Mittwoch, 24. April 2019

Wir haben schon...

Es ist elf Uhr elf. Wir haben schon die Zeitung gelesen - und uns über das Bischof-Thema geärgert. Wir haben schon Betten abgezogen, Wäsche gewaschen und aufgehängt und Betten neu bezogen - und freuen uns auf den frischen Duft am späten Abend. Wir haben schon Kartoffeln gekocht für die Rösti - und braten sie bald mit braunroter Kruste und Wursträdchen. Gurkensalat dazu und Kräuter aus dem Garten. Wir haben schon den Coiffeurspaziergang (= interner Kennname) gemacht - und alle Gärten am Weg sehr interessiert begutachtet. Es grünt so grün...

Dienstag, 23. April 2019

Sozusagen ein Ferientag

Alle haben Ferien und fahren fort. Wir wollen auch. So sind wir heute nach Zürich gefahren und haben im Globus eine klitzekleine Besorgung gemacht. Dann mit dem Tram zum Bürkliplatz und ins nächstbeste Schiff und auf den See. - Wo fährt es hin, unser Schiff? - Kleine Seerundfahrt eineinhalb Stunden. Das reicht, um uns zuerst den Wind um die Ohren blasen zu lassen. Erst als wir kalt haben, gehen wir hinein und essen zusammen einen Zürichseeteller oder eher das Allerlei, was draufgepackt ist. - Bezahlen, aussteigen, die Bahnhofstrasse Richtung Bahnhof in Angriff nehmen. - Da sehe ich einen blumenfarbigen Innenhof. Ich lade Reto sofort zu einer Tasse Kaffee ein im Garten des "Puro. The social Club". Ach, ist das wunderschön. Ein Innenhof mit Bäumen und Spatzen, die darauf herumtschilpen. Tische und Stühle an der Sonne. Vor uns eine grüne Löwenskulptur in plätscherndem Brunnen. Darum herum ein Meer von Blumen. Orange Stiefmütterchen, deren Duft bis zu uns dringt. Bellis ohne Zahl und geschickt gesetzte Tulpengrüppchen. Wir dürfen da sitzen und staunen und haben tatsächlich auch Ferien.

Montag, 22. April 2019

70 ist gefährlich

Ich pinsle meinen Gigot im Ofen mit Marinade ein und denke: "Vielleicht das letztemal ein Gigot an Ostern!?" - Dabei geht es nicht um das arme Tier aus den Schweizer Bergen, das für uns das Leben gelassen hat. Nein, ich bekenne mich weiterhin zum gemässigten Fleischessen. Es geht darum, dass ich, seit ich siebzig bin, immer häufiger denke: "Vielleicht nur noch einmal dies und das." - Noch einmal ein grosses Fest feiern, noch einmal nach Südfrankreich fahren, noch einmal ein Osterlamm...

Aber das muss nicht sein. Ich habe mir heute Morgen viel Kyttasalbe auf die Hüften massiert. Und tatsächlich sind die Schmerzen weg. Ich übe mit einem Buch meinen Schwindel wegzubekommen. Ist schon um einiges besser. (Heute nicht; vielleicht bringt es dann der Wein und die Freude.)

Jedenfalls gelobe ich Besserung. Meine Gedanken sollen sonnig sein wie das Wetter. Heute ist heute, und morgen sehen wir weiter. Frohe Osterzeit!

Sonntag, 21. April 2019

Ostern mit der "Roten Zora"

Hansjörg Schneider, der Autor der Hunkeler Krimis, hat in seiner Autobiografie "Kind der Aare", wo ich mich finde und finde, vom Jugendbuchklassiker "Die rote Zora" geschwärmt. Weil ich das Buch zur richtigen Zeit nie gelesen hatte, habe ich es mir jetzt vorgenommen. Und siehe da, es ist jetzt die richtige Zeit. Es berührt mich. Ich lasse das Mittagsschläfchen sein, um weiter zu lesen. - Also Ostern mit Zora und den Buben ihrer Bande. Sich wehren für das Leben. Für das eigene und dasjenige von Freundinnen und Freunden oder solchen, die es werden könnten. Das ist gut. Ist österlich. Weit mehr als ein "Tatort" am Abend. Glaube ich. - Und österlich ist meine Freude am Frühling, am Wachsen. Meine Vorfreude aufs Kochen morgen und aufs Essen und Trinken mit der Familie. - Karfreitäglich ist mein Dilemma mit der katholischen Kirche. Da bin ich der Zeit hintennach. OSTERN ist.

Samstag, 20. April 2019

Und noch die Bilder



Heute einfach Freude, Freude über den Tag!
(hurrah, wir haben den Einkauf hinter uns...)

Freitag, 19. April 2019

Wir haben es WIEDER getan

Ich stehe in der Tradition meiner Mütter (Grossmutter, Mami) und koche jedes Jahr Ostereier im Zwiebelschalensud. Nicht bevor ich "Chrüütli" (Kräuter) darum gelegt und in einem Stück Strumpfhose fixiert habe. - Reto hat seine Liebling-Färbetechnik mit farbigem Seidenpapier angewendet. So haben wir WIEDER unser gewohntes Osterkörchen voller gekochter Ostereier. - Und WIEDER sind wir in den Wald gegangen und haben unter viel Mühe riesengrosse Zweige von Fallholz heimgeschleppt, da gut zur Hälfte gekürzt, mit vielen Wortmeldungen (Streitereien?) ins Wasser gestellt - und jetzt steht WIEDER ein Osterbaum in der Ecke. WIEDER haben wir ihn schön geschmückt (die bemalten Enten- und Hühnereier von Leandra sind Kunstwerke). Und WIEDER sind wir JETZT sehr zufrieden mit uns.

Donnerstag, 18. April 2019

Nein, Sommer ist es noch nicht

Ganz selbstvergessen sass ich im Garten unter dem Ahorn. Ich las in einem Buch über Südfrankreich und seine Literatur. Sah die Bildchen der Berühmten, die dort Ferien gemacht hatten, wo ich auch schon war. Thomas Mann, Alphonse Daudet, Mistral, der Dichter des Midi. Als mir kalt wurde. Unangenehm kalt, wo ich doch einen  Sommerabend im Garten verbringen wollte. Ein Glas Rotwein später. Sein, einfach sein. Die Osterfeiertage mit mir allein feiern. Aber es ist kalt. Ich habe mir eine Jacke übergezogen. Frage mich, ob wir im Herbst in die Provence fahren könnten...