Mittwoch, 15. Januar 2020

Gestern habe ich mich vergessen

Wir hatten lieben Besuch zum Mittagessen. Sassen zu dritt lange, lange am Tisch und redeten über Gott und die Welt. Als der Besuch sich auf den Heimweg gemacht hatte, nahm ich mein Bibliotheksbuch zur Hand - und dann las ich einfach, bis es fertig war. Wann habe ich so etwas (Faules) das letztemal gemacht? - Buch zufrieden weggelegt. Zeit zum Meditieren. Zuerst noch das Abendessen auf den Herd stellen. - Dann habe ich vergessen, die Kochplatte auszuschalten. Komme ich vom Meditieren, und es riecht nach verbranntem Blumenkohl. Wir konnten aber den grössten Teil des Gemüsecurrys noch essen, sogar geniessen. Und die Pfanne ist auch wieder blitzblank. Nichts passiert. Alles gut und ich fröhlich.

Montag, 13. Januar 2020

War ich auch so?

Seit kurzer Zeit redet unser Hütekind sozusagen ohne Punkt und Komma. Sie weiss so viel zu erzählen, und das ist gut und schön. Aber auch ein wenig ermüdend. - Und nun frage ich mich, ob ich nicht bis vor wenigen Jahren auch so war. Ich wusste eigentlich auch immer etwas zu erzählen. Ich diskutierte gern, viel und heftig. Ich hatte zu allem eine Meinung. MEINE Meinung! - Das hat sich geändert. Mit dem Alter. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, ich hätte nichts mehr zu erzählen. Alles nicht so wichtig. Oder alles schon (mehrfach) zum Besten gegeben. Aber mir selber erzähle ich meine Lieblingsgeschichten immer noch gern. Meistens vor dem Einschlafen zwischen elf und zwölf Uhr nachts.

Sonntag, 12. Januar 2020

Shocking

Da spazierten wir gemütlich zwischen den Häusern. Schauten in Gärten und auf Vorplätze. Erwarteten nichts Besonderes. Und da waren sie - ganz viele blühende Schneeglöcklein an einer Hausecke. - Wir schreiben den 12. Januar 2020.

Samstag, 11. Januar 2020

Geh aus dem Haus

Wir waren gerade mal ein Stündchen einkaufen. Und schon komme ich mit Eindrücken heim. - Erste Überraschung: Ausserhalb des Gartentürchens haben wohl Kinder viele Zweige gesammelt und daraus in der Ecke eine Art Vogelnest am Boden gemacht. Ob da wohl eineR einzieht? - Unterwegs gab es mehrere Velos, die an Orten standen, wo sie wohl nicht die Besitzer hingestellt oder angelehnt hatten. Hoffentlich findet das zugehörige Kind sein wunderschönes, grünes Kindervelo wieder! - Im Coop lehnte eine grosse, dunkelhaarige Frau in weinrotem Mantel so an einem Pfosten, dass ich fast schon fragen ging, ob es ihr nicht gut gehe. Aber sie las nur sehr intensiv den Einkaufszettel. Trotzdem würde ich gern wissen, was mit ihr ist. Ungewöhnlich, dass sie alle Einkäufe in ihr "Postiwägeli" lud, an der Kasse wieder aus und wieder einlud. Ungewöhnlich, dass sie mit dem Taxi wegfuhr.

Freitag, 10. Januar 2020

Was fressen Graureiher im Winter?

Wir sind im Hegifeld gelaufen. Ausser vielen, vielen Hunden haben wir Krähen gesehen und gehört. Im Eilflug waren sie unterwegs und haben gekrächzt, so laut sie konnten. Am kleinen Bächlein nahe beim Schloss Hegi stand ein Graureiher, der sich kaum von Hunden vertreiben liess. Stand und schaute, flog ein wenig, stand und schaute erneut. - Was fressen sie eigentlich (im Winter), die Graureiher? - Ich habe nachgelesen: Fische, Schlangen, Molche, Wasserinsekten, aber auch Schermäuse, Feldmäuse und Ratten. Sie stehen bockstill und warten. Dann stossen sie blitzschnell zu. Reto möchte das einmal sehen.

Donnerstag, 9. Januar 2020

Zehn Grad warm

Ich war am Morgen im Turnen für alte Frauen - ich meine natürlich im Feldenkrais-Training. Körperverwicklung. Hirnwindungssalat. "Legt euch auf die linke Seite, Beine angewinkelt. Die rechte Hand unter die Achselhöhle links. Dreht jetzt mit Zuhilfenahme des Kopfes die rechte Schulter so, dass die Nase bodenwärts zeigt...…" - Nach einer Stunde üben, atmete ich tief und leicht. Beschwingt ging ich in den "Chinderladen" und die Bibliothek. Später kochte ich zu Retos Freude Blut- und Leberwürste. Er ist der Meinung, dass bald der Frühling kommt, und dann gibt es keine "Metzgete-Ware" mehr. - Eine Art von erstem Frühlingstag ist es wahrlich. Ich habe einen Gang um das Gärtlein getan - mit dem Kater bei Fuss - es hat erste blühende Primeli.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Essen aus der Märchenküche

Judith und Kaya sind zum Mittagessen gekommen. Ich habe aus "Luises Märchenküche" gekocht. Dieses Kochbuch habe ich zu Weihnachten geschenkt bekommen. Als ersten Gang gab es süssen Rüeblisalat (mit Löwenzahnhonig) und "Schiiterbiigi" (Blätterteigstengel mit Pistazien und Mandeln aufgestapelt). Der Hauptgang, Chnöpfli und Brokkoli, war nicht aus dem Buch, aber auch gut. Zum Dessert habe ich märchenhafte Apfelküchlein mit Vanilleglace gemacht. Ich glaube, es waren alle zufrieden (ich auch).