Freitag, 8. Februar 2013

Sind Frauen bessere Menschen als Männer?

Ich habe mich ein wenig festgelesen oder gar festgebissen am Thema "Sexuelle Gewalt an Frauen". Es IST ein schreckliches und im Moment allgegenwärtiges Thema. Mann und Frau müssen dagegen ankämpfen. Bestimmt! - Aber, SIND Frauen bessere Menschen als Männer? Zarter? Feinfühliger? Gewaltfrei?

Lese ich im "Zeit Magazin": "In Grossbritannien werden 40 % der häuslichen Gewalttaten von Frauen begangen." Und Frauenhumor ist auch nicht immer wirklich zum Lachen. Ich kupfere einen Frauenwitz vom "Zeit Magazin" ab - einfach so als Beispiel: "Was macht frau, wenn ein Mann im Zickzack durch ihren Garten läuft? Weiterschiessen." - Folgenden Witz habe ich zuerst gar nicht verstanden: "Was macht eine Frau, wenn ihr Mann beim Kartoffelholen die Kellertreppe hinunter fällt und sich das Genick bricht? Nudeln." - Voll krass!!!

Donnerstag, 7. Februar 2013

Der Katzenmusikmarsch

Einschlafen mit dem Katzenmusikmarsch, aufwachen mit dem Katzenmusikmarsch. Der Katzenmusikmarsch in meinen Ohren, in meinem Bauch, in meinen Zellen. Der Katzenmusikmarsch rundherum und innendrin. Der Katzenmusikmarsch und gar nichts sonst. Kann nicht denken. Kann nicht reden. Der Katzenmusikmarsch.

Aber ich werde ihn vermissen - nächstes Jahr, den Katzenmusikmarsch. Ich werde die ungefährlichen, archaischen, alten Bräuche vermissen in der nüchternen Stadt Winterthur. Der Katzenmusikmarsch. Der Katzenmusikmarsch. Der Katzenmusikmarsch.

Mittwoch, 6. Februar 2013

Die Dringlichkeit der Zeit

Ich habe gestern vor dem Schlafengehen das Buch  "Über das Sterben" von Gian Domenico Borasio fertig gelesen. Er ist Palliativmediziner und schreibt in aller Ruhe über das Sterben. "Was wir wissen. Was wir tun können. Wie wir uns darauf einstellen." sind die Untertitel. - Gestern also: Wie wir uns darauf einstellen können. Und basta. Sterben müssen wir alle. Aber zuvor sollten wir leben, was immer das ist.

Borasio zitiert aus dem Koran: "Die Menschen schlafen, solange sie leben. Erst wenn sie sterben, erwachen sie." Und dann spricht oder eher schreibt er über die Dringlichkeit der Zeit und dass man von den Sterbenden das Leben lernen kann.

Kann man auch erwachen, bevor es ums Sterben geht? - Ich will mit dem regelmässigen Meditieren wieder beginnen.

Dienstag, 5. Februar 2013

Agatha

Ich kann heute den Menschen in den Gottesdiensten, vor allem den Männern, keine Freude machen mit meinen Gedanken zum Agatha-Tag. -  Agatha war eine schöne, junge Frau, die um 250 n.Chr. in Catania auf Sizilien lebte. Der Statthalter warb um sie, aber sie lehnte ab. Da wurde sie grausam gefoltert und verstümmelt. Sie starb an den Folgen. - Aus dieser Geschichte hat die katholische Kirche eine Heiligen-Geschichte der Bewahrung der Jungfräulichkeit gemacht. Als ob Agatha irgend etwas hätte bewahren können. Ihre in der Folter abgeschnittenen Brüste trägt die heilige Agatha auf vielen Statuen selbst auf einem Teller vor sich her.

