Mittwoch, 30. September 2026

Ich lese ein Buch...

 Wen wundert es; ich lese immer mindestens ein Buch, oft mehrere gleichzeitig. Und ganz verrückt: Manche Bücher lese ich von vorn, von hinten und mittendrin. Ich lese Passagen mehrmals. Ich blättere, lese, blättere, lese - und kehre zurück zum Buchzeichen. Bei Krimis kann ich es kaum je lassen, schon bald herauszufinden, wer der Mörder oder die Mörderin ist. Wenn ich das nicht tue, stehe ich unter einer solchen Spannung, dass sie schwer erträglich ist. Kenne ich aber den Ausgang, so kann ich das Buch ganz ruhig als Ganzes lesen oder eben hin und her. Und ich kann mich allen Themen widmen, die verhandelt werden.

Jetzt gerade lese ich einen Krimi von Charlotte Link "hüst und hott" (durcheinander). Da wird zuerst eine Ferienidylle sondergleichen beschrieben. Drei Freunde verbringen alle ihre Ferien mit ihren Familien gemeinsam in einem Landhaus. Dann werden fünf von ihnen ermordet. Ganz allmählich erkennt man, dass hinter der idyllischen Fassade sich Abgründe auftun. Dass nicht ist, was es scheint zu sein.

Dienstag, 29. September 2026

Wie verschieden wir sein können, und doch!

 Ich habe in der Stadt eine Freundin getroffen. Wir haben von unseren Befürchtungen und Nicht-Befürchtungen für unsere Welt geredet. Ich mache mir dauernd Sorgen, sie sich nicht. Aber beide bemühen wir uns, sorgfältig zu leben. Wir sind verschieden, aber das ist in Ordnung. Oder?

Wir haben davon geredet, wie allein man sich manchmal, oft, sehr oft fühlt. Hinein geworfen in diese Welt. Umgeben von anderen und doch allein. Weil keine und keiner uns wirklich verstehen kann. Weil jede und jeder ver-schieden von uns ist. 

Verschieden, abgeschieden, unterschiedlich; scheiden, sich scheiden, entscheiden, bescheiden...


"Allein,

Wir sind allein,

Wir kommen und wir gehen ganz allein.

Wir mögen noch so geliebt, von

Zuneigung umgeben sein:

Die Kreuzwege des Lebens gehen wir immer

ganz allein.

Allein,

Wir sind allein, 

Wir kommen und wir gehen ganz allein."                Reinhard Mey


Und doch - es ist gut, zusammen zu sein. Miteinander zu sprechen, zu schwiegen, wie es passt. 


Montag, 28. September 2026

Und immer wieder der Gärtner

Unser Nachbar beschäftigt einen Gärtner. Einen äusserst fleissigen Gärtner. Er ist alle paar Tage am Schneiden und Mähen und Rechen. Manchmal bringt er seine Frau mit, und sie begutachten gemeinsam den Feigenbaum an der Hausecke. Wenn es viele reife Feigen hat, bekommen wir auch eine Handvoll. Der Gärtner ist nämlich mit uns zufrieden. Wir sind keine von der Sorte, die den Garten verwildern lassen. Wir pflegen den Garten, und das muss man. Nicht wie eine Hausbewohnerin, die Kartoffeln gesetzt hat - und sie nie, nie erntet. Hat sie sie vergessen? - Wir sind nicht so. Wir gehören zu den Guten  Auch wenn der Herr Gärtner nicht vergessen hat, dass ich dem lästigen Unkraut, das er samt und sonders ausreisst, "Beikraut" sage. Und dass ich sehr gern einen Garten hätte, der ein bisschen wilder, verwilderter wäre. Aber da ist ja auch noch Reto, der das alles in guten Bahnen hält.

Sonntag, 27. September 2026

Wieviele Küchengeräte braucht der Mensch

Bald ist wieder die Olma in St. Gallen. Die Messe für Landwirtschaft und Ernährung. Reto freut sich schon darauf.

Gestern haben wir mit unserem Besuch über die (überflüssigen) Käufe an der Olma gelacht. Wie war das mit Oskar, der Küchenmaschine, die alles kann? Oskar verschwand so sang- und klanglos aus unserem Haushalt, wie er gekommen war. Unser Besuch kannte den Oskar auch, hat ihn aber nicht erstanden. Dafür andere Dinge, sogar mehr als Reto. Es sei eben schön, etwas Neues zu haben. Etliches landet im Keller, bis da kein Platz mehr ist.

