Donnerstag, 10. September 2026

Vermischte Tage

Jeden Tag nur Hochstimmung geht nicht, das weiss ich wohl. Auch nach dem schönsten Wochenende ist alles noch da, was vorher auch da war. Zum Beispiel der alte Kater, der Sorgen macht. Sein Atem rasselt manchmal. Er frisst immer weniger. Morgen gehen wir mit ihm zum Tierarzt. Ich fürchte mich.

Aber heute kamen die Mädels zum Zmittag, und wir haben es genossen. Sie haben über ihre Klassenlager referiert. Wie haben mich die alten Themen amüsiert: Einladung an die Jungs, am letzten Abend in den Mädchenschlag zu kommen. Trotz absolutem Verbot. Essen auf den Betten. Natürlich auch verboten. Hach, so ist es, so war es, so wird es sein, solange es Klassenlager gibt. 

Wie sind die Früchte so teuer! Wir haben im Hofladen in der Nähe Zwetschgen gekauft. Ich werde beim Essen an den Preis denken müssen. Früher, sehr viel früher bekamen wir sie von der Grossmutter einfach so. Unentgeltlich. Wollt ihr noch das oder jenes mitnehmen?

Ich nehme mit in den Abend, dass mein Leben mindestens gut genug ist. Dankbar, dass der Kater noch da ist, dass die Mädels wieder kommen werden, dass es bei uns nie langweilig ist, dass viel zu denken, zu tun und zu leben ist.

Mittwoch, 9. September 2026

Vier Flaschen TOMATEN-Passata

 "Passata" kommt von "passieren", z.B. mit dem Passe-vite, das auch "Flotte Lotte" heisst. - Ich habe zweieinhalb Kilo TOMATEN und TOMÄTCHEN in Stücke geschnitten, alles in einer grossen Pfanne ein Viertelstündchen gekocht, es zum Abkühlen stehen lassen - und dann passiert. Nur noch gewürzt mit Salz und echli Zucker. Nochmals aufgekocht und dann in Flaschen, die sehr sauber waren, heiss eingefüllt. 

Ah, zum Zmittag habe ich Gulasch-Suppe gekocht. Waseliwas hat es da auch drin: TOMATEN. 

Wozu habe ich am Morgen ein Triopack Mozzarella gekauft: Für "TOMATENMozz", wie wir sagen (TOMATEN mit Mozzarella und Basilikum). Gibt es morgen zum Znacht.

Ich mag TOMATEN sehr. Jetzt ist TOMATENSCHWEMME in unserem und in Nachbars Garten. Hurrah!



Dienstag, 8. September 2026

Dankbarkeit

 Mittagessensbesuch. Judith bringt eine Papiertasche Pfirsiche mit vom eigenen Spalier. Eine Frucht schöner als die andere. 

Reto hütet Nachbars Garten und bringt Tomaten in Hülle und Fülle mit. Ich werde Sugo einkochen. Dazu blaue Trauben, die mehrheitlich im Zmorge-Müesli landen. 

Die roten Peperoni stammen aus unserem Garten, und Tomaten haben wir auch zum Ernten. Ein paar Himbeeren zur Abwechslung und eine Handvoll Blaubeeren. Blumen fehlen nie für ein Tisch-Sträusschen.

Die neuen Äpfel sind da, und ich liebe sie. Gravensteiner, Cox orange...

Der Herbst ist nah. Ich bin erstaunt, wieviel gewachsen und gereift ist trotz der schwierigen Hitze-Bedingungen. Wir kommen nochmals davon!

Montag, 7. September 2026

Zum Staunen

 Reto und ich haben 1976 geheiratet. Im Oktober. Da wir allemal im Goldenen Jubiläumsjahr sind, haben wir am Wochenende mit unserer Familie wunderschön gefeiert. Wir bekamen viel schöneres Wetter als vor 50 Jahren. Der Kreis an Eingeladenen war viel kleiner, aber ganz vertraut. Und es ging zu meinen geliebten Jurabergen. Zuerst aber nach Solothurn an die Aare.



