Feste Ansichten zu haben ist nicht falsch. Gerade in einer Zeit, in der alles zu gehen scheint. Gerade in einer Zeit, wo Hemmungen fallen, wo Normen verachtet werden, wo Prinzipien als ewig-gestern gelten. - Ein Wochenprogramm zu machen samt einem Menüplan gibt Struktur. Man weiss, was einen erwartet. - Stilempfehlungen und Verhaltensregeln geben Halt, wenn man sich auf unsicheres Terrain begibt. (Manchmal sind sie einfach nur amüsant.")
Aber man kann auch festfahren. Der Lebenskarren kommt nicht mehr frei, bleibt stecken. - Nebst festen Bräuchen braucht das Leben auch Überraschung und Abwechslung. Braucht es Mut zum Springen. - "Lerne die Regeln gut, damit du sie brechen kannst." sagt der Dalai Lama.
Mache einen Plan - und brich ihn dann fröhlich. - So tun wir heute. Wir können das noch!
Montag, 23. März 2015
Sonntag, 22. März 2015
Historiker widersprechen
Und dann haben wir gestern wieder einmal die schweizerische Politik neu entworfen - bei Freunden am Esstisch. Die originelle Idee unseres Freundes, dass Politiker per Los erwählt werden sollten, wird sich wohl nicht durchsetzen, ist aber bedenkenswert. Umso mehr, als er meinte, es käme wohl nicht schlechter heraus. Zu betonen ist, dass wir nicht der Meinung sind, Politiker würden es nicht gut machen wollen. Gewiss treten sie an mit guten Absichten für unser Land.
Aber das Volk, das Volk will nicht so, wie wir gern wollen. Ich staune immer wieder, wie sehr ich z.B. mit Daniel Binswanger im Tagi-Magi übereinstimme - und wie ganz anders "das Volk" dann stimmt und wählt. Gehöre ich eigentlich nicht dazu? Und warum wird die Linke ständig belacht und herunter gemacht? Verstehe ich echt nicht.
Jetzt hören wir wieder ständig, wie die Neutralitätspolitik entstanden sei und wie schon die alten Eidgenossen fremden Richtern widerstanden hätten. Diese Rede ist das Hohelied der Rechtsparteien. Historiker widersprechen, aber wie Peter von Matt sagt, "perlt die historische Aufklärung an der breiten Öffentlichkeit ab, erreicht die Tiefen des Nationalbewusstseins nicht". Kommt es eigentlich darauf an, wer am lautesten schreit?
Aber das Volk, das Volk will nicht so, wie wir gern wollen. Ich staune immer wieder, wie sehr ich z.B. mit Daniel Binswanger im Tagi-Magi übereinstimme - und wie ganz anders "das Volk" dann stimmt und wählt. Gehöre ich eigentlich nicht dazu? Und warum wird die Linke ständig belacht und herunter gemacht? Verstehe ich echt nicht.
Jetzt hören wir wieder ständig, wie die Neutralitätspolitik entstanden sei und wie schon die alten Eidgenossen fremden Richtern widerstanden hätten. Diese Rede ist das Hohelied der Rechtsparteien. Historiker widersprechen, aber wie Peter von Matt sagt, "perlt die historische Aufklärung an der breiten Öffentlichkeit ab, erreicht die Tiefen des Nationalbewusstseins nicht". Kommt es eigentlich darauf an, wer am lautesten schreit?
Samstag, 21. März 2015
Gute Ratschläge
Ich kaufe keine Lebenshilfebücher mehr. Sie helfen nicht wirklich. Eher geben sie ein schlechtes Gefühl, weil man es trotzdem nicht schafft. Nicht schafft, schlechte Eigenschaften los zu werden, über den eigenen Schatten zu springen, sich grundlegend zu verändern. Und der Partner ist sowieso resistent.
