Mittwoch, 29. Juli 2026

Gestern Aareschlucht, heute Genussmorgen in Winterthur

Uns geht es gut. Gestern durften wir das Weihnachtsgeschenk unserer Freundin einlösen: Ein Carausflug zur Aareschlucht. Wir sind voller Eindrücke. Aber wir waren nicht allein mit der Idee, an einem heissen Tag in eine Schlucht abzutauchen. Gemindert hat die "Radiowanderung" unsere Freude nicht gross.




Heute sind wir ohne viele Vorsätze in die Stadt gefahren, haben Kaffee getrunken und Menschen beobachtet, um hernach in drei Geschäfte mit Feinem einzutreten. Überall wurden wir nicht nur bedient, sondern auch informiert, beraten und mit "Probiererli" versorgt. Dabei wollten wir nur für morgen ein Sandwich-Mittagessen vorbereiten. Die nächste Aktivität steht bevor...


Montag, 27. Juli 2026

Gestern kam Cornelius

 Über einen Riesenzucchetti habe ich vor ein paar Tagen schon geschrieben. Wie ich ihn nach einem Rezept meiner Tochter süss-sauer eingelegt habe. Stolz war über die vielen Gläser im Keller und über den Platz im Gemüsefach des Kühlschranks. Geschafft! Gut so!

Gestern kam Retos Freund zu einem Kurzbesuch. Cornelius ist ein begnadeter Gärtner. Oft bringt er uns etwas mit von seinem Garten. So auch gestern: Einen Riesenkohlrabi namens Superschmelz und viele Tomaten. Und: einen Riesenzucchetto! 

Wirklich, ein solches Gemüseteil heisst "Zucchetto", mehrere heissen Zucchetti oder Zucchini. Ich musste mich kundig machen über "der, die , das" und Einzahl und Mehrzahl. Sowas - wo ich doch vor ur-ewigen Zeiten Lehrerin war.

Aber die Schreibweise war nicht das Hauptproblem. Wie sollte ich ein weiteres Kilo Zucchetto versorgen? Reto fand: einfrieren. Und das war ganz einfach und schnell getan. Aber bitte, bitte, morgen kein Gemüsegeschenk! Wir müssen zuerst essen, was schon da ist.

Sonntag, 26. Juli 2026

Ich bin durch den Wind

Er bläst gerade warm und heftig - der Wind. Wir haben auf dem Sitzplatz Kaffee getrunken und Glace gelutscht. Und Reto hat viel gelacht, während mir etwa seit Freitag nicht mehr zum Lachen ist.

Seit unser Lieblingsmarktbauer, der Permakultur betreibt, so niedergeschlagen ist. Und ich doch dachte, Permakultur sei die Rettung. Ist es auch nicht. Nur REGEN ist die Rettung, aber er kommt nicht. 

Während ich auf Regen warte und Reto immer noch lachen mag, lese ich verheerende Berichte über El Ninio und Prognosen zu unser aller Zukunft. Und jetzt bin ich ganz durch den Wind.

Was ist jetzt mit der berühmten Resilienz? Oder dem Positiv-Denken meiner Mutter? Oder mit christlicher Hoffnung? Oder dem alten stoischen "s chunnt, wie s chunnt"? 

Ich brauche Zeit und Ruhe, um dann wie ein alter Seemann/eine alte Seefrau die Segel neu zu setzen. Dass ich dann MIT dem Wind segeln kann, so gut es gehen wird.

Samstag, 25. Juli 2026

Salbei-Sirup, Senf-Zucchetti

 Das Geschirr von gestern Abend ist längst weggeräumt, die Dankbarkeit für das gute Zusammensein wirkt nach. Auch dem Yumi-Hund war es wohl bei uns im Garten.

Jetzt liegen neben mir die Rezepte für unseren Hustensirup im nächsten Winter und für Saures zum Znacht, wenn es dann gebraucht wird. Die Zucchetti-Gläser dürfen in den Keller; der Hustensirup wird in zwei Tagen abgefüllt. Und ich mache Feierabend. (Punkt!)