Unser Besuch von gestern ist jünger, als wir es sind. Sie kaufen noch, wir räumen schon.

Die Olma und Reto gehören zusammen. Gern darf er dreimal durch die Degustationshalle schlendern und probieren, was das Zeug hält. Und warum sollte er nicht zum Säuli-Rennen! Einfach keine neue Geräte heimbringen. Das ist wichtig (für mich).

Freitag, 25. September 2026

Meine reiche Küchenecke


 Da stehen meine geliebten Kochbücher; andere habe ich nicht mehr, weil Retos Kaffeemaschine viel Platz braucht. Da steht der Backstein, mit dem wir vor dreizehn Jahren wieder willkommen geheissen wurden in Winterthur. Mein Messerblock enthält u.a. ein silbriges Tortenmesser und ein neues, langes, wunderschönes Brotmesser.

Heute haben wir auf dem Markt Zwetschgen gekauft und zwölf grosse Tomaten. (Drei neue Pflanzen setzt Reto in den Garten und zupft da und dort aus, was ihm nicht gefällt.) - In meiner reichen Küchenecke stehen viele Gewürze, die im Gewürzschrank keinen Platz gefunden haben oder täglich gebraucht werden. 

Donnerstag, 24. September 2026

Die Wege sind gelegt...

 Gestern und heute Morgen haben wir im Garten geschuftet - Reto mit voller Kraft, ich mit ein bisschen weniger. Aber nun sind die Gartenwege fertig. Sie können begangen werden. Müssen begangen werden, damit sie sich noch setzen. - Ich sage begangen, aber der kleine Kater Mio "scheisserlet" gern darauf. Er kann so gut zuscharren. Ist noch so schön weich. Nun geht das Katerchen manchmal voraus und Reto argwöhnisch hintennach. "Seltsam", denkt der Mio, "was will der Mensch von mir?" Und ab spaziert er in Nachbars Garten. Was uns sehr gefällt!

Mittwoch, 23. September 2026

Der Herbst beginnt, das Jahr neigt sich hin zum Ende

 Wir haben am Gartenprojekt weiter gearbeitet. Und ich habe daran gedacht, dass ab heute die Tage kürzer und die Nächte länger werden. Leise Wehmut. Grössere Sorge um die Welt. Der Radiowettermann redete von "staubtrockener Schweiz". Regen nicht in Sicht.

Ab heute beginne ich mit der Vorbereitung auf Weihnachten. Das lenkt mich ab und macht mir Freude.

Dienstag, 22. September 2026

Neues Gartenprojekt

Uns ist es am wohlsten, wenn wir etwas haben, worauf wir uns freuen können. Ein Fest ist wunderbar, aber ein Gartenprojekt ist auch schön. Diesmal möchten wir unseren Garten klimatauglicher machen. Keinen Rasen mehr, der im Sommer braun wird. Aber Stauden und Gräser, die nicht gemäht werden müssen. Die stehen bleiben, und im Winter, so es ihn  noch gibt, den Vögeln Samen anbieten. Dort, wo wir immer wieder durchgehen müssen, sollen Gartenwege entstehen. Ein Muster haben wir schon angelegt.


Dann haben wir Säcke mit Sand und Steinen zu uns bestellt. Und fast augenblicklich ist uns gemeldet worden: Heute irgendwann wird geliefert. Dass der Camion schon ankäme, wenn wir noch im Pyjama wären, hätten wir nicht gedacht. So schnell war Reto noch selten in den Hosen.



Montag, 21. September 2026

Vier Kilo, zwei Kilo, ein Kilo

Gebana beteiligt die Produzent*innen weltweit am Erfolg und bezahlt sowieso anständige Löhne. Deshalb liegt mir Gebana am Herzen (ist entstanden als Nachfolgeprojekt aus der "Bananenfrauen"-Bewegung in den 1980-er Jahren). Die Organisation steht für bio, fair und nachhaltig.

