Dienstag, 24. Dezember 2013
Er wirft über...
Alle Jahre wieder am 24. Dezember "wirft" Reto allen Schmuck über die Tanne (heuer nur ein Tännchen für das Stübchen). Allen Schmuck, den er das Jahr hindurch im Keller in Bananenschachteln hortet. - Ich bin zum Staunen da, wenn das Werk vollendet ist. Deshalb mache ich mich während der aktiven Schmück-Phase aus dem Staub oder aus den Nadeln und besuche die lieben Verstorbenen auf dem Friedhof und die lieben Lebendigen in den Häusern, denen ich noch etwas Kleines in den Briefkasten legen möchte (sollten sie zu Hause sein, trinke ich gern auch ein Käfeli). Komme ich dann mit der obligaten Verspätung zurück (weil alle zu Hause waren), gebe ich mir alle Mühe, dass wir uns nicht überwerfen vor lauter je eigenem Leben und Charakter. Weihnachten ist gleichermassen schön und gefährlich.
Montag, 23. Dezember 2013
Wir sind bereit!
Nur noch fünf kleine Weihnachtsgeschenke verteilen. Nur noch die Puppenstube putzen. Nur noch den Christbaum schmücken. - Wir sind bereit und gehen Weihnachten ohne jeden Stress entgegen. Es ist sehr speziell, keine Weihnachtspredigt ausdenken zu müssen, mich aber auf die Predigt von anderen zu freuen. Es ist ungewohnt, keine gedrängten Tagespläne über die Weihnachtstage zu haben. Es ist wunderbar, machen zu dürfen, was wir machen möchten. Immer wieder sind wir sehr dankbar, dass AHV und Pensionskassen uns das neue Leben ermöglichen. Wir sind bereit für Weihnachten, und wir freuen uns.
Am allermeisten freuen wir uns auf den Sury-Burri-Event: 12 Erwachsene, ein Baby und ein Hund treffen sich in Wassen wie schon die letzten Jahre. - Stimmt fast, aber letztes Jahr waren der Hund und das Baby noch nicht dabei.
Am allermeisten freuen wir uns auf den Sury-Burri-Event: 12 Erwachsene, ein Baby und ein Hund treffen sich in Wassen wie schon die letzten Jahre. - Stimmt fast, aber letztes Jahr waren der Hund und das Baby noch nicht dabei.
Sonntag, 22. Dezember 2013
Ich bin stolz auf Reto und den ganzen Kirchenchor St. Marien
Lange haben sie geübt und sogar noch Zusatzproben eingefügt. Alles ohne Murren. Gern. Weil die Musik so schön ist. - Heute nun hat der Kirchenchor St. Marien zusammen mit dem "Ensemble Vienos Andinos" und einem super-Tenor aus Südamerika die "Misa Criolla" von Ariel Ramirez gesungen im festlichen Gottesdienst. - "Es werde uns eingefeuert." hat der Pfarrer zum Voraus versprochen, und am Schluss der angefügten Mattinée standen wir alle, klatschten im Takt, wiegten uns und waren so glücklich. Auch die Dialogpredigt kam frisch und unverbraucht daher, und beim nachfolgenden Apéro war der Saal voll. Manchmal wäre es wahrhaft schade, wenn man nicht zum Gottesdienst ginge.
PS. Einer hat allerdings vermerkt, so Unterhaltungsmusik in der Kirche sollte es nicht geben. Dieser hätte etwas Nachhilfe nötig in Theologie und Kirchenmusik.
PS. 2
Diese MESSE war extrem schwierig zu singen für "Hiesige" (Ansässige), mussten sie doch oft über lange Zeit in fremden Harmonien summen und dabei auch noch den Rhythmus des feurigen Ensembles aufnehmen. Chapeau!!!
PS. Einer hat allerdings vermerkt, so Unterhaltungsmusik in der Kirche sollte es nicht geben. Dieser hätte etwas Nachhilfe nötig in Theologie und Kirchenmusik.
PS. 2
Diese MESSE war extrem schwierig zu singen für "Hiesige" (Ansässige), mussten sie doch oft über lange Zeit in fremden Harmonien summen und dabei auch noch den Rhythmus des feurigen Ensembles aufnehmen. Chapeau!!!
