Trarira, der Sommer, der ist da...
Seltsamerweise steigen in mir heute Liedanfänge und Gedichtzeilen auf - ich glaube vor lauter Freude, dass es Hochsommer ist. Wieder und wieder gehen wir auf den Markt in der Steinberggasse und kaufen, was der Juli reifen lässt. Heute Himbeeren und Kirschen, natürlich Kopfsalat und Freiland-Gurken. Nur Dill haben wir vergessen, den Reto so gern am Gurkensalat mag. - Wie immer lädt eines von uns das andere mit den vollen Taschen zum Kaffee ein. Heute im Graben unter den Platanen mit leisem, lauem Wind.
Der Wind ist es wohl, der eine Gedichtzeile hervorgezaubert hat: "Wiege Kerbelkraut im Wind...", aber dann habe ich nicht weiter gewusst. Unterdessen hat mir Googel das ganze Gedicht von Silja Walter ausgespuckt:
Kraut für meine Ziegen
Wiege Kerbelkraut im Wind,
Wieg und wieg und weine,
Wieg ich doch mein kleines Kind,
Wenn ich's innig meine.
Ja, das kleine Kind! - Wenn wir Enkelkind Kaya im Arm wiegen, dann wiegen wir wohl immer auch unser kleines Kind. Hat es nötig!
Dienstag, 9. Juli 2013
Montag, 8. Juli 2013
Es ist getan - und siehe, es war gut
Wir können es noch, und das freut uns: Ein Essen für 15 Leute kochen. Die Logistik bewältigen für ein Fest mit vielen Menschen in kleiner Wohnung. Und tags darauf alles fertig aufräumen und ohne grössere Schäden in den Alltag zurückkehren.
Da sind wir jetzt und sind gut gelaunt, wenn auch ein ganz, ganz klein wenig verkatert. Das legt sich aber Stunden für Stunde mehr. Nach der Siesta sind wir wieder fit und jemand fragt wohl: Und was tun wir jetzt?
Was möchte ich heute tun? - Nachklingen lassen. Endlich wieder einmal Tagebuch schreiben. Gedanklich in das nächste Wochenende einsteigen, wo ich im Oberland taufen darf.
Es war schön, und es wird schön sein, und dazwischen gibt es zu tun.
Da sind wir jetzt und sind gut gelaunt, wenn auch ein ganz, ganz klein wenig verkatert. Das legt sich aber Stunden für Stunde mehr. Nach der Siesta sind wir wieder fit und jemand fragt wohl: Und was tun wir jetzt?
Was möchte ich heute tun? - Nachklingen lassen. Endlich wieder einmal Tagebuch schreiben. Gedanklich in das nächste Wochenende einsteigen, wo ich im Oberland taufen darf.
Es war schön, und es wird schön sein, und dazwischen gibt es zu tun.
Freitag, 5. Juli 2013
Markttag
Und wieder sind wir losgezogen auf den Gemüsemarkt in Winterthur. Am Sonntag feiern wir das nächste Fest, ein Dankeschön-Fest für unsere Zügel-Crew. Da braucht es Ware: zwei Kilogramm Bohnen, zwei Kilogramm Tomaten, Champignons, aber nur 200 Gramm. Gefunden haben wir ausserdem frische, süsse, aromatische, weiche, kurz wunderbare Feigen aus einer "cooperativa" von Sizilien. Je eine haben wir auf einer Bank vor der Stadtkirche ganz langsam und bewusst genossen. Mmmmmhhhh!
Donnerstag, 4. Juli 2013
Lesen, lesen, lesen...
Auf meinem Pult liegen ein Buch und mehrere Zeitungsausschnitte, die ich fertig gelesen habe, aber noch "bedenken" will. Das ist ein ganz gehöriges Durcheinander, aber harmloser als das Durcheinander in meinem Kopf, das all die "Leserei" Tag und Nacht verursacht.
Drei Pult-"Kostproben":
"DIE ZEIT", Führungskräfte werden oft krank durch Überlastung:
"Ich habe mich in einem Unternehmen befunden, das ganz viele Schafe hatte. Schafe, die zwar blöken, die sich aber sehr schnell in eine andere Richtung treiben lassen. Ich glaube, dass diese Schafsmentalität repräsentativ ist für viele Firmen...Kaum jemand hat den Mut, etwas zu sagen."
