Sonntag, 2. August 2026

Eine Schuhschachtel

 Mir kann man/frau mit wenig eine grosse Freude machen. So hat Reto die Kabel seiner riesigen Kaffeemaschine neu geordnet. Deshalb wurde eine orangerote Schuhschachtel frei, die vorher den Kabelsalat verborgen hatte. Die Schuhschachtel, in der meine dänischen, dunkelblauen Winterschuhe geliefert worden waren. Die Winterschuhe, die nicht wirklich passen, aber so teuer waren, dass es keine anderen gibt. (Sagt wer? - Sage ich.)

Also, die orangerote Schuhschachtel! Sie ist stabil, gross und prächtig. Sie könnte noch schöner werden, würde ich etwas daraufkleben und hineinkleben und darunterkleben. Weil sie hat leider ein paar Flecken da und dort.

Ich habe mit Freude geklebt, und jetzt ist meine Schuhschachtel unübertrefflich schön. Weiss nur (noch) nicht, wozu sie dienen soll. Kommt Zeit, kommt Inhalt.




Samstag, 1. August 2026

Ein Fisch, ein Fisch!

 Letzte Nacht hat es geregnet bei uns. Und zwar richtig, richtig. Reto hat mit dem "Gartenschüfeli" im Erdreich gestochert und zufrieden gesagt: "Es ist nicht nur oberflächlich; es nützt."

Wir sind vorher an die Eulach spaziert, um den Wasserstand zu beäugen. Kürzlich war Reto dort, und die Enten liefen im Bachbett. Zu wenig Wasser zum Schwimmen. Aber heute ist gut.

Was für Reto den Tag aber zu einem sehr guten Tag macht: Ein Fisch, ein grosser, ist die Eulach hinunter geschwommen. Schon so lange hatte er vergebens nach Fischen Ausschau gehalten - und jetzt dieser grosse Kerl! Der Tag ist gerettet.

Freitag, 31. Juli 2026

Osmaterium

Ich habe meine drei Rüebliraupen gehirtet: mit Pinsel Kotkügelchen heraus wischen, Wasser in der Vase erneuern, neuen Fenchel hineinstellen, Raupen wieder platzieren. Dabei ist mir Erstaunliches aufgefallen: Die eine Raupe hat orange gezüngelt. Haben Raupen Zungen?

Ich habe meinem Ehegespons das Seltsame gezeigt, und wir haben zusammen gestaunt. Zwar habe ich später gegoogelt, aber keine Antwort bekommen. Reto aber schon

"Die als "Zunge" bezeichnete Struktur der Schwalbenschwanz-Raupe ist in Wahrheit keine Zunge, sondern eine orangefarbene Nackengabel, die den Fachnamen "Osmaterium" trägt.

Bei Gefahr stülpt die Raupe das Organ blitzschnell aus dem Nackenbereich hinter dem Kopf aus. Das Osmaterium sondert eine übel riechende Flüssigkeit ab. Der strenge Geruch und die auffällige Farbe vertreiben Fressfeinde wie Vögel, Ameisen und Parasiten."

Die Raupe betrachtet mich auch als Feindin. Schade, wenn ich sie stresse. Plötzlich bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob es notwendig ist, Rüebliraupen zu "retten". Die haben ja selbst schön was drauf!


Donnerstag, 30. Juli 2026

Eine kleine Wand, aber schau mal, wie schön!

Heute war ein intensiver, guter Tag. Mit unserer Enkelin zusammen haben wir die kleine Küchenwand neu gemalt. Und nicht nur dies - Kaya hat sie künstlerisch gestaltet. es ist so schön geworden, und wir sind mega stolz auf die Künstlerin.





Mittwoch, 29. Juli 2026

Gestern Aareschlucht, heute Genussmorgen in Winterthur

Uns geht es gut. Gestern durften wir das Weihnachtsgeschenk unserer Freundin einlösen: Ein Carausflug zur Aareschlucht. Wir sind voller Eindrücke. Aber wir waren nicht allein mit der Idee, an einem heissen Tag in eine Schlucht abzutauchen. Gemindert hat die "Radiowanderung" unsere Freude nicht gross.




Heute sind wir ohne viele Vorsätze in die Stadt gefahren, haben Kaffee getrunken und Menschen beobachtet, um hernach in drei Geschäfte mit Feinem einzutreten. Überall wurden wir nicht nur bedient, sondern auch informiert, beraten und mit "Probiererli" versorgt. Dabei wollten wir nur für morgen ein Sandwich-Mittagessen vorbereiten. Die nächste Aktivität steht bevor...


Montag, 27. Juli 2026

Gestern kam Cornelius

 Über einen Riesenzucchetti habe ich vor ein paar Tagen schon geschrieben. Wie ich ihn nach einem Rezept meiner Tochter süss-sauer eingelegt habe. Stolz war über die vielen Gläser im Keller und über den Platz im Gemüsefach des Kühlschranks. Geschafft! Gut so!

Gestern kam Retos Freund zu einem Kurzbesuch. Cornelius ist ein begnadeter Gärtner. Oft bringt er uns etwas mit von seinem Garten. So auch gestern: Einen Riesenkohlrabi namens Superschmelz und viele Tomaten. Und: einen Riesenzucchetto! 

Wirklich, ein solches Gemüseteil heisst "Zucchetto", mehrere heissen Zucchetti oder Zucchini. Ich musste mich kundig machen über "der, die , das" und Einzahl und Mehrzahl. Sowas - wo ich doch vor ur-ewigen Zeiten Lehrerin war.

Aber die Schreibweise war nicht das Hauptproblem. Wie sollte ich ein weiteres Kilo Zucchetto versorgen? Reto fand: einfrieren. Und das war ganz einfach und schnell getan. Aber bitte, bitte, morgen kein Gemüsegeschenk! Wir müssen zuerst essen, was schon da ist.

Sonntag, 26. Juli 2026

Ich bin durch den Wind

Er bläst gerade warm und heftig - der Wind. Wir haben auf dem Sitzplatz Kaffee getrunken und Glace gelutscht. Und Reto hat viel gelacht, während mir etwa seit Freitag nicht mehr zum Lachen ist.

Seit unser Lieblingsmarktbauer, der Permakultur betreibt, so niedergeschlagen ist. Und ich doch dachte, Permakultur sei die Rettung. Ist es auch nicht. Nur REGEN ist die Rettung, aber er kommt nicht. 

Während ich auf Regen warte und Reto immer noch lachen mag, lese ich verheerende Berichte über El Ninio und Prognosen zu unser aller Zukunft. Und jetzt bin ich ganz durch den Wind.

Was ist jetzt mit der berühmten Resilienz? Oder dem Positiv-Denken meiner Mutter? Oder mit christlicher Hoffnung? Oder dem alten stoischen "s chunnt, wie s chunnt"? 

Ich brauche Zeit und Ruhe, um dann wie ein alter Seemann/eine alte Seefrau die Segel neu zu setzen. Dass ich dann MIT dem Wind segeln kann, so gut es gehen wird.