Samstag, 12. September 2026
Der alte Kater ist nicht mehr
Donnerstag, 10. September 2026
Vermischte Tage
Jeden Tag nur Hochstimmung geht nicht, das weiss ich wohl. Auch nach dem schönsten Wochenende ist alles noch da, was vorher auch da war. Zum Beispiel der alte Kater, der Sorgen macht. Sein Atem rasselt manchmal. Er frisst immer weniger. Morgen gehen wir mit ihm zum Tierarzt. Ich fürchte mich.
Aber heute kamen die Mädels zum Zmittag, und wir haben es genossen. Sie haben über ihre Klassenlager referiert. Wie haben mich die alten Themen amüsiert: Einladung an die Jungs, am letzten Abend in den Mädchenschlag zu kommen. Trotz absolutem Verbot. Essen auf den Betten. Natürlich auch verboten. Hach, so ist es, so war es, so wird es sein, solange es Klassenlager gibt.
Wie sind die Früchte so teuer! Wir haben im Hofladen in der Nähe Zwetschgen gekauft. Ich werde beim Essen an den Preis denken müssen. Früher, sehr viel früher bekamen wir sie von der Grossmutter einfach so. Unentgeltlich. Wollt ihr noch das oder jenes mitnehmen?
Ich nehme mit in den Abend, dass mein Leben mindestens gut genug ist. Dankbar, dass der Kater noch da ist, dass die Mädels wieder kommen werden, dass es bei uns nie langweilig ist, dass viel zu denken, zu tun und zu leben ist.
Mittwoch, 9. September 2026
Vier Flaschen TOMATEN-Passata
"Passata" kommt von "passieren", z.B. mit dem Passe-vite, das auch "Flotte Lotte" heisst. - Ich habe zweieinhalb Kilo TOMATEN und TOMÄTCHEN in Stücke geschnitten, alles in einer grossen Pfanne ein Viertelstündchen gekocht, es zum Abkühlen stehen lassen - und dann passiert. Nur noch gewürzt mit Salz und echli Zucker. Nochmals aufgekocht und dann in Flaschen, die sehr sauber waren, heiss eingefüllt.
Ah, zum Zmittag habe ich Gulasch-Suppe gekocht. Waseliwas hat es da auch drin: TOMATEN.
Wozu habe ich am Morgen ein Triopack Mozzarella gekauft: Für "TOMATENMozz", wie wir sagen (TOMATEN mit Mozzarella und Basilikum). Gibt es morgen zum Znacht.
Ich mag TOMATEN sehr. Jetzt ist TOMATENSCHWEMME in unserem und in Nachbars Garten. Hurrah!
Dienstag, 8. September 2026
Dankbarkeit
Mittagessensbesuch. Judith bringt eine Papiertasche Pfirsiche mit vom eigenen Spalier. Eine Frucht schöner als die andere.
Reto hütet Nachbars Garten und bringt Tomaten in Hülle und Fülle mit. Ich werde Sugo einkochen. Dazu blaue Trauben, die mehrheitlich im Zmorge-Müesli landen.
Die roten Peperoni stammen aus unserem Garten, und Tomaten haben wir auch zum Ernten. Ein paar Himbeeren zur Abwechslung und eine Handvoll Blaubeeren. Blumen fehlen nie für ein Tisch-Sträusschen.
Die neuen Äpfel sind da, und ich liebe sie. Gravensteiner, Cox orange...
Der Herbst ist nah. Ich bin erstaunt, wieviel gewachsen und gereift ist trotz der schwierigen Hitze-Bedingungen. Wir kommen nochmals davon!
Montag, 7. September 2026
Zum Staunen
Reto und ich haben 1976 geheiratet. Im Oktober. Da wir allemal im Goldenen Jubiläumsjahr sind, haben wir am Wochenende mit unserer Familie wunderschön gefeiert. Wir bekamen viel schöneres Wetter als vor 50 Jahren. Der Kreis an Eingeladenen war viel kleiner, aber ganz vertraut. Und es ging zu meinen geliebten Jurabergen. Zuerst aber nach Solothurn an die Aare.
