Ich habe lachen müssen: Da schreibt einer (Christian Seiler) im September über den "Duft dieses Sommers". Wo wir doch gestern im Wald den Herbst geschmeckt haben. Mit Zunge und Nase und Haut. Reifen Holunder haben wir geerntet, und ich habe ihn zu Hause zu Sirup statt Gelée verkocht. Die Brombeeren sind schon hinüber. Einzelne Nachzügler, der Rest vertrocknet. Auf den Waldwegen liegt Laub. Die Buchen werden gelb.
Ich habe lachen müssen, aber dann ist mir das Lachen vergangen. Als ich realisiert habe, dass ich, wenn ich denn heissen Tee trinke, immer noch den vom letzten Jahr aufbrauche. Ja, das Gras in der Dose oder Heu oder Emd, wie man will! Wo doch schon einen Sommer lang frischer Tee im Garten steht. Zur freien Auswahl. Pfefferminze, Zitronenmelisse, Verveine.
Christian Seiler findet, genau meine Verveine bedeute für ihn "Duft des Sommers". Und er beschreibt ein paar Rezepte, was man damit auch noch anstellen kann ausser sie teemässig zu geniessen. Diesen Sirup nach Tanja Grandit will ich ausprobieren, ehe der Winter kommt. Und jetzt stürme ich in den Garten und lasse mir die Verveine durch die Finger gleiten. Dies immerhin habe ich schon oft getan in diesem Sommer, der schon in den Herbst übergeht.
Dienstag, 8. September 2015
Montag, 7. September 2015
Uuuuhhhh...
Ich habe schon eine unglaubliche Informationsflut bewältigt und Bohnen gepflückt. Das mit den Bohnen kommt mir sinnvoller vor als das Aufsuchen einer neuen Internetseite, auf der ich meine Reaktionen spielerisch hätte verbessern können. Schon das erste Spiel hat mich nervös gemacht. Das zweite habe ich zwar begriffen, aber nicht adäquat bedient auf dem Laptop. Wo hätte ich da genau drücken müssen, wo ich doch das Ergebnis von fünf minus vier schnell eruiert hatte? - Na ja, unterdessen habe ich zwar die Internetseite wieder gefunden, nicht aber die Spiele. So gehe ich Bohnen spitzeln.
Sonntag, 6. September 2015
Ein glücklicher Feuernachmittag
Zwischen den Rosenstöcken vor dem Fenster hockt sich gerade unser Kater hin, und ich verdaue genüsslich den gestrigen Tag. - Wir haben uns wieder mal als (halbes) Studierendengrüppchen getroffen. Aber nicht nur wir ausstudierten (??) Theologinnen - auch die Familien waren eingeladen bei Livia im Garten. Es kamen sechs Erwachsene und fünf Kinder zusammen. Wieviele Cervelats wir am Feuer gebraten haben, weiss ich nicht, aber dass die kleine Mathilda eine ganze Wurst verspiesen hat, das weiss ich. Und dass Johann und Vincent je ein eigenes Schnitzmesser besitzen, das habe ich mit leiser Eifersucht wahrgenommen. Zora und Rabea sind so aufgestellte, aktive, fröhliche Mädchen, dass man fast nicht glauben kann, dass sie nachts noch nicht müde genug sind zum Schlafen. Ach, und da sind auch noch die Erwachsenen. Über sie denke ich heute noch ein wenig nach.
Samstag, 5. September 2015
Konstruktiver Journalismus
Ganzer Journalist sein - das will einer, der heute im "Tagi" eine ganze Seite gefüllt hat. Ulrik Haagerup ist Nachrichtenchef des dänischen Rundfunks. Er plädiert dafür, dass wir den Käse auch sehen und nicht nur die Löcher. Ha! Das gefällt mir sehr. Aber lesen die Leute dann noch die Zeitung? "Bad news are good news" heisst es doch seit Jahren. - Vielleicht haben wir davon genug, mehr als genug. Es ist unterdessen fast unerträglich, die ganzen schlimmen Nachrichten aus aller Welt zu hören und die Bilder dazu zu sehen. Wie kommen wir überhaupt noch zurecht? Was hilft uns, nicht zu verzweifeln? - Verzweifeln hiesse aufzugeben. Wir brauchen positive Kraft, um das Unsrige zu tun. Gerade jetzt. Uns nicht übernehmen, aber beitragen zur Käseproduktion. Löcher hat es schon zu viele. Und seien wir ehrlich: Die meisten von uns sind eher Zuschauerinnen auf der grossen Weltbühne als Akteurinnen. Gestern Abend habe ich seit sehr langem wieder einmal die "Arena" geschaut. Positiv aktiv zu sein kann auch heissen, im Oktober richtig zu wählen. Ich bereite mich vor.
