Dienstag, 2. Juni 2026

Das Museum der Erinnerungen

Dirk Gieselmann hat sich im "Tagi-Magi" Nummer 8 von diesem Jahr Gedanken über das Erinnern gemacht. Er schreibt: 

"Ich gehe in die Vergangenheit hinein wie in ein kühles Museum an einem heissen  Nachmittag und besichtige die Exponate der Erinnerung."  

Und dann sieht er. - Er sieht seine Bilder der Vergangenheit. Er schwelgt geradezu in diesen Bildern.

 Man/frau darf sich ja vor Augen führen, was gerade passt, wohin gerade die Sehnsucht führt. Und dann ist alles wieder Gegenwart. Ich bin auf der Leiter, die mein Grossvater an den "Chriesibaum" (Kirschbaum) gestellt hat. Die "Chriesi" sind sonnenwarm und so süss. Der Chriesisaft läuft mir übers Kinn.

Oder ich erklettere die Eiche am Grubenrand, setze mich in die Astgabel und verschwinde in meinem Buch, das ich mitgebracht habe. 

Aber auch bin ich mit meinen SchülerInnen im Wald, im schönen kühlen Wald, weil unser Schulzimmer unter dem Dach viel zu heiss ist heute.

Ich segne im Urner Oberland die Kühe von Hans; Reto trägt den Weihwasserkübel. Hätte ich mir nie träumen lassen, so etwas Urchiges zu tun. Aber es tut wohl bis in die Zehenspitzen.

Welches ist das kostbarste Exponat in meinem Museum der Erinnerung? - Gewiss und auf Ehr, das behalte ich für mich.



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