Montag, 11. Mai 2026

Gabriele von Arnim hat ein neues Buch geschrieben

Ich habe ihr Buch über Schönheit gelesen. Jetzt hat die 79 jährige Autorin ein Buch über den Abschied geschrieben. In unserer Tageszeitung  wird es besprochen. Der erste Satz lautet: "Hin und wieder übe ich sterben." - Das tönt sehr ernst. Aber dann erzählt Gabriele von Arnim von ihren Freundinnen so humorvoll, dass ich laut gelacht habe:

"Die eine kauft sich immer wieder neue Unterwäsche, damit die Söhne nach ihrem Tod nichts Ausgeleiertes aussortieren müssen. Eine andere trägt nur feinste Dessous, will, wenn es so weit ist, "e schöne Leich" sein."

Sie selbst richtet vorerst Dinnerpartys aus. Nicht mit ausgeklügelten Menüs. Ein Topf Spaghetti mit Salat, Wasser und Wein genügt. Hauptsache, es kommen Menschen zusammen, die strahlen, wenn sie wieder gehen. Wie gut tut Zusammensein statt Alleinsein. 

Sonntag, 10. Mai 2026

Was würde meine Nachfolgerin (anders) machen

 Eine Art von Spiel aus dem Tagi-Magi Nr. 13 von diesem Jahr: Du bist dir nicht sicher, in deinem Leben das Richtige zu tun. Stell dir vor, du würdest aus Distanz auf dein Leben schauen! Stell dir vor, du gingest zur Tür hinaus und kämest als deine Nachfolgerin wieder herein.

Was würdest du mit der Sicht von aussen ändern? Bei Krogerus und Tschäppeler im Tagi-Magi heisst das so:

"Stellen Sie sich vor, Sie würden heute gefeuert - als Partnerin, als Mutter, als Angestellte. Morgen früh käme eine neue Person, die Ihren Platz einnimmt. Sie ist unbelastet, frisch, objektiv. Was würde diese Person anders machen? Welche Gewohnheit würde sie ablegen? Welchen Konflikt endlich lösen?

Und dann: Gehen Sie kurz zur Tür hinaus, kommen Sie wieder rein und tun Sie genau das."

Moment, ich komme morgen wieder. Muss mal spielen, ich sei meine Nachfolgerin

Samstag, 9. Mai 2026

Ein ziemlich gewöhnlicher Samstag

 Am Morgen mussten wir einkaufen. Der Kühlschrank war ziemlich leer. Aus zartestem Schweinsfilet, Zwiebeln aus dem Garten, Speck und roten Peperoni habe ich Grillspiesse zusammengesteckt und fein mariniert. Reto war der Feuermeister wie eigentlich immer. (Obschon ich auch gern "füürle".) Zu den Spiessen gab es Pariserbrot und Salat.

Nach dem Essen ist für mich (fast) immer Lesezeit. Der Krimi, der mir am Offenen Bücherschrank empfohlen wurde, hat mich gepackt. Es geht um unterschätzte und überschätzte Menschen. Einer im Kamelhaarmantel und mit braunen, gewichsten Lederschuhen. Eine im Putzfrauen-Overall. Wer ist wohl kriminell?

Die Siesta ist längst zu Ende. Seither habe ich einen langen Brief geschrieben und neue Couverts geklebt. Das ist genug für einen ziemlich gewöhnlichen Samstag.

Freitag, 8. Mai 2026

Zweimal neu

 Heute Morgen sind Reto und ich mit viel Aufregung zum erstenmal zu unserem neuen Hausarzt gegangen. Er praktiziert an unserer Strasse, was für alte Leute hervorragend ist. Hat kürzlich jemand gesagt, ab 70 fällt man durchschnittlich einmal pro Jahr um. Ich bin schon zweimal aus Dummheit gefallen. Brauchte aber keinen Arzt. Aber frau weiss ja nie!