Apéro direkt am Fluss. Nachtessen im Garten des "Alten Stephan". Übernachten im "Hotel an der Aare". Alles sehr zu empfehlen. Besonders die supernetten Damen am Empfang im Hotel. Sie haben mir am Sonntagmorgen geholfen, die Null vom Jubiläumskuchen rucksack-tauglich zu verpacken.
Am Sonntag ging es mit der neuen Gondelbahn auf den Weissenstein, wo ich als Kind mit Eltern und Schwester öfter war. Im Garten des Restaurant Sennhaus haben wir Zmittag gegessen und sind dann zum Känzeli hinauf gewandert. Dort haben wir DIE NULL "gebodigt", was nicht mehr so einfach war, weil Hunger längst ein Fremdwort war. 😀Später durfte man "Null" nicht mehr aussprechen.
Vorher aber bekamen Reto und ich nochmals Geschenke von Kaya. Ihr Mäuschen mit dem Namen "Sorellina" hilft mir beim Denken und Schreiben.
Und die wunderschöne, von Kaya selbst gestaltete Fünfzig an der gelben Küchenwand gibt uns zu denken. Fast nur Gutes.
Freitag, 4. September 2026
Erschlagene Hühner
Wir waren auf dem Markt und haben "Tomatillos" kennen gelernt. Eine südamerikanische Pflanze, deren violette oder grüne Früchte vor allem in Mexiko verwendet werden in Salsas, zu Grilladen, in Gemüsepfannen und mehr. Tomatillos sind mit Lampionblumen verwandt, gar nicht mit Tomaten. Sie wachsen in den Anden bis 2600 m Höhe. Es gab sie schon, bevor Kolumbus kam.
Angebaut in Winterthur hat sie Reto Meier, der Permakultur-Bauer. Das ist gut und innovativ. Aber sein Bauernhofjahr ist äusserst schwierig. Zuerst die Trockenheit und jetzt noch der Hagel, der den Kulturhof voll getroffen hat. Dächer sind kaputt gegangen und Gewächshäuser - und Hühner lagen erschlagen herum nach dem Hagelsturm. Mit tut das sehr leid. Und ich weiss, dass es sehr vielen gleich und ähnlich ergangen ist.
Was können wir tun? - Leider sind wir mit dieser Frage spät dran. Es wird weitere sogenannte Extremereignisse geben, weil wir die Warnrufe der Wissenschafter*innen und Klima-Aktivist*innen nicht ernst genommen haben. Wer war schon mal Greta Thunberg?
Donnerstag, 3. September 2026
Once upon a time...
Ich habe mir gestern in der Stadt eine hübsche Karte aus England gekauft. Ein Dachs erzählt eine Geschichte. Sie beginnt wie unsere Märchen: Es war einmal...Oder: Vor langer Zeit...
Vor langer, langer Zeit, nämlich am 16. Oktober 1976, haben zwei junge Leute geheiratet. Er, ein Urner, sie eine Aargauerin. Zum ersten Mal begegnet waren sie einander in Zürich. Sie zog zu ihm nach Winterthur. - Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute glücklich und zufrieden.
Mittwoch, 2. September 2026
Jane Tara, Mit anderen Augen, Roman
Ich lese ein Buch. Was für eine Neuigkeit! - Ich lese immer mindestens ein Buch, manchmal mehrere gleichzeitig. "Mit anderen Augen" wurde mir von einer Freundin empfohlen. Das Thema: Viele Frauen um die Fünfzig werden mehr und mehr unsichtbar. (im Buch wortwörtlich!)
