Samstag, 13. August 2016

Selten schön!

Ich habe überraschende, berührende Post bekommen. Eine grosse, gemalte Fünf auf dem Couvert. Rätseln, was das bedeuten könnte. Keine Ahnung! - Mein Sohn hat sich bei mir bedankt für fünf Jahre Blogg Klingklang. Und ich hatte das nicht einmal realisiert. Hey, so schön! Soll ich stolz sein auf mich oder froh darum, dass ein paar Leute mich lesen WOLLEN, einzelne sogar sauer sind, wenn ich mal nicht scheibe? - Es tut mir gut zu schreiben. Täglich zu überlegen, was war eigentlich heute. Täglich ein paar Gedanken festzuhalten, Bilder zu transportieren, Geschichten zu erzählen. - Sowieso, Geschichten MUSS man erzählen, sonst gehen sie verloren. Ich muss gerade wieder herzlich lachen über die Schwiegermuttergeschichten, die ich diese Woche zu hören bekam. Und ich muss fast weinen über die Geschichten von Flüchtlingskindern, die ich diese Woche und jede Woche zu lesen bekomme. Überhaupt, - - kommt mir in den Sinn, ich sollte noch telefonieren. Wegen Geschichten. Ich erzähle später davon.

Freitag, 12. August 2016

Kreuz und quer durch den Wald

Eine Temperatur, die zum Waldspaziergang einlädt! - Reto und ich sind mit dem Rucksack, darin Plastikgefässe, losgezogen. Sind die Brombeeren schon reif? - Puuuhhh, mein Ehemann verzieht das Gesicht beim Probieren, und ich wage es auch nur dreimal. Bleiben die Plastikdinger halt noch leer. Dafür haben wir genau 31 schöne, grosse Tannenzapfen für den Grill gesammelt. Ich werde immer mehr meiner Grossmutter von der Finsterthüelen ähnlich. Sie war auch eine Sammlerin. Fand die Beeren im Wald und bereitete die feinsten Zvieri damit zu. - Uns macht es glücklich, kreuz und quer durch den Wald zu streifen. Schöne, hohe Gräser zu entdecken. Ganze Farnwälder. Die schönsten Schmetterlinge. Abgeschlossen haben wir den Gang mit je einem Glas Chardonnay am Graben in der Stadt. Das Wochenende beginnt.

Donnerstag, 11. August 2016

Zitronenguetzli

Gestern kriegte ich nichts wirklich auf die Reihe, war unruhig und nicht wohl mit mir. Heute kriege ich schon etwas auf die Reihe, aber zum Teil Lustiges. Ich bilde mir ja ein, dass ich lange genug gekocht und gebacken habe, dass ich Rezeptangaben, kompetent wie ich bin, auch mal abändern kann. Und wozu Teig zuerst kühlen, wo ich doch mal fertig werden will mit Backen! Was stand da noch? - Plätzchen nicht zu nahe aufs Blech legen. Ha, wäre ja gelacht, wenn das nicht doch ginge. Ich will nur zwei Blech voll haben. Keine Lust, den ganzen Nachmittag am Herd zu stehen. - Ergebnis: Der Teig hat sich im Ofen überall hin ausgeweitet und verflüssigt. Siehst du kaum mehr die Form von Einzelplätzchen. Und die Dinger sind derart brüchig, dass ich sie kaum berühren darf. Aber wenn dann geschnitten und gehoben ist und das Ding auf der Hand nicht in tausend Teile gebröckelt ist, dann ist es etwa das feinste Zitronenguetzli, das ich je gemacht habe. Das erste übrigens auch.

Mittwoch, 10. August 2016

Besuch bringt Rosen und Geschichten

Es war einmal vor langer, langer Zeit  Morgen. Und dann wurde es ganz , ganz schnell Abend. Was lag dazwischen? - Das Erwarten von Besuch, das Tisch schön Decken, das fein Kochen, das Begrüssen des angekommenen Besuchs und dann - Geschichten, Geschichten, Geschichten. Ich habe noch nie, nie in meinem Leben so viele Schwiegermuttergeschichten erzählt bekommen. Nicht in allen Märchen, die ich kenne, nicht in allen Witzen, die ich wieder vergessen habe. Es war einmal eine reiche Schwiegermutter, und sie war nicht böse, aber sehr, sehr dominierend. Ach, was bin ich froh, dass ich damals mit meiner Schwiegermutter zwar nicht sofort, aber mit der Zeit schon nicht nur klar gekommen bin, sondern sie auch gern bekommen habe. Es war einmal vor langer, langer Zeit.