Samstag, 21. Dezember 2013
Gar nicht weihnachtlich, aber notwendig
Wieder einmal eine halbschlaflose Nacht. Kommt vor, besonders wenn man älter ist. Darum habe ich heute Morgen um fünf Uhr Zeit gehabt, ein paar Zeilen für Bischof Huonder zu formulieren. Es geht um den "Hirtenbrief" zum Tag der Menschenrechte. Alles Nähere ist zu finden auf:
www.famabloggt.wordpress.com
Ich werde dem Bischof heute dieses schreiben:
Wir distanzieren uns entschieden von einer Kirche (einem Bischof), die eines unserer Kinder aus der sogenannten Schöpfungsordnung fallen lässt. Jede Ideologie (katholische Sexualmoral) bringt Lügen hervor. Es ist eine Lüge, dass Homosexualität Wahl oder Schuld sei. Sie entspricht als Variation einer vielfältigen Schöpfung.
www.famabloggt.wordpress.com
Ich werde dem Bischof heute dieses schreiben:
Wir distanzieren uns entschieden von einer Kirche (einem Bischof), die eines unserer Kinder aus der sogenannten Schöpfungsordnung fallen lässt. Jede Ideologie (katholische Sexualmoral) bringt Lügen hervor. Es ist eine Lüge, dass Homosexualität Wahl oder Schuld sei. Sie entspricht als Variation einer vielfältigen Schöpfung.
Freitag, 20. Dezember 2013
"Lüpfpulver"
Wortfindungsstörungen haben schon Kinder. Und Klein-Kaya bewegt ihre Kiefer auf und ab, um dann vielleicht "nanana" zu sagen. Will sie echt kontakten, ruft sie: "Eh!" und schaut dich an. Dann bist du dran: "Eh!" - Aber heute habe ich Reto die Zutaten des elbischen (von Elba stammend) Kuchens übersetzt: Vollkornmehl, Sultaninen, Zucker, Orangenzesten (hauchdünne Streifen der farbigen Schicht der Schale), ein paar "E"'s und - - - und - - - Wortfindungsstörung. Ich weiss, was es ist, aber wie heisst es auf deutsch. Und so sage ich "Lüpfpulver". Gerade ausgesprochen, kommt mir das Wort in den Sinn: "Backpulver" - natürlich! - "Eh!" - Und kaum ist mir "Backpulver eingefallen, sehe ich, dass alle Zutaten auch auf deutsch angeführt sind. "Backpulver" ist richtig.
Donnerstag, 19. Dezember 2013
Weihnachten naht - es wird enger
Mein lieber Ehemann Reto ist ein grosser Fan von Weihnachten. Oder soll ich etwas gemein sagen von Weihnachtsdekoration. Jedenfalls erstrahlt unser zukünftiges Stubentännchen schon jetzt in weihnachtlichem, aber künstlichem Licht auf dem Sitzplatz - nebst einem grossen Stern, nebst einem Strauch mit bunten Lichtlein, nebst einem Sternenvorhang an Retos Zimmerfenster, nebst einem kleineren Holzstern an meinem Zimmerfenster. - Das ist alles, was aussenvor leuchtet bei Nacht. - Innendrin aber wird es auch immer mehr und mehr. Heute Morgen musste ich Reto helfen, eine schwere Truhe voller Textilien in mein Zimmer zu tragen, aufdass ein blinkendes Weihnachtsschloss mit Schlossgeistton in der Stube Platz findet. Weitere Taten folgen. Zum Leben wirds enger. Aber es weihnachtet sehr.
Dienstag, 17. Dezember 2013
Zwiegeteilt
Heute Morgen sind wir FREIWILLIG um 5 Uhr 10 aufgestanden, um mit dem Bus von Flüelen nach Wassen zu fahren: RORATE. - Das war einfach nur schön. Retos Joghurtgläsli mit Rechaudkerzli auf Sand werden auch von der neuen Sakristanin gebraucht. Tut gut, hat er doch so viel Joghurt gegessen, wie man sich nur vorstellen kann! - Kinder haben einander angestuppst und auf uns gezeigt und uns angelacht von weitem. Jöööööö! Wir haben sie gern. - Andrea und Gaby haben eine zu Herzen gehende Feier inszeniert. Ich sass da und dachte an die Bischofsgeschichten, und ich war nicht verloren. Nachher Zmorge im Betagtenheim, serviert von meiner lieben Martha und ihren Frauen.
Am Nachmittag aber kam die kalte, eiskalte Dusche. Die Gruppe, zu der ich gerade noch gehört habe, die auftreten wollte gegen Bischof Huonders Hirtenbrief zum Tag der Menschenrechte, in dem er allen nicht-hetero Menschen die Würde abgesprochen hat, diese Gruppe hat sich im Formalen zerfleischt und tritt nun nicht auf. Ich bin ausgetreten. Und ich bin abgrundtief traurig.
Am Nachmittag aber kam die kalte, eiskalte Dusche. Die Gruppe, zu der ich gerade noch gehört habe, die auftreten wollte gegen Bischof Huonders Hirtenbrief zum Tag der Menschenrechte, in dem er allen nicht-hetero Menschen die Würde abgesprochen hat, diese Gruppe hat sich im Formalen zerfleischt und tritt nun nicht auf. Ich bin ausgetreten. Und ich bin abgrundtief traurig.
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