Freitag, 4. September 2015
Etwas zu erzählen...
Nicht nur Reto war auf Reisen. Ich war sogar zwei Tagen in den Ferien bei meiner Besten Freundin. Gestern Abend bin ich zurück gekommen. - Beide haben wir allerlei erlebt, Reto und ich. Aber was kann man erzählen? Wenn Reto erzählt, welche Bahnstrecken er am Juranordrand abgefahren hat, dann weiss ich trotzdem nicht, wie es dort aussieht. Und wenn ich ihm erzähle vom Wanderweg Umiken-Brugg, alles "obedure" (über die Höhe), dann weiss er auch nicht, wie der Geissbock gestunken hat, den wir nicht gesehen, aber gerochen haben. Und Reto weiss nicht, wie Nudeln mit Lachs geschmeckt haben, die mir Susanna kredenzt hat. Nicht, wie der Chateau Lafitte mundete. Ich aber auch nicht, wie seine "Hörnli und Ghackets" nachts um neun Uhr auf dem Platz vor dem Bundeshaus waren. Und doch - es ist wunderbar, wenn man etwas zu erzählen hat und einer hört zu.
Dienstag, 1. September 2015
Früh am Morgen
Heute ist mein Eheliebster früh auf die Reise gegangen. Bis ans Ende der Schweiz will er fahren. An die Juragrenze zu Frankreich. Und abends wieder zu Hause sein. - Das tut uns gut - hie und da uns zu trennen und eigene Wege zu gehen. Muss ich meinen Tag ganz selbst gestalten. Selber das Geschirr und die Konfitüre wegräumen. Er ist ja immer in allem schneller als ich. Aber heute genügt mein ureigen Tempo.
Es beginnt mit einem schwarzen Tier
Immerhin morgens vor halb acht Uhr machte ich Pipi. Da kam ein schwarzes Tier auf mich zugekrabbelt. Sehr zielbewusst und ohne Angst. Zum Glück waren noch Kayas farbige Turmbecher zum Trocknen ausgelegt. Ich griff mir einen und fing das schwarze Krabbeltier darunter. Dann Karton unten durchziehen und das Untier ins Freie bringen. Reto zeigen, wie es kampfeslustig sein Hinterteil in die Höhe reckte und on Google suchen, wie es heisst.
Moderkäfer nennt es sich oder eher, wird es genannt. Und es kann kneifen wie ein Skorpion. Auch Menschen, wenn sie näher als bis zwanzig Zentimeter kommen. Diesen Besuch haben wir bestimmt Stefan und Martin zu verdanken, die am Sonntag bei offener Sitzplatztür in unserer Stube geschlafen haben. Martin hat sich nur erschreckt, als die Nachbarsriesenkatze auf dem Beistelltischchen herumturnte. Wir werden erleben, wer sich vielleicht auch noch bei uns versteckt hat.
Moderkäfer nennt es sich oder eher, wird es genannt. Und es kann kneifen wie ein Skorpion. Auch Menschen, wenn sie näher als bis zwanzig Zentimeter kommen. Diesen Besuch haben wir bestimmt Stefan und Martin zu verdanken, die am Sonntag bei offener Sitzplatztür in unserer Stube geschlafen haben. Martin hat sich nur erschreckt, als die Nachbarsriesenkatze auf dem Beistelltischchen herumturnte. Wir werden erleben, wer sich vielleicht auch noch bei uns versteckt hat.
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