Jedes der kurzen Kapitel beginnt mit einem Zitat. Ich mag das. Manche regen an zum Nachdenken, andere bringen mich zum Lachen, noch andere verstehe ich nicht. - Es geht im Buch darum, wieder sichtbar zu werden. Meine Frage: Ist das nun ein Roman oder ein Selbsthilfebuch? Schaut man zu, wie eine wieder heil wird, oder soll frau selbst wieder heil werden?
Hier eines der Zitate, das ich noch nicht ganz durchdrungen (verstanden) habe:
Die eigentliche Aufgabe besteht nicht darin zu sehen, was noch nie ein Mensch gesehen, sondern zu denken, was noch nie ein Mensch gedacht har, und zwar über das, was alle sehen. - Erwin Schrödinger
Dienstag, 1. September 2026
Poulet an Rahmsauce
Heute kam unsere Tochter zum Mittagessen. Das war mir sehr recht (ist mir immer recht), weil ich im Tiefkühlfach Poulet an Rahmsauce für drei hatte und das gern aufwärmen wollte. Ich holte das Gefrorene gestern Abend schon mal in den Kühlschrank hinunter und gab es in eine kleine Pfanne.
Es ergab sich, dass mein hilfsbereiter Ehemann anbot, heute zu kochen. Oder eben aufzuwärmen und Reis und Salat dazu zu machen. Ich freute mich und setzte mich auf mein gelbes Sofa. Kleine Auszeit.
Unsere Tochter kam mit Hund Yumi. Wir setzten uns zu Tisch. Reto schöpfte. - Ich begann zu essen und stocherte dann in meiner Sauce herum. Wo war das Pouletfleisch? Hatten die anderen beide alle Fleischstücke erwischt? Ich fand nur Kürbis und Zwiebeln.
Aber Judith und Reto fanden auch kein Fleisch und schauten erstaunt. - Es sei sehr wohl fein, aber rein vegetarisch, befanden sie. - Ich konnte und konnte das nicht verstehen. Ich hatte doch den richtigen Kübel aus dem Tiefkühler genommen. Da hatte drauf gestanden: Poulet an Rahmsauce.
Später dachte ich schon mal ans Nachtessen. Ich wollte den Rest Kürbiscurry zu Suppe mixen. - Jetzt fiel der Groschen: Reto hatte die falsche Pfanne erwischt. Das Kürbisdings hatten wir zu Mittag gegessen. Rein vegetarisch. Das Poulet an Rahmsauce stand nach wie vor im Kühlschrank. Eine Portion für drei, die wir morgen zu zweit essen werden.
Montag, 31. August 2026
Implenia - Dipladenia
Die Implenia ist ein international tätiges Bauunternehmen, während die Dipladenia eine "waschechte Südamerikanerin" sei, gemäss der Werbung eines Gartencenters. Mit der Implenia habe ich nix zu tun, die Dipladenia wächst und blüht bei uns im Garten. Ich erwähne die beiden gemeinsam, weil mir die Ähnlichkeit der Namen Mühe macht. Weil ich "Dipladenia" weniger südamerikanisch als abstrakt empfinde. Dass sie zu den "Hundsgiftgewächsen gehört, macht mir die Sache auch nicht sympathischer.
Giftig und ein seltsamer Name, den ich mir schwerlich merken kann. Aber schön ist sie, wunderschön, jetzt, wo ihre Blüten endlich aufgegangen sind.
Ich stelle mir eine waschechte Südamerikanerin vor, die ein paar Blüten ins Haar gesteckt hat. - Dipladi, Diplada, Dipladenia!
Sonntag, 30. August 2026
Zweimal geduscht
Sonntag! Da will ich mich frisch und froh fühlen. Also am Morgen als erstes duschen und frische Kleider anziehen. Dann Zopf und Honig zum Zmorge. Sonntäglich. Und heute wird meine Beste Freundin zum Zmittag kommen. Ich bereite schon mal vor, und Reto deckt den Tisch schön.
