Montag, 16. September 2013

Immer noch müde

Nein, das Regenwetter schützt nicht davor, dass ich nicht aus dem Haus müsste heute. - Ich habe schon eingekauft im schönen Coop in der Nähe, auch eine Zeitschrift "für alte Frauen", wie Reto die "Donna" bezeichnet. Am Nachmittag muss ich noch in die Bibliothek, weil die Ausleihefrist schon wieder verstrichen ist. Wie schnell so ein Monat vergeht! - Abends pflege ich der Ruhe, manchmal mit einer oder zwei Katzen zusammen auf demselben Sofa.

Und alles wiederholt sich: Mal in Wassen, mal in Winterthur - all the same procedure...

Sonntag, 15. September 2013

Überwältigt müde

Heute bin ich total überwältigt und sehr müde vom gestrigen Tag. Wir waren am Alpabzug mit Fest in Wassen. Die "Chueli" mit den Blumen im Haar (hm, hm Fell!) und dem tiefen und auch hohen, aber besonders dem tiefen Glockenklang haben mich zu Tränen gerührt. Den Alpsegen aber darf man ein weiteres Jahr nicht mehr geben mitten auf der Strassenkreuzung. Er verkommt zu fast ungehörter, unerhörter Volklore. Käse war genug da zum Kaufen, aber die Verpflegung am Ort uferte aus zu einem längeren Unternehmen. Wenn man mit netten und unterhaltsamen Menschen am Tisch wartet, hat man Glück gehabt. Hatten wir. Und später, nach dem Besuch lieber Menschen im Betagtenheim (alle!!!), landeten wir auf einer sonnigwarmen Terrasse, wo wir fast geblieben wären vor lauter Schön.

Heute bin ich sehr müde - und musste am Morgen die Sonntagszeitung anstelle von Reto kaufen gehen, weil mein Ehegespane Fieber und Halsweh hat. Ich fühlte mich behindert an Gehwerkzeugen und Sprechwerkzeugen, brachte die Verkäuferin zum Lachen, weil ich so perplex über ihre vielen Fragen am frühen Morgen war (acht Uhr). Aber das ist keine Frage des Älterwerdens und des Müdeseins vor lauter Schön von gestern - das war schon immer so. Am Morgen hat man Ruhe vor mir. Die Mono- und Dialoge beginnen erst später.

Freitag, 13. September 2013

Freitag, 13.9.2013

Ich bin erst in der Zahnarztpraxix darauf gestossen, dass heute Freitag der Dreizehnte ist. Da ich in den letzten 20 Jahren nur zweimal bei irgend einem Zahnarzt war, bibberte ich ziemlich auf die Untersuchung hin. Auch aus Kostengründen. - Ich habe Glück und Pech gleichermassen: Absolut zwingend sind eine Krone aus Gold und Keramik und eine Füllung für einen Karieszahn. Ja, das wird teuer. Aber es könnte schlimmer sein nach all den zahnarztlosen Jahren. Über weiter Wünschbares reden dann mein neuer Zahnarzt und ich nächstesmal, wenn Dentalhygiene angesagt ist. Aber zuerst gehe ich in die Ferien. Mir Mut antrinken...

Da ein Zahnarztbesuch für mich wie eine schlimme Prüfung ist,habe ich mich nachher belohnt. "Es Kafi" und ein Taschenbuch für Fr. 5.-, weil "Mängelexemplar". Und dann kam das pure Glück doch noch: Im Laden durfte ich mit zwei Würfeln meine Prozente herausspielen, weil heute Freitag der Dreizehnte ist. Kostete mein Billigbuch fast nichts mehr. Ich bekam noch zehn Prozent auf fünf Franken. Aber ich kaufte trotzdem nur dieses eine und kein weiteres Buch. Es hat 503 Seiten.

Donnerstag, 12. September 2013

Wunderblume

Gestern habe ich im Brockhaus die deutsche Schriftstellerin Christa Wolf nachgeschlagen. Sie hatte am gleichen Tag wie ich Geburtstag, war 20 Jahre älter als ich und ist 2011 gestorben. Ich werde morgen in der Stadtbibliothek versuchen, ein oder mehrere Bücher von ihr zu finden.

