Sonntag, 24. Mai 2015

Während Reto in der Kirche ist...

Ich bin rekonvaleszent. Deshalb bleibe ich heute einmal einfach zu Hause und tue nichts. Jedenfalls fast nichts. Ich habe nur das Geschirr vom gestrigen Besuchsabend abgewaschen und versorgt und noch schnell die Silbergabeln aufpoliert. Ferner habe ich mir überlegt, wie ich ohne allen Aufwand zu zwei neuen Lätzli für Kaya kommen könnte. Und dann habe ich sie gemacht. In zwei kleine Frottiertüchlein Halsausschnitte geschnitten mit der Zickzackschere und Bändel angenäht - und schon sind wir im Besitz von neuen praktischen Lätzli. Und die Geschenktüchlein haben eine Funktion. Endlich. - Reto betet unterdessen in der Kirche auch für mich. Pfingstgeist ist ja immer gut und willkommen.

Samstag, 23. Mai 2015

Extra für meine Beste Freundin!

Ich bin ein wenig krank. Ich bin müde. Wir bekommen Nachtessensbesuch. Unsere Enkelin kommt überdies. Aber ich schreibe schnell ein "Blöglein" extra für meine Beste Freundin, weil sie ein "Bettmümpfeli" schätzt. zum Glück ist Reto der Hauptkoch heute Abend. Als Handlangerin habe ich wenigstens keine Verantwortung. Morgen ist alles wieder besser, oder wie lange dauert eine kräftige Erkältung mit erhöhter Temperatur? Ich bitte um viiiieeeel Mitgefühl!

Freitag, 22. Mai 2015

Alten Zeiten nachhängend

Ich lese immer mindestens ein Buch. Jetzt eines, in dem eine Frau einem Mann von ihren Söhnen erzählt. Wie sie zur Welt gekommen sind. Wie sie waren als Kinder und als junge Erwachsene. Wie sie als Mutter zu ihnen stand und zu ihnen steht.

Ich lese und erinnere mich selbst an meine Kinder, die unterdessen sehr erwachsen sind. Ich weiss nicht, ob ich so viel zu erzählen hätte wie die Frau im Buch. Es macht mich ein wenig traurig, dass ich nicht mehr jedes Detail weiss. Dass ich vielleicht nicht sooo fasziniert war von ihnen wie jetzt von Enkelin Kaya. Aber jetzt muss ich auch nicht noch den Haushalt schmeissen, wenn Kaya hier ist. Jetzt kann ich mich einfach auf den Boden setzen und schauen, was das Kind von sich aus macht. Dann trage ich das Meine bei, und es ist einfach wunderbar, was daraus entsteht.

Aber das Jetzt wäre nicht möglich ohne das, was war. Und siehe, es war sehr gut, und es ist sehr gut. Ich habe Glück.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Ich und nähen?!

Gestern hätte Reto gern gehabt, dass ich ihm neue Hosen auf seine Grösse gekürzt hätte. Das sagte er am frühen Abend, wo ich mich schon auf freie Zeit eingerichtet hatte. Auf meine Zeit, die mir gehört. Ich mache, was ich will. Aufträge werden vertagt. Nicht bis zum Winter, lieber Reto, wie du fälschlich vermutest. - Gestern also die Idee, für Kayas Baby-Puppe ein Schlafsäckchen zu nähen.

Da gibt es doch irgendwo ein Stück blauen Stoff mit herzigen Enten drauf. Hervor damit. Und jetzt zuschneiden nach Gutdünken. - War zu viel weggeschnitten. Muss oben wieder ansetzen. - Ein Schlafsäckchen muss warm sein. Füttern? Womit? Eine Flanellwindel wird doppelt gelegt und diesmal richtig zugeschnitten. Dann von Hand zusammennähen. Sieht wirklich gut aus, wo ich doch gar nicht nähen kann. Um Viertel vor zwölf Uhr in der Nacht geht das Grosi schlafen. Der Rest kommt bald. Es fehlen noch Knöpfe und Bänder, mit denen Kaya sich ihr Baby unterwegs umbinden kann. - Jetzt nähe ich weiter. Reto braucht sowieso den Computer.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Die Stadt für mich allein

Schon um halb acht Uhr morgens fahre ich per Bus in die Stadt. Meine Augenärztin will mich sehen. Immer wieder staune ich, wie anregend so eine Busfahrt ist. Da steht ein riesengrosses Strumpfhosengirl und ragt fast bis zur (gepolsterten?) Decke des Fahrzeuges. Sie hat wirklich schöne, lange Beine. Aber tut man das? In schwarzen Strumpfhosen (Leggins) zur Arbeit gehen? - Neben mir sitzt der Andachtsjunge. Ein geschäftiger Mann, der zuerst das Smartphone checkt und dann auf dem Tablet einen religiösen Text liest. - Vis-à-vis guckt mir eine freche "Zigimakerin" ins Gesicht. Sie holt aus einem Tabakbeutel braunes Zeug,  nimmt ein weisses Zigarettenpapierchen und einen Filter und rollt sich ein dünnes Luststengelchen. Bon appétit! - Dann bin ich in der Stadt. Und dort in der Marktgasse bin ich fast allein. Nur die Bäckereien haben schon offen, und da und dort gibt es ein "Käfeli". Die Augenärztin sagt mir mit kühler Freundlichkeit, dass sich mein Sehvermögen verschlechtert hat, aber weil ich nicht Auto fahre, reicht es noch ohne Brille. In einem Jahr wieder und dazwischen die Augen schön brav mit künstlichen Tränchen begiessen.

Dienstag, 19. Mai 2015

Morgenstund

"Jetzt ist unsere Katze doch überfahren worden." denke ich morgens um halb sieben Uhr, wo ich meine, es sei halb acht Uhr. Sonst stehen beide Katzen immer bereit, um eingelassen zu werden und sofort ihr Nassfutter zu bekommen. Vielleicht kommen sie sowieso im Sommer bloss nach Hause, weil sie dieses Katzennass so lieben. Im Winter wollen sie in meinem warmen Zimmer übernachten. Im Sommer glaubt man fast, man habe keine Katzen mehr. - Und was ist heute mit meinem Ehemann los? Sonst steht er zuverlässig auf, so wie wir es am Abend besprochen haben. - Koche ich erst mal Kaffee. Er wird kommen. - Er kommt nicht. - Ich klopfe an seine Zimmertür. Da sagt der Mann:
"Was, so früh?!!" - Ich schaue auf die Uhr: Es ist gerade mal zehn vor sieben Uhr.

Montag, 18. Mai 2015

St. Petersinsel

 
Zum ersten Mal auf der St. Petersinsel - da darf angestossen werden. Ich habe aus Löwenzahnhonig, Wasser und Gin kürzlich einen Likör gemischt. Davon habe ich ein Kleinstfläschchen mitgenommen. Dazu den Rest meiner Rosmarin-Fenchel-Sternanis-Crunchs. Zusammen ergab das den Apéro auf unserer kleinen Wanderung von Erlach auf die Insel.


Stefans Weihnachtsgeschenk im Mai eingezogen. So schönes Wetter und gute Laune von uns vier. Und ein feines Mittagessen mit Insel-Chasselas im "Chlosterhof".