Dienstag, 1. September 2026

Poulet an Rahmsauce

Heute kam unsere Tochter zum Mittagessen. Das war mir sehr recht (ist mir immer recht), weil ich im Tiefkühlfach Poulet an Rahmsauce für drei hatte und das gern aufwärmen wollte. Ich holte das Gefrorene gestern Abend schon mal in den Kühlschrank hinunter und gab es in eine kleine Pfanne.

Es ergab sich, dass mein hilfsbereiter Ehemann anbot, heute zu kochen. Oder eben aufzuwärmen und Reis und Salat dazu zu machen. Ich freute mich und setzte mich auf mein gelbes Sofa. Kleine Auszeit. 

Unsere Tochter kam mit Hund Yumi. Wir setzten uns zu Tisch. Reto schöpfte. - Ich begann zu essen und stocherte dann in meiner Sauce herum. Wo war das Pouletfleisch? Hatten die anderen beide alle Fleischstücke erwischt? Ich fand nur Kürbis und Zwiebeln. 

Aber Judith und Reto fanden auch kein Fleisch und schauten erstaunt. - Es sei sehr wohl fein, aber rein vegetarisch, befanden sie. - Ich konnte und konnte das nicht verstehen. Ich hatte doch den richtigen Kübel aus dem Tiefkühler genommen. Da hatte drauf gestanden: Poulet an Rahmsauce. 

Später dachte ich schon mal ans Nachtessen. Ich wollte den Rest Kürbiscurry zu Suppe mixen. - Jetzt fiel der Groschen: Reto hatte die falsche Pfanne erwischt. Das Kürbisdings hatten wir zu Mittag gegessen. Rein vegetarisch. Das Poulet an Rahmsauce stand nach wie vor im Kühlschrank. Eine Portion für drei, die wir morgen zu zweit essen werden.

Montag, 31. August 2026

Implenia - Dipladenia

Die Implenia  ist ein international tätiges Bauunternehmen, während die Dipladenia eine "waschechte Südamerikanerin" sei, gemäss der Werbung eines Gartencenters. Mit der Implenia habe ich nix zu tun, die Dipladenia wächst und blüht bei uns im Garten. Ich erwähne die beiden gemeinsam, weil mir die Ähnlichkeit der Namen Mühe macht. Weil ich "Dipladenia" weniger südamerikanisch als abstrakt empfinde. Dass sie zu den "Hundsgiftgewächsen gehört, macht mir die Sache auch nicht sympathischer.

Giftig und ein seltsamer Name, den ich mir schwerlich merken kann. Aber schön ist sie, wunderschön, jetzt, wo ihre Blüten endlich aufgegangen sind.



Ich stelle mir eine waschechte Südamerikanerin vor, die ein paar Blüten ins Haar gesteckt hat. - Dipladi, Diplada, Dipladenia!

Sonntag, 30. August 2026

Zweimal geduscht

Sonntag! Da will ich mich frisch und froh fühlen. Also am Morgen als erstes duschen und frische Kleider anziehen. Dann Zopf und Honig zum Zmorge. Sonntäglich. Und heute wird meine Beste Freundin zum Zmittag kommen. Ich bereite schon mal vor, und Reto deckt den Tisch schön.

Ich hole meine Freundin am Bahnhof ab. Gemütliches erstes Plaudern auf dem Heimweg.

Zu Hause stehen die Apéro-Sachen schon bereit. Heute gibt es den ersten Holunderblüten-Sekt dieser Saison. Meine Freundin und ich lieben ihn, und Reto mag ihn auch gut genug. 

Ich nehme die Bügelflasche aus dem Kühlschrank und drücke vorsichtig und langsam den Bügel hoch. Aber oha lätz - der diesjährige Sekt hat Pfupf wie noch nie. Ich kann nicht genug zuhalten. Der Sekt bricht sich Bahn und begiesst in grosser Fontäne Möbel, Boden und uns. Als der Spuk sich beruhigt, ist die Flasche halb leer, meine Haare ganz nass und der Boden zum Ausrutschen gefährlich. Zuerst lachen, was da Zeug hält, dann aufputzen, dann zweite Flasche im Keller holen. Diesmal bändige ich den Geist in der Flasche. Dreimal will ich nicht duschen. Prost!

