Dienstag, 10. März 2026

Konfitüre nach Jahrgang

 Ich kannte eine Frau, die kochte gern Konfitüre. Sie verschenkte auch gern davon. Aber sie füllte mehr Gläser, als sie und ihre Bekannten essen konnten. Im Keller füllten sich die Holzgestelle nach Jahrgang der Fruchtaufstriche. Sie verschenkte immer die ältesten Gläser. So konnte man 1991 Konfi von 1984 bekommen. Das bewirkte, dass die Leute immer mehr sagten: "Danke, du bist gütig, aber ich habe selber noch genug." - Ich habe die Frau aus den Augen verloren, deshalb weiss ich nicht, wie die Geschichte ausging. Ich jedenfalls habe gelernt: Nur frische Konfi verschenken. Überhaupt die Vorräte in nützlicher Frist aufbrauchen. Gestern bin ich in meinen Keller gestiegen und habe alles in die Wohnung gebracht, das JETZT gegessen oder getrunken werden muss. Wer will noch Holunderblütensekt vom letzten Jahr, der schon einen Essigstich hat, wenn der Holunder schon bald wieder blüht! 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen