Ich will nicht gerade behaupten, heute müsse ich büssen für den Übermut von gestern, aber heute mag ich nicht. Mein Sturz vom Samstag ist noch nicht auskuriert. Ich schlafe immer noch schlecht, weil mein linkes Bein auf Seitenlagerung schlecht zu sprechen ist. Aber auf dem Rücken hält es mich auch nicht lange. So döse ich nächtens und höre immer wieder Radio. Und doch möchte ich den gestrigen Tag nicht ungeschehen machen. Auch weil es gut tut, etwas auszuhalten, durchzuhalten. Und vor allem, weil es mich heute zum Lachen bringt, an gestern zu denken.
Mittwoch, 7. Oktober 2015
Dienstag, 6. Oktober 2015
Zoo Zürich
Wir hatten Glück: Das Wetter war uns hold, bis wir uns am Schluss ins Restaurant setzten. Kaya fand auch, dass das Grosi einen Kaffee trinken dürfe; sie spiele dann unterdessen auf dem Spielplatz.
Wir hatten Glück: Der Königstiger, der faul hinter einem dicken Baumstamm lag und sozusagen nur die Öhrchen zeigte, stand plötzlich auf und demonstrierte seine ganze Grösse und Herrlichkeit. Was für ein Tier!
Wir hatten Glück: Das Würstchen in Kayas Hot-dog war knapp lang genug, um ihren Hunger zu stillen. Vom Brötchen bekamen dann die hungrigen Spatzen ein wenig, aber nicht viel.
Wir hatten Glück: Dass wir unsere Enkelin für einen Tag ausleihen durften und so den Zoo nochmals neu und anders erleben konnten. Allerdings sprach sie im Zug kurz vor Oberwinterthur ein grosses Wort: "Kaya will Mami und Papi ganz selber erzählen. Du darfst nicht." (Wir haben uns leider kaum dran gehalten. Keine Geduld und selber so viel Lust vom schönen Tag zu berichten.)
Wir hatten Glück: Der Königstiger, der faul hinter einem dicken Baumstamm lag und sozusagen nur die Öhrchen zeigte, stand plötzlich auf und demonstrierte seine ganze Grösse und Herrlichkeit. Was für ein Tier!
Wir hatten Glück: Das Würstchen in Kayas Hot-dog war knapp lang genug, um ihren Hunger zu stillen. Vom Brötchen bekamen dann die hungrigen Spatzen ein wenig, aber nicht viel.
Wir hatten Glück: Dass wir unsere Enkelin für einen Tag ausleihen durften und so den Zoo nochmals neu und anders erleben konnten. Allerdings sprach sie im Zug kurz vor Oberwinterthur ein grosses Wort: "Kaya will Mami und Papi ganz selber erzählen. Du darfst nicht." (Wir haben uns leider kaum dran gehalten. Keine Geduld und selber so viel Lust vom schönen Tag zu berichten.)
Montag, 5. Oktober 2015
Ein erfüllter Tag
Morgens um halb neun Uhr erschien wieder unsere Enkelin bei uns, dann lief der Tag rund und rund. Vom harmlosen Erzählen, Zeichnen zum anspruchsvolleren Zoo Aufbauen mit Playmobilfiguren, die erst im Keller zu suchen und finden waren. Elefanten ohne Ohren aussortieren. Gehege erfinden. Krokodile dürfen niemals mit Kamelen zusammengesperrt werden, Löwen nicht mit Zebras. Aber warum sollen nicht alle, alle Gras und Ringelblumen vom Garten fressen?! Zu realistisch wollen wir heute noch nicht werden. Wir haben ja auch die Amselfedern und -federchen vom Rasen aufgeklaubt, damit wir nicht das Wesen unserer und anderer Katzen erklären mussten. Noch vor dem Mittagessen war der Zoo nicht mehr interessant. Aufräumen mit Kaya. Dann kochen. Den Fischstäbchen sagt sie hartnäckig "Fleisch". Kartoffeln mag sie nicht, aber sie schneidet sie gern zu Brei mit dem Kindermesserchen. Mittagsschlaf geplant, aber zum Schlafen kam Klein-Kaya nicht. Sie eroberte sich zwei Spielkarteien von meinem Büchergestell ums Eck und sagte dann mit Tränen in den Augen als Schutz vor allfälliger grossmütterlicher Verärgerung: "Kaya cha nümme uufruume." - Das bleibt mir also heute Abend zu tun - die Reihenfolge wiederherstellen und überlegen, wo um alles in der Welt ich die Karteien besser hinräume.
Sonntag, 4. Oktober 2015
Gierig zu Fall gekommen
Gestern sind wir zu viert an eine Fotoausstellung im Kanton Bern gefahren. Ich habe auf Facebook Fotos der jungen Frau gesehen, aber jetzt war ich gespannt, was sie öffentlich zeigt. Bei "Glas Trösch" in Bützberg fanden wir den Ausstellungsraum dank guter Unterstützung durch den Bruder der Fotografin.
Die Fotos sind gut. Gute Sujets gewählt und die Bildausschnitte optimal komponiert. Tierbilder, Natur, Objekte aus der bewohnten Welt. Die junge Frau hat ein gutes Auge.
Man konnte einerseits Karten erstehen und andererseits Fotos bestellen. - Nach zwei Schaugängen rundum wollte ich ganz gierig mehrere Fotos bestellen. Diesmal ging ich schnell, schrieb Nummern auf meinen Handrücken, war mit den Augen den Füssen voraus.
