Montag, 7. März 2016

"Carambole" - ein Buch von Jens Steiner

Gerade mal zwei Jahre älter ist er als unser Sohn, der Autor Jens Steiner. Aber sein Buch "Carambole" enthält die ganze Welt und das ganze Leben. Dabei wird nur über ein Dorf kurz vor den Sommerferien berichtet. Die drei Jungs Fred, Manu und Igor befürchten, dass wieder nichts passiert. Was soll schon passieren?! - Aber dann erzählt uns Jens Steiner, welche Geschichte hinter der scheinbaren Passivität liegen. Es ist die Rede von allem. Die Tragik der einzelnen Leben scheint auf. Was trotzdem gut ist. Was zum Durchdrehen ist. - Hinter der Sprachlosigkeit lauern Dimensionen, die nicht erahnt werden können. Der Schlusssatz heisst lapidar: "Nichts passierte. Alles passierte." - So wie bei uns? So wie überall.

Sonntag, 6. März 2016

Männer erklären die Welt

Ein ganz gewöhnlicher Sonntag  mit Aprilwetter draussen und drinnen. Reto schaut Sport. Ich sehe Schnee on TV und höre schreien. Sportreporter schreien (fast) immer. Reto sagt: "Wir haben Chancen für eine Medaille." - Das ist mir zwar ziemlich egal, aber ich nehme es lobend zu Kenntnis. Später gibt es keine Medaille, und Reto hat es eigentlich schon gewusst oder mindestens kommen sehen. So wie er auch das Wetter kommen sieht und es mir vorsorglich oder fürsorglich erklärt. Er ist nämlich der Experte in fast allen Bereichen. So wie viele Männer, die ihren Partnerinnen ständig die Welt erklären. - Wir wollen den Sonntagsspaziergang machen, aber es beginnt gerade wieder zu schneien. Keine Bange, Reto weiss, dass es sofort wieder aufhört. Auf dem Barometer ist ja auch volle Sonne. Kaum sind wir draussen, schneit es erneut. Zum Glück habe ich den Filzhut vom Urner Oberland trotz der Sonne auf dem Barometer und in Retos Prognosen aufgesetzt. Frau hört andächtig zu - und denkt sich ihre Sache.

Samstag, 5. März 2016

Nachdenklich

Gestern Abend haben sich in Luzern sieben "Ganz wunderbare Menschen" getroffen. Die Abkürzung dafür lautet GWUM. Wir waren ausnahmsweise alle von unserer Studierendengruppe aus fernen und doch nahen Tagen an der Uni Luzern. Ich war vor zehn Jahren (Jubiläum!!!) schon die weitaus älteste von uns, und jetzt bin ich die weitaus früheste, die pensioniert wurde. Mit grossem Interesse habe ich vernommen, was die einzelnen beschäftigt und sehe, wie schwierig es ist, berufstätig zu sein und in Beziehungen zu stehen, gar Familie zu haben. Gern würde ich Dunkles wegpusten und Schweres leicht machen. Aber immer müssen wir unsere Wege selber gehen. Bleibt uns nichts anderes übrig. Auswege suchen. Umwege machen. Immer uns auf der Spur. Und dann im Alter Rückschau halten. Hoffentlich lächeln, wenn man so einen Satz liest:

"Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält." (Max Frisch)

Ich bin daran, mein Leben ein wenig zu schönen. Das tut mir gut.

PS. Gestern habe ich nach dem Gehör eine Werbung für Klangbaum und Co. gemacht. Die richtige Webadresse heisst: www.klickundgschaenk.ch


Freitag, 4. März 2016

Schöne Sachen in meinem Zimmer

Eine professionelle Aufräumerin hat geraten, dass man alles weggibt, das nicht glücklich macht. Sollte einen etwas nicht glücklich machen, und man braucht es trotzdem unbedingt, soll man es gut versorgen, dass man es nicht ständig anschauen muss. - Ich habe mir statt neue Jeans einen "Klangbaum" gekauft. (www.klickundgschaenk.ch) Das ist eine Murmelbahn, die mir schon lange gefällt. - Klar, ich lasse Murmeln klingen, aber gerade so wichtig ist es, den Klangbaum anschauen zu dürfen. Ich liebe Farben. Ich liebe es bunt. Mein Klangbaum trägt die Farben der Welt in sich.

