Reto hat vorgeschlagen, dass wir wieder einmal zum Goldenberg hochwandern könnten. Das haben wir heute Morgen getan. Immer noch Schweiss treibend; wann hört dieses heisse Wetter mal auf! - Aber oben, auf der Aussichtsterrasse vom Restaurant Goldenberg, wehte ein angenehmer Wind. Wir sassen unter Platanen und schlürften unseren Weisswein. Dazu hatte ich sehr spontan ein bisschen Käse geordert. Die Parmigiano-Möckli kamen mit grünen und schwarzen Oliven, Rucolablättchen und ganz wenig Öl und Salz - delikat. Wir sassen lange und genossen den Ort. Als immer mehr Gäste zum Mittagessen kamen, wanderten wir weiter zum Hofladen unter dem Goldenberg. Süssmost, Suppenhuhn und Glace zum Dessert haben wir gekauft. Die zwei Glaceportiönchen haben wir zu Hause auf der roten Bank geschleckt, die neuerdings unter dem Ahorn steht.
Klingklang
Sonntag, 20. September 2026
Samstag, 19. September 2026
Schönheit
Ein Sprichwort sagt, dass Schönheit im Auge des Betrachtenden liege. Ich habe zum Beispiel gern einen wilden Garten, andere mögen einen ordentlichen oder gar "gepützelten". Die Einen mögen Kleider Ton in Ton, die Anderen scheuen sich nicht farbenfroh aufzutreten. (Das ist bei mir je nach Tagesform unterschiedlich.)
Ich bin in den Keller gestiegen, um Schönes zu suchen. Zwei Metall-Kerzenständer dürfen jetzt dort stehen, wo die Futterstelle unseres Nepi war. - Dann ist mir die Statue zu Gesicht gekommen, die mir mein verstorbener Onkel Jean geschenkt hat - Maria mit Kind.
Maria mit Kind soll nicht weiterhin unbeachtet im Keller stehen. Aber wohin mit ihr? - Da wäre doch eine Ecke im vorderen WC. Ich stelle sie hin. Tiptop. - Aber kann es sein, dass unsere Besucherinnen und Besucher "betupft" wären. Was dieser Esther einfällt: Man will in intimen Momenten nicht beobachtet werden. Nicht einmal von einer Statue. Ich stelle sie zwischen die hohen Kerzenständer in der Stube. das ist schön.
Freitag, 18. September 2026
Die Mücke
Heute war Besuch angesagt zum Mittagessen. Freunde, die wir seit fünfzig und mehr Jahren kennen. Mit denen wir gern über alles reden. Wirklich alles. Heute erzählte die Freundin von ihrem Seminar in Zürich zum Thema "Sterben". Fünfmal hört sie Vorträge zu immer wieder anderen Aspekten. Ihr Mann verwirft die Hände, als sie davon erzählt, wie man sich zu Tode hungern kann. Er hätte es im Notfall gern schneller. Also Exit?
Als die Männer begannen über Elektronik und Telefonie zu diskutieren, setzten wir zwei Frauen uns ab. Wir sprachen lieber über die Enkelkinder.
Aber vor all dem, kochte ich das Mittagessen. Zuerst buk ich einen Gugelhopf. Gern mischte ich Butter und Eier. Manschte mit den Fingern im Teig. Aber eine Mücke begann mich zu umschweben, umsirren. Immer um meine Hände herum, die doch voller Teig waren. Ich hüpfte hin und wieder her, aber sie kam wieder. Neuer Angriff. Schnell fertig mantschen und schnell, schnell die Hände waschen und dann ruhig, ganz ruhig den Flug beobachten - und patsch, da klebt sie!
Donnerstag, 17. September 2026
Dicke Luft
Wir haben eingekauft im Lebensmittelgeschäft unserer Wahl. Und haben darüber gestaunt, dass scheinbar fast das ganze Personal schon wieder neu ist. Wo ist unsere Frau P. an der Kasse geblieben? - Der neue überaus ernste Metzger ist nicht mehr da, der junge freundliche schon länger nicht mehr. Dafür eine neue Frau an der Fleischtheke und ein Metzger, der glaubt, die Kollegin herum kommandieren zu können. Dicke Luft. - Die Kiosk-Betreuerin hat ihre Fröhlichkeit verloren, seufzt, klagt. An den Kassen lauter neue Gesichter.