Dienstag, 9. August 2016

Kinder, Kinder...

Mir kam es vor, als hätten wir ewig Ferien gehabt. Als hätten wir Judith  mit ihren Tageskindern schon lange nicht mehr bei uns am Mittagstisch gehabt. Darum grosse Freude, als ich sie heute kurz nach elf Uhr kommen hörte. Aber dann, holla, ging es los. Ein kleines Mädelchen wollte partout nicht im Kinderstuhl essen. Konnte nur auf Judiths Schoss existieren. Ass lieber nichts als nachzugeben. Heulte, als wäre Weltuntergang. Und niemand, niemand fand den Ausgang aus diesem Elendsgefängnis. - Bis Kater Nepomuk sich an der Terrassentür zeigte. Das Schreikind sich der Katze zuwandte. Mit der Katze sprach. Sie mit Kaya zusammen fütterte und endlich, endlich den Hunger mehr spürte als die Abneigung gegen den Hochstuhl. - Sie mochte dann alles, alles nachholen. Und Frieden und Ruhe kehrten ein. Es wurde gespielt. Geschichten wurden erzählt. Es war genau so schön, wie ich es erhofft hatte. Nur waren wir alle irgendwie kaputt. Ein bisschen.

Montag, 8. August 2016

Brauchen Pensionierte Ferien?

Meine Beste Freundin ist auch fast pensioniert. Sie war auch in den Ferien und hat geschrieben: "Ich bin, seit ich weg war, keine andere geworden, aber die Auszeit hat sehr gut getan." - Ich stimme zu, aber habe einen ganz kleinen Zweifel: Was, wenn ich doch ein bisschen, ein kleines bisschen eine andere geworden bin?

Das Meer, das geliebte, hat mich gestärkt. Ein paar Zipperlein bleiben weg, wenigstens für den Moment. Und meine Augen sind "meerluftig". Ich sehe weiter, heller.

Zu meiner Überraschung habe ich eine Segelschiff -Collage gerissen, geklebt und einen Dillmann gebastelt. Der Tomatenkopf und der Mandarinenkopf gefallen mir wie am Tag, wo ich sie für Kaya erfunden habe.

Heute habe ich mir in der Stadt eine spitze kleine Schere gekauft, um zu "scherenschnittlen", wenn es mich ankommt. Die Ferien haben mich sehr angeregt für allerlei Basteleien. Und immer noch erfindungsreicher und very, very fein will ich kochen. Mit allem, was gerade wächst und reift. FERIEN tun.



Sonntag, 7. August 2016

So lange war ich lange nicht weg

Sechzehn Tage in den Ferien - wann gab es das! Aber zweieinhalb Tage waren Reisetage - fast ein bisschen verlorene Aushalttage. Im Zug eingequetscht. Den lieben Mitmenschen sehr ausgeliefert. - Hin reisten wir mit Übernachtung in Grosseto, weil wir am Samstagmorgen vor zwei Wochen auf dem "Caming Maremma sans soucis" in der Toscana sein wollten, um für Judith und Family einen Platz für den VW-Bus Gogo zu reservieren. Hat alles geklappt. Es waren entspannte, wunderschöne, lange Ferien. Klar, dass unsere Enkelin ihren fröhlichen Beitrag dazu geliefert hat. Aber nicht nur.

Was war am schönsten? - DAS MEER mit uns drin mit Wellen oder keinen Wellen. Reto liebt Wellen. Kaya kommt noch nicht so gut zurecht mit ihnen. Ich lege mich gern auf das ruhige Wasser und staune den Himmel an.

Was war am schönsten? - Kochen für alle, essen und trinken mit allen. In die Nacht hinein sitzen. Nahe bei der Natur. Riechst du unseren Pinienwald? Spürst du die Mittagshitze?

Was war am schönsten? - Pizza Marinara zu essen an den beiden Abenden, an denen ich nicht gekocht habe. So frische Muscheln und Gummirädchen vom Tintenfisch!