Montag, 2. November 2026

Der Fido und der Waldi

Wir hatten im Coop eingekauft. Auch Süsskartoffeln, die Reto angeblich nicht mag, aber noch nie gegessen hat. - Reto war an der Kasse, um zu bezahlen. Ich nahm die Einkäufe vom Band und lud sie in unseren Einkaufswagen.

Dann stand ich wartend da - und sah einen kleinen Jungen mit einem Nachzieh-Hund aus Holz. Dass es so etwas noch gibt! - Das Hündchen wackelte mit dem Schwänzchen beim Gehen. Total herzig!

Ich sagte zum Knirps: "Dein Hund ist aber hübsch; hat er einen Namen?" - Ganz schüchtern kam: "Fido." - Ich erzählte dem kleinen Jungen und seiner Mama, dass ich, als ich ein Kind war, auch einen Hund zum Nachziehen gehabt hatte. Er hatte "Waldi" geheissen.

Als der kleine Junge und seine Mama auf den Heimweg gingen, lächelte mich der Knirps an und winkte mir zum Abschied. - Fido und Waldi, ein kleiner Junge und eine alte Frau - eine anrührende Begegnung.

Sonntag, 1. November 2026

Allerheiligen /1. November

 Es war uns ein Bedürfnis, auf den Friedhof zu gehen. Immer noch ist es seltsam, dass unser Weg direkt zur Urnen-Nische von meinem Mami geht - und nicht zuerst zum Urnen-Grab von meinem Götti. Diese Grabstelle ist nach 25 Jahren aufgehoben worden. Und dabei fehlt mir mein Götti immer noch.

Bei Mamis Gedenkort waren schon andere gewesen: Christrosen und Gerbera leuchteten uns entgegen. Es ist schön zu denken, dass sich an der Urnen-Nische von Lina Haller Menschen an sie erinnern. Es ist sehr schön. Wir haben von ihr gesprochen, Geschichtlein erzählt, Sprechweisen wiederholt. Sie war ein guter Mensch.

Beim Gang über den Friedhof sind uns andere in den Sinn gekommen, die nicht mehr unter uns weilen. Zuletzt waren wir sozusagen auf der Göscheneralp und haben in unserem Innern den Gesang der Gebrüder Mattli in der Kapelle erinnert. Mit Käri am Harmonium. War das wunderbar! 

Samstag, 31. Oktober 2026

Meine Haare sind geschnitten, aber mein Handy ist weg

 Ist das die Strafe, dass ich letzthin fahrlässigerweise behauptet habe, ich würde gern auf alle elektronischen Teils verzichten? No Computer, no Handy! - Jetzt ist mein Handy wirklich weg. Es hat sich in Luft aufgelöst, sich entmaterialisiert oder was weiss ich. Jedenfalls ist es mir nicht aus dem Rucksack gefallen, ich habe es nirgends vergessen, niemand ist so nah an mich herangekommen, dass es geklaut werden konnte. Ich habe rein gar keine Idee, was passiert ist. Aber ich weiss, wo ich es zuletzt noch hatte. Da war ich schon fast zu Hause. Und zu Hause muss es sein. (!?) Ich schaue zwei Tage später noch in jede Ecke, jede Ritze, unter jedes Möbel, unter den WC-Deckel, in die Pfanne...

Hätte mich meine liebe Coiffeurin am Donnerstag nicht versetzt, wäre das nicht passiert. Hätte ich mich nicht über meine immer noch langen Haare geärgert, wäre das nicht passiert. 

Aber kann es sein, dass ich nicht die einzige bin, der solches passiert? Dumm gelaufen, aber nicht der Welt Ende. Und meine Haare wurden am Freitag allerbestens geschnitten. Immerhin dies!

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Es stinkt mir

Früh aufgestanden und mich auf den Weg zur Coiffeurin gemacht. Höchste Zeit, dass meine Haare wieder Schwung bekommen.