Auf dem Heimweg reden Reto und ich über das Beobachtete. Wir möchten der Belegschaft am liebsten ein "Klassenlager" verordnen oder einen Team-Event. Und eine kompetente Führungsperson, die ein "Gspüri" hat für ihre Leute.
Mittwoch, 16. September 2026
Sagenmülitäli
Ein sagenhaft schöner Tag war das gestern. Ich durfte das Geburtstagsgeschenk von Sohn Stefan einlösen > ein ganzer Tag mit ihm unterwegs. Er hatte für uns in Linn/Bözberg einen Besuchstermin in einem privaten Garten abgemacht. Weil uns das Postauto zu früh ausgespuckt hatte, verweilten wir noch an der sagenumworbenen Linde von Linn. Die elf Meter Stammumfang haben mich sehr beeindruckt. Das Alter von ca. 800 Jahren auch. Die Sicht auf den Jura hat mich "angeheimelt". Ich bin eine Aargauerin, und die Jurahügel waren früher "meine" Berge.
Um 14 Uhr hat uns Herr Massler schon erwartet am Gartentor zu dem sagenhaften Garten, den er und seine Frau in vielen Jahren an einem Hang angelegt haben. Diese tausend Stauden, Blumen, geschwungene Wege und verwunschene Deko-Elemente - berührend schön. Ein grosser Teich mit Bergmolchen im Wasser und Libellen in der Luft. Plätzchen zum Verweilen, aber leider nicht für uns. Der Gastgeber war wenig gesprächig und nach dem Rundgang beflissen, uns wieder loszuwerden. Trotzdem, sein Garten hat mich inspiriert.
Stefan und ich sind dann durch das Sagenmülitäli nach Effingen gewandert. Fast alles in praller Sonne. Heiss, heiss, heiss. In Effingen hatten wir grossen Durst, aber da war weder ein Restaurant noch ein Volg. Wir mussten durchhalten bis Brugg, wo wir am Bahnhof ein kaltes, bittersüsses Getränk kauften.
Linner Wasserfall - der höchste des Kantons Aargau: sagenhaft! 😉
Montag, 14. September 2026
Viel und nichts
Es ist fünf Uhr am Nachmittag. Ich habe viel und nichts getan. Was mir gerade vor Augen kam. Was gerade notwendig war. Aber nichts, was ein Vorhaben war. Nichts, woran ich morgen noch denke. Oder doch?
Ich habe die grüne Wolldecke enthaart, auf der Kater Nepomuk oft lag. Im unteren Teil des grossen Bäbibettes. Ich habe die Haare nicht weggeworfen, auch nicht dem Wind überlassen. Ich habe sie in meiner Hand gesammelt und nachher mit roter Filzwolle zusammen verfilzt.
Ich habe heute viel und nichts getan, und Nepomuk war immer um mich.
Sonntag, 13. September 2026
cavalier king charles spaniel
Wir waren zum Apéro im Garten vom Schloss Hegi. So ein schöner, wohltuender Ort. Ich mag hohe Bäume und Festbänke. Wir haben unser Glas Chardonnay getrunken und Paprika-Chips geknabbert. Das Paar am gleichen Tisch wollte nicht plaudern, dafür die Frau bei den Schildkröten. Zusammen haben wir im Gehege nach den sechs Tieren geschaut. Merlin, der hübsche Hund der Dame, hat eifrig mitgesucht. - Ich habe gefragt, zu welcher Hunderasse Merlin gehört: Er ist ein "cavalier king charles spaniel". Früher Hunde des englischen Adels. Leider durch Inzucht zur Qualzucht geworden. Das weiss die Besitzerin alles, "aber er war so hübsch. Er hat mir so gefallen." Darum hat sie ihn gekauft, und bis jetzt hat er keine Herzbeschwerden. Möge es wunderbarerweise so bleiben.
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