Freitag, 7. September 2018

Einladung zum Jahrgängertreffen

Wir hätten nächstes Jahr einen runden Geburtstag, heisst es im Begleitschreiben zur Adressliste eines ganzen, grossen Jahrgangs von Oftringen. - Wie viele meiner Kameradinnen und Kameraden sind in Oftringen geblieben? Das interessiert mich als erstes. - Mehr als zwanzig sind es. - Ob sie immer da waren oder zurück kamen? - Ich könnte mir das alles und noch mehr nächstes Jahr erzählen lassen, wenn ich zum Jahrgängertreffen ginge. - Ich schreibe es in der Möglichkeitsform. Es ist möglich, dass ich gehe, aber eher nicht wahrscheinlich. Die mir liebsten Menschen aus jener Zeit sind alle schon gestorben. Der Nachbarsbub Ruedi, von dem ich immer Micky-Mouse-Hefte lesen durfte. Die kräftige Margrit Pauli von der Finsterthüele, mit der ich mal auf dem Chasseral wanderte. Und Hanni Gammeter, meine Freundin seit frühesten Schultagen, die leider nicht Lehrerin werden durfte. - Es ist seltsam, aber es macht mich jetzt noch traurig, dass diese drei nicht mehr auf der Welt sind. Obschon ich sie lange vor ihrem Tod schon aus den Augen verloren hatte.

Donnerstag, 6. September 2018

Ich weiss es doch!

Wirklich! Das weiss ich aus Erfahrung - wenn ich abends Kaffee mit Koffein trinke, kann ich nicht schlafen. Aber gestern! - Ich bin mir nicht bewusst gewesen, dass wir gerade keinen koffeinfreien Kaffee im Haus haben. Und Reto hat mir fröhlich einen grossen Braunen serviert zum feinen Pfirsichkuchen von Judith. - Später, viel später, habe mich ich arglos zum Schlafen eingekuschelt. Fühlte sich gut an nach einem schönen Tag mit vielen Eindrücken. Noch ein wenig an Luzern denken. Noch ein wenig an dies und das denken. Alles gut, nur der Schlaf kommt nicht. - Da fällt mir ein, dass ich wohl lange warten kann. Weiss ich doch! Bin ich blöd! Aber jetzt nützt alles nichts. Lese ich halt noch ein Stündchen in "Script Avenue" von Claude Cueni. Normalerweise fällt mir das Buch bald auf die Nase. Aber nach soviel Kaffee eben nicht. Um drei Uhr schalte ich aus lauter Langeweile mein Radio ein. Irgendwann schläft es.

Mittwoch, 5. September 2018

Luzern

Es gab eine Zeit, da fühlte ich mich in Luzern zu Hause. Heute wollte ich nachschauen, wie viel davon geblieben ist. Auf der Hinreise mit Reto hatte ich das Gefühl, nichts, nicht viel. Aber dann sind wir in den Gassen von Luzern flaniert, haben an er Reuss Zmittag gegessen und haben uns vor allem laaaange im Buchhaus "Stocker" verweilt. Da ist das ganze Zuhause-Gefühl wieder aufgestiegen. Und Geschichten und Gesichter sind wieder aufgetaucht aus der Tiefe meines Erinnerungslagers.

Dienstag, 4. September 2018

Der "Coop" und wir

Früher hiess der "Coop" "Konsum", und wir Hallers kauften gern dort ein. unverblümt sagte uns der Laden, was er von uns wollte - dass wir konsumieren. Wir taten es in Massen. Was halt das Haushaltportemonnaie her gab. - Heutzutage lockt uns der "Coop" mit Treuepunkten auf der Supercard. Wenn wir genug gesammelt haben, tauschen wir sie ein gegen Kinogutscheine. Dann gehen wir sechsmal "gratis" ins Kino. - Klar, "Coop" hat auch etwas davon. "Coop" weiss ziemlich viel von uns. Und sie wissen, auf welche Lockvögel wir anspringen. Heute z.B. haben wir uns alle Mühe gegeben, für Franken hundert einzukaufen - weil wir dafür zusätzlich 777 Superpunkte bekommen konnten. Wir haben also heute VIEL in den grossen Einkaufswagen geladen. Zwar haben wir so ungefähr zusammengezählt. Dass wir aber sicher waren, dass 100 Franken zusammenkamen, legten wir noch etwas und noch etwas in den Wagen. So haben wir für Franken hunderteinundzwanzig gepostet. wie soll da das Haushaltgeld reichen??!

