Samstag, 21. Februar 2026

Die leere Schublade

 Vor einem halben Jahr ist ein Nachbar von uns plötzlich gestorben. Wir mochten ihn und freuen uns darüber, dass sein Sohn in das Haus seines Vaters einziehen wird. - Vorerst allerdings ist der junge Mann immer noch am Ausräumen und Neugestalten. Gerade vorgestern traf wieder eine leere Abfallmulde ein; heute ist sie schon fast wieder voll Gerümpel.

"Gerümpel" heisst das nun, was einstens Gebrauchsgegenstände waren. Gerümpel, das alte Kindervelo, das bestimmt Erinnerungen weckt: Hat der Sohn darauf Velo fahren gelernt? 

Ich weiss, dass ich das nicht muss. Meine Kinder verlangen es nicht von mir. Aber es würde mich mit Stolz erfüllen, wenn ich meine Flut von Dingen rechtzeitig soweit reduzieren könnte, dass es nur eine Abfallmulde bräuchte. - Es würde mich mit Stolz erfüllen, wenn ich meine fünfhundert Bücher oder so hinunter brächte auf einen guten Arm voll, der mit ins Pflegeheim dürfte.

Ich bin stolz darauf, dass es in meinem Pult eine leere Schublade gibt. Schon eine leere Schublade!

Freitag, 20. Februar 2026

Zuversicht

 Ich habe gestern Nacht einen Podcast zum Thema "Zuversicht" angehört. Der war so gut, dass ich dabei zufrieden einschlafen konnte. Das ist kein Witz. Ich habe oft dermassen Mühe mit Einschlafen, dass nur noch Stöpsel auf den Ohren mit Musik oder einem Gespräch helfen, die Nacht doch noch gut zu bestehen. -  Von gestern  sind mir Gesprächsfetzen hängen geblieben, die mir Mut machen in dieser weltweit verrückten Zeit: Zuversicht sei die Kraft der inneren Freiheit, schreibt ein Ulrich Schnabel; ich werde gleich sein Buch bestellen. Ich will ja lernen. Er fügt an: ZUM GLÜCK IST ZUVERSICHT EINE ERNEUERBARE ENERGIE. Das lässt mich hoffnungsvoll lächeln. Man könne Zuversicht lernen...

Mittwoch, 18. Februar 2026

Ich möchte lernen

Heute Morgen um halb sechs Uhr hat mich unser Kater Nepomuk aufgeweckt, weil er ins Freie wollte. Also zur Sitzplatztüre wanken und danach wieder ins Bett kippen. Nur - der Schlaf wollte sich nicht mehr einstellen. Deshalb dachte ich ein wenig vor mich hin und machte dazu meine erste Morgengymnastik. Einer meiner Gedanken war: Ich möchte wieder einmal ernsthaft etwas Neues lernen. Nur wenige Stunden später sass ich mit Reto beim Zmorge. In der Wohnung über uns werden verschiedene Reparaturen gemacht, bevor die neuen Mieterinnen einziehen. Reto ist Ansprechperson für die Handwerker. - Heute Morgen läutete es ständig an unserer Haustüre, weil ein Handwerker Probleme hatte mit seiner Arbeit. Er konnte den kaputten Geschirrspüler nicht ausbauen. Erklärung: HÄUSER BEWEGEN SICH. - Das also habe ich heute schon gelernt: Häuser bewegen sich. Feuchtigkeit, Hitze, Kälte... können dazu führen, dass es Verschiebungen, eben Bewegungen gibt im Gebäude. Was dann dazu führt, dass der Geschirrspüler festsitzt und morgen der Schreiner zum Ausbauen kommen muss. Was werde ich dann lernen?

Dienstag, 17. Februar 2026

Auch das gibt es!

Heute Morgen waren wir einkaufen. Tochter und Enkelin waren zum Zmittag angemeldet. Riz Casimir wollte ich kochen und kochte ich auch. Als wir mit dem Einkaufswagen von dannen zogen, ein paar Meter weg vom Coop, rief ein Mann hinter uns her. Ich drehte mich um. Er streckte den Arm mit einem Zweifrankenstück weit aus und fragte: "Haben Sie vielleicht das Geldstück beim Automaten...?" - Sein Deutsch war nicht perfekt, trotzdem wollte er uns die zwei Franken zurückgeben, die er beim Parkautomaten gefunden hatte. So etwas Verwunderliches und Anrührendes!

Nach dem Essen fragte ich meine Enkelin, ob ich vielleicht die vor Jahren gebastelten Kartonhäuschen liquidieren dürfe. - Sie schaute mich mit schräg geneigtem Kopf an und bat:" Nein, bitte, das ist doch eine Erinnerung!" - So etwas Verwunderliches und Anrührendes!

Ich bin in weltschweren und regennassen Zeiten froh, dass es kleine, schöne Geschichten gibt!

Montag, 16. Februar 2026

Die Ferien sind vorbei...

 Wir lieben es, wenn unsere zwei Mädels zum Mittagessen kommen. Heute war es nach den Winterferien wieder so weit. Ich habe "Ghackets mit Hörnli und Apfelmus" gekocht. Ich habe mir sehr Mühe gegeben. Viele Kräuter in die Sauce gegeben. Das Apfelmus "angereichert". Wahrscheinlich hat es ihnen auch geschmeckt. Aber sie hatten kaum Musse, wahrzunehmen, was sie assen. So viel war zu erzählen. Die Lehrpersonen haben die Sitzplätze im Schulzimmer neu verteilt. Und oh wie dumm, die Mädchen müssen immer neben Jungs sitzen. Und die sind (fast) alle blöd. Warum kann man die Plätze nicht frei wählen! Immer diese Lehrpersonen, die so viel falsch machen!

Sonntag, 15. Februar 2026

Leere Wohnung über uns

 Wir haben uns von unserer bisherigen Mitbewohnerin und ihrer Tochter verabschiedet. Schade werden sie nicht mehr über uns wohnen. Zu wissen, was es bedeutet, wenn es über uns trampelt, war lustig: Das Kind spielte "Rössli". Es trabte und galoppierte den Gang auf und ab. Und ab und zu einen Wasserguss von oben zu bekommen, war auch nicht schlimm. Wir wussten, da wohnt eine begeisterte Gärtnerin. 

Jetzt ist die Wohnung ganz und gar leer. Wir haben mitbekommen, welch ungeheure Arbeit es ist, eine Wohnung leer zu bekommen und zu putzen bis in die hinterste Ecke.

In ein paar Tagen ziehen die neuen Mieterinnen ein. Wir sind ihnen heute begegnet im Treppenhaus. Werden wir uns auch gut verstehen? Ich bin gespannt.

Samstag, 14. Februar 2026

Krasser Kontrast

 Gestern haben wir in Thun an der Sonne Zmittag gegessen. Entspannter Kellner, der ab heute Ferien mit seinem neunjährigen Sohn macht. Entspannte Laune in den Gesichtern der Gäste. Ich genoss das ungeheuer. Und Thun ist schön, das sahen wir beim Flanieren durch die Gassen. Es gibt viele besondere "Lädeli". In einem haben wir bunte Karten gekauft, in einem anderen feinen Käse aus der Region. 


Aber heute: Grau, grau, grau. Und seit  dem Mittag wiederum nass. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Grrrr....