(Kopf-Durcheinander: Wohin wird Ägypten treiben? Was kann der "Hirte" in Chur sich noch alles leisten? Wie lange spricht man noch von Edward Snowden?)
"DIE ZEIT", Die Schweizer Atombombe (Anita Fetz):
"Vor 50 Jahren prüfte unser Land die Produktion von Atombomben. Das Militär wünschte sich 50 Atombomben zu je drei- bis fünffacher Vernichtungskraft der Hiroshima-Bombe."
(Früher einmal habe ich tatsächlich auch geglaubt, dass die Schweiz besser als andere Länder sei, ethisch besser und überhaupt. Der Glaube macht nicht selig sondern dumm.)
Aus dem Buch von Uta Ranke-Heinemann, Nein und Amen:
"Unter Skeptikern verstehe ich nicht Leute, die an der Existenz Gottes zweifeln, sondern Zweifler, die an der Verstandesfeindlichkeit der christlichen Kirche verzweifeln. Bei den christlichen Kirche führt nämlich jeder Konfessionswechsel immer nur vom Regen in die Traufe. Die Traufe, in die ich - auf der Suche nach der grossen Toleranz - durch meine Konversion zum Katholizismus geraten würde, hat mein Vater klar erkannt, den Regen, in dem ich in der evangelischen Kirche stand und stehen gelassen wurde, allerdings nicht...Mein Vater sah, dass das nicht gut gehen konnte, als ich 1953 katholisch wurde, und es ging auch nicht gut."
(Als ich einen katholischen Mann heiratete, sagte mein Vater, ich werde leiden. Trotzdem habe ich 1991 konvertiert, und ich leide.)
Drei Pult-"Kostproben":
"DIE ZEIT", Führungskräfte werden oft krank durch Überlastung:
"Ich habe mich in einem Unternehmen befunden, das ganz viele Schafe hatte. Schafe, die zwar blöken, die sich aber sehr schnell in eine andere Richtung treiben lassen. Ich glaube, dass diese Schafsmentalität repräsentativ ist für viele Firmen...Kaum jemand hat den Mut, etwas zu sagen."
(Kopf-Durcheinander: Wohin wird Ägypten treiben? Was kann der "Hirte" in Chur sich noch alles leisten? Wie lange spricht man noch von Edward Snowden?)
"DIE ZEIT", Die Schweizer Atombombe (Anita Fetz):
"Vor 50 Jahren prüfte unser Land die Produktion von Atombomben. Das Militär wünschte sich 50 Atombomben zu je drei- bis fünffacher Vernichtungskraft der Hiroshima-Bombe."
(Früher einmal habe ich tatsächlich auch geglaubt, dass die Schweiz besser als andere Länder sei, ethisch besser und überhaupt. Der Glaube macht nicht selig sondern dumm.)
Aus dem Buch von Uta Ranke-Heinemann, Nein und Amen:
"Unter Skeptikern verstehe ich nicht Leute, die an der Existenz Gottes zweifeln, sondern Zweifler, die an der Verstandesfeindlichkeit der christlichen Kirche verzweifeln. Bei den christlichen Kirche führt nämlich jeder Konfessionswechsel immer nur vom Regen in die Traufe. Die Traufe, in die ich - auf der Suche nach der grossen Toleranz - durch meine Konversion zum Katholizismus geraten würde, hat mein Vater klar erkannt, den Regen, in dem ich in der evangelischen Kirche stand und stehen gelassen wurde, allerdings nicht...Mein Vater sah, dass das nicht gut gehen konnte, als ich 1953 katholisch wurde, und es ging auch nicht gut."
(Als ich einen katholischen Mann heiratete, sagte mein Vater, ich werde leiden. Trotzdem habe ich 1991 konvertiert, und ich leide.)
Mittwoch, 3. Juli 2013
...und es ist wieder gekippt.
