Samstag, 8. Oktober 2016
Und dann gibt es wieder Raclette und Fondue und was noch alles
Gestern Abend ging ich mit meiner Tochter aus. Genauer: Sie ging mit mir aus. Sie lud mich ein zum Essen im "National". Ein wunderschöner, anregender Abend! - Was aber tat inzwischen Ehemann Reto? - Das, was er oft tut, wenn ich aus bin - er genoss ein Solo-Fondue. Als ich heimkam, "duftete" es noch gewaltig. - Ich habe lieber Raclette. Wir möchten die Saison vielleicht noch an diesem Wochenende eröffnen. Spazieren extra in die Stadt. Suchen dort ein warmes Plätzchen zum Kaffee trinken. Kaufen verschiedene Sorten Raclette-Käse. Nehmen den Bus nach Hause und kuscheln uns vor dem TV ein. Peter Räber und Freunde oder eher etwas Aufgenommenes?
Freitag, 7. Oktober 2016
Schwarzwäldertorte im Schwarzwald
Reto macht dauernd Wettbewerbe. Der tollste Preis, den er je gewann, war eine Woche Hotelferien in Bayern. Das ist lange her, aber in guter Erinnerung. - Kürzlich hat er den lustigsten Preis seiner Wettbewerb-Karriere gewonnen, und gestern haben wir ihn eingezogen: Wir durften gratis (ausser dem Benzin) einen Tag lang einen Mini-Cooper ausführen. Reto fuhr den Weissen, Kleinen, Feinen einen Tag lang im Schwarzwald aus - und ich durfte mit. - Mein einziger Wunsch an den Tag: Irgendwo ein Stück original Schwarzwäldertorte geniessen. Das geschah dann am Nachmittag in Todtmoos, nachdem uns in einem schönen Geschäft eine Hündin mit Jungem "zugelaufen" war - natürlich in Stoffform für unsere Enkelin. Die Schwarzwäldertorte übrigens war genau so fein, wie ich sie mir vorgestellt hatte. Mmmmhhh, das Wasser läuft mir im Munde zusammen, während hinter meinen Augen Bilder von gestern ablaufen. Schön war's; Reto soll mal wieder gewinnen.
Mittwoch, 5. Oktober 2016
What a nice day
Ich bin schon um halb neun Uhr in der Morgenkühle Richtung Bahnhof marschiert. Vor zehn Uhr wollte ich Besorgungen machen und dann eine Freundin zum Kaffee treffen. Mit ordentlich weniger Geld im Geldbeutel und dafür gewichtigen Neuzugängen in Rucksack und Plastiktasche (pfui, pfui, Plastik!) eilte ich zwanzig Minuten zu früh dem "Kafisatz" zu. Schon wollte ich das neuerstandene Buch mit Franz Hohlers Kurzgeschichten (700 Seiten) zücken, um die Wartezeit zu überbrücken. Da fiel mir ein, dass ich ständig, ständig meine, etwas tun zu müssen/sollen. Warum nicht einfach da am Fenster sitzen und den Baum gegenüber betrachten? Das tat ich und sah also bloss, dass der Wind die noch ganz grünen Blätter bewegte. Sass und wurde mir selbst bewusst. Konnte ich nicht den Rücken etwas strecken, die Arme etwas lockerer lassen, ein bisschen freundlicher schauen? - Das alles konnte ich und mich vorfreuen auf Susanne, die schon bald kam und auch einen "Genusstee" vom Jura trank. Und klar, dann hatten wir uns viiiiiel zu erzählen...
Dienstag, 4. Oktober 2016
Nach Zürich gepilgert
Gestern Abend habe ich Reto zum Slawisch-Byzantinischen Gottesdienst in Zürich begleitet. Der Liturgie konnten wir gut folgen, auch wenn wir längst nicht jedes Wort verstanden. Aber wir haben eher zugeschaut als mitgefeiert. Und doch - es war ein gutes Erlebnis. Mir wurde wieder einmal mehr und noch klarer bewusst, dass Gottesdienste Rituale sind. Und ihre genaue Choreografie haben. Und gut tun, weil sie sind, was sie sind. Man muss nicht jedes Wort verstehen und nicht alles tief glauben - man wird hinein genommen in eine Bewegung oder in einen Zustand und eine Zugehörigkeit. Im Slawisch-Byzantinischen Gottesdienst wird ein Grund gelegt, der aus Gesängen gemacht wird. Ein Teppich, auf dem man sich tragen lassen kann. Mitnehmen lassen kann. Dazugehört, auch wenn man niemanden kennt. Und es tönt noch weiter auf dem Heimweg.
Montag, 3. Oktober 2016
Strebel
Ich lese ein Buch aus der Bibliothek, das von einem Ernst Strebel geschrieben worden ist. Ein Aargauer Autor. Küngoldingen kommt vor, der kleine Bahnhof, den ich gut kenne aus meiner Kindheit. Ich versinke in Erinnerungen nur wegen eines Namens. Meine Schwester hatte einen Lehrer mit gleichem Namen. Einen strengen Lehrer. Sie albträumte. Ich war da schon in der Bezirksschule in Zofingen. Da hatten wir einen Lehrer-Mix. "Kurlige" Lehrer gab es dazumal. Mag gar nicht aufzählen. Respekt hatten wir vor fast allen. Dem Französischlehrer am wenigsten. - Meine Gotte und ihr Mann waren mit dem Kunstmaler Strebel befreundet. Sie erzählten begeistert von Atelier-Besuchen. - Ach, wie lange ist das alles her. Und doch geht es immer weiter.