Beim Blättern im Brockhaus bin ich auf das Wort "Wunderblume" gestossen und habe gelesen und gesehen, dass es eine "Echte Wunderblume" gibt. Sie hat glockenförmige rosarote Blüten und sieht hübsch aus. Aber für mich ist die Wunderblume etwas Mystisches, das es gar nicht real geben kann. Es ist die sogenannte "Blaue Blume", ein bekanntes Symbol der Romantik. Man verband mit der Blauen Blume Sehnsucht und Liebe und das Streben nach dem Unendlichen. - Habe ich natürlich nicht alles gewusst, aber fröhlich und wissbegierig gegoogelt.

Die Blaue Blume steht für mich persönlich für eine unbestimmte Sehnsucht nach dem Unerfüllbaren, Unerreichbaren. "Alles beginnt mit der Sehnsucht."schrieb die Dichterin Nelly Sachs. Wenn also Sehnsucht da ist, dann ist immer auch Neubeginn möglich. Jederzeit auf jedem Gebiet! Ich mache mich auf...

Mittwoch, 11. September 2013

Leben heiter

Wieder diverse bedenkenswerte Sätze gelesen beim Zmorge. Wie liebe ich das! Aber wie schnell vergesse ich, was es war. Sofort überdecken die Tagesaktualitäten die Poesie. Wir brauchen einen neuen Drucker; der alte rattert seit Wochen und druckt nur noch in Glücksminuten. So geht das nicht weiter. Reto übernimmt den Fall. Ich aber muss die Zwetschgen, die ich gestern Abend in Stücklein geschnitten habe, zu Konfitüre verkochen.

Jetzt ist ein neuer Drucker im Haus, und Reto versucht ihn in Gang zu bringen. System "Versuch und Irrtum"; er liest nicht gern Gebrauchsanweisungen. Welcher Mann schon?!

Ich habe die allerletzten Gläser mit heissem Zwetschenmus gefüllt. Aber wo ist nun der schöne Satz, den ich posten wollte? Ich durchsuche die Zeitung von vorn nach hinten und umgekehrt. Er kann doch nicht weg sein. Welche Rubrik? Sicher im Kulturteil. Such, such, such... Der Satz steht über einer Todesanzeige eines verstorbenen Kinderarztes:

"Doch warum es fürchten, lange eh es da ist!
Warum nicht einfach leben, und wenn möglich, heiter."                         Christa Wolf

Dienstag, 10. September 2013

Herbst - ja und?!

Er ist da, der Herbst. Mit Socken an den Füssen, Laub in der Garage-Einfahrt, Kürbissen auf dem Tisch als Deko und zum späteren Essen. Mir kühleren Temperaturen, kaltem Regen, gutem Schlaf in der Nacht. Mit dem ersten "Suuser", den gluschtigen Vermicelles und dem Kastanienbrater in der Stadt. ABER NOCH OHNE WEHMUT UND MELANCHOLIE. Denn es ist Frühherbst mit viel Hoffnung auf sonnige Tage, die vergessen lassen, dass der Winter kommt.

Und all dies und viel Anderes ist Gleichnis für mein Leben. Mein frühherbstliches Leben?!

Montag, 9. September 2013

Gelungen, obschon nicht alles gelang

Freunde aus Altdorf erstmals bei uns in Oberwinterthur. Wir erlebten einen gelungenen halben Tag miteinander - obwohl das Ofengemüse teilweise schwarz geworden war, derweil wir Weisswein "gesürfelt" haben, obwohl der "Gateau de Vully", den ich erstmals gebacken habe, zum Staubsaugen trocken war. - Schön, Freunde zu haben, wo grössere oder kleinere Missgeschicke nichts machen, wo ich mich nicht ein halbes Jahr dafür schämen muss! Sie werden zu Hause vom Gemüse im Schaugarten beim Schloss Hegi schwärmen und nicht über mein "Dörrgemüse" aus dem Ofen schimpfen.