Es gibt eine Schwierigkeit bei den Lieferungen von Gebana: Man kann von fast allem nur grosse Mengen kaufen. Zum Beispiel im Winter dreizehn Kilo Orangen auf einmal. Aber ich habe mich eingerichtet und angepasst. Verschenken ist schön, einkochen und tiefgefrieren auch.

Heute kam wieder eine bestellte Gebana-Lieferung: 

Vier Kilo Haferflöckli fürs Zmorge-Müesli. 

Zwei Kilo Bio-Schokolade-Münzen, zartbitter. Das ist seit einiger Zeit meine bevorzugte Schokolade. Zwei Münzen in den Mund, schmelzen lassen, einen Moment lang glücklich sein. 

Ein Kilo Dörr-Aprikosen süss. Nehme ich auf Ausflüge und Wanderungen mit. Muss ich bei einem plötzlichen kleinen Hunger nicht einkehren oder den nächsten Volg suchen. Ich freue mich über Gebana.

Sonntag, 20. September 2026

Sauvignon blanc, mein Lieblingsweisswein

 Reto hat vorgeschlagen, dass wir wieder einmal zum Goldenberg hochwandern könnten. Das haben wir heute Morgen getan. Immer noch Schweiss treibend; wann hört dieses heisse Wetter mal auf! - Aber oben, auf der Aussichtsterrasse vom Restaurant Goldenberg, wehte ein  angenehmer Wind. Wir sassen unter Platanen und schlürften unseren Weisswein. Dazu hatte ich sehr spontan ein bisschen Käse geordert. Die Parmigiano-Möckli kamen mit grünen und schwarzen Oliven, Rucolablättchen und ganz wenig Öl und Salz - delikat. Wir sassen lange und genossen den Ort. Als immer mehr Gäste zum Mittagessen kamen, wanderten wir weiter zum Hofladen unter dem Goldenberg. Süssmost, Suppenhuhn und Glace zum Dessert haben wir gekauft. Die zwei Glaceportiönchen haben wir zu Hause auf der roten Bank geschleckt, die neuerdings unter dem Ahorn steht.

Samstag, 19. September 2026

Schönheit

 Ein Sprichwort sagt, dass Schönheit im Auge des Betrachtenden liege. Ich habe zum Beispiel gern einen wilden Garten, andere mögen einen ordentlichen oder gar "gepützelten". Die Einen mögen Kleider Ton in Ton, die Anderen scheuen sich nicht farbenfroh aufzutreten. (Das ist bei mir je nach Tagesform unterschiedlich.)

Ich bin in den Keller gestiegen, um Schönes zu suchen. Zwei Metall-Kerzenständer dürfen jetzt dort stehen, wo die Futterstelle unseres Nepi war. - Dann ist mir die Statue zu Gesicht gekommen, die mir mein verstorbener Onkel Jean geschenkt hat - Maria mit Kind.

Maria mit Kind soll nicht weiterhin unbeachtet im Keller stehen. Aber wohin mit ihr? - Da wäre doch eine Ecke im vorderen WC. Ich stelle sie hin. Tiptop. - Aber kann es sein, dass unsere Besucherinnen und Besucher "betupft" wären. Was dieser Esther einfällt: Man will in intimen Momenten nicht beobachtet werden. Nicht einmal von einer Statue. Ich stelle sie zwischen die hohen Kerzenständer in der Stube. das ist schön.

Freitag, 18. September 2026

Die Mücke

 Heute war Besuch angesagt zum Mittagessen. Freunde, die wir seit fünfzig und mehr Jahren kennen. Mit denen wir gern über alles reden. Wirklich alles. Heute erzählte die Freundin von ihrem Seminar in Zürich zum Thema "Sterben". Fünfmal hört sie Vorträge zu immer wieder anderen Aspekten. Ihr Mann verwirft die Hände, als sie davon erzählt, wie man sich zu Tode hungern kann. Er hätte es im Notfall gern schneller. Also Exit?

Als die Männer begannen über Elektronik und Telefonie zu diskutieren, setzten wir zwei Frauen uns ab. Wir sprachen lieber über die Enkelkinder.

Aber vor all dem, kochte ich das Mittagessen. Zuerst buk ich einen Gugelhopf. Gern mischte ich Butter und Eier. Manschte mit den Fingern im Teig. Aber eine Mücke begann mich zu umschweben, umsirren. Immer um meine Hände herum, die doch voller Teig waren. Ich hüpfte hin und wieder her, aber sie kam wieder. Neuer Angriff. Schnell fertig mantschen und schnell, schnell die Hände waschen und dann ruhig, ganz ruhig den Flug beobachten - und patsch, da klebt sie!