Welcher Hohn - diese Geschichte der Gewalt an einer Frau hinauf zu stilisieren zu einer Geschichte der Bewahrung der Jungfräulichkeit! Ich werde wie letztes Jahr kein Agathabrötchen essen. Diese "Mutschli" symbolisieren die Brüste der heiligen Agatha. Das Brot würde mir im Hals stecken bleiben. Dann bräuchte ich den heiligen Blasius, der mich vor dem Ersticken bewahren würde. Seltsame katholische Welt!

Sonntag, 3. Februar 2013

Durcheinander

Das hätte ich nicht erwartet: Über Nacht auf den heutigen Montag  ist der Schnee gekommen, der vorher, jetzt aber nicht mehr, angesagt war. Wieder das Gefühl des Eingesperrt-Seins. Seit fünf Uhr bin ich wach und durcheinander. Denke an Judith, die vielleicht mit dem Auto unterwegs ist. Denke an Situationen und Menschen, von denen ich in verschiedenen Zeitschriften gelesen habe seit fünf Uhr. Denke an unser Zügelvorhaben. Denke, dass vielleicht vorher die Welt untergeht. Oder ist es nur die Kirche, die untergeht, die aber nicht die ganze Welt ist, halt nur ein grosser Teil meiner Welt. Vielleicht wird aber heute über alles einfach nur ein weicher weisser Teppich gelegt, ein Teppich der Barmherzigkeit. Estherchen, hab keine Angst; es wird wohl werden. Der "Langsi" (=Frühling auf urnerisch) kommt bestimmt.

08.25 Uhr: Schneehöhe auf dem Gartentisch, gestern schneefrei: 52 cm
                     Reto ist stolz!??
10.15 Uhr: endgültige Schneehöhe heute gemäss meinem prophetischen 
                    Ehemann: 59 cm
                     "es warmet..."

Winterlich

Mit Reto in Meien zum Gottesdienst. Da sieht man unterwegs Lawinenschnee hoch aufgetürmt. Und wir diskutieren im Auto, ob der Schnee die Metermarke erreicht oder nicht. Jedenfalls hat es schon in Meien bedeutend mehr Schnee als in Wassen. Es ist richtig winterlich. Zum Glück ist die Kapelle warm geheizt, wärmer als das Pfarrhaus in Wassen, durch das der Wind hindurch zieht. Zum Glück ist der Ministrant so zugänglich und fröhlich, dass einem das Herz warm wird. Aber der Kaffee im Schulhaus nach dem Gottesdienst ist so heiss, dass ich mir daran die Zunge verbrannt habe.

Samstag, 2. Februar 2013

So viel Sünde in einem einzigen Gottesdienst

Heute ist  "Mariä Lichtmess". Nach altem Brauch würden erst jetzt die Weihnachtsbäume aus der Kirche genommen und die Krippe abgeräumt.

Mariä Lichtmess verbindet als Lichterfest Weihnachten und Ostern. Bildet eine Brücke dazwischen. An diesem Tag werden Kerzen gesegnet zum Gebrauch in den Kirchen, aber auch Kerzen, welche die Gottesdienstbesuchenden mitbringen und nach der Segnung wieder mit nach Hause nehmen. Also ein schönes Fest mit Licht und Freude.

Ich habe gerade einen Gottesdienst erlebt, in dem nie von Freude die Rede war, dafür unzählige Male von Sünden, Sündenvergebung und Opfer. Von einem Pfarrer, den ich mag und der sein Bestes gibt.

 Zum Glück darf ich am Abend selber feiern. Einen Festgottesdienst, in dem die Sakristanin geehrt wird, die heute ihren 85. Geburtstag feiert. Die Minis werden Rosen überreichen, und wir werden fröhlich sein und einander begegnen. Im Gottesdienst heute Morgen war die Rede davon, dass Christus an Mariä Lichtmess zum erstenmal seinem Volk begegnet sei. - Der kleine "Von - den Sünden - erlösende - Jesus" war da knapp sieben Wochen alt. Kann ein Baby da schon den Kopf heben?? Wie ernst wird die Menschwerdung genommen?!