Montag, 23. März 2026

Gestern war ein guter Tag

 Gestern Abend war ich so zufrieden mit meinem Wohlergehen und dem, wie ich den Sonntag erlebt hatte! Gelassen, aufmerksam, geniessend, wach, zwäg. Ich habe ganz krass gedacht: "Wenn ich über Nacht sterben würde, dann hätte ich heute gelebt."

Und dann wurde es heute. Ich stieg aus dem Bett und wumm, da war der "Gutartige Lagerungsschwindel" wieder, den ich schon einigemale hinter mich bringen musste. Schwindlig, schwitzend, schwankend bewegte ich mich robotermässig zum Zmorgentisch. Kein Hunger. Leichte Übelkeit.

Ich beschreibe die Unterschiede zweier nebeneinander liegender Tage, weil sie mir vor Augen führen, wie empfindlich ich bin. Ein kleiner Lagerungsschwindel, und schon ist da nix mehr von "gelassen, geniessend".  - Und doch, die Mädels waren da! Wir haben über Jugendsprache geredet. Sie haben gelacht über unsere Unbeholfenheit. Wir auch. Das war gut! Heute.

Samstag, 21. März 2026

Die Saison beginnt

 Ich bin eine Sammlerin. Keine von Briefmarken, aber von Farbstiften. Keine von Sammeltassen, aber von leeren Konfigläsern. Und vor allem sammle ich Kräuter und trockne sie für den nächsten Winter, an den ich, bhüetis, nicht denken mag. 

Und doch, heute haben Reto und ich einen Spaziergang zum Bärlauch-Hang gemacht. Zum Znacht gibt es Bärlauch-Omeletten. In den Keller kommen zwei Sammelgläser.



Freitag, 20. März 2026

Alp Wannelen

 Dort hat es wohl noch Schnee: Die Alp Wannelen liegt am "Schächentaler Höhenweg" auf  gut 1600 Meter ü.M.! Ich will weder Schneeschuh laufen, noch wandern. Aber wir haben unvergessliche Erinnerungen an den "Schächentaler Höhenweg", den wir mit FreundInnen aus Winterthur gegangen sind, als wir in Wassen UR wohnten. 

Alp Wannelen - heute auf dem Markt hat Reto einen Käse von dort entdeckt. Hundertfünfzig Gramm davon wollte er haben. Sagt der Käser und Verkäufer: "Wissen Sie überhaupt, wo das ist, die Alp Wannelen?" - Da kam er an den Falschen und staunte nicht schlecht, als Reto die Lage bezeichnete. Oha! Und der zweite Käse, den Reto kaufen wollte, kam von Lenk (denk!). Reto behauptete dreist, er wisse auch, wo Lenk sei. Ein grossartiges Gelächter erscholl. Am meisten lachte der Käser und Verkäufer.

Donnerstag, 19. März 2026

So viele schöne Würmer

Immer wenn ich im Garten grabe, hoffe ich, Regenwürmern zu begegnen. Ich weiss, wie wertvoll sie für unseren Boden sind. Heute haben Reto und ich zwei Stöcke Kartoffelrosen gesetzt. Das sind die wunderbaren, fein duftenden Rosen, die ich letztes Jahr in Dänemark nahe dem Meer kennengelernt habe. Ich habe damals mit meiner Enkelin Konfitüre aus den Früchten (Hagebutten) der wilden Rosen gekocht. Und wir haben Rosencrème zur Pflege der Haut fabriziert.

Heute also habe ich zuerst allein und dann mit Reto abwechslungsweise tief gelocht, um die Kartoffelrosen zu setzen. Ich habe dabei ganz viele Regenwürmer zutage gefördert und gleich liebevoll wieder eingebuddelt, wo ihnen unsere Stechgabel nichts anhaben konnte. Jetzt freue ich mich über die gesetzten Pflanzen, aber ebenso über die sich ringelnden Tiere unter der Erde. Ich weiss, dass sie da sind und für mich die Erde lockern.

Mittwoch, 18. März 2026

Ein windiger Tag...

 Ein paarmal heute bin ich ins Gärtchen gegangen oder zum Briefkasten. Jedesmal hat mich ein kalter Wind erschaudern lassen. Aber da wir dreimal Besuch hatten, bekamen wir genug innere Wärme. "Wie ist es schön", hat Hanna gesagt, "dass wir uns schon so lange kennen und uns immer wieder gern treffen." - Wie ist es schön, dass wir Freundinnen und Freunde haben! Wie ist es schön, dass sie meine selber gemachten Likörs probieren und mit mir einig sind, dass der mit Zitrone der beste ist! Und ich den Apfel-Streusel-Kuchen von meiner Tochter sooo viel besser finde als jeden Rüeblikuchen. Ein windiger Tag, aber ein guter Tag!

Dienstag, 17. März 2026

"So zärtlich war Suleiken. Masurische Geschichten"

Ich habe schon einmal über Siegfried Lenz geschrieben. Da er genau heute 100 Jahre alt wäre, tue ich es noch einmal. Ich bin in seinem ersten Erzählband weiter gekommen und ergötze mich an den masurischen Geschichten. So viel Humor liegt da drin. Geschrieben in "volkstümlicher" Sprache und doch so treffend und kunstfertig. Über Menschen, die nicht klug wirken, aber manchmal durchtrieben. Sie wissen sich zu helfen und helfen einander gegenseitig in jeder Lage. Muss einer eine Reise tun, um in der Stadt ein "Kilochen Nägel" zu kaufen, geht er nicht allein. Er fragt den Nachbar, ob er mitkommt. Dieser fragt den Freund, der wiederum den Briefträger... - und schliesslich ist das ganze Dorf Suleiken unterwegs. An Essen haben die Frauen, die natürlich auch mitfahren, pro Familie eingepackt:

"Speck, Fladen, Salzgurken, einen Topf Kohl, getrocknete Birnen, einen Korb Eier, gebratene Fische, Zwiebeln, ein Rundbrot, ein Kaninchen."

Und was da alles passiert ist unterwegs:

"Der alte Logau verlor sein Holzbein, der Holzarbeiter Gritzan liess sich herab und sprach zwei ganze Sätze, zwei Kinder wurden geboren, man sichtete einen Auerochsen, der sich später als Kuh herausstellte, man erwarb ein Kilochen Nägel."

Übrigens liegt Masuren im heutigen Polen (ehemals Ostpreussen). Suleiken als Dorf ist erfunden. Siegfried Lenz ist 2014 in Hamburg verstorben. - Ich lese weiter...


Montag, 16. März 2026

Welche Chance - wir bekommen Nachhilfe-Unterricht

 Die beiden Mädels, die am Montag zu uns zum Mittagessen kommen, sind in eine neue Lebensphase eingetreten. Natürlich nicht gerade heute! Aber heute haben sie uns "aufgedatet", was läuft in der Schule und wo sie in der Stadt was finden.

Beide sammeln Radiergummis in allen Farben und Formen, auch mit Geruch. Die weniger edlen Gummis werden in kleine Stücke geschnitten und in der Schule während der Lektionen für Wurfattacken gebraucht. Ganz normal und alltäglich bei beiden Mädels.

In die Stadt gehen sie mit Kolleginnen und streifen durch die Läden, die coole, schöne Kleider haben oder Pflegesachen für die Schönheit oder Haarspangen oder Stifte oder eben Radiergummis.

Gern gehen sie bei "Starbucks" einen Crema-Vanille-Cappuccino trinken. In der Stadt geben sie meistens (zu) viel Geld aus. Es gibt Dinge, die MÜSSEN sie haben!