Freitag, 24. Juli 2026

Heute Abend haben wir Besuch

 Unser Schwiegersohn hat uns mit Lammleber zum Znacht versorgt. Harry, Reto und ich freuen uns darauf. Ich darf sie braten und würzen. Aber Tochter und Enkelin haben die "Schöfli" lieber quicklebendig als in der Pfanne. Sie bekommen ein Geschnetzeltes, das wir am Morgen auf dem Markt erstanden haben.

Auf dem Markt gab es immer noch viel zu kaufen. Ich habe Reto Meier, Permakulturbauer, nach seinem Ergehen gefragt. Er hat geseufzt und gesagt, sie könnten nicht mehr alles bewässern. Müssen Pflanzen einfach gehen lassen. Es wird sonst zu teuer mit dem Wasserpreis. Und sie sind daran, Tiere auszusortieren, die mangels Futter geschlachtet werden müssen.

An zwei Ständen haben wir zu unserem Kauf noch eins darüber gratis bekommen. Eine Riesenzucchetti und einen Fenchel. - "Haben Sie Verwendung?" hat der Marktfahrer gefragt. Ich werde die Zucchetti morgen heiss einfüllen. Oder so. Wer weiss, ob wir im Winter froh darüber sind. Die nächste Hitzewelle ist im Anrollen. Ich mache mir Sorgen um uns alle.

Gleichzeitig freue ich mich auf den Abend. 

Donnerstag, 23. Juli 2026

Weisse Spur

 Gestern haben wir neuen Fenchel gekauft. Im Garten gesetzt, aber nicht für uns. Ich habe wieder drei Rüebliraupen eingehegt. Sie sollen weder für Heugümper noch für Spatzen ein gefundenes Fressen werden. Vorher habe ich sie gefüttert und ihr Kistchen gesäubert. Nachher Vogel-, Igeltränken geschrubbt und neu befüllt. Dann kam der spannende Teil des Tages.

Wir haben ein neues Projekt: Unsere Rasenflächen sollen zu Blumenwiesen werden. Im besten Fall! -  Jedenfalls werden sie nicht mehr gerasenmäht. Reto und ich haben überlegt, wo unsere Wege hinfort durch den Garten mäandern sollen. 

"Ich habe doch noch...", dachte ich mir und holte die uralten weissen Schulkreiden hervor, die ich damals mitlaufen liess, als ich meinen Lehrerin-Beruf an den Nagel hängte. Diese Kreiden, fast alle, habe ich an der Bircherraffel gerieben und hernach die Wege bezeichnet. So viel Vorfreude auf unseren neuen, klimagerechteren Garten!



Mittwoch, 22. Juli 2026

Habe ich nicht gern

 Reto hat Fliegen nicht gern. Ich habe nicht gern, wenn Reto mit dem Fliegentätscher herumtätscht. Oder wenn Reto noch einmal und noch einmal und noch einmal sagt: "Die saublöden Fliegen!" - Nicht dass ich Fliegen besonders gern hätte, wenn sie mir auf der Nase herumkrabbeln. Ich öffne dann das Fenster leicht, und wenn ich Glück habe, machen sie den Abflug. Ich tätsche selten herum, und Jammern nützt eh nichts.

Was haben Fliegen nicht gern? - Gestern habe ich einen Riesenbusch Minze vor Retos Zimmertür aufgehängt. Jedenfalls war dann die einzige Fliege in unseren Gemächern bei mir zu Gast. - Noch mehr nützen gegen Fliegen soll Lavendel. Das trifft sich gut, weil ich ihn sowieso schneiden wollte. Vier grosse Sträusse Lavendel habe ich gebunden. Jetzt muss ich sie nur noch verteilen. Ich bekomme auch einen. Habe ich gern.

Dienstag, 21. Juli 2026

Über das Älterwerden

 "Das Magazin", das dem Tagesanzeiger wöchentlich einmal beiliegt, ist eine meiner liebsten Lektüren. So viel Erhellendes, Berührendes, Weiterbringendes! Bin froh, dass ich das "Tagi-Magi" vom Schwiegersohn erben darf. Thank you!

