Freitag, 31. Juli 2026

Osmaterium

Ich habe meine drei Rüebliraupen gehirtet: mit Pinsel Kotkügelchen heraus wischen, Wasser in der Vase erneuern, neuen Fenchel hineinstellen, Raupen wieder platzieren. Dabei ist mir Erstaunliches aufgefallen: Die eine Raupe hat orange gezüngelt. Haben Raupen Zungen?

Ich habe meinem Ehegespons das Seltsame gezeigt, und wir haben zusammen gestaunt. Zwar habe ich später gegoogelt, aber keine Antwort bekommen. Reto aber schon

"Die als "Zunge" bezeichnete Struktur der Schwalbenschwanz-Raupe ist in Wahrheit keine Zunge, sondern eine orangefarbene Nackengabel, die den Fachnamen "Osmaterium" trägt.

Bei Gefahr stülpt die Raupe das Organ blitzschnell aus dem Nackenbereich hinter dem Kopf aus. Das Osmaterium sondert eine übel riechende Flüssigkeit ab. Der strenge Geruch und die auffällige Farbe vertreiben Fressfeinde wie Vögel, Ameisen und Parasiten."

Die Raupe betrachtet mich auch als Feindin. Schade, wenn ich sie stresse. Plötzlich bin ich mir gar nicht mehr sicher, ob es notwendig ist, Rüebliraupen zu "retten". Die haben ja selbst schön was drauf!


Donnerstag, 30. Juli 2026

Eine kleine Wand, aber schau mal, wie schön!

Heute war ein intensiver, guter Tag. Mit unserer Enkelin zusammen haben wir die kleine Küchenwand neu gemalt. Und nicht nur dies - Kaya hat sie künstlerisch gestaltet. es ist so schön geworden, und wir sind mega stolz auf die Künstlerin.





Mittwoch, 29. Juli 2026

Gestern Aareschlucht, heute Genussmorgen in Winterthur

Uns geht es gut. Gestern durften wir das Weihnachtsgeschenk unserer Freundin einlösen: Ein Carausflug zur Aareschlucht. Wir sind voller Eindrücke. Aber wir waren nicht allein mit der Idee, an einem heissen Tag in eine Schlucht abzutauchen. Gemindert hat die "Radiowanderung" unsere Freude nicht gross.




Heute sind wir ohne viele Vorsätze in die Stadt gefahren, haben Kaffee getrunken und Menschen beobachtet, um hernach in drei Geschäfte mit Feinem einzutreten. Überall wurden wir nicht nur bedient, sondern auch informiert, beraten und mit "Probiererli" versorgt. Dabei wollten wir nur für morgen ein Sandwich-Mittagessen vorbereiten. Die nächste Aktivität steht bevor...


Montag, 27. Juli 2026

Gestern kam Cornelius

 Über einen Riesenzucchetti habe ich vor ein paar Tagen schon geschrieben. Wie ich ihn nach einem Rezept meiner Tochter süss-sauer eingelegt habe. Stolz war über die vielen Gläser im Keller und über den Platz im Gemüsefach des Kühlschranks. Geschafft! Gut so!

Gestern kam Retos Freund zu einem Kurzbesuch. Cornelius ist ein begnadeter Gärtner. Oft bringt er uns etwas mit von seinem Garten. So auch gestern: Einen Riesenkohlrabi namens Superschmelz und viele Tomaten. Und: einen Riesenzucchetto! 

Wirklich, ein solches Gemüseteil heisst "Zucchetto", mehrere heissen Zucchetti oder Zucchini. Ich musste mich kundig machen über "der, die , das" und Einzahl und Mehrzahl. Sowas - wo ich doch vor ur-ewigen Zeiten Lehrerin war.

Aber die Schreibweise war nicht das Hauptproblem. Wie sollte ich ein weiteres Kilo Zucchetto versorgen? Reto fand: einfrieren. Und das war ganz einfach und schnell getan. Aber bitte, bitte, morgen kein Gemüsegeschenk! Wir müssen zuerst essen, was schon da ist.

Sonntag, 26. Juli 2026

Ich bin durch den Wind

Er bläst gerade warm und heftig - der Wind. Wir haben auf dem Sitzplatz Kaffee getrunken und Glace gelutscht. Und Reto hat viel gelacht, während mir etwa seit Freitag nicht mehr zum Lachen ist.

Seit unser Lieblingsmarktbauer, der Permakultur betreibt, so niedergeschlagen ist. Und ich doch dachte, Permakultur sei die Rettung. Ist es auch nicht. Nur REGEN ist die Rettung, aber er kommt nicht. 

Während ich auf Regen warte und Reto immer noch lachen mag, lese ich verheerende Berichte über El Ninio und Prognosen zu unser aller Zukunft. Und jetzt bin ich ganz durch den Wind.

Was ist jetzt mit der berühmten Resilienz? Oder dem Positiv-Denken meiner Mutter? Oder mit christlicher Hoffnung? Oder dem alten stoischen "s chunnt, wie s chunnt"? 

Ich brauche Zeit und Ruhe, um dann wie ein alter Seemann/eine alte Seefrau die Segel neu zu setzen. Dass ich dann MIT dem Wind segeln kann, so gut es gehen wird.

Samstag, 25. Juli 2026

Salbei-Sirup, Senf-Zucchetti

 Das Geschirr von gestern Abend ist längst weggeräumt, die Dankbarkeit für das gute Zusammensein wirkt nach. Auch dem Yumi-Hund war es wohl bei uns im Garten.

Jetzt liegen neben mir die Rezepte für unseren Hustensirup im nächsten Winter und für Saures zum Znacht, wenn es dann gebraucht wird. Die Zucchetti-Gläser dürfen in den Keller; der Hustensirup wird in zwei Tagen abgefüllt. Und ich mache Feierabend. (Punkt!)


Freitag, 24. Juli 2026

Heute Abend haben wir Besuch

 Unser Schwiegersohn hat uns mit Lammleber zum Znacht versorgt. Harry, Reto und ich freuen uns darauf. Ich darf sie braten und würzen. Aber Tochter und Enkelin haben die "Schöfli" lieber quicklebendig als in der Pfanne. Sie bekommen ein Geschnetzeltes, das wir am Morgen auf dem Markt erstanden haben.

Auf dem Markt gab es immer noch viel zu kaufen. Ich habe Reto Meier, Permakulturbauer, nach seinem Ergehen gefragt. Er hat geseufzt und gesagt, sie könnten nicht mehr alles bewässern. Müssen Pflanzen einfach gehen lassen. Es wird sonst zu teuer mit dem Wasserpreis. Und sie sind daran, Tiere auszusortieren, die mangels Futter geschlachtet werden müssen.

An zwei Ständen haben wir zu unserem Kauf noch eins darüber gratis bekommen. Eine Riesenzucchetti und einen Fenchel. - "Haben Sie Verwendung?" hat der Marktfahrer gefragt. Ich werde die Zucchetti morgen heiss einfüllen. Oder so. Wer weiss, ob wir im Winter froh darüber sind. Die nächste Hitzewelle ist im Anrollen. Ich mache mir Sorgen um uns alle.

Gleichzeitig freue ich mich auf den Abend.