Donnerstag, 8. November 2012
Heute glücklich, dass ich arbeiten darf - hier und jetzt
Weiss nicht warum. Und warum gerade heute. Aber als ich vorher auf Fehlerpirsch war im Pfarreiblattvorabdruck von unserem lieben, tüchtigen, fast wieder gesunden Sekretär, stellte sich ein grosses Glücksgefühl ein. Ich sah die vielen Gottesdienste, die ich an vielen Orten in nächster Zeit halten darf. Ich sah Gesichter von Menschen vor mir, die ich dann hoffentlich, wahrscheinlich sehen werde. Ich war froh, dass ich noch nicht pensioniert bin. Ich darf noch viel tun. Zum Beispiel ein ganzes Bibelweekend gestalten mit Moni Egger, meiner klugen Freundin.
Dienstag, 6. November 2012
Für alle, denen Schadenfreude gut tut
Ich bin eine schlechte Autofahrerin und habe heute den rechten Kotflügel geschrammt beim Ein- und Ausparkieren. Ausserdem habe ich sehr schlecht geträumt und von vier Uhr morgens an kaum mehr geschlafen. Und jetzt bin ich doch auch noch erkältet, wo ich stolz war darauf, dass mir Reto seine Verschnupfung nicht anstecken könne. - UND ES SCHNEIT IN WASSEN!!!
Montag, 5. November 2012
Vier-Uhr-Tee
Ich habe das Wasser aufgesetzt, bevor ich mich ganz verzettle, trinke ich Tee. - "Abwarten und Tee trinken" heisst ein bekannter Spruch. Zwar will ich nichts abwarten, aber Ruhe bringen in meine selbstgemachte Hektik. Ausserdem steht am Rand meiner Agenda heute gross: MEDITATION. - Ich vergesse es immer wieder. Ich vergesse immer wieder, dass man weiter kommt, wenn man unterwegs immer wieder anhält, um sich einen Überblick zu verschaffen über das, was getan ist und das, was noch kommen soll. Und wenn man vom Liebengott predigen will, muss man IHM Zeit lassen und Raum geben, dass er bei einem selbst ankommen kann. - Jetzt trinke ich Tee.
Sonntag, 4. November 2012
Heute Familienfeier
Stefan, Judith und Harry sind zu uns gekommen, und wir haben mit einem feinen Essen im "Stern und Post" in Amsteg Retos Geburtstag nachgefeiert. Panzerotti mit Kürbisfüllung und Amaretto - mmmmmhhhh!!! Dann sind wir zu uns hoch gefahren und haben stundenlang geplaudert. Die Ferien vom nächsten Herbst geplant. Über gute und schlechte Anstellungen geredet. Alle haben erzählt, welche Arbeit bis jetzt die beste war und welches die schlechteste. - Es ist mega, wenn man mit seinen Nächsten so persönlich und ehrlich reden kann.
Samstag, 3. November 2012
"iiwintere" - den Garten für den Winter bereit machen
Ich mache eine kurze Pause, nachdem ich das ganze Dahlienbeet, das im Frühling wieder ein Tulpenbeet sein soll, umgestochen habe. Mit dem "Karst", wie mein Vater der Stechschaufel sagte, ein Stück Erde nach dem andern abstechen, umkehren, hinwerfen und klein schlagen. Ohne die Regenwürmer zu verletzen, wenn möglich. Jetzt verteilt Reto den reifen Kompost auf dem Beet und bringt es wieder in Form. Nachher werden wir gemeinsam ein spiralförmiges Beet abmessen und zwägstampfen . Und am Schluss verteilen wir die Tulpenzwiebeln auf der Spirale und die andern Frühlingsblumenknollen und bringen sie unter die "murbe" Erde. "Murb" ist auch ein Vaterwort und heisst krümelig, locker. Eine gute Erde, wie man sie sich wünscht. - Wie sehr wünsche ich mir im Frühling anderswo gute Erde, die ich bepflanzen darf. Wie sehr!
Freitag, 2. November 2012
Capuns
Weil uns einer wunderkräftige Krautstiele geschenkt hat, MUSSTE ich gestern Abend zum erstenmal in meinem Leben Capuns kochen, eine Bündner Spezialität, die ich an der Dekanatsweiterbildung in Chur in diesem Herbst auch zum erstenmal gegessen habe . - Meine Capünser haben NOCH besser geschmeckt als die in Chur. Ich bin ganz stolz. War auch ein schöner Tagesabschluss - zum Einpacken der Krautstielpäckli wurde mir schon ein Glas Rotwein kredenzt vom Herrn Pfarrer in unserem Haus. Und dann waren wir zu dritt ganz gespannt, ob es schmecken würde. Wir haben ALLE Capünserli aufgegessen, rübis und stübis, und dazu genug Rotwein getrunken, welcher noch vom Priesterjubiläum von Ernst im Keller lag. Und anschliessend haben wir je den Schlaf der Gerechten geschlafen, individuell geträumt und Allerseelen und Capuns verdaut. Alles bestens.
Donnerstag, 1. November 2012
Noch zwei Allerseelen-Gottesdienste
Pfarrer Ernst Spichtig und ich sind von Gurtnellen-Dorf zurück, Reto von Meien als Aushilfssakristan noch nicht. In zwei Stunden gehen wir wieder los zu zwei weiteren Allerseelen-Gottesdiensten mit Weihwasser-Besprengung auf den Friedhöfen. Und am Abend möchte ich zum erstenmal Capuns kochen, eine Bündner Spezialität: Krautstielpäckli mit Spätzli und Reibkäse. Gibt viiiiiel Arbeit! - Ich bin glücklich und zufrieden - auch weil mir die Predigt sozusagen zugefallen ist aus dem Jenseits. Ich habe beim Aufräumen einen Text gefunden, den mein Vater (ab-)geschrieben hat über die Zehn Gebote. Eine Botschaft von lange her, gesendet aus dem Jenseits, mir zur Hilfe? - Da könnte ich (fast) wieder Wunder-gläubig werden.
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