Manchmal bleibe ich an einem einzigen Satz hängen, zum Beispiel diesem:

"Es gibt kaum Leute, mit denen man wirklich über das Älterwerden  sprechen kann und darüber, was mit einem passiert."

Ingrid Comes (79) hat ihn geäussert. Tagi-Magi Nr. 22 in diesem Jahr. Ich bin ähnlich alt wie sie, und das Altwerden oder besser Altsein ist natürlich auch mein Thema. Ich spreche schon darüber, schreibe. Mich dünkt, das Aufrechthalten einer relativen Gesundheit wird immer arbeitsintensiver. Schmieren und Salben allenthalben. Turnen gegen Steifheit. Innere Befehle wie: Halt dich gerade! - Jammere ich über einen neuen Schmerz, sagt mein Mann: "Das ist das Alter."

Aber das Alter ist auch bewussterer Genuss von Essen, von Schönheit, von Zusammensein. Und so grosse Freude an allem, was kreucht und fleucht und wächst und blüht und fruchtet. (Auch Sorge um dies alles.) Und Dankbarkeit über gute Tage. Sie sind nicht mehr selbstverständlich wie in jüngeren Zeiten. Aber sie SIND!

Montag, 20. Juli 2026

Nur schnell reinschauen

Wir mussten am Morgen den ferienleeren Kühlschrank wieder füllen. Also einkaufen. Dann ab in den Garten, wo die grüne Hölle nach der ordnenden Gartenschere rief. Nach Kochen und Essen sagte ich zu meinem Ehemann: "Gäll, jetzt haben wir für heute genug geleistet!" - Er war auch dieser Meinung. Warum also rinnt mir der Schweiss über die Backe und in die Augen?

Ich habe meinem Ehegespons wieder einmal einen Floh ins Ohr gesetzt. "Wie wäre es", habe ich zu ihm gesagt, "wenn wir den Rasen zu einer Wildblumenwiese umgestalten würden?" - Ich hatte kürzlich darüber gelesen. Ist viel ökologischer. Braucht weniger Wasser. Die "Viecherlein" mögen es.

Kaum hatte ich fertig geredet, begann Reto mit Erdbewegungen. Schuftete und schuftete, und ich hatte das Gefühl, ich müsse doch auch noch etwas tun. - Zwar wollte ich nur kurz in die grosse, graue Gartentruhe gucken. Nur gucken, an einem anderen Tag leeren und putzen.

Deckel der Truhe auf, und schon hatte sie mich gepackt: Ich sehe nur, was alles drin ist, wenn ich alles rausnehme. Wenn alles ausgeräumt ist, kann ich es in die Badewanne stellen. Aber da spazieren Spinnen aus dem Krempel heraus. Also Spinnen einfangen und wieder aussetzen und dann halt alles, alles waschen, schrubben, abspülen. Und am Schluss läuft mir der Schweiss über Wangen und Augen.

Trocknen, alles trocknen.


Sonntag, 19. Juli 2026

Da sind wir wieder - zuhause

 Da waren wir - in den Ferien. Im wunderschönen Guarda. In der Ferienwohnung, die uns so gefällt. Wohl das letztemal. Das Haus wird verkauft. Für weit über eine Million Franken. Schade, schade, schade! 

Vielleicht ist es aber Zeit, Neues zu entdecken. Gehen, wo es auch schön ist. - Wir hatten in Guarda Routinen entwickelt. Sodass die x-mal Ferien dort kaum mehr auseinander zu halten sind. Immer ins Kräuerlädeli. Immer nach Scuol. Dort immer Kaffee bei Bender. Gelbgelbe Crèmeschnitte dazu. Immer zu Stöckenius, wo es Karten, Bücher und alles gibt. In Guarda immer Richtung Bos-cha spazieren und die Schönheit geniessen. Der Blumen, des Bergpanoramas, des grünen Bachlaufs und der grünen Wiesen.

Apropos grüne Wiesen - nicht alles war wie immer. Ich habe keine Heil- und Teekräuter gesammelt. Weil die Wiesen so was von abgefressen von den Kühen und abgemäht von den Bauern waren. Bis an den Rand. Das hat der Kräutermann im Lädeli bestätigt. Sie sammeln auch nicht weiter.

