Viele haben zu Corona Zeiten das Backen und das Handarbeiten wieder entdeckt. Bei mir ist es eher die Pensionierung. Ich habe immer gern "glismet", aber es ging nicht alles zusammen. Jetzt habe ich Zeit. Und neue "Lismernadeln" und viele Woll- und Garnknäuel in allen Farben. Ich liebe meine Fäden. - Und ich kaufe dauernd Mehl. Zuletzt Emmer auf dem Markt. Ein uraltes Getreide. Fast vergessen. Der sympathische Verkäufer auf dem Markt sagte, es schmecke ein wenig nussig. - Das erste Brot mit Emmer ist im Ofen. heute Abend kommen Schwester und Schwager "anes Kafi", was im Urner Oberland bedeutet, dass zuerst die Fleischschneidemaschine in Aktion tritt. Ein Glas Wein wird angeboten. Kafi gibt es dann schon auch noch, aber viel später.
Donnerstag, 15. Oktober 2020
Mittwoch, 14. Oktober 2020
Alle Jahre wieder...
Nein, kommt noch nicht der Weihnachtsmann. Aber die zugehörige Melodie verfolgt mich nun, nur weil ich an die Tulpenzwiebeln gedacht habe, die wir alle Jahre wieder in die Erde versenken. Mit Vorliebe rund um einen Baum. - Heute war der Tag! Esszwiebeln und Blumenzwiebeln haben wir gesetzt. Nicht durcheinander natürlich. Nepomuk hat interessiert zugeschaut und schon eine zukünftige Tulpe wieder ans Licht gebracht. Nun haben wir viele Windräder gesteckt. Soll der Wind kommen und die Katzen auf Distanz halten.
Dienstag, 13. Oktober 2020
Es gibt eine Gemeinde, die heisst "Erde"
In dieser Woche haben wir unseren Hochzeitstag. Wir feiern eine Schnapszahl (44 J.). Wir sind im Internet auf die Suche nach einem Ort gegangen, der ziffernmässig etwas mit uns zu tun hat. So liegt der Ort mit der Postleitzahl 4444 im Kanton Baselland. Der Ort ist klein und zieht uns nicht an. Schön wäre es, nach Erde zu fahren im Wallis (Postleitzahl 1976; man rechne). Aber in Coronazeiten ist mir das viiiiel zu weit. Wo es hin geht, melde ich später. Früher hat ja Reto noch Geburtstag.
Montag, 12. Oktober 2020
Manchmal wünsche ich mir...
Heute Morgen habe ich mein Whatsapp wieder "machen" können. Nun aber ist schon das nächste "Problem" da: Google wünscht, dass ich ein neues Konto einrichte. Dass ich meine Geräte verbinde. Wenn ich das aber nicht will? - Manchmal wünsche ich mir, dass "Alte Zeiten" wieder kämen. Radio und Fernsehen SRF gern. Ein Telefon, sogar ein Handy, okey, wenn es sein muss. Aber all der andere Firlefanz beansprucht zu viel Zeit und Aufmerksamkeit. Ich habe alles gern, was ich sehen, hören, riechen, schmecken, berühren kann. (Stimmt nur fast: Bücher kann ich zwar riechen und berühren, die Buchstaben lesen, aber die Geschichten sind nicht wirklich wirklich!)
Apropos Geschichten: Vor langer, langer Zeit habe ich geschrieben, dass ich Thomas Manns "Joseph und seine Brüder" ganz und gar lesen würde. - Ich bin gescheitert. Ich habe aufgegeben. Eine Geschichte, die in der Bibel ein gutes Dutzend Seiten umfasst, wird nicht besser, wenn sie um das gut Hundertfache verlängert wird.
Sonntag, 11. Oktober 2020
Altsein sei ein Tabu
Nicht mein jetziges Alter sei das Problem, sondern das Hochbetagt Sein. So ab achtzig Jahren. Dieses Alter komme öffentlich kaum mehr vor. das alles und noch mehr schreibt ein Landarzt im "Publik-Forum". Er selbst habe auch mühsam zur Erkenntnis gefunden, dass er sich mehr schonen müsse. Natürlich ist er noch nicht hochbetagt, aber die grössere Müdigkeit beginnt längst vorher. - Der Landarzt hat aber immer noch ein schlechtes Gewissen, wenn er richtige Ferien macht oder einen Gang hinunter schaltet. - Das kenne ich auch immer noch - das schlechte Gewissen, DASS ich mir erlaube, weniger zu tun. Ich werde in eine neue Gelassenheit hinein wachsen. Hoffe ich.
Samstag, 10. Oktober 2020
Nochmals gesammelt
Gestern habe ich im Garten nochmals sonnenwarme, trockene Kräuter gesammelt. Sie dörren in meinem Zimmer: Pfefferminze, Verveine, Estragon. - Ringelblumen habe ich so viele wie noch nie zuvor. Im Tiefkühlfach liegen geschnittener Schnittlauch und Peterli. Meine Teemischung wird reichen für den Winter. Valentin hat uns 10 Kilo Fleisch gebracht - von Rindern, die immer draussen sein können. - Bin ich also bereit für den Winter? - Ich mag ihn halt nicht. Muss ihn überleben. Aber ich rede mir gut zu: Heisse Schokolade ist auch etwas Feines. Adventszeit mag ich. Bündner Gerstensuppe von Reto gekocht. Und ich arbeite schon am Weihnachtsprojekt 2020.
Freitag, 9. Oktober 2020
Ich koche gern, aber...
Meine Marroni Panade gestern habe ich etwas verbrannt. Judith hat getröstet, das seien Röstaromen. Aber ganz zufrieden war ich weder mit mir noch mit dem Rezept. Ich koche gern. Ich lese gern über das Kochen. Ich sehe gern Kochsendungen. Und nach all dem bin ich trotzdem einfach eine durchschnittliche Köchin. Eine alte Frau dazu, die immer noch von den Rahmschnitzeli ihrer Mutter schwärmt. Ich liebe Gewöhnliches, Althergebrachtes. "Chnöpfli", Rösti, Kartoffelstock und Co.! Ich erwärme mich (leider?) nicht für Asiatische Küche. Mir fällt es schwer, weniger Butter zu brauchen. Ich weiss, wie "gesund" geht, aber Reto und ich haben lieber ungesund. Gibt es Hoffnung für eine positive Entwicklung? Oder ist unsere tägliche Zufriedenheit positiv genug?