Donnerstag, 17. September 2026

Dicke Luft

 Wir haben eingekauft im Lebensmittelgeschäft unserer Wahl. Und haben darüber gestaunt, dass scheinbar fast das ganze Personal schon wieder neu ist. Wo ist unsere Frau P. an der Kasse geblieben? - Der neue überaus ernste Metzger ist nicht mehr da, der junge freundliche schon länger nicht mehr. Dafür eine neue Frau an der Fleischtheke und ein Metzger, der glaubt, die Kollegin herum kommandieren zu können. Dicke Luft. - Die Kiosk-Betreuerin hat ihre Fröhlichkeit verloren, seufzt, klagt. An den Kassen lauter neue Gesichter. 

Auf dem Heimweg reden Reto und ich über das Beobachtete. Wir möchten der Belegschaft am liebsten ein "Klassenlager" verordnen oder einen Team-Event. Und eine kompetente Führungsperson, die ein "Gspüri" hat für ihre Leute. 

Mittwoch, 16. September 2026

Sagenmülitäli

 Ein sagenhaft schöner Tag war das gestern. Ich durfte das Geburtstagsgeschenk von Sohn Stefan einlösen  > ein ganzer Tag mit ihm unterwegs. Er hatte für uns in Linn/Bözberg einen Besuchstermin in einem privaten Garten abgemacht. Weil uns das Postauto zu früh ausgespuckt hatte, verweilten wir noch an der sagenumworbenen Linde von Linn. Die elf Meter Stammumfang haben mich sehr beeindruckt. Das Alter von ca. 800 Jahren auch. Die Sicht auf den Jura hat mich "angeheimelt". Ich bin eine Aargauerin, und die Jurahügel waren früher "meine" Berge.

Um 14 Uhr hat uns Herr Massler schon erwartet am Gartentor zu dem  sagenhaften Garten, den er und seine Frau in vielen Jahren an einem Hang angelegt haben. Diese tausend Stauden, Blumen, geschwungene Wege und verwunschene Deko-Elemente - berührend schön. Ein grosser Teich mit Bergmolchen im Wasser und Libellen in der Luft. Plätzchen zum Verweilen, aber leider nicht für uns. Der Gastgeber war wenig gesprächig und nach dem Rundgang beflissen, uns wieder loszuwerden. Trotzdem, sein Garten hat mich inspiriert.

Stefan und ich sind dann durch das Sagenmülitäli nach Effingen gewandert. Fast alles in praller Sonne. Heiss, heiss, heiss. In Effingen hatten wir grossen Durst, aber da war weder ein Restaurant noch ein Volg. Wir mussten durchhalten bis Brugg, wo wir am Bahnhof ein kaltes, bittersüsses Getränk kauften.


Linner Wasserfall - der höchste des Kantons Aargau: sagenhaft! 😉

Montag, 14. September 2026

Viel und nichts

 Es ist fünf Uhr am Nachmittag. Ich habe viel und nichts getan. Was mir gerade vor Augen kam. Was gerade notwendig war. Aber nichts, was ein Vorhaben war. Nichts, woran ich morgen noch denke. Oder doch?

Ich habe die grüne Wolldecke enthaart, auf der Kater Nepomuk oft lag. Im unteren Teil des grossen Bäbibettes. Ich habe die Haare nicht weggeworfen, auch nicht dem Wind überlassen. Ich habe sie in meiner Hand gesammelt und nachher mit roter Filzwolle zusammen verfilzt. 


Ich habe heute viel und nichts getan, und Nepomuk war immer um mich.