Wir waren nicht in Lavin. Sonst immer. War keine Zeit; eine Woche ist so schnell vorbei. Und wir waren nicht im "Täli"(kleines Tal), weil es uns zu nass und rutschig vorkam dort. Und es gewiss auch dort kaum noch Kräuter hatte.

Reto musste keinen "Guten Heinrich" essen, weil, siehe oben - abgemäht, gefressen.

Da sind wir wieder - zuhause. Zum Glück ist es da auch schön.




Donnerstag, 9. Juli 2026

Elif Shafak, Am Himmel die Flüsse

 Ein Buch, dessen Figuren ich auch nach dem Zu-Ende-Lesen herznah sein werde.

Da ist die wunderbare Grossmutter Besna, die während ihres Lebens so viel Wissen und Weisheit an die zwei nächsten Generationen weitergibt, dass man sich an ihr festhalten kann auch nach ihrem schrecklichen Tod als Verfolgte einer religiösen Minderheit. Ihre Enkelin Narin überlebt, versklavt vom IS, später zum Glück frei gekauft.

Arthur, der aus ärmsten Verhältnissen kommt, will nach Ninive und dort Tontafeln ausgraben, um das  Gilgamesch-Epos zu vervollständigen. Er hat sich die Keilschrift selbst erarbeitet. Die älteste verschriftlichte Dichtung wird zu seiner Passion. Er widmet ihr sein Leben.

Von Zaleekhah habe ich am liebsten immer wieder gelesen. Sie verlor als Neunjährige ihre Eltern durch ein Hochwasser. Ihr Onkel Malek nahm sie in seine Familie auf. Aber sie kämpft als Erwachsene sehr um ihre Identität. Nach der Trennung von ihrem Ehemann lebt sie auf einem Hausboot. 

Die Geschichten der Menschen im Buch sind miteinander verflochten. Und geeint im Thema Wasser. Ein Wassertropfen fällt, steigt wieder auf, fällt wieder zur Erde...

Mittwoch, 8. Juli 2026

Pfefferminz-Sirup liebt meine Enkelin, liebe ich

 Was gibt es im Sommer Feineres als einen kalten Pfefferminz-Sirup! Herrlich erfrischend und so viel Aroma. - Ich habe im Garten Minze allüberall. Ich trockne Tee für den Winter, gebe einen Zweig ins Trinkwasser und eben, ich koche Sirup. Was immer noch zuviel ist, wird mit Zitronenmelisse, Salbei und Rosmarin zu Bündeln gebunden. Wenn wir "fiirle" (Freund Ernst sagte dem Grillieren so), legen wir am Schluss so ein Kräuterbündel auf die restliche Glut und hoffen, dass der Rauch in unsere Nase getrieben wird. Gern auch in die Wohnung. Wohlgerüche tun der Seele gut.

Heute habe ich zehn Flaschen Sirup eingefüllt. Eine ist für meine Enkelin. Ganz klar!



Dienstag, 7. Juli 2026

Erklärung, Rechtfertigung, Faule Ausrede?

Sommer ist die Zeit,

in der es zu heiss ist,

um das zu tun, wozu es 

im Winter zu kalt war.

 Mark Twain

Ich mache im Winter ganz viel gern - nur nicht ziellos spazieren. Ich mache im Sommer ganz viel gern, nur nicht grundlos spazieren.

Montag, 6. Juli 2026

Nicht wie immer am Montag

 Wie oft schon habe ich darüber geschrieben, dass zwei Mädchen montags bei uns mittagessen kommen! Dass wir diese Treffen an unserem Tisch als ungeheuer bereichernd empfinden. Dass uns die Mädels zum Lachen bringen, zum Staunen, zum Lernen.

Heute haben wir einer Diskussion über Energie-Drinks beigewohnt. Der Vorteil von Koffein, das Energie gibt. Der Nachteil des vielen Zuckers. Welche Drinks die beiden bevorzugen. Und da ist noch derjenige mit Salz vor sportlichen Anstrengungen. Puuuhh grusig, aber doch sinnvoll.