Das Wetter meine ich in erster Linie, das wieder gekippt ist: Von wunderbarer Wärme, ja, schon sommerlicher Hitze zu garstiger Kälte (16 Grad in den Niederungen) mit Regengüssen. Gestern sassen wir an der Sonne; heute bleiben wir drinnen. Gestern kochte ich Sommertee mit eigener Minze und eigener Verveine. Heute ...
Ein bisschen demütigend ist es für mich allemal, wie abhängig ich vom Wetter bin. Gestern war ich fröhlich und voller Energie. Sonnenenenergie. Lebensfreude. Heute...
Ein bisschen demütigend ist es für mich allemal, wie abhängig ich vom Wetter bin. Gestern war ich fröhlich und voller Energie. Sonnenenenergie. Lebensfreude. Heute...
Dienstag, 2. Juli 2013
Es steht ihm gut.
Gestern schlug Reto vor, heute gefüllte Tomaten zu backen. Das ist eines unserer Lieblingsmenüs, das es aber nur im Sommer gibt. Tomatenzeit. - Sommer genug? - Wir haben Tochter Judith angefragt, ob sie mit uns essen wolle. Und die Tomaten, gefüllt mit Zwiebeln in Butter hellbraun gebraten, Kartoffelwürfeli, Freiburger Vacherin und Schnittlauch haben sie zu uns gelockt. Natürlich mit Kaya, die genau heute drei Wochen alt ist.
Schöne Stunden auf unserem Sitzplatz. Ja, Sommer genug. Und der Freude viel mit Judith und Kaya. - Wir haben die beiden zu Fuss von Oberwinterthur heim nach Elsau begleitet (45 Minuten bei mehr als 30 Grad). Der Grossvater, mein Mann, hat die ganze Zeit den Kinderwagen gestossen. Es steht ihm gut.
Schöne Stunden auf unserem Sitzplatz. Ja, Sommer genug. Und der Freude viel mit Judith und Kaya. - Wir haben die beiden zu Fuss von Oberwinterthur heim nach Elsau begleitet (45 Minuten bei mehr als 30 Grad). Der Grossvater, mein Mann, hat die ganze Zeit den Kinderwagen gestossen. Es steht ihm gut.
Montag, 1. Juli 2013
Winterthur, die waldreichste Stadt der Schweiz
Nach dem Morgenessen noch ein wenig "umeplämperle"(= herumhängen). Dann haben wir den Rucksack gepackt: Zwei gekochte Eier, Rauchwürstli vom Arnold in Altdorf, letzte getrocknete Cherrie-Tomätli vom Dreierlei, nicht allzu frisches Brot, eine reife Nektarine, drei Aprikosen, je eine Aluflasche Wasser. Damit haben wir uns auf den Weg gemacht. Unter dem Bahnhof Oberwinterthur durch, andere Seite hoch, weiter links bis zum Bäumli-Weg und dann kurz, aber steil aufwärts bis zum Aussichtspunkt über die waldreichste Stadt der Schweiz (wer es nicht glaubt, kann googlen).
Nach einer Früchte-Pause weiter zu den Walchenweihern, die zu unserer Überraschung umgestaltet worden sind. Ooohh, das war früher romantischer und naturnaher, aber es kann ja wieder werden. - Endlich gab es Picknick (jemand hatte schon länger "gschtörmet", einfach weil Picknick so gut und so schön ist). Zwei vollkommen zufriedene Pensionierte sassen dann längere Zeit auf einem roten Bänkli und schauten den Enten, den Libellen und den Jugendlichen weiter oben zu und sogen die Waldluft gierig ein.
Nach einer Früchte-Pause weiter zu den Walchenweihern, die zu unserer Überraschung umgestaltet worden sind. Ooohh, das war früher romantischer und naturnaher, aber es kann ja wieder werden. - Endlich gab es Picknick (jemand hatte schon länger "gschtörmet", einfach weil Picknick so gut und so schön ist). Zwei vollkommen zufriedene Pensionierte sassen dann längere Zeit auf einem roten Bänkli und schauten den Enten, den Libellen und den Jugendlichen weiter oben zu und sogen die Waldluft gierig ein.
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