Samstag, 29. August 2026

Mein Stallgeruch

Soziologisch gesehen bezeichnet der "Stallgeruch" die Herkunft eines Menschen und seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe, einem sozialen Milieu.

Mein Stallgeruch aber ist ganz konkret. Ich liebe mein kleines Strickteil aus Schafwolle mit besonders viel Lanolin (Wollfett). Ich halte es mir unter die Nase und bin überrascht, dass der Geruch immer noch da ist nach Wochen. Der Geruch nach Stall. Ich ziehe den Duft tief in mich hinein und weiss, da komme ich her. So muss es riechen, dass ich zuhause bin. Ich schnuppere und bin in der Finsterthüele bei meiner Grossmutter, meinem Grossvater. Der gesagt hat: "Warum willst du Lehrerin werden, wo du doch so gern bei uns auf dem Bauernhof mithilfst.?!"

Ja, warum? - Warum dies und warum das? - Mein Stallgeruch hält sich. Ich komme von Schneckenberg und Finsterthüele. Und das wird so sein immerdar!



 


 

Freitag, 28. August 2026

Ist ja erst im Oktober...

 Reto und ich sind fast 50 Jahre verheiratet. GOLDENE HOCHZEIT nennt sich das. KI schlägt dir vor, welche liebevollen Dankesworte der Mann seiner Frau und umgekehrt sagen kann/soll. KI weiss auch, was die Frau trägt > dezent elegante Kleidung, gern crèmefarbig. Natürlich sollen auch die Gäste am Fest gebührend angezogen sein. 😉

Ja, wir werden feiern. Ja, wir werden Gäste haben. Und das schon bald, anfangs September, weil das Datum allen passen muss. 

Gestern waren Reto und ich auf  "grand tour". Wir haben in Solothurn und auf dem Weissenstein alle Reservationen überprüft und gerade auch zur Probe gegessen. Das war schon ein kleines Fest im voraus. Ganz ohne goldene Schühlein und süsse Worte.

Mittwoch, 26. August 2026

DAS GROSSE READER'S DIGEST GESUNDHEITSBUCH (von 1977)

Bevor Reto das Buch zerlegt, ein kleiner Abschnitt mit dem Ton von damals:

"Seitdem die Frauen auch berufstätig sind, Auto fahren, Bus und Strassenbahn selbst für kleine Entfernungen benutzen, ist die Zahl der Kreislauferkrankungen beträchtlich gestiegen. Kreislauferkrankungen mit all ihren Folgeerscheinungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit wirken sich unweigerlich auf das Aussehen aus. Man muss es sich daher zur Gewohnheit machen, jeden Tag mindestens eine Stunde spazieren zu gehen...Spazierengehen heisst nicht Schaufensterbummel in überfüllten Grossstadtstrassen, sondern energisches Ausschreiten in freier Natur oder im Park...Fahrstühle sollte man als Feinde betrachten...Ein schwerfälliger Gang macht unweigerlich zur Matrone, selbst wenn man erst 35 ist."        usw., usw.

Mein einstiges Ratgeberbuch für alle Lebenslagen ist zur Lachnummer geworden. 

Dienstag, 25. August 2026

Pflanzenfleisch aus Kemptthal

 Reto hat sich seit Tagen Bratkartoffeln zum Zmittag gewünscht. Ich fand für mich, da täte doch das Pflanzensteak dazu passen, von dem ich gelesen hatte. Als Reto zum Fitten ging, machte ich mich auch auf den Weg. In vierzig Minuten ab Wohnung und dorthin zurück fuhr ich per Zug in die Stadt, eilte zum grossen Coop, kaufte Zwetschgen und Äpfel und fand schnell das Angebot von "Planted", also vom Pflanzenfleisch. An die Kasse, zurück zum Bahnhof, und schon war ich wieder zuhause - noch vor meinem sportlichen Ehemann.

Das Pflanzensteak "blutet" wie echt, aber es ist Randensaft, der austritt. - Ich habe das Steak aus Soya und Reismehl behandelt wie ein Rindssteak. Mariniert, dann mit Kräutern in Olivenöl gebraten. Dazu natürlich feine Bratkartoffeln, Bohnen und Salat. Kurz nach zwölf kamen auch Tochter und Enkelin. Da war das ganze Test-Team beisammen. Und siehe da: Wir waren und alle einig. Diese Pflanzensteaks kann man sehr wohl essen. Wir tun es wieder.