Aber heute war es nicht wie immer am Montag. Es war das letzte Mal in dieser Regelmässigkeit. Nach den Sommerferien machen wir jeweils etwa einmal im Monat ab, um unser Zusammensein zu viert zu geniessen. das bringt allen ein wenig mehr Flexibilität und einer Oma etwas mehr Zeit mit der Enkelin.

Ich bin froh, dass nicht nichts mehr sein wird sondern nur echli weniger. Und die Riesen-Hortensie zum Dank von Nachbars macht Freude!



Sonntag, 5. Juli 2026

Apéro mit Admiral

 Ich habe schlecht geträumt heut Nacht: Ich war im Ausgang und hatte einen Kaffee zu bezahlen. Mein Ehegespons hatte mir sein Portemonnaie mitgegeben. Als ich es öffnete, war da nur Puderzucker drin und eine Zwanzigernote. Mit dieser wollte ich bezahlen, aber sie war alt und nicht mehr im Umlauf. - Ich bin unlustig erwacht. 

Das besserte sich erst, als ich uns einen Apéro mischte. Aprikose, Sanbitter, Minze, Mineralwasser und ein Eiswürfel. Reto brachte die Paprika-Chips mit zum grünen Tisch auf dem winddurchwehten Sitzplatz. Prost! Und dann ein Ausruf von Reto: "Schau, schau...!" - Er zeigt auf einen Schmetterling, der die Brennnesseln besucht. Vielleicht dort Eier legt. Uns sehr erfreut. 

Dies sind unsere Abenteuer heutzutage: Der erste Admiral an unseren Brennnesseln!


Samstag, 4. Juli 2026

Ehe

 Ach, ach, da mache ich Pläne - aber dann kommt es anders: Ich habe begonnen, eine Hose abzuändern. Und Reto hat begonnen herum zu tigern und vor sich hin zu murmeln. - "Wie mache ich das. Ich weiss nicht, wie ich das Bäumchen im Topf befestigen kann, dass es nicht zur Seite kippt. Was könnte ich...Wie soll ich...?" - Er fragt mich nicht, ob ich helfe. Er macht nur auf sich und das Problem aufmerksam.

Wenn man knapp 50 Jahre verheiratet ist, kennt man einander. Er weiss genau, er muss nur mein Interesse wecken. Dann läuft mein Hirni heiss. Statt an meiner Hose weiter zu arbeiten, leere ich meine Bastelkiste auf dem Boden aus. Ich suche, ich suche ein Juteband. Vielleicht könnte Reto mit dem Juteband...Ich finde es nicht, dafür eine Sisal-Schnur, eine dicke. Damit könnte man, könnte Reto, könnte wer auch immer, den Topf umwickeln genau unter dem Rand. Vorher um die dicke Schnur sechs oder mehr Schnüre oder Drähte verteilen, die nach oben zeigen. Schnur um den Topf, Drähte um das Stämmchen, schön verteilt, gut anziehen. Fertig. 

Als ich in mein Zimmer gehe, um aufzuräumen, finde ich das Juteband. Ich gehe zum Bäumchen und drapiere es hübsch, damit man die Drähte nicht mehr sieht. - So geht Ehe. Unsere.

Freitag, 3. Juli 2026

Marktfahrt


 

Wir haben wahrlich viel Gutes und Schönes und Feines eingekauft auf dem Markt. Ich liebe Bundrüebli, und Reto kann nicht genug Blumen für den Garten kaufen.

Ich habe Reto Meier vom Permakultur-Hof gefragt, wie es bei diesen heissen Tagen sein kann, dass er so grosses, gesundes Gemüse hat. Wir haben die gelbe Zucchetti und das Kohlrabi bei ihm gekauft. Seine Antwort: "Wasser, Wasser, Wasser!" - Er bezieht sein (Trink-)Wasser von der Stadt. Nachts steht er zweimal auf, um die Anschlüsse für die Bewässerung umzusetzen. Er schlafe im Moment sehr wenig. Die meisten Menschen würden aber nicht nach seiner Arbeit fragen. - Und dann verkauft er sein wunderbares Gemüse auch noch sehr preiswert. Ich habe den grössten Respekt vor ihm.

