Donnerstag, 8. Dezember 2016
Ich lebe gefährlich
Am Donnerstag hüten wir das Nachbarskind. Heute habe ich dann irgendwann Gemüse fürs Mittagessen geschnippelt und zuerst gar nicht gemerkt, dass neben und hinter mir der Inhalt eines ganzen Spielkorbes ausgebreitet wurde. Ein Schritt zu viel in einer falschen Richtung...
Am Nachmittag wollten wir der Kleinen "den Wald" bieten. - Sie hat ihn verschlafen, den Wald. Eingekuschelt im warmen Fell mit rotem Frischeluft-Näschen. Reto hat vorwiegend den Wagen gestossen. Ich habe ihn vorwiegend bedauert wegen der schweren Arbeit. Besonders bergauf. Aber auch auf der Ebene. Der Wagen holte sich nämlich vorne einen Platten am Rad. Das ist nicht lustig, echt! - Zu Hause haben wir noch ganz schnell ein paar Guetzli gebacken. Auch Teig probiert. Kandierte Früchte sind lecker!
Dienstag, 6. Dezember 2016
Reto ist schon in der Stadt
Fast haben wir vergessen, dass heute Samichlaustag ist. Reto ist los gegangen, um uns "Chlausen-Züüg" zu posten. Grittibänzen vom Holzofenbeck sind bisher die besten. Wir essen uns quer durch. Heute Nachmittag mit Enkelin. - Bevor ich los gehen kann wie eine Rakete - falscher Vergleich, vielleicht wie ein Rentier? Oder eine Eselin? - schlucke ich "Doping" = Medizin. Aber dann, dann koche ich ein Lieblingsmenü für meine Tochter, die heute nicht Geburtstag, aber einen wichtigen Tag hat. Um halb zwölf Uhr wird alles auf dem Tisch stehen. Zum Dessert gibt es die letzten (noch tiefgefrorenen) Walderdbeeren aus unserem Sommergarten auf Crème brulée.
PS. Der weibliche Esel heisst "Eselstute", nicht "Eselin".
PS. Der weibliche Esel heisst "Eselstute", nicht "Eselin".
Montag, 5. Dezember 2016
Heiss, heiss, heiss
Keine Ahnung, wie es draussen ist, aber ich habe heiss. Will gar nicht wissen, ob vom Mittagskaffee oder von leichten Fiebern. Vielleicht auch vom gruseligen Bibliotheksbuch, das ich vorher fertig gelesen habe. Eine junge Malerin hat sich verpflichtet, genau drei Monate bei einem Kunstsammler zu wohnen und ihn zu porträtieren. Der Typ ist garstig. Versucht sie zu ertränken und auszuhungern. Flucht misslingt. Zwar überlebt sie und darf nach genau drei Monaten gehen. Aber sie und ich tragen einen Schaden davon, da bin ich mir fast sicher. Ich werde träumen. - Gern aber würde ich auch malen und zeichnen können. Vorerst schnipple ich an Weihnachtskarten herum. Und habe heiss. Wirklich.
Sonntag, 4. Dezember 2016
Zwei Tage Zeit
Genau zwei Tage habe ich Zeit, wieder fit zu werden. Mich hat eine starke Erkältung aus dem Nichts überfallen. Dementsprechend schlapp bin ich. Also heute, also morgen darf ich herumdümpeln. Nachher ist die Agenda voll schöner, aber auch aufwändiger Ereignisse. Besuch von weit. Kinder hüten. Glühwein-Einladung bei uns. Dazwischen und daneben überlegen, welche Geschenke noch nicht da sind, welche verschickt werden sollten, wer eine Weihnachtskarte bekommt von denen, die ich am Basteln bin. Guetzli stellen sich nicht von selbst ein. Wieviele brauchen wir? - Was brauchen wir überhaupt, dass Advent Advent ist und Weihnachten Weihnachten werden kann? - "Darf's es bitzeli weniger sii?"
Samstag, 3. Dezember 2016
Flaschenmenü
Eingeladen im Restaurant Sporrer über Winterthur Wülflingen konnten wir aus der Karte wählen oder das vorgeschlagene Flaschenmenü annehmen. Ich tat als einzige von sechs letzteres. Mein Menü stand auf einer leeren Magnum-Flasche, welche die Servierfrau vor mich hinstellte: Rehgulasch, Bayrisches Kraut und Kartoffelstock im Strudelteig. Reto wählte zum dritten Mal in drei Jahren Leberli mit Rösti. Auch sonst war einiges gleich wie die beiden letzten Jahre, z.B. dass wir uns angenehm und gut unterhielten mit unseren Vermietern, die mit der Einladung Reto ihren Dank aussprachen für seine Fürsorge um ihr Haus. Ich habe zu fragen gewagt, ob wir ausziehen müssen, wenn Reto mal nicht mehr mag. Aber nein, wir sind ja keine Flaschen, die nach Gebrauch entsorgt werden. Das sage ich mit Erleichterung, nicht etwa unsere Vermieter.
Freitag, 2. Dezember 2016
Das Appenzeller Haus
Es weist eine gebänderte Fassade aus, das Appenzeller Haus. Gesüdete Stube, ebenso südwärts gewandte Ökonomiegebäude. Mehrfach geteilte Fenster. Weiss gehaltene Fensterrahmen, die mich an den Kanton Uri erinnern. Sehr sympathisch! - Bevor ich "architektonisch" abhebe - wir waren endlich in Appenzell und haben die Sonne genossen und unsere Lieblings-Läden besucht. Im Buchladen haben wir für Kaya ein Zauber-Mal-Buch erstanden. Fein gegessen, ich Schweinssteak mit Pommes. Zwei Vermicelles kamen später dazu. Auch ein Spaziergang an der Sonne. Sehr zufrieden kamen wir zurück und wurden sofort von unserer Tochter zum Apéro eingeladen. Das Zauberbuch funktioniert zauberhaft.
Donnerstag, 1. Dezember 2016
Frische Luft
Richtig gut, warm eingepackt bei Windstille aber Kälte zum "Bäumli" hinaufzusteigen und runter zu schauen über - soll ich sagen, die ganze Welt - Winterthur. Lange da zu stehen und alles ganz genau wahrzunehmen. Wenn ich es zeichnen möchte, welche Farben kämen zum Zug? Wie benennt man die vielen Grau-Töne. Es liegt ein Grau-Schleier über allem Fernen; nur in der Nähe gibt es klare Farben. Grüngrau, blaugrau, graugrau. Meine rote Jacke. Die dunkelgrüne Tür am Haus, wo wir fünf Liter Süssmost kaufen, den wir dann hinunter tragen zum Spital, im Bus zum Bahnhof fahren, zum Papetterieladen buckeln, in den Zehnerbus hieven, damit heim fahren - und jetzt probieren wir den Süssmost.
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