Sonntag, 2. Oktober 2016
Nun darf er kommen - der Herbst
Wir mögen Länderspiel- und Quizz-Allotria on TV nicht mehr so. Deshalb haben wir gestern Abend das Fernsehprogramm nach Alternativen durchgeschaut. Und siehe da - auf dem SWR kam eine Sendung vom Land. In schönen Bildern erzählten mehrere ältere Personen aus verschiedenen Teilen Deutschlands vom Herbst heute und wie es früher war. Viel Arbeit, aber auch wunderschöne Herbstfeste, die gemeinsam gefeiert wurden und manchmal noch werden. Zwetschgen pflücken und einkochen, Kraut schneiden, Kartoffeln von Hand ernten. "In den Herbst gehen" bedeutete in gewissen Gegenden schlicht und einfach Trauben lesen.
Mich hat vor allem die Kartoffelernte an früher erinnert. Bei meinen Grosseltern ging auch alles von Hand. Und wir Kinder durften die dürren Kartoffelstauden verbrennen. Tolle "Mottfüür" (es rauchte und mottete)!
Die schöne Sendung hat uns auf den Herbst eingestimmt und uns damit versöhnt, dass jeder Sommer zu Ende geht. - Et voilà - er ist da, l'automne!
Mich hat vor allem die Kartoffelernte an früher erinnert. Bei meinen Grosseltern ging auch alles von Hand. Und wir Kinder durften die dürren Kartoffelstauden verbrennen. Tolle "Mottfüür" (es rauchte und mottete)!
Die schöne Sendung hat uns auf den Herbst eingestimmt und uns damit versöhnt, dass jeder Sommer zu Ende geht. - Et voilà - er ist da, l'automne!
Samstag, 1. Oktober 2016
Eine wahre Geschichte
Das ist alles wirklich wahr, ganz wirklich wahr! - Wir sind vor gut drei Jahren mit zwei Katzen vom Urner Oberland wieder nach Winterthur gezogen. Peppina und Nepomuk haben sich bald wohl gefühlt am neuen Ort. Es gibt einen Garten mit Katzenliegeplätzchen und einem Baum zum Erklettern. Die Strasse liegt in der Dreissigerzone und ist übersichtlich. Hinten hinaus ist ein grosser Schulhausplatz mit verborgenen Winkeln und Sträuchern. Auch die Wohnung ist katzengerecht, das Futter reichlich. Alles bestens. Wir zufrieden, die Katzen zufrieden. Wohlgemerkt - geliebte Katzen!
Aber eine Frau in der Nachbarschaft hat sich, sagt sie, in Peppina verliebt. Sie hat begonnen, mit Peppina stundenlang zu "schmüsele", sagt sie. Weil Peppina immer "Hunger" hatte, hat sie sie gefüttert, in ihre Wohnung genommen - und sie uns während Monaten immer mehr entfremdet.
Ein erster Telefonkontakt zwischen Reto und besagter Dame war eher unfreundlich von unserer Seite her. Reto hat klar gesagt, dass Peppina unsere Katze ist und sie, die Frau, sie zu lassen hat, was diese versprach. Aber nicht hielt.
Peppina kam am Schluss kaum noch heim, und gestern war die Nachbarin bei mir. Wir haben die Besitzverhältnisse neu geregelt, d.h. ich habe Peppina abgetreten. Schweren Herzens, aber letztlich hat die Katze entschieden.
Der absolute "Hammer" in dieser Geschichte waren die Schlussworte der neuen Besitzerin: "Und dann möchte ich Sie bitten", sagte sie zu mir, "Peppina nicht mehr zu füttern." - Absurd, total absurd!
Aber eine Frau in der Nachbarschaft hat sich, sagt sie, in Peppina verliebt. Sie hat begonnen, mit Peppina stundenlang zu "schmüsele", sagt sie. Weil Peppina immer "Hunger" hatte, hat sie sie gefüttert, in ihre Wohnung genommen - und sie uns während Monaten immer mehr entfremdet.
Ein erster Telefonkontakt zwischen Reto und besagter Dame war eher unfreundlich von unserer Seite her. Reto hat klar gesagt, dass Peppina unsere Katze ist und sie, die Frau, sie zu lassen hat, was diese versprach. Aber nicht hielt.
Peppina kam am Schluss kaum noch heim, und gestern war die Nachbarin bei mir. Wir haben die Besitzverhältnisse neu geregelt, d.h. ich habe Peppina abgetreten. Schweren Herzens, aber letztlich hat die Katze entschieden.
Der absolute "Hammer" in dieser Geschichte waren die Schlussworte der neuen Besitzerin: "Und dann möchte ich Sie bitten", sagte sie zu mir, "Peppina nicht mehr zu füttern." - Absurd, total absurd!
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