Ich hole meine Freundin am Bahnhof ab. Gemütliches erstes Plaudern auf dem Heimweg.
Zu Hause stehen die Apéro-Sachen schon bereit. Heute gibt es den ersten Holunderblüten-Sekt dieser Saison. Meine Freundin und ich lieben ihn, und Reto mag ihn auch gut genug.
Ich nehme die Bügelflasche aus dem Kühlschrank und drücke vorsichtig und langsam den Bügel hoch. Aber oha lätz - der diesjährige Sekt hat Pfupf wie noch nie. Ich kann nicht genug zuhalten. Der Sekt bricht sich Bahn und begiesst in grosser Fontäne Möbel, Boden und uns. Als der Spuk sich beruhigt, ist die Flasche halb leer, meine Haare ganz nass und der Boden zum Ausrutschen gefährlich. Zuerst lachen, was da Zeug hält, dann aufputzen, dann zweite Flasche im Keller holen. Diesmal bändige ich den Geist in der Flasche. Dreimal will ich nicht duschen. Prost!
Samstag, 29. August 2026
Mein Stallgeruch
Soziologisch gesehen bezeichnet der "Stallgeruch" die Herkunft eines Menschen und seine Zugehörigkeit zu einer Gruppe, einem sozialen Milieu.
Mein Stallgeruch aber ist ganz konkret. Ich liebe mein kleines Strickteil aus Schafwolle mit besonders viel Lanolin (Wollfett). Ich halte es mir unter die Nase und bin überrascht, dass der Geruch immer noch da ist nach Wochen. Der Geruch nach Stall. Ich ziehe den Duft tief in mich hinein und weiss, da komme ich her. So muss es riechen, dass ich zuhause bin. Ich schnuppere und bin in der Finsterthüele bei meiner Grossmutter, meinem Grossvater. Der gesagt hat: "Warum willst du Lehrerin werden, wo du doch so gern bei uns auf dem Bauernhof mithilfst.?!"
Ja, warum? - Warum dies und warum das? - Mein Stallgeruch hält sich. Ich komme von Schneckenberg und Finsterthüele. Und das wird so sein immerdar!
Freitag, 28. August 2026
Ist ja erst im Oktober...
Reto und ich sind fast 50 Jahre verheiratet. GOLDENE HOCHZEIT nennt sich das. KI schlägt dir vor, welche liebevollen Dankesworte der Mann seiner Frau und umgekehrt sagen kann/soll. KI weiss auch, was die Frau trägt > dezent elegante Kleidung, gern crèmefarbig. Natürlich sollen auch die Gäste am Fest gebührend angezogen sein. 😉
Ja, wir werden feiern. Ja, wir werden Gäste haben. Und das schon bald, anfangs September, weil das Datum allen passen muss.
Gestern waren Reto und ich auf "grand tour". Wir haben in Solothurn und auf dem Weissenstein alle Reservationen überprüft und gerade auch zur Probe gegessen. Das war schon ein kleines Fest im voraus. Ganz ohne goldene Schühlein und süsse Worte.
Mittwoch, 26. August 2026
DAS GROSSE READER'S DIGEST GESUNDHEITSBUCH (von 1977)
Bevor Reto das Buch zerlegt, ein kleiner Abschnitt mit dem Ton von damals:
"Seitdem die Frauen auch berufstätig sind, Auto fahren, Bus und Strassenbahn selbst für kleine Entfernungen benutzen, ist die Zahl der Kreislauferkrankungen beträchtlich gestiegen. Kreislauferkrankungen mit all ihren Folgeerscheinungen wie Nervosität und Schlaflosigkeit wirken sich unweigerlich auf das Aussehen aus. Man muss es sich daher zur Gewohnheit machen, jeden Tag mindestens eine Stunde spazieren zu gehen...Spazierengehen heisst nicht Schaufensterbummel in überfüllten Grossstadtstrassen, sondern energisches Ausschreiten in freier Natur oder im Park...Fahrstühle sollte man als Feinde betrachten...Ein schwerfälliger Gang macht unweigerlich zur Matrone, selbst wenn man erst 35 ist." usw., usw.
