Wie eigentlich geht "Nichtstun"? Heute wäre der perfekte Tag dafür. Reto ist auf Pässefahrt, und ich bin zu Hause mit seinem Rat, doch ja wenig zu machen. Damit meinte er nicht, dass ich unseren Garten dürsten lasse. So habe ich vor dem Morgenessen fünfundvierzig Minuten Wasser verteilt. Ach, und der Geburtstagsbrief für mein Gottenkind musste in den gelben Briefkasten gebracht werden. Und hast du gesehen: Ein Schwalbenschwanz ist geschlüpft. Verhilf ihm zum Fliegen.
Wie aber ginge "Nichtstun"? - Jetzt wäre es möglich. Aber ich kann das nicht mehr. Mindestens lesen muss sein. Zeitung, Heftli, Buch. Mindestens "amächelig" (angenehm) muss die Wohnung aussehen. Lavabo sauber halten. Geschirr abwaschen. Da kurz Hand anlegen, dort. Unterdessen vergeht die Zeit, vergeht der Tag.
"Nichtstun" - kann ich das üben? Mit wie vielen Minuten beginnen? - Oh, da kommt unsere Katze. Mit einem leisen Miauen macht sie sich bemerkbar. Sie hat vorher stundenlang nichts getan. Geschlafen im Schatten. Jetzt will sie, dass ich etwas tue für sie: Sie fordert ihr gekühltes Katzensüppchen. Will ich denn nicht, dass es ihr gut geht?!
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