Sonntag, 13. September 2026

cavalier king charles spaniel

Wir waren zum Apéro im Garten vom Schloss Hegi. So ein schöner, wohltuender Ort. Ich mag hohe Bäume und Festbänke. Wir haben unser Glas Chardonnay getrunken und Paprika-Chips geknabbert. Das Paar am gleichen Tisch wollte nicht plaudern, dafür die Frau bei den Schildkröten. Zusammen haben wir im Gehege nach den sechs Tieren geschaut. Merlin, der hübsche Hund der Dame, hat eifrig mitgesucht. - Ich habe gefragt, zu welcher Hunderasse Merlin gehört: Er ist ein "cavalier king charles spaniel". Früher Hunde des englischen Adels. Leider durch Inzucht zur Qualzucht geworden. Das weiss die Besitzerin alles, "aber er war so hübsch. Er hat mir so gefallen." Darum hat sie ihn gekauft, und bis jetzt hat er keine Herzbeschwerden. Möge es wunderbarerweise so bleiben.




 

Samstag, 12. September 2026

Der alte Kater ist nicht mehr

 


 



Wir haben am Donnerstagmorgen zwischen Hoffnung und Befürchtung geschwebt, als wir mit Nepomuk zur Tierärztin gingen. Nepi hatte am Mittwoch kaum gefressen. Sein Atem rasselte. Aber ich kann bezeugen, dass er eine gute Nacht hatte. Er schlief in meinem Zimmer. Ab fünf Uhr morgens donnerstags wollte er ins Freie, durfte aber nicht wegen des Arztbesuches. Er meldete sich viertelstündlich bei mir, und ich streichelte ihn so ausgiebig, wie noch kaum in einer Nacht.

Die Tierärztin behielt Nepi zum Röntgen in der Praxis und versprach, uns bald zu informieren über den Zustand unseres Katers. - Und dann kam der Schlag in den Bauch: Nepi habe einen Tumor am Kopf, der schon weite Teile des Gewebes angegriffen habe. Schleimhaut, Naseninneres und auch das rechte Auge, was sehr schmerzhaft sei. Sie schlage vor, ihn zu "erlösen". 

Und so sind wir jetzt ohne unseren Nepi, der uns so nah war wie keine andere Katze in unserem Leben. Meine Hände vermissen sein weiches Fell. Meine Beine werden nicht mehr umstrichen. Reto muss allein auf seinem Sofa liegen. Er kommt nicht mehr nachts auf meine Bettdecke und will morgens um drei ins Freie.........

Ich habe heute Morgen das Katzenklo zum letztenmal geputzt, die Lieblingsplätzchen auf dem Sitzplatz aufgehoben, das vorige Futter weggeräumt. - In der Nacht zum Donnerstag hatte es in mir immer und immer wieder gedacht: Ein Leben geht zu Ende, ein Leben geht zu Ende...Und es war mir sehr bewusst, dass auch mein Leben zu Ende gehen wird. Nepi war alt; ich bin alt. Ich bin auch in den Kreislauf des Lebens eingebettet. Werden und Vergehen. Dankbarkeit und Demut. Noch scheint die Sonne, noch sind wir da.

Donnerstag, 10. September 2026

Vermischte Tage

Jeden Tag nur Hochstimmung geht nicht, das weiss ich wohl. Auch nach dem schönsten Wochenende ist alles noch da, was vorher auch da war. Zum Beispiel der alte Kater, der Sorgen macht. Sein Atem rasselt manchmal. Er frisst immer weniger. Morgen gehen wir mit ihm zum Tierarzt. Ich fürchte mich.

Aber heute kamen die Mädels zum Zmittag, und wir haben es genossen. Sie haben über ihre Klassenlager referiert. Wie haben mich die alten Themen amüsiert: Einladung an die Jungs, am letzten Abend in den Mädchenschlag zu kommen. Trotz absolutem Verbot. Essen auf den Betten. Natürlich auch verboten. Hach, so ist es, so war es, so wird es sein, solange es Klassenlager gibt. 

Wie sind die Früchte so teuer! Wir haben im Hofladen in der Nähe Zwetschgen gekauft. Ich werde beim Essen an den Preis denken müssen. Früher, sehr viel früher bekamen wir sie von der Grossmutter einfach so. Unentgeltlich. Wollt ihr noch das oder jenes mitnehmen?

Ich nehme mit in den Abend, dass mein Leben mindestens gut genug ist. Dankbar, dass der Kater noch da ist, dass die Mädels wieder kommen werden, dass es bei uns nie langweilig ist, dass viel zu denken, zu tun und zu leben ist.