Apéro direkt am Fluss. Nachtessen im Garten des "Alten Stephan". Übernachten im "Hotel an der Aare". Alles sehr zu empfehlen. Besonders die supernetten Damen am Empfang im Hotel. Sie haben mir am Sonntagmorgen geholfen, die Null vom Jubiläumskuchen rucksack-tauglich zu verpacken. 


Am Sonntag ging es mit der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein, wo ich als Kind mit Eltern und Schwester öfter war. Im Garten des Restaurant Sennhaus haben wir Zmittag gegessen und sind dann zum Känzeli hinauf gewandert. Dort haben wir DIE NULL "gebodigt", was nicht mehr so einfach war, weil Hunger längst ein Fremdwort war. 😀Später durfte man "Null" nicht mehr aussprechen.

Vorher aber bekamen Reto und ich nochmals Geschenke von Kaya. Ihr Mäuschen mit dem Namen "Sorellina" hilft mir beim Denken und Schreiben.


Und die wunderschöne, von Kaya selbst gestaltete Fünfzig an der gelben Küchenwand gibt uns zu denken. Fast nur Gutes.




Freitag, 4. September 2026

Erschlagene Hühner

 Wir waren auf dem Markt und haben "Tomatillos" kennen gelernt. Eine südamerikanische Pflanze, deren violette oder grüne Früchte vor allem in Mexiko verwendet werden in Salsas, zu Grilladen, in Gemüsepfannen und mehr. Tomatillos sind mit Lampionblumen verwandt, gar nicht mit Tomaten. Sie wachsen in den Anden bis 2600 m Höhe. Es gab sie schon, bevor Kolumbus kam.

Angebaut in Winterthur hat sie Reto Meier, der Permakultur-Bauer. Das ist gut und innovativ. Aber sein Bauernhofjahr ist äusserst schwierig. Zuerst die Trockenheit und jetzt noch der Hagel, der den Kulturhof voll getroffen hat. Dächer sind kaputt gegangen und Gewächshäuser - und Hühner lagen erschlagen herum nach dem Hagelsturm. Mit tut das sehr leid. Und ich weiss, dass es sehr vielen gleich und ähnlich ergangen ist. 

Was können wir tun? - Leider sind wir mit dieser Frage spät dran. Es wird weitere sogenannte Extremereignisse geben, weil wir die Warnrufe der Wissenschafter*innen und Klima-Aktivist*innen nicht ernst genommen haben. Wer war schon mal Greta Thunberg?

Donnerstag, 3. September 2026

Once upon a time...

 Ich habe mir gestern in der Stadt eine hübsche Karte aus England gekauft. Ein Dachs erzählt eine  Geschichte. Sie beginnt wie unsere Märchen: Es war einmal...Oder: Vor langer Zeit... 


Vor langer, langer Zeit, nämlich am 16. Oktober 1976, haben zwei junge Leute geheiratet. Er, ein Urner, sie eine Aargauerin. Zum ersten Mal begegnet waren sie einander in Zürich. Sie zog zu ihm nach Winterthur. - Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute glücklich und zufrieden.


Mittwoch, 2. September 2026

Jane Tara, Mit anderen Augen, Roman

 Ich lese ein Buch. Was für eine Neuigkeit! - Ich lese immer mindestens ein Buch, manchmal mehrere gleichzeitig. "Mit anderen Augen" wurde mir von einer Freundin empfohlen. Das Thema: Viele Frauen um die Fünfzig werden mehr und mehr unsichtbar. (im Buch wortwörtlich!)

Jedes der kurzen Kapitel beginnt mit einem Zitat. Ich mag das. Manche regen an zum Nachdenken, andere bringen mich zum Lachen, noch andere verstehe ich nicht. - Es geht im Buch darum, wieder sichtbar zu werden. Meine Frage: Ist das nun ein Roman oder ein Selbsthilfebuch? Schaut man zu, wie eine wieder heil wird, oder soll frau selbst wieder heil werden? 

Hier eines der Zitate, das ich noch nicht ganz durchdrungen (verstanden) habe:

Die eigentliche Aufgabe besteht nicht darin zu sehen, was noch nie ein Mensch gesehen, sondern zu denken, was noch nie ein Mensch gedacht har, und zwar über das, was alle sehen. - Erwin Schrödinger