Mein einstiges Ratgeberbuch für alle Lebenslagen ist zur Lachnummer geworden.
Dienstag, 25. August 2026
Pflanzenfleisch aus Kemptthal
Reto hat sich seit Tagen Bratkartoffeln zum Zmittag gewünscht. Ich fand für mich, da täte doch das Pflanzensteak dazu passen, von dem ich gelesen hatte. Als Reto zum Fitten ging, machte ich mich auch auf den Weg. In vierzig Minuten ab Wohnung und dorthin zurück fuhr ich per Zug in die Stadt, eilte zum grossen Coop, kaufte Zwetschgen und Äpfel und fand schnell das Angebot von "Planted", also vom Pflanzenfleisch. An die Kasse, zurück zum Bahnhof, und schon war ich wieder zuhause - noch vor meinem sportlichen Ehemann.
Das Pflanzensteak "blutet" wie echt, aber es ist Randensaft, der austritt. - Ich habe das Steak aus Soya und Reismehl behandelt wie ein Rindssteak. Mariniert, dann mit Kräutern in Olivenöl gebraten. Dazu natürlich feine Bratkartoffeln, Bohnen und Salat. Kurz nach zwölf kamen auch Tochter und Enkelin. Da war das ganze Test-Team beisammen. Und siehe da: Wir waren und alle einig. Diese Pflanzensteaks kann man sehr wohl essen. Wir tun es wieder.
Montag, 24. August 2026
Dazu gibt es nichts weiter zu sagen
Matthias Plüss ist ein Wissenschaftsjournalist. Ich traue seinen fundierten, aber nicht fundamentalistischen Einschätzungen zu Themen wie Klimaveränderung, Umwelt, Suffizienz (weniger ist mehr), Ernährung, die nicht schadet...Heute Morgen habe ich einen Tagi-Magi-Artikel von ihm über Pflanzenfleisch gelesen (Nr. 26, 27.Juni 2026). Es geht um das Unternehmen "Planted" in Kempthal. Ich zitiere Matthias Plüss:
"Der Mensch ist konservativ, gerade, was die Ernährung betrifft. Wir alle tragen die Aromen unserer Kindheit in uns. Und wir werden nicht gerne daran erinnert, dass wir mit unserem Lebensstil Schaden anrichten."
Dazu gibt es nichts weiter zu sagen, aber viel nachzudenken.
Sonntag, 23. August 2026
Die Bananenschachtel im Schrank
All die Jahre, seit meine Enkelin im Bastelalter ist, habe ich Kartonröllchen, Käseschächteli, halbe Nussschalen, und viel, viel mehr gesammelt. Wenn Kaya sagte: "Grosi, hast du...?" dann hatte ich. Aber jetzt hat sie keine Zeit mehr zum Basteln bei uns. Die Mittagspause ist zu kurz; schon schwingt sie sich wieder aufs Velo. Am Mittwochnachmittag ruft die Stadt; "shoppen" ist ein neueres Wort in ihrem Vokabular. Ich habe beschlossen, nicht mehr zu sammeln für die Bananenschachtel.
Gestern hatten wir lieben, schönen Besuch. Drei Erwachsene, zwei Kinder. Und was haben die Kinder nach dem Essen in meinem und Kayas Zimmer gemacht? - Gebastelt mit all dem Krimskrams aus der Bananenschachtel. Selig, besonders der Zweitkindergärtler. Am meisten angetan hat es ihm aber meine Filzwolle. Wie ein König den Hermelinpelz hat er sich das Vlies weisse Filzwolle um den Hals gelegt. So ein erhabener Eindruck!
Ich werde weiter sammeln für die Bananenschachtel.
Freitag, 21. August 2026
Oh, du böses Cholestrin!
