Mittwoch, 11. Juni 2014

Heute zitiere ich mich

Es ist Geburtstag - der erste Geburtstag von Enkelin Kaya, die mich zum "Grosi" gemacht hat. In diese neue Rolle wachse ich ganz langsam hinein. Ich fülle sie noch nicht aus. Immer noch gilt, was ich vor fast einem Jahr geschrieben habe:

Das Allerbewegendste und Vielverändernde ist die glückliche Geburt von Kaya, über die ich mich still und tief freue. Ich "Riesenschnorri" finde gar keine Worte, und wenn Kaya bei uns ist, schaue ich am liebsten. Es gefällt mir sehr, was ich da sehe: Ein gesundes Meiteli, das täglich lernt. Eltern, die es sehr gut machen. Einen Grossvater, dem das Grossvater-Sein gut steht.

Mehr gibt es heute nicht zu sagen. Ausser vielleicht, dass ich heute Morgen lauter grosse "K"'s gebacken habe: KAYA, KAYA, KAYA, KAYA, KAYA, KAYA, KAYA. (Sieben ist eine heilige Zahl. Heilig ist mir...)

Dienstag, 10. Juni 2014

Erste Schuhe

Welch ein bewegender Morgen! Kaya hat zum ersten Geburtstag ihre ersten Schuhe angepasst bekommen. Meine Schwester hat uns primabestens bedient. Es war eine kleine "Fiesta" im Schuhladen "Peterhans", wobei Kaya die grösste Freude an einem blauen Dekor-Bär hatte, den sie kräftig herzte. Immerhin behielt sie ihre Schühchen ohne weiteres an, und ich spazierte mit ihr an zwei Fingern am "Graben" herum, als wir noch Spaghettis essen gingen mit Judith und Kaya.

Erste Schuhe, erste Schritte, weite Wege durch ein Leben! - Ich mache ja erste Schritte mit einem Smartphone, das ich sozusagen als Spielzeug gekauft habe, weil das alte Natel nicht mehr tat. Ich liebe Touchscreens. Aber ich lasse mich nicht gern übertölpeln von Swisscom, Google und Co. - echt nicht. Ich will von einem Handy nur Folgendes: SMS-Dienst, Telefonie, Fotografie, Radio des Nachts und Weckdienst des Morgens. Dafür braucht man kein Smartphone, aber ich habe nun mal eins. Den Internetzugang habe ich ausgeschaltet. Ich surfe nicht und lade keine Apps herunter. Aber genau das macht man normalerweise mit einem Smartphone. - Und liefert sich damit so ziemlich aus. So habe ich es in einem Artikel in "DIE ZEIT" vom 28. Mai gelesen:

"Wer den Nutzer überwachen will, muss ihm nur eine unverdächtig wirkende Software unterjubeln, beispielsweise eine Sport-App, und kann dann heimlich jeden seiner Schritte verfolgen."

Heutzutage muss man einem Kind nicht nur beibringen, dass die Kuh muh und die Katze miau macht, sondern auch, wer heimlich hinter uns her ist.

Montag, 9. Juni 2014

Retablieren (= wiederherstellen)

Zum Glück gibt es den Pfingstmontag! Da haben auch Pensionierte das Gefühl, sie dürften die Füsse hochlegen und die Seele baumeln lassen. (Dabei spüre ich Hitze im Nacken von der gestrigen Sonne, aber Freude im Herzen vom gestrigen Fest und auf kommende, angesagte Feste).

Pensionierte können doch jeden Tag machen, was sie wollen. Beteuern jedenfalls unsere Bekannten alle, ob schon im Ruhestand oder noch berufstätig. Aber irgendwie glaube ich das nicht ganz. Und siehe da, heute steht es in der NZZ am Sonntag (Nina Streeck, Glück der späten Jahre): "Mit dem Konzept des Erfolgreichen Alters entstehen neue Leistungsnormen...Wer als 70-Jähriger körperlich fit, geistig leistungsfähig und als Ehrenamtlicher oder weiterhin Berufstätiger nützlich für die Gesellschaft bleibt, darf sich zu den guten Alten rechnen." - Reicht es, das Enkelkind zu hüten, oder darf/soll es "es bitzeli meh sii" (ein bisschen mehr sein)? Und später dann lassen wir uns von Exit ein "Tränkli" mischen, um nicht zur Last zu fallen. Sind wir dann sehr gute Alte?

Hey, hey, ich sagte doch früher immer, dass ich im AHV-Alter zu den "Grauen Panthern" wolle, welche sich politisch für die Alten einsetzten. Gibt es die überhaupt noch? - Von wem lassen wir uns bestimmen, oder bestimmen wir doch selbst und sind dann halt nicht gute Alte? - Die "Grauen Panther" sind laut Google in Basel aktiv, aber in Zürich eher nicht. Schade!