Mein Klangbaum steht vor dem Fenster. Ich kann ihn sehen, wenn ich auf dem Bett liege und im genial guten Buch "carambole" von Jens Steiner lese. Ausser dem Klangbaum sehe ich über dem Bett an der Wand das Märzbild des Kinderkalenders von Wolf Erlbruch. Eine Katze rutscht fröhlich das Treppengeländer hinunter, und ich werde beim Anschauen ebenso übermütig und einfach ein bisschen glücklicher und mutiger.

Man sagt, im Alter werde man wieder wie ein Kind. Wenn gemeint ist, dass man Schönes, Buntes, Klangvolles um sich haben will und das alles liebt wie ein Kind, dann bin ich gern einverstanden.



Donnerstag, 3. März 2016

Oberwinterthur - Muotathal

Unser 88-jähriger Pfarrerfreund hat im Januar Geburtstag gehabt. Heute hat er unser Geschenk eingelöst: Wir sind zu ihm nach Muotathal gereist durch Sonne, Regen und Schnee und haben mit ihm im Restaurant "Post" fein Zmittag gegessen ( Essen = unser Geschenk). Inklusive dem Dessert, dem er "Füürige Gletschermocke" sagt, was ein flambiertes Mokka-Eis-Chöpfli ist. Übrigens hält er in seinem Alter nur noch einen Gottesdienst pro Tag, aber das fast täglich. Und er wandert auch fast täglich aufs "Guggeli" ob Muotathal oder mindestens zum Kloster oder zur Nichte zum Zmittag. Der Spickfinger ist schon wieder besser geworden, und der Sehnenriss am Arm ist erträglich. Es geht ihm sehr, sehr gut, sagt er.

Mittwoch, 2. März 2016

Maulwurfkuchen

Auf Weihnachten habe ich einen geheimnisvollen Kuchen im Tontopf geschenkt bekommen von meiner Besten Freundin. Heute nun haben Kaya und ich gebacken.

 
Noch während des Teigmischens hat mir Kaya "beiläufig" erzählt, dass sie beim Mami jeweils am Schluss die Teigschüssel am Boden ausschlecken dürfe.

 
 
Als der gefüllte Tontopf im Ofen war, "mussten" wir ganz viel spielen. Mit dem Mami von Kaya und dem Grosspapi schleckten wir anschliessend die süsse Herrlichkeit. Jetzt sind wir müde - mindestens Kaya und ich.
 

Dienstag, 1. März 2016

Heute geht eine Fuhre

Beim Ausspruch "hütt goht e Fuher" denke ich an die Heufuder meiner Kindheit. Schien die Sonne drei Tage im Juni, so mussten alle antreten bei den Grosseltern, die verfügbar waren. Und dann gingen eben eine Fuhre oder zwei, drei. Am Schluss hüpften wir Kinder auf dem Heustock herum, und zufrieden waren abends sowieso alle mit dem Tagwerk.

Reto und ich waren heute Morgen in der Stadt. Wir wollten ganz bestimmt eine neue Bratpfanne kaufen, und das taten wir. Ausserdem packten wir später zu Hause einen Teigschaber knallgelb, ein Abtropfsieb aus Stahl und zwei neue bunte Küchenmesser aus. Alles Dinge, die ich schon lange hatte kaufen wollen, aber heute taten wir es. Und jetzt ist Reto im Keller auf einer improvisierten Werkbank daran, ein Bäbibettchen zu sägen, nageln und leimen. Ich habe in meinem Zimmer schon mal einen Platz für das fertige Werkstück frei geräumt. An einem anderen Tag werde ich Bettzeug "erfinden". Auch das wird Spass machen...