Donnerstag, 2. Juli 2026

Krasser Unterschied

 Am Morgen fuhr ich in die Stadt, um einen längeren Einkaufszettel abzuarbeiten. Alles in Butter. Ich kam flott voran. Fand sogar noch ein Sommershirt zum halben Preis. Hatte eine hübsche Plauderei mit einer "verrückten" älteren Frau. Wir wünschten uns dann einen schönen Tag, und ich schaute ihr nach. Immer möchte ich auch ein wenig "verrückter" sein. Meine Plauder-Kameradin trug einen "glismeten" Hut hoch auf dem Kopf, hatte darunter lange, graue Haare. Das blaue T-Shirt hatte sie aufgerollt bis unter die Brust. Blutter Frauenbauch und neckische Zahnlücke. Die getraut sich! - An der Kasse bezahlte ich mein Sommershirt bei einer flinken, fröhlichen Angestellten. Ich machte ihr ein Kompliment, und sie sagte, sie sei eben glücklich und fröhlich und wünsche mir das auch. da wurde ich das alles gerade ein bisschen - glücklich und fröhlich.

Jetzt am Nachmittag ist die Energie weg. Die Fröhlichkeit auch. Ob ich noch Fahrt aufnehmen kann?

Mittwoch, 1. Juli 2026

"Kreative Runde" - ein Spiel

 Ich habe das Spiel geschenkt bekommen. Man sollte es mit Gästen spielen. Aber ich mag keine Gäste verknurren, es mit mir zu spielen. Ich werde selber sehr ungern genötigt zu spielen.

Das Spiel besteht aus etwa 60 Karten mit Aussagen oder Fragen zu "Kreativität". Ich ziehe nun (fast) täglich so eine Karte und überlege mir eine Antwort. So spiele ich in aller Heimlichkeit und Ruhe gerne ganz allein. Heute stand auf der gezogenen Karte:

"Was hilft dir, Ideen in die Tat umzusetzen? Was hindert dich eventuell daran?"

Meine Freude an einer Idee verleiht mir Flügel. Ich werkle gern vor mich hin und schaue, was dabei herauskommt. Ich mag Farben so gern und Wolle und Stoff und...

Manchmal bräuchte ich etwas, das zuerst beschafft werden müsste. Das stört mich und hindert mich an der Ausführung. Oder ich bin altersmüde und lese lieber in meinem Buch weiter. oder ich muss endlich wieder einmal putzen...

Dienstag, 30. Juni 2026

Blauer Becher aus Dänemark

Ich will seit Tagen Minze ansetzen für Pfefferminzsirup. Der vom letzten Jahr reicht nur noch für drei, vier Becher. Wenn mir pures Wasser aus den Ohren tropft (ich meine, verleidet ist) , labe ich mich gern an einem  "Münzesirup". Er muss nicht erst gekocht werden wie Tee. Er steht immer bereit im Kühlschrank. Er ist erfrischend und belebt. Besonders, wenn ich ihn aus einem hellblauen Becher trinke.

Den blauen Becher habe ich letztes Jahr in Dänemark gekauft. Der Sommer war nicht so heiss damals. Das Meerwasser ziemlich kühl. Abends wehten meine Haare im Wind. - Nein, konnten sie nicht, weil sie sehr kurz waren. Aber die Vorstellung, dass meine Haare im Wind wehen, tut mir gerade gut. 

Ich muss mir heute Sachen vorstellen, die mir gut tun. Sonst werde ich hässig, weil mir so unangenehm heiss ist. Zum Beispiel Farben: Türkis, hellblau. Zum Beispiel Orte: Arosa am Tag, als ich meine gute Note für eine grosse Arbeit bekam. Vor unserem Holzhäuschen in der Toskana frühmorgens Ende Oktober. Zum Beispiel Gerüche: Saftige Aprikosen in Israel. Heuernte bei den Grosseltern. ...

Morgen  setze ich Minze an.