Sonntag, 5. November 2017

Wie vorhergesagt

Damit mussten wir rechnen, dass das Wetter kippt. Dass es schneit in den Bergen. Dass unser Ferienort meldet, das Meer sei zu kalt zum Baden. Wobei - das würden wir gern selber entscheiden, wann es uns zu kalt ist. Gestern z.B. haben wir im Freien unseren Mittagskaffee getrunken. Unsere kleinen Verrücktheiten lassen wir uns nicht nehmen. Müssten noch ein paar erfinden, vielleicht auch grössere. Vielleicht komme ich diese Woche wieder einmal zu einem "Räuberessen". Reto mag das nicht, aber er ist am Dienstag fort. Ob unsere Enkelin mit mir "räubert"? (Wir essen alles mit den Händen.) Überhaupt "erfinden" - es ist Zeit, Weihnachtsgeschenke zu erfinden. Würde manchmal gern hören, was die Beschenkten hinter vorgehaltener Hand so sagen zu unseren Geschenken. Unser Josef-Pfarrer-Freund sagt jeweils: "Typisch Esther!" - Ich nehme es standhaft als Kompliment.

Samstag, 4. November 2017

Es ist Samstag

Reto bereitet ein Raclette zu; ich freue mich darauf. Es ist das erste in dieser Saison. - Am Morgen waren wir in der Apotheke und im Coop Oberi, wo wir gern einkaufen. In der Apotheke brauchte ich eine Winterportion Gsüchti-Salbe. Den ganzen, langen Sommer war alles gut. Kaum kommt das erste herbe Winterlüftchen, schmerzt es da und dort. Das erinnert mich sehr an meine Mutter und mein Gotti. Voltaren Salbe war das Gebot der Stunde. "Schmiere ond salbe hilft allethalbe." - Ein Leitspruch von Mami. Nun bin also ich dran. Alles geht weiter oder doch vieles. Aus Voltaren ist ein Generikum geworden - ist billiger. - Wochenend-Einkauf haben nicht nur Reto und ich gemacht. Die Pensionierten nehmen zu. Oder fallen sie vor allem auf, weil manche von ihnen langsam und umständlich geworden sind? - Noch ein Weilchen fühlen wir uns ihnen überlegen. - Ich freue mich, dass heute nichts mehr los ist. Innerlich die Woche aufräumen.

Freitag, 3. November 2017

Aktion Kerzenkauf

Heute hat die Firma Hongler in Altstätten SG ihre jährliche Weihnachtsausstellung eröffnet. Wir waren bei den ersten, die sich in Ruhe alles anschauen konnten. Beim Kiloverkauf zu guten Konditionen haben wir zugeschlagen wie noch nie. Aber wir brauchen im Winter Kerzen wie Luft zum Atmen. Eine meiner schlimmeren Vorstellungen besteht darin, dass ich mich im Pflegeheim sehe und keine Kerze anzünden darf. Noch ist es nicht so weit. - Nach der Kerzenfabrik spazierten wir ins Stadtzentrum und fanden das Restaurant "Frauenhof", wo wir draussen so etwas von perfekt speisten!


Später fuhren wir mit der Zahnradbahn nach Gais, wo wir zwei Züge übersprangen, damit ich in der dortigen Papeterie stöbern konnte. Wir kennen sie von früher. Klein, aber sehr fein. Die dicke, weisse Weihnachtsballerina aber leistete ich mir nicht. Ansehen ist auch schön.

Donnerstag, 2. November 2017

Nichts bleibt, wie es ist, wenig, wie geplant

Wir hatten uns gefreut, heute einen Tisch voll Leute zu haben. Ich war schon dran, "Chnöpfli" für ungefähr zehn durchs "Chnöpflisieb" ins heisse Wasser zu streichen. Da kam das Telefon, dass zwei ausfielen. Krank. - So ist das Leben. Umdisponieren. Das Fleisch war noch verpackt, die Hälfte konnte sofort in den Tiefkühler. Und ja, Dessert haben wir einfach doppelt so viel gegessen. - Statt zu basteln, was ich mit zwei Kindern geplant hatte, gingen wir mit einem Kind im Bollerwagen ins Hegifeld. Da haben wir erstmals im Leben heutiger Zuckerrübenernte zusehen können. Sehr rationell, schnell. Beeindruckend. Gesehen, weil die Planung ins Wasser fiel oder in die Zuckerrüben oder in die Bächlein im Hegifeld. - Nun hoffe ich bloss, dass das kranke Kind wieder gesund ist. Aber Dessert bei uns gibt es morgen nicht - schon gegessen.

Mittwoch, 1. November 2017

Heute ohne Grosse Fragen

Heute sind wir ohne Grosse Fragen zum Friedhof gefahren mit dem Bus und haben getan, was so viele tun: Wir haben die Gräber unserer Angehörigen besucht. Wir haben meiner Mutter und meinem Götti je ein Gesteck gebracht. Wir sind gestanden und haben uns an sie erinnert, was wir natürlich auch sonst immer wieder tun. Aber diese Orte haben Bedeutung. Ich bin froh um sie. Dort ist das Erinnern am intensivsten. Wohl, weil es keine Ablenkung gibt. - Wir haben an die Jahre im Urner Oberland gedacht, wo die Bräuche um Allerheiligen/Allerseelen noch sehr lebendig sind und gelebt werden. Nein, nicht alle Innerschweizer fahren nach Zürich und shoppen. In den kleinen Dörfern besucht man gemeinsam die Gräber, betet gemeinsam, und die Gräber werden mit Weihwasser besprengt. Jeder und jedem wird gedacht. Keine und keiner wird vergessen. (Fast) alle sind da.

Dienstag, 31. Oktober 2017

Philosophieren beim Mittagskaffee

Ausgegangen sind wir von der Frage: Wann gehen wir auf den Friedhof? - Gräberbesuch um Allerheiligen/Allerseelen. Und sollen wir unsere Enkelin einmal mitnehmen zu den Gräbern unserer Verstorbenen? - Aber was sagen wir ihr, wenn sie fragt? - Spannend, wie sich das Gespräch zwischen meinem Ehemann und mir entwickelt hat. Mäandriert ist zwischen "wir sehen unsere Verstorbenen dereinst wieder" zu "wir werden zu Erde und Blumen werden wachsen" zu "ein ewiger Kreislauf geht weiter". Das darf alles sein, und wie Reto gesagt hat, wir dürfen glauben, was uns gut tut. Und wie ich sage, wir müssen uns nicht festlegen und nicht bewerten, schon gar niemanden überzeugen wollen von unseren Meinungen. - Ist doch schön, beim Mittagskaffee über ganz Grosse Fragen zu philosophieren.

Montag, 30. Oktober 2017

Einwintern

Bevor Reto heute Morgen unsere nicht winterharten Pflanzen in den Keller gebracht hat, bin ich mit dem Fotoapparat im Gärtchen gewesen. Regentropfen am ausgewachsenen Fenchel, letzte Himbeeren, Kapuzinerkresse blühend, noch nicht erfroren, kommt noch. Unterdessen hat die Sonne die Regentropfen schon ausgetrocknet. Ich darf heute "Herbst" denken und noch nicht "Winter".