Mittwoch, 9. September 2026

Vier Flaschen TOMATEN-Passata

 "Passata" kommt von "passieren", z.B. mit dem Passe-vite, das auch "Flotte Lotte" heisst. - Ich habe zweieinhalb Kilo TOMATEN und TOMÄTCHEN in Stücke geschnitten, alles in einer grossen Pfanne ein Viertelstündchen gekocht, es zum Abkühlen stehen lassen - und dann passiert. Nur noch gewürzt mit Salz und echli Zucker. Nochmals aufgekocht und dann in Flaschen, die sehr sauber waren, heiss eingefüllt. 

Ah, zum Zmittag habe ich Gulasch-Suppe gekocht. Waseliwas hat es da auch drin: TOMATEN. 

Wozu habe ich am Morgen ein Triopack Mozzarella gekauft: Für "TOMATENMozz", wie wir sagen (TOMATEN mit Mozzarella und Basilikum). Gibt es morgen zum Znacht.

Ich mag TOMATEN sehr. Jetzt ist TOMATENSCHWEMME in unserem und in Nachbars Garten. Hurrah!



Dienstag, 8. September 2026

Dankbarkeit

 Mittagessensbesuch. Judith bringt eine Papiertasche Pfirsiche mit vom eigenen Spalier. Eine Frucht schöner als die andere. 

Reto hütet Nachbars Garten und bringt Tomaten in Hülle und Fülle mit. Ich werde Sugo einkochen. Dazu blaue Trauben, die mehrheitlich im Zmorge-Müesli landen. 

Die roten Peperoni stammen aus unserem Garten, und Tomaten haben wir auch zum Ernten. Ein paar Himbeeren zur Abwechslung und eine Handvoll Blaubeeren. Blumen fehlen nie für ein Tisch-Sträusschen.

Die neuen Äpfel sind da, und ich liebe sie. Gravensteiner, Cox orange...

Der Herbst ist nah. Ich bin erstaunt, wieviel gewachsen und gereift ist trotz der schwierigen Hitze-Bedingungen. Wir kommen nochmals davon!

Montag, 7. September 2026

Zum Staunen

 Reto und ich haben 1976 geheiratet. Im Oktober. Da wir allemal im Goldenen Jubiläumsjahr sind, haben wir am Wochenende mit unserer Familie wunderschön gefeiert. Wir bekamen viel schöneres Wetter als vor 50 Jahren. Der Kreis an Eingeladenen war viel kleiner, aber ganz vertraut. Und es ging zu meinen geliebten Jurabergen. Zuerst aber nach Solothurn an die Aare.



Apéro direkt am Fluss. Nachtessen im Garten des "Alten Stephan". Übernachten im "Hotel an der Aare". Alles sehr zu empfehlen. Besonders die supernetten Damen am Empfang im Hotel. Sie haben mir am Sonntagmorgen geholfen, die Null vom Jubiläumskuchen rucksack-tauglich zu verpacken. 


Am Sonntag ging es mit der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein, wo ich als Kind mit Eltern und Schwester öfter war. Im Garten des Restaurant Sennhaus haben wir Zmittag gegessen und sind dann zum Känzeli hinauf gewandert. Dort haben wir DIE NULL "gebodigt", was nicht mehr so einfach war, weil Hunger längst ein Fremdwort war. 😀Später durfte man "Null" nicht mehr aussprechen.

Vorher aber bekamen Reto und ich nochmals Geschenke von Kaya. Ihr Mäuschen mit dem Namen "Sorellina" hilft mir beim Denken und Schreiben.


Und die wunderschöne, von Kaya selbst gestaltete Fünfzig an der gelben Küchenwand gibt uns zu denken. Fast nur Gutes.




Freitag, 4. September 2026

Erschlagene Hühner

 Wir waren auf dem Markt und haben "Tomatillos" kennen gelernt. Eine südamerikanische Pflanze, deren violette oder grüne Früchte vor allem in Mexiko verwendet werden in Salsas, zu Grilladen, in Gemüsepfannen und mehr. Tomatillos sind mit Lampionblumen verwandt, gar nicht mit Tomaten. Sie wachsen in den Anden bis 2600 m Höhe. Es gab sie schon, bevor Kolumbus kam.

