Samstag, 7. Januar 2017

(Fast) alles wird entfernt

Wir sind daran, Weihnachten 2016 aufzuräumen. Reto hat sich den Weihnachtsbaum zur Brust genommen. Das ist ganz wörtlich zu verstehen. An die Brust und raus in den Garten. Dort steht er, grün und schön, aber ziemlich nackt. Vielleicht bekommt er ein paar Meisenknödel angehängt in den nächsten Tagen. - Die Stube sieht ganz unmöbliert aus. Kein blauer Sternenvorhang mehr. Der grosse Engel im Keller. Die Dreikönige schon in der Krippenschachtel, wo sie doch erst gestern den Stall endlich fanden.

Weihnachten und das alte Jahr müssen aufgeräumt werden. Nur so wird der Aufbruch in ein Neues bewusst. Und aufbrechen müssen wir ein Leben lang immer wieder. Neuen Schwung holen in der fahlen Wintersonne. Dem Frühling entgegen träumen. Dabei den Winter nicht verpassen.

Unsere Tochter macht sich auch neu auf. Eine neue Arbeitsstelle ab Februar. Als Königin macht sie sich schon mal sehr gut: Viel Glück, Judith!

Freitag, 6. Januar 2017

Lichterweg von Baar

Gestern Abend haben wir uns auf den Weg gemacht. Ich mit ein wenig Angst vor den Eis-Schnee-Verhältnissen. Aber Reto bot mir seinen Arm. Alte Frauen brauchen einen Stock oder einen Gentleman, wenn sie winters aus dem Haus gehen. Spikes an den Schuhen wären eine weitere Hilfe, habe ich noch nicht. Aber es ist ja alles gut gegangen. Und es war schön. Schöner Schnee. Schöner Abend. Schöner Lichterweg. Nur noch bis Sonntag offen.


Donnerstag, 5. Januar 2017

Arbeitsam ins neue Jahr

Reto sagt, man hört meiner Stimme an, dass ich mich aufrege über das Verhalten unseres Laptops. Ist mein Ehemann womöglich ein wenig schadenfreudig, weil ich ihm immer vorhalte, er rege sich über jeden Mumpitz auf? Aber wo er recht hat, hat er recht. Ich will so schnell als möglich wieder zu meiner Lismete. Sie beruhigt. Bunte Wolle und lange Nadeln habe ich im Griff. Ausserdem wäre  gerade jetzt die beste Zeit für mein fast fertiges Gilet. - Heute sind wir arbeitsam. Reto hat die saubere Wäsche in der Waschküche geholt und sie versorgt. Jetzt glättet er. - Ich bin in der Küche in unseren unmöglichen Vorratskasten gekrochen, um herauszufinden, was da alles lagert. Es gab wenig Überraschungen. Nichts ist verdorben. Aber wo ich da gerade auf allen Vieren war, putzte ich die zwei grossen Tablare auch noch gründlich. Da ist der Frühlingsputz schon begonnen. Nur - heute und morgen ist Winter. Nachher schauen wir weiter.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Neues Jahr - wiederholte Schwierigkeiten

Es kommt mir so vor, als wiederhole es sich alljährlich, dass der Laptop alles auf den Kopf stellt, was mir vertraut ist. Nun also wieder. Keine Ahnung, weshalb ich gerade in mein Blogger-Konto kam, nachdem es den ganzen Morgen nicht möglich war. Aber die Favoritenleiste ist nach wie vor weg. Wenn ich hier raus gehe, komme ich vielleicht am Sankt -Nimmerleinstag wieder hinein. Nun, ich will Gelassenheit üben im neuen Jahr. Hier ist mein Übungsfeld. Falls ich ein paar Tage nicht blogge: Mir geht es gut. Ich gehe jetzt "lisme", da weiss ich, was ich habe.

Dienstag, 3. Januar 2017

Schon Abend??

Heute habe ich:
  • echli Schnee geschaufelt; den Rest, den Reto mir auf mein flehentliches Bitten noch liess.
  • ein Käsesoufflée zustande gebracht, das just fertig war, als Reto von der Stadt kam.
  • seine neuen Lammfell gefütterten Hausschuhe gebührend bewundert.
  • lange im Bretonischen Krimi gelesen, ausgeliehen von meiner Schwester.
  • den Geschmack von Muscheln ganz deutlich im Mund gehabt wegen des Krimis.
  • einen Nebel-Schnee-Marsch gemacht mit Reto; bin nicht gestürzt.
  • Judith und Kaya beim Scheemann Bauen zugeschaut, an die Füsse gefroren.
  • einen grossen, warmen Tee getrunken, Füsse wieder gut.
  • vorletzte Weihnachts-Neujahrs-Karten geschrieben, gern, aber nicht zu viele aufs Mal.
Und Du?

Montag, 2. Januar 2017

Kontingenz?

"Kontingenz bedeutet, dass alles, was ist, auch anders sein könnte." 
Philippe Wampfler im Tagi-Magi Nr. 51/52

So erklärt verliert das Wort "Kontingenz" seine Drohgebärde. Kennengelernt  habe ich die Kontingenz in Psychologie angehauchten Settings. Pass auf, wurde mir da suggeriert, es könnte alles ganz anders = schlimmer sein. - Ganz anders oder einfach nur anders - das bedeutet nicht per se gefährlich, unheimlich, sowieso schlecht. Anders ist einfach nicht so, wie ich es gewohnt bin. Anders könnte also auch spannend, belebend, erheiternd, neue Horizonte anzeigend sein. Ein neues Jahr - was mache ich selbst anders? - Ein neues Jahr - ich habe es natürlich nicht im Griff, aber ich hoffe fest, dass vieles gleich bleibt. Dass unsere Freunde uns erhalten bleiben. Dass es der Familie und unseren Sippen gut ergeht. Dass Reto und ich einigermassen gesund bleiben - altersentsprechend, wie diesem Zustand mein ein und einziger Onkel Max sagt. Dass wir unserer Enkelin fortwährend beim Wachsen und Reifen zusehen dürfen. Und daneben darf vieles auch neu und anders werden. Ich bin gespannt.

Sonntag, 1. Januar 2017

Erster Januar 2017

Morgens:
Noch bleich und grau steht der Tag. Der Rauch steigt aus dem Kamin des Nachbarhauses - fast schnurgerade steigt er hoch. Nur manchmal wird er abgelenkt - mal nach rechts, mal nach links. Der Wind hat sich noch nicht entschieden, woher er wehen will. Vor acht Jahren ist "heute" mein Mami gestorben. Gestern hat unsere Enkelin direkt zu Reto und mir gesagt: "Ihr seid schon alt; ihr sterbt zuerst." - Hoffentlich ist das so, aber das Sterben darf sich gern Zeit lassen. Zu schön ist es, mit unseren An-Gehörigen zu feiern, zu lachen, zu leben, verbunden zu sein. Was bringt es, das neue Jahr???

Abends:
Der Himmel hat längst aufgeklart. Das Geschirr vom alten Jahr ist abgewaschen. Die letzten Gäste sind nach Hause gefahren. Noch brennen die Lichtlein von Weihnachten. Die letzten Karten zu Neujahr sind noch nicht geschrieben. Das alte Jahr hängt schlaff ins neue hinüber. Wir sind schon da, aber auch noch dort.