Wir haben den halben Morgen bei unserem neuen Hausarzt verbracht. Er hat sich für uns uuuuh-viel Zeit genommen und uns alles über unsere Blutwerte erklärt. Wir durften bei vergrösserter Schrift auf den grossen Computerbildschirm gucken und uns selbst überzeugen davon, dass bei beiden FAST alles gut ist.
Das "FAST" bezieht sich auf unsere Cholestrin-Werte, die trotz Medikament erhöht sind. - "Frau Burri kocht wohl zu mollig (mein Wort), dass gleich beide dasselbe Problem haben." meinte unser Arzt mit seinem immer charmanten, wohlwollenden Lächeln. "Ich gebe Ihnen eine Chance (ausgesprochen "Tschanz")". - Und dann kam sein Vorschlag an uns: Zwei Monate selbst versuchen, die Ernährung umzustellen. Wenn es gelingt, tiptop, sonst Erhöhung der Medikamentendosis.
Wir nehmen die Challenge an. Also standen wir vorher im Coop und verglichen Fettgehalte. Also kauften wir keinen Käse, auch nicht Fett-reduzierten. Also wurde es nichts mit dem Rahm für das morgige Dessert. Es wird vegane Guetzli geben. Reto verdreht jetzt schon die Augen. Aber vielleicht finde ich kein Rezept; sicherheitshalber habe ich einen grossen Butter gekauft.
Donnerstag, 20. August 2026
Mein Ehemann...
Reto muss heute Nachmittag zur "Denta" (Dentalhygienikerin). Ich habe zum Zmittag eine superfeine Tomatensauce zu Spaghetti gekocht. Sie ist echt röter als alle zuvor und schmackhaft wie nie. Das kommt davon, dass ich sonnenreife Tomaten aus unserem Garten verkocht habe. So fein! Aber Reto sagt: "Uuhhh, das schlimmste Essen, bevor man(n) ausgeht. Das gibt sicher Spritzer aufs Hemd!" - Ich frage einigermassen erstaunt, ob er denn nicht ein frisches Hemd anzieht, wenn er zur "Denta" geht. - "Ach, nein", sagt mein Ehemann, "das ist nicht nötig, die hat ja sowieso eine Maske vor der Nase. Die riecht nichts." - Selten so gelacht...
Mittwoch, 19. August 2026
Und immer, wenn ich in die Stadt gehe...
Eine liebe Freundin bot an, in Winterthur einen Zwischenhalt zu machen - wir könnten uns ein Stündchen sehen. Wir trafen uns, nachdem Reto und ich zur Blutentnahme beim neuen Doktor gewesen waren. Wo ein Patient im Rollstuhl plötzlich nirgends mehr war und in jeder Ecke und hinter jeder Türe gesucht wurde. Dies nur schnell nebenbei, wie meine Mutter zu sagen pflegte.
In der Stadt genoss ich die Kaffeepause mit Moni, die heute im Gegensatz zu mir noch viele Programmpunkte abzuarbeiten hat. Wir haben uns über Krakau, Töff-Ferien, Lehrperson sein...unterhalten. Auch über das Wiborada-Projekt. Vor 1100 Jahren ist die Frau aus dem Mittelalter gestorben, die sich in St. Gallen für Jahre in einer Zelle einmauern liess. Ich verwarf die Hände und betonte, wie mir das zu katholisch sei, ich das nicht verstehen könne und wolle. Moni hat sich mit einer Ezählperformance sehr engagiert. Durch ihre intensive Beschäftigung mit Wiborada ist sie der Frau und ihrer Spiritualität näher gekommen.
Oh, ein Plauderstündchen ist schnell vorbei, aber wenn ich schon in der Stadt bin... Ich habe meine Lieblingsläden aufgesucht und so das und jenes gekauft. Immer, wenn ich in die Stadt gehe, wird es teuer.