Also, der neue Hausarzt: Sehr, sehr nett. Er liess sich alle Zeit der Welt für uns (3/4 h) und fragte tausenderlei, ohne die Übersicht zu verlieren. Etwas frech fand ich seine Frage, ob ich schnarchen täte. Beruhigend war die Bemerkung, ich hätte Übergewicht, aber es sei zu spät, um etwas zu unternehmen. Ha, fröhliches Geniessen ohne schlechtes Gewissen!

Eine Foto von ihm habe ich natürlich nicht gemacht. 

Eine Foto habe ich aber gemacht vom zweiten Neuen:

Ich habe aus altem Stoff eine Pyjama-Hose für den Sommer genäht. Alles von Hand. Ohne Schnittmuster, aber nach einer Zeichnung bei Google. Eine fröhliche Clown-Pyjama-Hose. Freu mich drauf, darin zu schlafen!



Donnerstag, 7. Mai 2026

Nette Begegnungen am Offenen Bücherschrank

 Einst waren es Telefonkabinen oder irgendwo sogar ein Taubenschlag. Bücherbox heissen sie und haben alle dasselbe Prinzip: Bring ein Buch, nimm ein Buch. Du brauchst kein Geld und keinen Ausweis. Es geht einfach darum, dass ansehnliche Bücher im doppelten Sinn ein weiteres Leben bekommen. Oder sogar zwei. Oder drei?

Heute war ich beim Bücherschrank am Graben. Ein dickes Buch habe ich gebracht und zwei neue (für mich) mitgenommen. Nächstesmal bringe ich zwei und hole eines. Es gleicht sich bestimmt aus.

Schön war es, dass wir gleich drei ältere Frauen waren, die da "geschneugget" (herumgesucht) haben. Eine mag nicht mehr dicke Bücher lesen, hat mir aber eines mit 600 Seiten empfohlen, das sie früher verschlungen hat. Alle drei sind wir Vielleserinnen. Begeistert von Büchern und eben auch von Offenen Bücherschränken. 

Mittwoch, 6. Mai 2026

Dass ich mich so am Regen erfreue!

 Wir waren bei Freunden und haben über die Natur geredet. Braucht sie uns Menschen, oder sind wir ihr Verderb? - Unser Freund ist überzeugt, dass sich die Natur selber hilft. - Schon, denke ich, wenn wir ihr genug Regeneration gönnen und sie nicht vollends ausbeuten.

Wir haben uns Krähengeschichten erzählt. Krähen könnten sich Grösse und Farbe eines Fahrzeuges merken, aus dem sie beschossen worden seien. Sagt unser Freund.

Und dann hat er nachgeschaut auf seinen Wetterinstrumenten, wieviel es schon geregnet hatte. Wir haben uns alle sehr gefreut über das Nass. Endlich!

Dienstag, 5. Mai 2026

Zuversicht und so

Zwei Bücher, eines habe ich sogar ganz gelesen, das zweite quer! Zwei Bücher, die mir helfen wollen in dieser ver-rückten Zeit! Wo all das erlaubt scheint, was ich für absolut unerlaubt hielt. Wo wir durcheinander kommen und nicht mehr so recht glauben, dass es gut kommt. Wo wir es schwer haben und (fast) die Hoffnung verlieren.

Zwei Bücher, die mir raten wollen. Eines habe ich mir selbst gekauft. Es hat den schönen Titel "Zuversicht". Das zweite wurde mir quasi aufgedrängt: "Hundert Dinge, die das Leben leichter machen".

Die Quintessenz aus beiden Büchern: "Du musst nur einfach das machen, was ich dir rate, dann wirst du dein Leben erfolgreich bestehen können, seien die Zeiten, wie sie wollen." - Das eine Buch fasst das in zehn Befehlen zusammen, das andere braucht hundert Imperative. 

Lassen Sie, Geben Sie, Folgen Sie, Vermeiden Sie, Fördern Sie, Kommen Sie, Lernen Sie, Glauben Sie, Tun Sie, Beten Sie, Seien Sie, Nutzen Sie, Ändern Sie, Meiden Sie, Kultivieren Sie Ihren Humor!

Letzteres tue ich: Ich lache laut und gehe im Garten ein Blümlein setzen.