Vor lauter Gier bin ich zu Fall gekommen. Eine Werbefläche von "Glas Trösch" hat in Wadenhöhe eine graue Plattform, und auf dieser sass ich plötzlich sehr überraschend und unfreiwillig und bei heftigem Schmerz an der linken Gesässbacke. Auaaaahhh! - Ich wusste nicht, ob ich wieder aufstehen können würde. Und wie sollte ich mit ÖV heim kommen?
Einen Tag danach bin ich zu Hause, aber Reto spaziert ohne mich. Ich habe das Abenteuer Heimreise bestanden, wobei Treppen am schlimmsten waren. - Gut zu erleben war und ist, wieviel Anteilnahme ich bekommen habe. Und gut ist, dass sich nicht alle eilfertig gestellten Diagnosen bewahrheitet haben! Uuuuhhh, diese haben am meisten Angst gemacht!
Die Fotos sind gut. Gute Sujets gewählt und die Bildausschnitte optimal komponiert. Tierbilder, Natur, Objekte aus der bewohnten Welt. Die junge Frau hat ein gutes Auge.
Man konnte einerseits Karten erstehen und andererseits Fotos bestellen. - Nach zwei Schaugängen rundum wollte ich ganz gierig mehrere Fotos bestellen. Diesmal ging ich schnell, schrieb Nummern auf meinen Handrücken, war mit den Augen den Füssen voraus.
Vor lauter Gier bin ich zu Fall gekommen. Eine Werbefläche von "Glas Trösch" hat in Wadenhöhe eine graue Plattform, und auf dieser sass ich plötzlich sehr überraschend und unfreiwillig und bei heftigem Schmerz an der linken Gesässbacke. Auaaaahhh! - Ich wusste nicht, ob ich wieder aufstehen können würde. Und wie sollte ich mit ÖV heim kommen?
Einen Tag danach bin ich zu Hause, aber Reto spaziert ohne mich. Ich habe das Abenteuer Heimreise bestanden, wobei Treppen am schlimmsten waren. - Gut zu erleben war und ist, wieviel Anteilnahme ich bekommen habe. Und gut ist, dass sich nicht alle eilfertig gestellten Diagnosen bewahrheitet haben! Uuuuhhh, diese haben am meisten Angst gemacht!
Samstag, 3. Oktober 2015
Gemischtes Doppel
Nein, von Tennis habe ich keine Ahnung. Schaue ich nie trotz "Roger". Aber heute Morgen bin ich abwechslungsweise am Compi und in der Küche = gemischtes Doppel. - Die Küche ist einfacher. Da backe ich einen Sonntagszopf. Das kann ich. Auch die Speckbananen zum Zmittag werden mich kaum fordern. - Aber am Computer habe ich Restarbeit zu leisten für meinen Pausen-Artikel für die "fama" (Feministisch-theologische Zeitschrift). Die Redakteurin hat sinnvolle Anmerkungen gemacht, und ich muss Änderungsformulierungen "erfinden". Das ist Knobelarbeit. - Gut so! Hirnjogging im Alter ist ein Muss.
Freitag, 2. Oktober 2015
Warum?
Warum malt einer, schreibt eine, filzt die andere, schreinert jener? Warum?
Warum macht die eine ihre Lieblingstätigkeit zum Beruf, bleibt sie doch bei den meisten ein Hobby?
Warum weiss der eine, dass er ein Künstler ist, derweil die andere nicht an sich glaubt?
Warum weiss man so wenig über sich selbst und noch weniger über die anderen?
Warum?
Warum macht die eine ihre Lieblingstätigkeit zum Beruf, bleibt sie doch bei den meisten ein Hobby?
Warum weiss der eine, dass er ein Künstler ist, derweil die andere nicht an sich glaubt?
Warum weiss man so wenig über sich selbst und noch weniger über die anderen?
Warum?
Donnerstag, 1. Oktober 2015
Was ich NICHT gelernt habe
Im Buch "Der Argentinier" von Klaus Merz wird die Lebensgeschichte eines eben Verstorbenen erzählt. Er war jahrzehntelang Lehrer. Aber davor "abenteuerte" er ein paar Jahre in Argentinien als Gaucho und Tangotänzer herum. Deshalb wurde er "Argentinier" genannt und ein wenig bewundert. Die Fähigkeiten, die er sich im fernen Land erworben hatte, flossen in sein künftiges Leben ein. Vor allem Tanzen und Musik machen.
Ich war mit dreiundzwanzig bloss ein halbes Jahr in Israel. Habe ich dort etwas gelernt? (Klar, habe ich.) - Was habe ich in meinem Leben alles NICHT gelernt, das ich nun gern können würde? (Das Eine und Andere könnte ich auch jetzt noch anpacken.) - Ich habe gewiss wie alle ein paar bescheidene Fähigkeiten erworben, aber mir hat immer der Mut gefehlt, etwas daraus zu machen.
PS. Es ist kein Trost nötig, weil ich nach dem Motto lebe "Es ist was es ist". Bei Erich Fried heisst es weiter "Es ist Liebe".
Ich war mit dreiundzwanzig bloss ein halbes Jahr in Israel. Habe ich dort etwas gelernt? (Klar, habe ich.) - Was habe ich in meinem Leben alles NICHT gelernt, das ich nun gern können würde? (Das Eine und Andere könnte ich auch jetzt noch anpacken.) - Ich habe gewiss wie alle ein paar bescheidene Fähigkeiten erworben, aber mir hat immer der Mut gefehlt, etwas daraus zu machen.
PS. Es ist kein Trost nötig, weil ich nach dem Motto lebe "Es ist was es ist". Bei Erich Fried heisst es weiter "Es ist Liebe".
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