Dienstag, 6. März 2012

Noch einmal " Bischof von Chur" - nachher schweige ich (vielleicht) davon...

Gestern im Religionsunterricht: eine lebhafte Diskussion in der 1.Oberstufe, was vom Schulstoff wirklich wichtig sei und was nicht. Später wollte ich darauf hinaus, was sie vom Judentum, das wir behandeln, behalten möchten. Sie wissen übrigens erstaunlich viel. Bin ganz stolz. - Kurz und gut, ein Schüler fand, wichtig wäre für ihn Sexualaufklärung an der Schule. Äusserst lebhafte Zustimmung ringsum. - Ich sagte ihnen, dass unser Bischof nicht wünsche, dass die Schule diese Infos über Sexualität gebe. Sie waren sehr erstaunt und fragten, woher sie sie dann bekommen sollten. "Der Bischof möchte, dass ihr eure Eltern fragt."sagte ich. Da machten sie grosse Augen. Ich wollte mit Handaufheben wissen, wer die Eltern schon mal gefragt habe. - Niemand. - Ich wollte wissen, weshalb nicht. - Zu peinlich! war ihre einhellige Meinung. Ob ich das dem Bischof mitteilen sollte? - Bloss nicht, sonst will er es noch selbst machen oder schickt Christoph Casetti vorbei. - Ich habe ihnen gesagt, sie könnten ja mal ein paar Fragen aufschreiben. - Fortsetzung folgt vielleicht.

Dunkelheiten des Lebens

Ja klar, es schneit halt wieder. - Bin ich darum wieder deprimiert? Oder gibt es dazu noch andere Gründe? - Einer ist der Zustand unserer Kirche. Genauer, die Schlagzeilen, die der Bischof von Chur mit seinem Hirtenbrief gerade macht.

In der Presse tönt es zum Teil, als hätte der Bischof es erfunden, dass Geschiedene-Wiederverheiratete nicht zu den Sakramenten dürften. - Er hat es nicht erfunden; es steht so im Kirchenrecht. Aber es gibt so viele Pfarrer und andere Profis und Engagierte in der katholischen Kirche, die schwer leiden an diesem unbarmherzigen Gesetz, das sie so gar nicht mit Jesus Christus zusammenbringen können. Die Pfarrherren, die ich kenne, geben den entsprechenden Menschen die Kommunion, weil sie mehr an die Liebe glauben als an Bestrafung. - Was hat Jesus zur sogenannten Ehebrecherin gesagt, die auf frischer Tat ertappt wurde (der Mann, der beteiligt war, wird nicht einmal erwähnt. Warum?)? - Jesus hat gesagt: "Ich verurteile dich nicht." - Aber unsere Kirche von oben verurteilt.

Dunkelheiten des Lebens - wir müssen aufhören, ihnen auszuweichen. Wir müssen sie benennen.

Montag, 5. März 2012

Wie die Blümlein draussen zittern

Gerade habe ich die Küchentür zum Garten aufgemacht und bald wieder zu trotz "Zibeleschweiziduft" vom Zmittag. Reto's Kommentar: "Wie die Blümlein draussen zittern." - Das ist der Anfang eines schrecklich schnulzigen Liebesliedes. Der Refrain heisst: "Bleib bei mir und geh nicht fort. An meinem Herzen ist der schönste Ort!"

An Tagen wie heute, wo es WIEDER schneit und "guxet" (stürmt), ist es klar, dass ich gehen muss von hier. An sonnigen Bergtagen wäre es vorstellbar zu singen: "Ich bleibe hier und geh nicht fort. Das Oberland ist ein wunderschöner Ort."

In einer Stunde gehe ich draussen zittern. In einem Seelsorgeraum muss man von Ort zu Ort.

Sonntag, 4. März 2012

Wo die Katze ruht

Wo die Katze ruht, bin ich auch gern.
Aber zuerst habe ich einen Weg freischaufeln müssen.

Eingesperrt und überwachter Ausgang

Zweimal dieses Wochenende bin ich froh, in Wassen zu wohnen und nicht in Meien oder Gurtnellen-Dorf. Das wäre für mich Flachlandmemme einfach zu viel: Der Meiener Kirchenchor konnte gestern nur überwacht nach Wassen singen kommen. Sie mussten nach dem Apéro im Betagtenheim melden, dass sie nun wieder heim möchten, und da musste ein Kundiger die Schneemassen beobachten, dass die Sängerinnen und Sänger sicher heim kamen.

In Gurtnellen-Dorf war ich heute Morgen. Gottesdienst um neun Uhr; Strassensperre ab zehn Uhr oberhalb der Kirche. Konnten die einen Gottesdienstteilnehmenden nicht mal zum Kafi kommen! Dabei erfährt man da immer so viel Spannendes: Wer den Luchs schon gesehen hat oder einen der Luchse.Wie es allen Katzen so geht Sommer und Winter. Wessen Schneeglöggli schon blühen. Wer jetzt sofort heizen gehen muss, um dann gegen Abend nicht zu frieren. Und wessen Wasserleitung endlich wieder Wasser hergibt nach vielen Wochen des Eingefrorenseins.

Ich bin wieder upgedatet. Ich bin froh, dass alle froh und munter waren, die ich getroffen habe. Unheimlich sind die Schneemassen allemal, die noch oben liegen.

Freitag, 2. März 2012

Erregende Aussichten

Schmetterlinge im Bauch, höchlich aufgeregt: Er kommt, er kommt! Der Frühling kommt. - Gestern war ich in Flüelen. Nur gerade einen Tag lang. Kam heim, als es dunkel war. Zurück vom Weltgebetstag der Frauen in Göschenen. - Heute Morgen trete ich wie immer vor die Küchentür. Ebenerdig auf den Garten hinaus. - Vorgestern waren da noch keine Töpfe. Waren unter dem Schnee. Und jetzt, heute, Töpfe ganz frei unter dem Himmel. Und im einen, im einen: Tulpen, fünf Zentimeter hoch. Unter dem Schnee gewachsen. Er kommt, der Frühling kommt!

Donnerstag, 1. März 2012

Der "Sonntag" ist eine Zeitschrift

Der neue "Sonntag" ist ein Spezialheft. Irgendwann vor langen Monaten konnte man ein Berichtlein einschicken mit dem Titel "Meine liebste Kirche". - Ich habe es getan - und wurde hernach kontaktiert für einen grösseren Artikel über die Kirche von Wassen. Jetzt ist das Spezialheft da, und ich freue mich riesig darauf, über all die Lieblingskirchen landauf und landab zu lesen. Und schön sind natürlich die Schuhe unseres Organisten.