Freitag, 12. Mai 2017

Unser Kühlschrank

Wir waren einkaufen. Jetzt ist das Portemonnaie leer, aber der Kühlschrank übervoll. Feine Sachen, schöne Sachen. Mmmmhhh! Rosmarinschinken von der "Markthalle". Erste Schweizer Erdbeeren. Salate, Spargeln, Käse und mehr.

Meine Aufgabe ist es immer, den Inhalt des Kühlschranks umzusetzen. Es soll möglichst nichts weggeworfen werden. Ich soll den Inhalt des Kühlschrankes kompatibel machen mit unseren Gelüsten. - Nicht mal so einfach, aber sehr spannend. Es ist für mich überaus befriedigend, Menüs zu kreieren mit was da ist.

Heute und morgen ist das ganz einfach. Ich schöpfe aus dem Vollen. Aber am Montag stehe ich sinnend vor der Kühlschranktür und erfinde dann Gutes mit dem Rest. Passt da noch etwas zusammen? Wird schon. Ich bestimme.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Nur alt

Ich bin heute Morgen ein wenig verstimmt. Mein geschätzter Ehemann ist auf Entsorgungstour. Fünfundzwanzig Kilo Tischplatte in zwei Teilen und diverse grössere und kleinere Metalldinger bringt er mit dem Autöli unserer Tochter in die Sammelstelle. Ich helfe nicht. Nichts. Weil es mir zu schwer ist, und weil ich finde, er könnte das Angebot unserer Tochter endlich mal annehmen und sich helfen lassen von jüngeren Händen. Aber das ist wohl unser Problem(chen): Er will selber machen! Ich spüre, dass ein paar Sachen bei mir nicht mehr (gut) gehen, also bin ich schwach. Er ist stark. Oder spürt er es nur nicht? Will nicht. - Soll er doch machen, was er will. Tut er sowieso. - Unsere Enkelin hat auch etwas dazu gesagt gestern: "Ihr seid nur alt." - Das hiess, krank oder so seid ihr nicht, eben nur alt. Und ein bisschen verbohrt auf beide Seiten?

Mittwoch, 10. Mai 2017

Fix und fertig

Da kommt zu unserer Freude endlich wieder ein wahrhaft wunderschöner Frühlingstag daher - und was tun wir? - Wir stopfen ihn voll von morgens bis abends mit Wichtigem und Unwichtigem. Heute muss Staub gesaugt werden (habe ich befohlen!) - auch wenn Reto im Sinn hat, nachmittags den Rasen zu mähen, was bewirkt, dass er gerade jetzt mit dem Besen herumgeht und allen Rasen in der Wohnung zusammenwischt. Schliesslich waren zwei Kinder da, die fröhlich von drinnen nach draussen und umgekehrt zirkuliert sind. Meine Idee, sie könnten jeweils die Schuhe an und aus und wieder an und wieder ausziehen, liess sie nur grosse Augen machen. Nix verstanden. Dafür haben sie Reto enorm "geholfen" bei der Feinarbeit am Rasen: Mit ihren Kinderscheren haben sie zu hohe Halme zurückgeschnitten. Als sie an meinen Ahorn gingen, wurde ich kurz laut. - Mein heiliger Ahorn! Gestutzt mit Kinderscheren! - Später stritten sie gewaltig um das kleine, rote Bällchen vom Boccia-Spiel. Ich konnte Schreikrämpfe gerade noch abwenden, indem ich das Kreisspiel "Ziebeli setze" aus Kinderzeiten anstimmte. Da darf man ganz nach der Regel die andere an den Haaren vom Stuhl hoch ziehen (ziehen habe ich gesagt, nicht zerren). Alles wieder gut, nur der kleine rote Ball bleibt verschwunden.

