Dienstag, 7. Juli 2015

Heilige Pflanzen

Wir haben auf dem Markt vor allem Früchte eingekauft. Jetzt ist Mittagszeit. Kaya schläft und Reto auch schon halb. Am Nachmittag wird es wieder so heiss, dass wir in der Wohnung bleiben. Obschon - Wasser wäre auch eine schöne Sache. In der Nacht kommt es wahrscheinlich von oben. Vielleicht mit Sturm und Hagel. Reto hat ja seit einiger Zeit ein heiliges Feigenbäumchen. Nun überlegt er sich schon die ganze Zeit, wie er es auch mitten in der Nacht vor Hagel schützen könnte. Mit dem Einsatz all seiner körperlichen und geistigen Kräfte. Der Aktionsplan ist gediehen. Nun muss er nur zur richtigen Zeit wach sein und hören, was draussen sich tut. Mein heiliger Ahorn muss sich selbst zu helfen wissen. Das erwarte ich von ihm. Er ist ja auch schon alt genug.

Montag, 6. Juli 2015

Gern Geschirr abwaschen

Das war schon immer so: Nach einem schönen Abend mit Besuch bei uns wasche ich gern das ganze Geschirr ab. Jedenfalls das, was nicht in den Geschirrspüler gehört > Weingläser weiss und rot, Besteck silbrig und alltäglich, grosse Pfannen und kleine Pfannen, Glasschüssel und Glasschälchen für Salat und Dessert, Krimskrams. Reto hat mich beim Morgenessen geneckt: "Jetzt wasche ich gleich das Geschirr ab." - Puuhhh, ich bin reingefallen und habe mich erschreckt für mein Arbeitsvergnügen gewehrt. Wo er doch ganz froh ist, dass ich das mache. Er mäht lieber den Rasen.

Unterdessen ist zehn Uhr vorbei. Vom gestrigen Abend ist alles verräumt. Der Rasen ist kurz. Wir dürfen uns überlegen, was wir als nächstes planen wollen. Irgend etwas Verrücktes, Sommerliches, Fröhliches.

Sonntag, 5. Juli 2015

Wie heiss ist eigentlich unseren Katzen?

Reto und ich halten uns so kühl oder lauwarm es geht. Morgens Storen runter und unten lassen bis am Abend. Sitzplatztüre bleibt zu, obwohl ich mich ein bisschen eigesperrt fühle. Sommer und ständig rein und raus - das gehört für mich zusammen. Aber nun! Nun mit soviel Grad Celsius! Türe bleibt zu, Katzen also draussen. Peppina ist mehrheitlich verschwunden. Tag und Nacht. Nur abends geruht sie, sich zu uns unter den Ahorn zu legen (also, wir sitzen). Bis Nepomuk sie nervt, dann verschwindet sie erneut. - Dieser Nepomuk ist ständig da. Mal unter meinem Bett, dann in Kayas Sommerhaus oder einfach langgestreckt im Gras. Sehr lang gestreckt. Keine Ahnung, wie er sich fühlt. Mir aber geht es gut. Ich koche, dann bin ich. Ich lese, dann bin ich auch. Ich schreibe. - Und ich habe mir die Zehennägel neu lackiert, weil die Stilberaterin im NZZ am Sonntag-Stilmagazin geschrieben hat, ungelackte oder schlecht gelackte Zehennägel gehen nun gaaaar nicht!!!

Samstag, 4. Juli 2015

Heute leben wir auf morgen hin

Morgen Abend haben wir Besuch. Alle im Haus und Nachbars sind bei uns turnusgemäss zu Gast. Neun Menschen am Tisch. Deshalb leben wir schon heute auf morgen hin. Wir haben geplant und genug Bier in den Kühlschrank gestellt. Wir sind einkaufen gegangen vor der grössten Tageshitze. Und gerade vorher haben wir die Wohnung geputzt. Jetzt bleibt noch, uns zu freuen auf die Gäste. Für heute ist die Arbeit erledigt. Morgen geht's weiter. Bleibt heute als Hauptaufgabe, uns immer wieder abzukühlen und genug zu trinken. Gut, sind wir nicht themenmässig überhitzt! Auch nicht heisshungrig. Und heisse Boys and Girls brauchen wir auch nicht (mehr) zu sein.

Freitag, 3. Juli 2015

Grossmutters Freude an der Enkelin

Gestern Abend habe ich mit Interesse die TV-Sendung über Grosseltern geschaut. Francois Höpflinger und seine Frau waren mit im Beitrag - er als Grossvater und Soziologe, sie als Grossmutter, beide zusammen regelmässig Enkelkinder hütend. Was wundert es, dass im Dok-Film unterschiedliche Meinungen präsent waren. Menschen im Grosselternalter, die gern hüten, andere, die sich schwer tun und vor allem beklagen, dass die Gesellschaft erwartet, dass man/frau sich regelmässig der Enkelkinder annimmt. Damit beide Elternteile arbeiten gehen können. Die Wirtschaft braucht die Frauen (wieder einmal).

