Samstag, 7. April 2018
Am Montag kommen die Gärtner
Wir haben alle Pflanzen ausgegraben, die wir retten wollen, und sie in Töpfe und Zuber gepflanzt. Vorübergehend oder als ewige Provisorien. - Am Montag kommen die Gärtner und gestalten nach unseren Angaben unser Gärtchen um. Nachher haben wir mehr Pflanzfläche, aber weniger Rasen. Die Rosen werden umziehen müssen - ob sie das überleben ist ungewiss. Wir aber freuen uns auf danach. Wenn wir säen und setzen und giessen und irgendwann wieder ernten. Juppiiiihhh, der Frühling ist da.
Freitag, 6. April 2018
Energien kommen wieder
Krank? - Wie krank bin ich mit einer Bronchitis? - Jedenfalls so krank, dass Reto den Wochenendeinkauf übernommen hat. - Hat da eine schon ein schlechtes Gewissen? - Wo sie doch heute Morgen nicht ganz eine Stunde lang gehustet hat. Wo doch das Schlucken immerhin so gut geht, dass der Milchkaffee fast ein Genuss war. Wo sie doch die ganzen zwei Wochen schon immer Appetit hatte. Wo sie glaubt, dass ab heute die Energien zurückkommen. Schon weil ein Frühlingstag heraufsteigt. Fast vergessen, wie sie gestern am Gartenhäuschen des Schlosses Hegi lehnte, eingepackt in eine Wolldecke, derweil Reto und unsere Enkelin Steine werfen gingen. - Keine Demonstration irgendwelcher Art, bloss Freude der kleinen "Gumsle", immer grössere Steine in den Bach werfen zu können. - "Freche Gumsle" habe ich unsere Enkelin genannt, als sie im späteren Nachmittag das Necken entdeckte. Jetzt hat das Kind schon Witz!
"Gumsle" :
listige Frau, gemäss der Sammlung von Aargauer Mundartwörtern der Aargauer Zeitung
"Gumsle" :
listige Frau, gemäss der Sammlung von Aargauer Mundartwörtern der Aargauer Zeitung
Donnerstag, 5. April 2018
Ein einfaches Leben ist nicht einfach
Der vielfache Bankräuber und Ausbrecher Portmann soll frei kommen. Er wird lernen müssen, wie ein normales, einfaches Leben geht. Das sei nicht einfach, sagt der "Tagi". - Ein einfaches Leben ist nicht einfach. - Manchmal kommt mir das auch so vor. Da ist mir mein Rentnerinnenleben zu banal. Da muss ich aufpassen, es nicht langweilig zu finden. Die alte Frage "wer bin ich" stellt sich nochmals neu, wenn man sich nicht mehr über den Beruf definieren kann. - Früher war ich hie und da, aber ganz selten, etwas "pikiert", wenn ich als "Helferlein" des Pfarrers dargestellt wurde, wo ich doch selber die Jugendarbeit "erfunden" hatte. Halleluja! - Aber jetzt? - Ich bin eine alte Frau. Privatperson. Niemand mehr? - Es liegt an mir, vor allem an mir, als wen ich mich sehe. Und was ich mache aus meiner Zeit. Ich habe die einmalige Chance, meine Freiheit zu nutzen - jenseits von Berufszwängen. Aber hallo, das kostet Kraft, die ich nicht jeden Tag habe.
Mittwoch, 4. April 2018
Ganz verschiedene Karrieren
Wir waren heute zu Besuch. Einen langen Weg hinauf gegangen an frühlingsbunten Vorgärten vorbei. Gartentürchen auf. Dann sind wir da. - Wir brunchen drei Stunden lang mit dem netten alten Paar und erfahren viel von zwei langen Leben. - Meine Kurzzusammenfassung ist etwas grob, aber nicht böse gemeint: Zwei lange Leben im Rückblick. - Sie erzählt uns von ihren vielen Chancen im Leben, die sie hatte. Chancen bei Männern, die sie heiraten wollten, aber auch Chancen von Arbeitsstellen im In- und Ausland. - Er erzählt, wann seine Herzprobleme begonnen haben und dass er über zwanzig Mal im Spital war. - Beide aber sind sich einig: Es ist schön, noch da zu sein.
Dienstag, 3. April 2018
Gestern - heute
Eigentlich gibt es keinen grossen Unterschied zwischen gestern und heute. Leicht Fieber habe ich immer noch. Mehr Halsweh. Gleich viel Husten. - Und doch! - Gestern habe ich mich ergeben, bin herumgelegen, habe mich geschont. Heute aber habe ich echli getan, als wäre ich putzgesund. Am Morgen echli gegärtnert. Rosmarin, Lavendel, Salbei zurückgeschnitten und alles in die Grillschale geworfen. Reto hat dann etwas später einen Jahrhundertrauch über Oberwinterthur entfacht. Bevor die Feuerwehr kam, bin ich in den Rauch blasen gegangen. Oder eher habe ich mich zum Holz vorgepustet. Da wurde ein aromatisches, richtiges Grillfeuer daraus. Zwei bescheidene Schweinssteak vom Hals kamen auf den Rost, und bald hatten wir ein sehr feines Mittagessen - natürlich unter dem Ahorn. - Am Nachmittag sind wir losgezogen, um Bärlauch zu sammeln und eine gute Handvoll Huflattich für mich. Ich habe Tee getrunken, Bärlauch verarbeitet. Es geht mir nicht besser, aber der Tag war schön.
Montag, 2. April 2018
So wie der Ostermontag hätte der Ostersonntag sein sollen!
Endlich, endlich, endlich ist es warm, scheint die Sonne, kommen die Blumen zum Blühen. Ach, wie schön! Aber ich schaue mir alles nur im Gärtchen an und huste mir immer mal eins. Meckere ein wenig und hoffe, dass ich morgen doppelt so lebendig bin wie heute. Steigerung ist möglich - wie beim Frühlingswetter so bei meinem Befinden.
Sonntag, 1. April 2018
Das Osterhalleluja
Bevor unsere Gäste heute kamen, haben Reto und ich schon mal einen Kaffee getrunken. Wir haben uns gestanden, dass uns das Osterhalleluja in der kirchlichen Osternacht schon fehlt. War einfach sehr bewegend in allen katholischen Kirchen, in denen wir gearbeitet haben. Ja, die Kirche hat ergreifende Rituale zu bieten. - Heute also zu Hause. Und weil ich schon wieder krank bin, mich durch die Nacht gehustet habe, wäre an Kirche auch gar nicht zu denken gewesen. - Jetzt ist es Abend. Alle unsere Ostergäste sind wieder heim gegangen. Reto hat bei uns aufgeräumt. Ich liege - und huste. Und denke mir dabei: "Mir ist sehr nach einem hustenheiseren Halleluja. Es war schön und warm und unterhaltsam. Wir haben zusammen gegessen und getrunken. Von allem etwas zuviel (ich). Schoggieili gesucht und verteilt. Das haben Götti Stefan und Kaya gemacht, Harry auch. Verteilt hat Kaya ganz allein und sehr gerecht. Alle waren fröhlich. Halleluja, halleluja! So geht das gute Leben."
Abonnieren
Posts (Atom)