Wie fast immer habe ich Enkelin Kaya zum Velo begleitet, als sie nach dem Mittagessen zur Schule aufbrechen musste. Da habe ich an den Briefkästen ein kleines Tier gesehen, das ich zuerst für eine Heuschrecke hielt. Aber nein, eher eine Wanze. So eine hatte ich noch nie gesehen. Kaya kam zurück und schaute sich das Wesen auch an. "Schau, den Stachel", sagte sie , und ich bewunderte die roten Beine.
Später am Tag recherchierte ich und fand heraus, dass das Insekt eine Raubwanze ist, eben die "Nagusta goedelii". Sie ist eingewandert vor zwei, drei Jahren. So wie eingewanderte Pflanzen Neophyten heissen, so nennt man eingewanderte Tiere "Neozoen" (Einzahl "Neozoon"). Unsere Nagusta ernährt sich von anderen Insekten. Für Menschen ist sie nicht gefährlich. Nur im Notfall sticht sie zu; das tut dann weh.
Ein Gang zum Briefkasten und so viel gelernt!
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