In letzter Zeit schnuppere ich ganz bewusst an meinen "Reisegspänli" herum. Es gibt ein Herrenparfum, das ich total nicht riechen mag. Aber manche Menschen duften angenehm. Sogar ein Hauch von Schweiss darf sein. Männlichkeit. - Aber heute sass mir ein gut angezogener Mann gegenüber, der stank. Nach Pferdestall oder Hundekacke oder beidem. Nein, seine eleganten Schuhe sahen nicht nach Bauernhof aus. Ich stieg gern aus am Hauptbahnhof.

Aber hallo, war es wirklich er? Könnten auch meine Schuhe..., oder hatte ich den Gestank einfach immer noch in der Nase? - Ich setzte mich auf eine Bank und inspizierte meine Schuhsohlen. Alles okey.

Also weiter zum Bus, der mich zu Nina bringt. Ich war zehn Minuten zu früh vor ihrem Salon; die Türe noch geschlossen. Ich erkundete den für mich neuen Stadtteil und wunderte mich über so viele heruntergekommene Häuser. Punkt neun Uhr war ich zurück. Die Türe offen. Aber Nina schaute mich an, als hätte sie mich noch nie gesehen.

"Was möchten Sie?", wurde ich alte Kundin gefragt. - "Ich habe einen Termin; meine Haare müssen ab", sagte ich verwundert. - Aber sie hatte nächsten Donnerstag gemeint, nicht heute. Ehrlich, das stank mir mehr als PferdeHundeKackeSchuhe!!!

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Katze und Bücher

 Gestern Abend war ich im Feldenkrais: Tanzen zu so guter Musik und Körperübungen ganz aufmerksam. Anschliessend verliessen wir zu dritt das Lokal und plauderten noch ein wenig. Aber wie schon letzte Woche war das Thema meiner Kameradinnen nicht bekömmlich für mich. Die beiden erzählten erneut, wie anstrengend ihre alten Mütter und Schwiegermütter sind. Und dass der Vater jetzt Rundum-Betreuung braucht. - Die alten Herrschaften waren mal vernünftige, selbständige Menschen gewesen, wie ich immer noch bin. Beim Zuhören beschlich mich Beklemmung. Wie lange noch??

Es tut mir gut, dass ich mir einen Pullover gekauft habe, der total zu mir passt.


Katze und Bücher, das mag ich. Diesen Pullover ziehe ich dann an, wenn mir der Weg ins Pflegeheim blüht.

Dienstag, 27. Oktober 2026

Nagusta goedelii

Wie fast immer habe ich Enkelin Kaya zum Velo begleitet, als sie nach dem Mittagessen zur Schule aufbrechen musste. Da habe ich an den Briefkästen ein kleines Tier gesehen, das ich zuerst für eine Heuschrecke hielt. Aber nein, eher eine Wanze. So eine hatte ich noch nie gesehen. Kaya kam zurück und schaute sich das Wesen auch an. "Schau, den Stachel", sagte sie , und ich bewunderte die roten Beine.

Später am Tag recherchierte ich und fand heraus, dass das Insekt eine Raubwanze ist, eben die "Nagusta goedelii". Sie ist eingewandert vor zwei, drei Jahren. So wie eingewanderte Pflanzen Neophyten heissen, so nennt man eingewanderte Tiere "Neozoen" (Einzahl "Neozoon"). Unsere Nagusta ernährt sich von anderen Insekten. Für Menschen ist sie nicht gefährlich. Nur im Notfall sticht sie zu; das tut dann weh.

Ein Gang zum Briefkasten und so viel gelernt! 

Montag, 26. Oktober 2026

Diese Freude beschere ich mir jedes Jahr

 



 


Ich habe alle über den Sommer getrockneten Gartenkräuter für Tee gemischt. Mit vollen Händen und warmem Herz. Heute zum Znacht trinken wir "Esthers Gartentee".