer sind kaputt gegangen und Gewächshäuser - und Hühner lagen erschlagen herum nach dem Hagelsturm. Mit tut das sehr leid. Und ich weiss, dass es sehr vielen gleich und ähnlich ergangen ist. 

Was können wir tun? - Leider sind wir mit dieser Frage spät dran. Es wird weitere sogenannte Extremereignisse geben, weil wir die Warnrufe der Wissenschafter*innen und Klima-Aktivist*innen nicht ernst genommen haben. Wer war schon mal Greta Thunberg?

Donnerstag, 3. September 2026

Once upon a time...

 Ich habe mir gestern in der Stadt eine hübsche Karte aus England gekauft. Ein Dachs erzählt eine  Geschichte. Sie beginnt wie unsere Märchen: Es war einmal...Oder: Vor langer Zeit... 


Vor langer, langer Zeit, nämlich am 16. Oktober 1976, haben zwei junge Leute geheiratet. Er, ein Urner, sie eine Aargauerin. Zum ersten Mal begegnet waren sie einander in Zürich. Sie zog zu ihm nach Winterthur. - Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute glücklich und zufrieden.


Mittwoch, 2. September 2026

Jane Tara, Mit anderen Augen, Roman

 Ich lese ein Buch. Was für eine Neuigkeit! - Ich lese immer mindestens ein Buch, manchmal mehrere gleichzeitig. "Mit anderen Augen" wurde mir von einer Freundin empfohlen. Das Thema: Viele Frauen um die Fünfzig werden mehr und mehr unsichtbar. (im Buch wortwörtlich!)

Jedes der kurzen Kapitel beginnt mit einem Zitat. Ich mag das. Manche regen an zum Nachdenken, andere bringen mich zum Lachen, noch andere verstehe ich nicht. - Es geht im Buch darum, wieder sichtbar zu werden. Meine Frage: Ist das nun ein Roman oder ein Selbsthilfebuch? Schaut man zu, wie eine wieder heil wird, oder soll frau selbst wieder heil werden? 

Hier eines der Zitate, das ich noch nicht ganz durchdrungen (verstanden) habe:

Die eigentliche Aufgabe besteht nicht darin zu sehen, was noch nie ein Mensch gesehen, sondern zu denken, was noch nie ein Mensch gedacht har, und zwar über das, was alle sehen. - Erwin Schrödinger


Dienstag, 1. September 2026

Poulet an Rahmsauce

Heute kam unsere Tochter zum Mittagessen. Das war mir sehr recht (ist mir immer recht), weil ich im Tiefkühlfach Poulet an Rahmsauce für drei hatte und das gern aufwärmen wollte. Ich holte das Gefrorene gestern Abend schon mal in den Kühlschrank hinunter und gab es in eine kleine Pfanne.

Es ergab sich, dass mein hilfsbereiter Ehemann anbot, heute zu kochen. Oder eben aufzuwärmen und Reis und Salat dazu zu machen. Ich freute mich und setzte mich auf mein gelbes Sofa. Kleine Auszeit. 

Unsere Tochter kam mit Hund Yumi. Wir setzten uns zu Tisch. Reto schöpfte. - Ich begann zu essen und stocherte dann in meiner Sauce herum. Wo war das Pouletfleisch? Hatten die anderen beide alle Fleischstücke erwischt? Ich fand nur Kürbis und Zwiebeln. 

Aber Judith und Reto fanden auch kein Fleisch und schauten erstaunt. - Es sei sehr wohl fein, aber rein vegetarisch, befanden sie. - Ich konnte und konnte das nicht verstehen. Ich hatte doch den richtigen Kübel aus dem Tiefkühler genommen. Da hatte drauf gestanden: Poulet an Rahmsauce. 

Später dachte ich schon mal ans Nachtessen. Ich wollte den Rest Kürbiscurry zu Suppe mixen. - Jetzt fiel der Groschen: Reto hatte die falsche Pfanne erwischt. Das Kürbisdings hatten wir zu Mittag gegessen. Rein vegetarisch. Das Poulet an Rahmsauce stand nach wie vor im Kühlschrank. Eine Portion für drei, die wir morgen zu zweit essen werden.

Montag, 31. August 2026

Implenia - Dipladenia

Die Implenia  ist ein international tätiges Bauunternehmen, während die Dipladenia eine "waschechte Südamerikanerin" sei, gemäss der Werbung eines Gartencenters. Mit der Implenia habe ich nix zu tun, die Dipladenia wächst und blüht bei uns im Garten. Ich erwähne die beiden gemeinsam, weil mir die Ähnlichkeit der Namen Mühe macht. Weil ich "Dipladenia" weniger südamerikanisch als abstrakt empfinde. Dass sie zu den "Hundsgiftgewächsen gehört, macht mir die Sache auch nicht sympathischer.

Giftig und ein seltsamer Name, den ich mir schwerlich merken kann. Aber schön ist sie, wunderschön, jetzt, wo ihre Blüten endlich aufgegangen sind.



Ich stelle mir eine waschechte Südamerikanerin vor, die ein paar Blüten ins Haar gesteckt hat. - Dipladi, Diplada, Dipladenia!