Mittwoch, 14. Oktober 2026

Gemütlich angefangen...

Heute Abend ist Herbsthöck im Kirchenchor. Reto ist verantwortlich für das Dekorieren. Das kann er gut, hat er im Urner Oberland in der Kirche fünf Jahre lang "geübt". - Eigentlich wollte er viele, viele bunte Herbstblätter sammeln, aber es hat "grüseli" geregnet am Morgen. Alles "pfludinass". Ich habe Reto nach einem Plan B gefragt. - Zusammen haben wir in unserem trauten Heim alles gesammelt, was herbstlich ist. Efeu dazu und Beeren vom Feuerdorn. Das kommt gut. 

Aber dann wurde es ungemütlich: Reto hat eine Buchung in meinem Konto very, very verdächtig gefunden. Wie kam der Betrag zustande? Ist das Pishing? Uuuhhh! Ich habe mich anstecken lassen von der Nervosität und Hektik meines Ehemannes. 

Er hat sofort telefoniert - mit einer KI-generierten Stimme, die seine Geschichte nicht aufnehmen konnte. Aber schnell, schnell, sonst klauen uns die Gauner unser Geld. - Reto ist in die Stadt gefahren, um sich von einer richtigen Stimme, einer realen Person beraten zu lassen. Und diese gab Entwarnung. 

Ich bin immer noch am "Abefahre". Mein Nervenkostüm flattert noch, aber es geht schon besser. Der Abend kann gemütlich werden.

Dienstag, 13. Oktober 2026

Zeit für Gedichte

Es ist kälter geworden; wir verbringen mehr Zeit in der Wohnung. Warum nicht wieder mal Gedichte lesen?! Ich habe ein schönes rotes, gut erhaltenes Buch von Ulla Hahn im Bücherkasten gefunden: "stille trommeln. Neue Gedichte aus zwanzig Jahren". Eines meiner liebsten heisst so:

" Zeit unsere Herzen gründlich zu entrümpeln:

All die ausgedörrten Küsse aufn Haufen

Namen dazu die man nicht mehr braucht

hart gewordene Lieben ungeniessbar

Hast du nochn Apfel

beiss rein

spuck die Kerne aus

machn Bäumchen draus"

Der Text bringt mich echt zum Lachen. Ich hole mir einen Apfel...

Montag, 12. Oktober 2026

Am heiterhellen Montagnachmittag...

 Gerade habe ich einen Krimi fertig gelesen. Den dritten Fall einer ganzen Reihe; den vierten Fall habe ich aus Versehen schon vorher gelesen. Vor Monaten. Die Fälle um Hanna Duncker gehen aber noch weiter, keine Ahnung, wie weit. Das Perfide ist, dass sie immer so aufhören, dass sie eben nicht aufhören, sondern das nächste Buch einleiten. 

Da sass ich am Stubentisch bei heiterhellem Wetter und las und las. Das tue ich sonst nie, schon gar nicht nachmittags um vier. Aber ich musste wissen, wer der Mörder war. Das erfuhr ich auch, aber als Hanna Duncker nach Hause kam, endlich, endlich, da wurde sie niedergeschlagen. Huch, und ich habe das fünfte Buch nicht. Und ich will auch gar nicht schon bald wieder so gebannt am Stubentisch sitzen und mein richtiges, reales Leben verpassen vor lauter "Dunkelwald". 

Jetzt trete ich sofort in den heiterhellen Tag hinaus und geniesse noch ein bisschen Sonne, ehe sie schon bald untergeht.   

Sonntag, 11. Oktober 2026

Zu viele Einträge?

 Ich schreibe womöglich zu viele Blogs. Mein Sohn hat mir heute Morgen bei unserem Sonntagsgespräch am Telefon erzählt, dass er und sein Partner gerade die April-Einträge fertig gelesen haben. Es sei ganz spannend, schon zu wissen, wie es in meinem Leben weiter gegangen sei - und dann in der Zeit zurück zu gehen. So habe im April Kater Nepomuk noch meine Nächte gewärmt, und jetzt sei er tot.

Das ist nicht lustig. Lesen sie dann, wenn ich tot bin, einfach von Monaten zuvor, und es ist, als lebte ich noch? - Vielleicht muss ich einfach weniger Blogs schreiben, damit Stefan und Martin mit Lesen nachkommen.


Samstag, 10. Oktober 2026

Herbstsamstag

Heute habe ich zum erstenmal seit Monaten eine langärmlige Bluse angezogen. Und der Regenschirm musste mit zur Einkaufsrunde. Es ist Herbst geworden - trotz der ganzen Wetterveränderungen. Sind Jahreszeiten noch eine Garantie, dass ich im richtigen Film bin?

Jedenfalls haben wir eingekauft, und ich habe unterdessen einen Kuchen im Ofen; morgen haben wir Besuch. Trotzdem werden wir nicht putzen, da wir sozusagen Ferien zu Hause machen. In der "Ferienwohnung" lässt man putzen. Ehrlich! Und man tut Dinge, die Spass machen, also z.B. Kuchen backen.

Soll ich etwas verraten? - Immer wenn es Herbst wird, beginnen wir mit den Weihnachtsgeschenken. Die Idee ist geboren. Die Aufgaben sind verteilt. Ich habe mit meinen begonnen. Weil ich unbedingt Weihnachtsgeschenke machen will, darf ich ein bisschen mehr daran arbeiten als Reto. Ist absolut fair!

 

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Das halbe Suppenhuhn schaut frech aus der Pfanne

 Endlich, endlich regnet es, und wir tun all die Arbeiten, die ein häusliches Gefühl geben: Medikamente sichten, ausmisten; Erdbeerkonfi kochen aus nur 121 Gramm Früchten, Sommerausbeute; Tiefkühlfach abtauen, putzen, wieder einräumen. Dabei das halbe Suppenhuhn finden. Tanja Grandits Rezept hervorsuchen. Gemüse rüsten und schnippeln.

Das Suppenhuhn will nicht in die Pfanne passen, aber nur am Anfang. Später wird es biegsamer und ergibt sich. Vielleicht freut es sich ja, dass wir es loben werden, wenn es stückweise auf unseren Tellern liegt. 

Ethnobiologe Wolf Dieter Storl jedenfalls ist der Meinung, dass Gemüse und Früchte nur darauf warten, dass wir sie geniessen. Es ist ihre Lebensaufgabe, uns und diversen Tieren als Nahrung zu dienen. Was sagt das Huhn dazu? Gaagagagagagaagg!