Angebaut in Winterthur hat sie Reto Meier, der Permakultur-Bauer. Das ist gut und innovativ. Aber sein Bauernhofjahr ist äusserst schwierig. Zuerst die Trockenheit und jetzt noch der Hagel, der den Kulturhof voll getroffen hat. Dächer sind kaputt gegangen und Gewächshäuser - und Hühner lagen erschlagen herum nach dem Hagelsturm. Mit tut das sehr leid. Und ich weiss, dass es sehr vielen gleich und ähnlich ergangen ist. 

Was können wir tun? - Leider sind wir mit dieser Frage spät dran. Es wird weitere sogenannte Extremereignisse geben, weil wir die Warnrufe der Wissenschafter*innen und Klima-Aktivist*innen nicht ernst genommen haben. Wer war schon mal Greta Thunberg?

Donnerstag, 3. September 2026

Once upon a time...

 Ich habe mir gestern in der Stadt eine hübsche Karte aus England gekauft. Ein Dachs erzählt eine  Geschichte. Sie beginnt wie unsere Märchen: Es war einmal...Oder: Vor langer Zeit... 


Vor langer, langer Zeit, nämlich am 16. Oktober 1976, haben zwei junge Leute geheiratet. Er, ein Urner, sie eine Aargauerin. Zum ersten Mal begegnet waren sie einander in Zürich. Sie zog zu ihm nach Winterthur. - Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute glücklich und zufrieden.


Mittwoch, 2. September 2026

Jane Tara, Mit anderen Augen, Roman

 Ich lese ein Buch. Was für eine Neuigkeit! - Ich lese immer mindestens ein Buch, manchmal mehrere gleichzeitig. "Mit anderen Augen" wurde mir von einer Freundin empfohlen. Das Thema: Viele Frauen um die Fünfzig werden mehr und mehr unsichtbar. (im Buch wortwörtlich!)

Jedes der kurzen Kapitel beginnt mit einem Zitat. Ich mag das. Manche regen an zum Nachdenken, andere bringen mich zum Lachen, noch andere verstehe ich nicht. - Es geht im Buch darum, wieder sichtbar zu werden. Meine Frage: Ist das nun ein Roman oder ein Selbsthilfebuch? Schaut man zu, wie eine wieder heil wird, oder soll frau selbst wieder heil werden? 

Hier eines der Zitate, das ich noch nicht ganz durchdrungen (verstanden) habe:

Die eigentliche Aufgabe besteht nicht darin zu sehen, was noch nie ein Mensch gesehen, sondern zu denken, was noch nie ein Mensch gedacht har, und zwar über das, was alle sehen. - Erwin Schrödinger


Dienstag, 1. September 2026

Poulet an Rahmsauce

Heute kam unsere Tochter zum Mittagessen. Das war mir sehr recht (ist mir immer recht), weil ich im Tiefkühlfach Poulet an Rahmsauce für drei hatte und das gern aufwärmen wollte. Ich holte das Gefrorene gestern Abend schon mal in den Kühlschrank hinunter und gab es in eine kleine Pfanne.

Es ergab sich, dass mein hilfsbereiter Ehemann anbot, heute zu kochen. Oder eben aufzuwärmen und Reis und Salat dazu zu machen. Ich freute mich und setzte mich auf mein gelbes Sofa. Kleine Auszeit. 

Unsere Tochter kam mit Hund Yumi. Wir setzten uns zu Tisch. Reto schöpfte. - Ich begann zu essen und stocherte dann in meiner Sauce herum. Wo war das Pouletfleisch? Hatten die anderen beide alle Fleischstücke erwischt? Ich fand nur Kürbis und Zwiebeln. 

Aber Judith und Reto fanden auch kein Fleisch und schauten erstaunt. - Es sei sehr wohl fein, aber rein vegetarisch, befanden sie. - Ich konnte und konnte das nicht verstehen. Ich hatte doch den richtigen Kübel aus dem Tiefkühler genommen. Da hatte drauf gestanden: Poulet an Rahmsauce. 

Später dachte ich schon mal ans Nachtessen. Ich wollte den Rest Kürbiscurry zu Suppe mixen. - Jetzt fiel der Groschen: Reto hatte die falsche Pfanne erwischt. Das Kürbisdings hatten wir zu Mittag gegessen. Rein vegetarisch. Das Poulet an Rahmsauce stand nach wie vor im Kühlschrank. Eine Portion für drei, die wir morgen zu zweit essen werden.