Mich regt auf, dass die Wirtschaft, seit ich erwachsen bin (und schon immer?), je nach Bedarf an Frauen, die Mütter beredet, unbedingt zu Hause zu bleiben und die Kinder selbst zu betreuen oder aber, unbedingt auswärts arbeiten zu gehen und ihre Ausbildung ja nicht auf Eis zu legen. Wir wähnen uns frei, unser Lebensmodell selbst zu wählen - und sind doch so sehr gegängelt. Arbeitstätige und Pensionierte.

Da ist es unbedingt nötig, dass wir uns auf uns selbst besinnen und allenfalls mutig gegen den Strom schwimmen.

Das alles ändert nicht einen Deut daran, dass ich zu den Grossmüttern gehöre, die gern hüten. Ich habe heute zu Kaya gesagt: "Das Grosi hat Freude, dass du da bist." Da hat sie zur Antwort gegeben: "Kaya hat auch Freude am Grosi."

Was ist mit meinen Unzulänglichkeiten, dem, woran ich selbst keine Freude habe? - Vertagen auf den Winter. Oder so.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Ich laufe zu Höchstform auf

Wenn genug Wärme da ist, geht meine "Gsüchti" weg. Wenn die "Gsüchti" weggeht, macht das Leben doppelt Spass. So war ich heute leichtbefusst und hochbeschwingt zweimal unterwegs - am Morgen in der Badi. Ich kann im Fall noch schwimmen, und das freut mich sehr. Die Badi Geiselweid ist einerseits in die Jahre gekommen, andererseits sehr gut umgestaltet worden mit Naturbad und Libellentümpeln. Ich habe geschaut, Lindenduft eingesogen, und natürlich war ich lange, lange im Wasser. -
Am Nachmittag bin ich eingekaufen gegangen, einen ganzen Rucksack voll. Auch eine Illustrierte, weil da drin eine Reportage über einen schwulen Stier ist. Wo ich doch dem Herrn Michael Dahinden noch eine Briefantwort schuldig bin betreffs natürliche Schöpfung Gottes und so. Oder betreffs der unendlichen Erfindungen der katholischen Kirche, um die Schäfchen zu gängeln und "sauber" zu halten. Die Schäfchen! - Jetzt trinke ich zur inneren und äusseren Abkühlung kaltes Winterthurer Wasser. Bevor der Brief in Angriff genommen wird, will ich noch schnell echli Aprikosenkonfitüre kochen. Wohl bekomms!

Mittwoch, 1. Juli 2015

Zu Hause bleiben kostet weniger

Erster Juli - das bedeutet nichts mehr und nichts weniger als dass neues Haushaltsgeld und neues Taschengeld hereingekommen ist. Herrlich! Macht Freude! Erweckt Bedürfnisse wie Sand am Meer. - Soll ich endlich ansehnliche Unterwäsche kaufen? Ein oder mehrere Stück? Gibt es Bedarf an mehr ärmellosen Oberteils, wie die auch immer heissen mögen, jetzt wo der Sommer über uns hereinbricht? Oder folge ich der Stilberaterin, welche Frauen ab 50 abrät, ihre schwabbeligen Oberarme der Öffentlichkeit zuzumuten? Gehorche ich überhaupt noch irgend einem oder einer? Oder ist die Frau ab 66 endlich selbständig und eigenverantwortlich? (Ja, ja, ja!!!)

Heute Morgen fuhr ich per Bus in die Stadt und flanierte durch die noch angenehm temperierten Gassen. Bei Wachter habe ich das zweite leere, gleiche Buch für meine Lebensgeschichte gekauft, wo doch das erste schon fast voll ist. Dazu Kleinigkeiten. Dann habe ich mich im claro-Laden  umgeschaut. Mohnblumen machen sich auch auf Papierservietten gut. Muss so ein Pack fünf Franken kosten? Trotzdem, ich nehme sie. Wir brauchen. Im Weltbild erstehe ich nur ein Pixi-Büchlein für Klein-Kaya. All die Bücher da lasse ich stehen. Dann nur noch in den Regenbogenladen, um echli Zässe einzukaufen.

Das kalte Mittagessen schmeckt wunderbar. Aber echt - so ein Ausflug in die Stadt ist kostspielig! Und neue Unterwäsche habe ich keine.