Mittwoch, 25. Februar 2026

Blau, so blau

Unsere Auenlandschaft ganz nah! Ein Bächlein helle hüpft auf die Schnelle durch das Hegifeld. Nach all den nassen, grauen Tagen staune ich in den blauen Himmel und bin schon viel zwäger als gerade noch. Wir haben den Kaffee im Garten genossen. 

 

Dienstag, 24. Februar 2026

Herr Türke und Frau Taube

 Auf dem Baum vor meinem Zimmer, wir nennen ihn Amalia, hat letztes Jahr eine Ringeltaube begonnen ein Nest zu bauen. Aber der Ort war ihr nicht geheuer, und sie zog weiter.

Heute Morgen höre ich, wie eine Türkentaube auf der Amalia ruft und ruft. Und siehe da, eine zweite Schönheit fliegt herzu. 

Frau Taube setzt sich ins Ringelnest, und Herr Türke stellt sich ganz nah. Sie beraten sich, aber kommen zum selben Schluss: Amalia ist als Wohngegend nicht gut genug, und das Nest hatte keine guten Baumeister. Frau Taube ist unzufrieden, und das Nest bleibt leer. Was ich bedaure.

Ist es darum, dass ich heute Nachmittag vier Liköre angesetzt habe? Oder doch eher, weil mein Geburtstag dieses Jahr mit einer Schnapszahl aufwartet?

Montag, 23. Februar 2026

Unnötiges Zeug

Einerseits sortiere ich Bücher aus für den Flohmarkt und für das Altpapier. Andererseits brauche ich kleinste Wollknäuel auf und stelle so wieder Dinge her, die eigentlich niemand braucht. Unnötiges Zeug. 

Ich kann schlecht Dinge wegwerfen. Aus (fast) allem kann man noch etwas machen. (Fast) alles könnte eines Tages gebraucht werden. "Grosi, hast du...?" und das Grosi ist sooo stolz, dass es hat.

Ich habe: immer noch eine grosse Tragtasche voll Wolle, Filzwolle bis an mein Lebensende, Kartonrollen in verschiedenen Grössen, gut hundert Konfigläser, Steine sortiert in drei Grössen, Zeichenpapier, anderes Papier in vielen Farben, einen Topf voller Farbstifte, Malfarben verschiedener Art, Stoffresten, Leintücher von meiner Mutter und meiner Grosstante Margrit, 495 Bücher (5 habe ich heute aussortiert)...

Hier meine Wolltäschchen, die niemand braucht. Unnötiges Zeug, aber schön bunt.



Sonntag, 22. Februar 2026

Ich habe den Winterblues - aber es wird besser

 Die ganzen kühlen, nassen verhangenen, nebligen, gruusigen letzten Tage machen mich ganz matt und antriebslos. Ich gehe nicht an die Fastnacht und nicht einmal spazieren am heutigen Sonntag. Ich drösle an kleinen Wollknäueln herum und stricke mit Restenwolle unnötiges Zeug. Lust habe ich nur auf Schokolade, aber das gewaltig. Und ich lese "vergiftet" am letzten Psychothriller, den Stefan  mir geschenkt hat. Was tue ich nachher?

Nachher wird endlich die Sonne wieder scheinen. Ein Hochdruckgebiet dehnt sich aus, und ich bekomme neue Energie. Ich freue mich auf Vorfrühlingstage. Die ersten Boten recken im Garten schon ihre Blüten aus dem Rasen. Violette und weisse Krokus. Schneeglöcklein blühen. Die Tulpen sind schon 12 cm hoch. Am Waldrand wartet der Bärlauch auf mich. Morgen??


Samstag, 21. Februar 2026

Die leere Schublade

 Vor einem halben Jahr ist ein Nachbar von uns plötzlich gestorben. Wir mochten ihn und freuen uns darüber, dass sein Sohn in das Haus seines Vaters einziehen wird. - Vorerst allerdings ist der junge Mann immer noch am Ausräumen und Neugestalten. Gerade vorgestern traf wieder eine leere Abfallmulde ein; heute ist sie schon fast wieder voll Gerümpel.

"Gerümpel" heisst das nun, was einstens Gebrauchsgegenstände waren. Gerümpel, das alte Kindervelo, das bestimmt Erinnerungen weckt: Hat der Sohn darauf Velo fahren gelernt? 

Ich weiss, dass ich das nicht muss. Meine Kinder verlangen es nicht von mir. Aber es würde mich mit Stolz erfüllen, wenn ich meine Flut von Dingen rechtzeitig soweit reduzieren könnte, dass es nur eine Abfallmulde bräuchte. - Es würde mich mit Stolz erfüllen, wenn ich meine fünfhundert Bücher oder so hinunter brächte auf einen guten Arm voll, der mit ins Pflegeheim dürfte.

Ich bin stolz darauf, dass es in meinem Pult eine leere Schublade gibt. Schon eine leere Schublade!

Freitag, 20. Februar 2026

Zuversicht

 Ich habe gestern Nacht einen Podcast zum Thema "Zuversicht" angehört. Der war so gut, dass ich dabei zufrieden einschlafen konnte. Das ist kein Witz. Ich habe oft dermassen Mühe mit Einschlafen, dass nur noch Stöpsel auf den Ohren mit Musik oder einem Gespräch helfen, die Nacht doch noch gut zu bestehen. -  Von gestern  sind mir Gesprächsfetzen hängen geblieben, die mir Mut machen in dieser weltweit verrückten Zeit: Zuversicht sei die Kraft der inneren Freiheit, schreibt ein Ulrich Schnabel; ich werde gleich sein Buch bestellen. Ich will ja lernen. Er fügt an: ZUM GLÜCK IST ZUVERSICHT EINE ERNEUERBARE ENERGIE. Das lässt mich hoffnungsvoll lächeln. Man könne Zuversicht lernen...

Mittwoch, 18. Februar 2026

Ich möchte lernen

Heute Morgen um halb sechs Uhr hat mich unser Kater Nepomuk aufgeweckt, weil er ins Freie wollte. Also zur Sitzplatztüre wanken und danach wieder ins Bett kippen. Nur - der Schlaf wollte sich nicht mehr einstellen. Deshalb dachte ich ein wenig vor mich hin und machte dazu meine erste Morgengymnastik. Einer meiner Gedanken war: Ich möchte wieder einmal ernsthaft etwas Neues lernen. Nur wenige Stunden später sass ich mit Reto beim Zmorge. In der Wohnung über uns werden verschiedene Reparaturen gemacht, bevor die neuen Mieterinnen einziehen. Reto ist Ansprechperson für die Handwerker. - Heute Morgen läutete es ständig an unserer Haustüre, weil ein Handwerker Probleme hatte mit seiner Arbeit. Er konnte den kaputten Geschirrspüler nicht ausbauen. Erklärung: HÄUSER BEWEGEN SICH. - Das also habe ich heute schon gelernt: Häuser bewegen sich. Feuchtigkeit, Hitze, Kälte... können dazu führen, dass es Verschiebungen, eben Bewegungen gibt im Gebäude. Was dann dazu führt, dass der Geschirrspüler festsitzt und morgen der Schreiner zum Ausbauen kommen muss. Was werde ich dann lernen?