Dienstag, 9. Mai 2017

Rafz by Hauenstein

Im Frühling ist es am schönsten in einem Gartencenter. Da ist man voller Hoffnung, dass alles wunderbar wächst, was man an Setzlingen einkauft. Obschon - diesen Frühling haben wir einen argen Dämpfer bekommen > Feigenbaum erfroren, Rosenzartaustriebe verfroren, Ahorn??? wie siehst du leid aus?! - Dabei wollen wir in diesem Sommer immer zu Hause sein und den Garten erleben. - Heute jedenfalls waren wir per Postauto in Rafz im Garten-Center Hauenstein. Unsere Enkelin war mit von der Partie und hat zeitweise vor lauter Staunen nur noch "oh, oh!" gesagt. Oh, oh, über die Aussicht, die sie hatte, die Tiere , die wir sahen (Kühe, Pferde, Milane, Graureiher, Katzen, Hühner, einen Esel) und die vielen, vielen Pflanzen bei Hauenstein. - Beim Essen von "Chicken Nuggets" gab es kein Oh, oh; da war einfach viel zu tun. Fein war es und reichlich für uns alle. Auch die Kinderecke ist gut bestückt. Wir haben dem Bäbi sein Pyjama angezogen. Der Spielplatz allerdings gibt für Vierjährige wenig her. Alles in allem war der Tag ein Erfolg. Hoffe, die Avocado-Tortillas sind auch gut, die ich gerade in Arbeit habe.

Montag, 8. Mai 2017

Wir leben uns wieder ein...

Spätestens wenn eine oder einer im "Vollenweider" Schoggimaikäfer zum Geburtstag einer Freundin kauft (sie liest den Blog nicht), wird sie oder er zurück katapultiert in unser teures, oh so liebes Heimatland. - Ja, "heimatland" sagt man da, aber im Sinn von "geht es noch"! Nicht , dass es uns reut, das tut es gewiss nicht, aber wir waren gerade noch in Polen. Für umgerechnet vierzig Franken haben wir zu viert Znacht gegessen - wohlverstanden mit Wein und Kaffee. Und es war gut!

Wir leben uns wieder ein. Wir schauen, was der Garten hergibt. Wir essen wieder mehr Vegi, weil wir das wollen. Wir gehen wieder zu Fuss in die Stadt, weil das dem Herrn Doktor gefällt. Und ab morgen hüten wir wieder Kinder. Hurrah!

Sonntag, 7. Mai 2017

Dixie Kids

Kaltes Wetter. Gruusig! Aber kaum ertönen die ersten Klänge unserer guten, alten "Dixie Kids" im Festzelt beim Schloss Hegi, erwärmt sich unser Herz, und weil wir so auf den Festbänken herumwippen zum Rhythmus der Musik, bekommen wir allgemein warm. - Wir sind mit den Musikern älter geworden, kennen die Formation gewiss schon vierzig Jahre. Reto ist zum Schlagzeuger Mario Tiziani gegangen, um Komplimente zu machen. Da hat er erfahren, dass der Klarinettist unterdessen 83 Jahre alt ist. Kein Wunder, dass er sich nicht mehr wie ein junges Reh bewegt. Dafür ist die übernächste Generation mit Freude am Tanzen. Gemeint sind ein halbes Dutzend kleinere Kinder, die offensichtlich grosse Freude am Rhythmus haben. Ein kleiner Bub ahmt die Musiker bis zum Minenspiel nach, tutet und wiegt sich, dass es eine Freude ist. Judiths Freundin ist auch da mit ihren zwei Kindern. Sonst kennen wir kaum jemanden. Macht nichts - wir gehören zur Fan-Gemeinde.

Samstag, 6. Mai 2017

Elbe, Oder, Donau oder 13 Tage Ferien

Wir sind zurück. Von Ferien, welche die Leute unterwegs grosse Augen machen liessen. Ohne Auto nach Polen? Habt ihr da Verwandte? Ihr seid die ersten Schweizer im Museum "Gerharta Hauptmanna". - Erst in Wien, als wir schon fast wieder zu Hause waren, sagte man: "Ah, Schweizer, das hört man!"

Drei grossen Flüssen sind wir begegnet. Die Elbe haben wir sogar befahren von Dresden zum Schloss Pillnitz. Dort haben wir im Schlosspark bei garstigen Temperaturen gepicknickt. Und einen Buntspecht beobachtet. - Die Oder haben wir ein wenig erwandert in Opole bei gutem Wetter. Und einen Grünspecht beobachtet. - Die Donau haben wir nur kurz gesehen und nicht weiter beachtet, weil wir doch zum Friedensreich Hundertwasser (Haus) mussten und in den Prater.

Wo ich noch nicht drüber hinweg bin ist die Tatsache, dass in Schlesien keine Schlesierinnen und Schlesier mehr wohnen. Alle vertrieben nach dem Zweiten Weltkrieg. Polen, Ukrainer und viele andere (zwangs-)angesiedelt. Wie können diese Menschen am gleichen Strick ziehen und ihre Gegend entwickeln. Die sind doch immer noch daran, sich einzufinden.