Sonntag, 8. Juni 2014

Kindergeburtstag

Es war heiss, aber es war schön. - Wir waren zum Fest des ersten Geburtstages von Daryl und Ramiro eingeladen. Die Zwillingsbuben hätten wohl all die vielen mehr oder weniger bekannten jüngeren und älteren Leute nicht zum "Rebhüsli" ob Regensdorf-Watt eingeladen. Sie haben immer wieder geweint, wenn andere als Mami oder Papi sich über sie gebeugt haben und all die Faxen gemacht haben, die Erwachsene Kleinkindern gegenüber lustig finden. Sie werden sich auch nicht erinnern an das Fest ihres ersten Geburtstages. Aber wir tun es gewiss. Nicht nur, weil es die heissesten Pfingsten seit der Temperaturaufzeichnung überhaupt sind. Auch, weil es wunderbar war, mitten unter Helena's und Alonso's Freundinnen und Freunden und deren Kindern oder Grosskindern sitzen zu dürfen. Grillmässig gut bedient von Tien aus Vietnam, angesprochen von der jungen Kanadierin, die Reto auf englisch fragte, ob er nicht derjenige sei, der gerade englisch studiere. Und mein ehemals sprachfauler Ehemann hat zwei Fragen "in english" gestellt. Macht richtig Freude! -Guillermo hat erzählt, weshalb er aus Chile flüchten musste vor mehr als dreissig Jahren. Und wir haben Helena's Papa kennengelernt, der in Deutschland wohnt. Dann kam eine Frau auf mich zu, die meinen Namen wusste. Graziella, mit der Helena und ich auf der Jugendseelsorge Zürich zusammengearbeitet haben. Bei ihr sind wir dann hängengeblieben, bis uns die Hitze heimwärts trieb. Jetzt geniessen wir Melonenschnitze und Eistee selbstgemacht. Es war heiss, aber es war sehr schön und ist anhaltend schön.

Freitag, 6. Juni 2014

Früh zu Bett

Gestern Abend um Viertel nach neun Uhr beschlossen Reto und ich, wir seien rechtschaffen und zufrieden müde. Es sei der richtige Abend, um früh zu Bett zu gehen. - Wir waren am Morgen in der Stadt gewesen und hatten in möglichst kurzer Zeit möglichst viel erledigt. Neues Uhrenarmband kaufen und befestigen lassen. Kaffeekapseln aufstocken. Wie heisst bloss die braune "Capsule"? Es gibt verschiedene braune. Welche? LEVANTE! Müsste doch zu merken sein. - Rindsplätzli für Vögel für heute. Reichen drei für drei Personen? Sie sind sehr leichtgewichtig. Aber kommt ja Füllung rein. - Lebkuchengewürz. Wo Lebkuchengewürz im riesigen Laden? Alles haben die das ganze Jahr, aber Lebkuchengewürz gibt es nur im Winter. Noch nie vom Lebkuchenkuchen gehört, den Reto ganz unsaisonal jederzeit bäckt auf meinen Wunsch? - Weil Reto es möchte, gehen wir auch noch zum Kaffee bei Vollenweider. Er bezahlt. - Kaum zu Hause kommen Judith und Kaya. Ich koche, bin aber abgelenkt und verpatze meine Pouletbrüstchenfüllung. Ist trotzdem gut oder erst recht. Wäre Rucola wirklich das Tüpfchen auf dem "I" gewesen? - Wir essen im Freien. Hey, hey, Kaya ist ein "Fleischtiger"! Mit ihren wenigen Zähnen schafft sie das Pouletbrüstchen spielend. In Zukunft ist mit ihr zu rechnen. In allen Belangen! - Irgendwann nach zwei Uhr kommt die Nachbarin zum Kaffee. Die Schoggigugelhöpfchen vom nahen Mittwochsmarkt sind fein. Das Gespräch läuft von selbst wie ein Dorfbach ruhig durchs Gelände. Die Zeit vergeht, weisst du nicht wie. Und schon ist es Abend, und wir beschliessen, früh ins Bett zu gehen.

Ich spaziere dann noch bis elf Uhr in der Wohnung herum. Tue dies, verrücke jenes. Und weiss am Schluss, was wir unserem Sohn zum Geburtstag schenken und woran sonst noch zu denken ist. Und dann ärgert mich der Herr Wicki am Radio, der immer so gediegen mit Leuten schwatzen will die ganze Nacht, wo ich doch nur ein Gutenachtliedlein bräuchte!

Donnerstag, 5. Juni 2014

Ein Tag, bevor der Sommer kommt

Ein fast unglaublicher Gedanke, dass es morgen sommerlich heiss sein wird und Kaya zum erstenmal unter dem Ahorn im nigelnagelneuen Bädli pflotschen wird! Und absolut unglaublich, dass schon bald die Hälfte des Jahres gelebt ist! Gut gelebt, aber eben vorbei. - Nächste Woche wollen wir Kaya die ersten Geh-Schühlein kaufen bei meiner Schwester, die Schuhverkäuferin ist. Eine gute Schuhverkäuferin, oder sagt man heutzutage Fachfrau für Schuhverkauf oder Verkaufsberaterin im Schuhbereich? Jedenfalls freuen wir uns auf die ersten selbständigen Schritte von Klein-Kaya. Sie muss wachsen an allem; wir nehmen ab in allem, aber nur langsam. Versprochen. Wir tun dafür, was wir können, lassen uns frisch erhalten von Kindern und Kindeskindchen.

Mittwoch, 4. Juni 2014

Wie ein junger Eisbär

Wir sind zurück von vier Tagen München mit Stefan und Martin. Voll und schön! Englischer Garten, Tierpark Hellabrunn, Münchner Quartierentdeckungen, Rundgang mit der Nachtwächterin im Dunkeln. Bei Gefahr soll die ganze Gruppe schreien: "Gesindel!!!" - Nahrhaft und gut! Eine halbe oder Viertelhaxe esse ich am besten nie wieder. Aber vielleicht habe ich in fünf Jahren wieder vergessen, dass ich so ein Ungetüm mit feststeckendem Messer nicht mehr schaffe. Gestern noch ein Abschiedsmittagessen an der Sonne mit wohlduftendem Rotem (Reto und ich) und süffigem Weissen (Stefan und Martin). Dann going home by train (Reto und ich).

 
Und bald wird es hier so heiss, dass man gern ein Eisbär im Pool wäre oder mindestens das Eisfach gut assortiert hätte mit allersorten Eiscrème.