Aber da habe ich gerade gelesen in einer Frauenzeitschrift "für alte Frauen", wie mein Mann zu sagen pflegt, dass kleine Rituale das Eheleben verbessern, ja retten können. - Wir haben auch so ein Ritual: Ich öffne die grosse Sitzplatztüre und atme Luft ein. Ich höre die Vögel draussen. Ich spüre das Wetter. Vielleicht ist es kühl. - Es dauert keine zwei Minuten (oder so...), da steht mein Eheliebster auf und schliesst wortlos meine grosse wunderbare Türe zur Welt. Er friert.
Gute Ratschläge bitte getrennt an uns senden in Couvert, das mit "persönlich" adressiert ist. Es geht um die Rettung unserer Ehe!
Aber da habe ich gerade gelesen in einer Frauenzeitschrift "für alte Frauen", wie mein Mann zu sagen pflegt, dass kleine Rituale das Eheleben verbessern, ja retten können. - Wir haben auch so ein Ritual: Ich öffne die grosse Sitzplatztüre und atme Luft ein. Ich höre die Vögel draussen. Ich spüre das Wetter. Vielleicht ist es kühl. - Es dauert keine zwei Minuten (oder so...), da steht mein Eheliebster auf und schliesst wortlos meine grosse wunderbare Türe zur Welt. Er friert.
Gute Ratschläge bitte getrennt an uns senden in Couvert, das mit "persönlich" adressiert ist. Es geht um die Rettung unserer Ehe!
Freitag, 20. März 2015
Wie lange koche ich eigentlich schon?
In der Oberstufe in der Bezirksschule Zofingen hatten wir das Schulfach "Kochen". Das gefiel mir sehr, und ich kochte zu Hause gern Rezepte nach. Meinem Mami wiederum gefiel dies. Gefüllte Omeletten war einer meiner Hits. - Ich koche also schon lange. Aber so etwas wie heute ist mir gewiss noch nie passiert! - Es gab zum Zmittag Salattellerchen für Reto und mich. Vorausschauend auf den Abend, wo wir unsere erste Grillbratwurst geniessen werden. Nebst Nüsslisalat, Rüeblisalat und Chicoréesalat wollte ich Kabissalat zubereiten. - Speckwürfeli anbraten, gehobelten Kabis dazu, umrühren, Deckel darauf, abwarten. Dann Deckel wegnehmen und den Kabis weiterverarbeiten. - Wollte ich!!!! Aber der Deckel liess sich nicht wegnehmen, auch nicht mit aller Kraft, auch nicht mit Gewalt. Männlicher. - Es hatte sich ein Vakuum gebildet. Die neue Pfanne und der uralte Deckel aus dem Nachlass von meinem Götti passten allzugut zueinander. - Idee von Reto: abkühlen, dann zieht sich der Deckel zusammen. - Wir assen Zmittag ohne Kabissalat. Viel später holte Reto die Pfannen-Deckel-Einheit wieder aus dem Kühlschrank. Sie wollten nicht voneinander lassen. Aber diesmal half Hauen und Stechen. Morgen gibt es Kabissaltat zur Bärlauchomelette. Bärlauch haben wir unterdessen auch noch geholt im Wald.
Donnerstag, 19. März 2015
Bunt und rund wie ich bin!
Geburtstagskartenlese! - Mein Leben beginnt neu, lese ich auf der einen Karte. Ich soll die Sorgen einfach verschlafen auf einer anderen. Das grosse Glück sei die Summe kleiner Freuden auf einer dritten. - Ich lasse mich bereichern, inspirieren - auch von schönen Fotos on Facebook. Ich lehne mich gemütlich zurück. - Aber hoppla, da schickt mir eine Freundin ganz viele bunte Pünktchen und Punkte und wünscht mir, dass bunte Erinnerungen vor meine Füsse fallen und ich mich freue, "bunt und rund, wie ich selber sei". - Es gab Zeiten, da wäre ich vor Schreck vom Hocker gefallen. Tat ich alles, dass man das "Rund" unter schlabbrigen Pullovern höchstens ahnte (meinte ich). Aber jetzt? Bunt und rund wie ich bin - Oh, jaaaa. Gern! Ich geniesse und mache Schritte in das neue Leben ab sechsundsechzig. Ich freue mich auf das, was kommen will. Wenn es rund läuft umso besser!
Mittwoch, 18. März 2015
Überraschungstag
Ich habe angetönt, dass mein Geburtstag bevorsteht. Da bin ich wie ein Kind, ich habe soooo gern Geburtstag!!! Jetzt neigt er sich dem Ende zu. Ich werde aber bis Mitternacht aufbleiben. So viel Zeit brauche ich gewiss, um mir nochmals alles zu vergegenwärtigen, was heute gelaufen ist. Es kamen Gäste, die waren angemeldet, und es kamen Gäste, die waren nicht angemeldet. Der Kuchen, den Kaya und ich gebacken haben, war fein, und der Schoggimöcklikuchen, den meine Tochter gebacken hat, war auch fein. Reto hat perfekt gekocht. Mmmmhhhh! Kann er gern wieder machen. Mein Onkel Max, der letzte Onkel, den ich noch habe, hat telefonisch gratuliert. Wie schön! - Am allerallerüberraschendsten war der Anruf mit Gratulation eines Lehrerkollegen aus dem Kanton Aargau. Nach bestimmt zwanzig Jahren hat er sich gemeldet und gefunden, dass man sich ja mal zu einem Kaffee treffen könnte, um ein wenig zu erzählen. Damals haben wir zusammen Jugendarbeit gemacht. Mein Gott, ist das lange her...
Montag, 16. März 2015
Wo habe ich das gelesen?
"Wenn die Eltern sterben, geht man ein Leben lang schwanger mit ihnen."
Nicht wörtlich genau so, aber so ähnlich habe ich es irgendwo gelesen. Es hat sich in mir festgesetzt. Vielleicht, weil mein Vater gestern Geburtstag gehabt hätte - den zweiundneunzigsten. Aber er ist schon mit einundsiebzig Jahren gestorben. - Und ich gehe weiterhin mit ihm schwanger. Wie in einer wirklichen Schwangerschaft weiss ich nicht, was dabei herauskommen wird. Und wie in einer wirklichen Schwangerschaft sind die Gefühle ambivalent. Schwanken. - Momentan bin ich latent traurig. Ein bisschen nostalgisch auch. Aber der März hat es eben in sich in meiner Herkunftsfamilie. Hochzeitstag meiner Eltern. Sie durften keine fünfzig Jahre verheiratet sein, aber immerhin sechsundvierzig. Geburtstag meines Vaters. Folgt mein eigener Geburtstag. Und ich werde ja auch schnell älter, alt. Wie es meinen Kindern mit mir geht? Gehen wird?
Nicht wörtlich genau so, aber so ähnlich habe ich es irgendwo gelesen. Es hat sich in mir festgesetzt. Vielleicht, weil mein Vater gestern Geburtstag gehabt hätte - den zweiundneunzigsten. Aber er ist schon mit einundsiebzig Jahren gestorben. - Und ich gehe weiterhin mit ihm schwanger. Wie in einer wirklichen Schwangerschaft weiss ich nicht, was dabei herauskommen wird. Und wie in einer wirklichen Schwangerschaft sind die Gefühle ambivalent. Schwanken. - Momentan bin ich latent traurig. Ein bisschen nostalgisch auch. Aber der März hat es eben in sich in meiner Herkunftsfamilie. Hochzeitstag meiner Eltern. Sie durften keine fünfzig Jahre verheiratet sein, aber immerhin sechsundvierzig. Geburtstag meines Vaters. Folgt mein eigener Geburtstag. Und ich werde ja auch schnell älter, alt. Wie es meinen Kindern mit mir geht? Gehen wird?
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