Montag, 3. September 2018

Nicht mein Morgen!

Heissen Kichererbsen so, weil sie leise oder laut kichern, wenn ich sie nicht vertrage? - Jedenfalls habe ich diese Kicherdinger  in Verdacht, mir Bauchgrimmen gemacht zu haben. Ich habe sie gestern zweimal gegessen - als Püree auf dem Mediterranen Weiertalteller und am Abend mit Avocado "vermüeslet" auf Brot. Am Abend habe ich sie einzig und allein darum nach Rezept mit Avocado püriert, damit ich wieder Stoff färben konnte. Ich hatte gelesen, dass Avocado PINK färbe. Das konnte ich nicht glauben. Aber es stimmt. In einer Pfanne liegt immer noch der ehemals weisse Stoff und ist so etwas wie pinkig. - Nur eben, das Ergebnis als Stofffarbe ist das Eine, mein Bauchgrimmen das Andere. Aber ich "chome devo" (es geht mir besser). Meinen Nachmittag und Abend nehme ich mir.


Sonntag, 2. September 2018

Wie heissen diese Blumen?

Wir sassen mit je einem Sträusschen Dahlien im Zug von Winti nach Oberi (Winterthur nach Oberwinterthur), da fragte ein mittelalter Mann, was das für Blumen seien. Reto sagte, sie seien von Wülflingen. Aber das war nicht die Antwort auf die Frage. Dahlien heissen diese bunten Herbstblumen, die wir auf einem Blumenfeld selber schneiden konnten. Für uns ist das eine Erinnerung an Sakristanenzeiten. Reto war in der Kirche Wassen für den Blumenschmuck verantwortlich. Da gingen wir gern in der Nähe von Schwyz ganze Armvoll Blumen schneiden. Heute also ein Sträusschen für uns und eines für Judiths. - Wir hatten den Kulturort "Weiertal" besucht. Zuerst im Freien fein gegessen - mit einem Glas Rotwein aus der Gegend. Dann die Kunstwerke im Freien bestaunt. - Staunenswert sind immer wieder die Ideen von Kunstschaffenden. "Bockleiter ohne Stufen", "Nadelöhr" - ein Gespinst von orangen Fäden zwischen zwei Bäumen, "Topinambur zwischen Stahlgerüst", "Wasserrequiem" akustisch am Weiher, usw., usf.! - Eigentlich noch viel besser als die Werke im Freien gefielen mir die kleinen bemalten Gipshäuschen mit orientalischen Touch im Haus, sowie das Mädchen im roten Kleid auf vielen Bildern von Ulla Rohr, über die ich noch nichts weiss. - Auf jeden Fall habe ich nun das Gefühl, ich müsste sofort kreativ werden. Mit Farben um mich "werfen", gipsen, kleistern, Fäden spannen.

Samstag, 1. September 2018

Richtig gutes Wetter, um in die Stadt zu gehen

Das haben ein paar andere auch gedacht. Die Innenstadt von Winterthur war voll von Einzelpersonen, Pärchen, Familien und vielen Gruppen, die eine Stadtführung genossen. - Ich wuselte mich durch, ging zuerst in die Bibliothek, aber nur zum Abgeben von drei Büchern. Dann genoss ich meine kleine Buchhandlung am Kirchplatz. Ich fand für Kaya ein so spezielles Buch, wie man es gar nicht beschreiben kann. Es heisst "Wie man ein Buch liest", aber es geht nicht um Buchstaben, Wörter oder Sätze. Das Buch wird gedreht und gekehrt, bis einem ganz schwindlig ist. - Im nächsten Laden wollte ich "nur schauen". Das gelang mir FAST. Ausser zwei Karten und sonst ein paar Kinkerlitzchen kaufte ich nichts. Ha! Gut gemacht! Und erst noch, dass ich der adretten, älteren Verkäuferin Komplimente zu ihrer Jacke und den Accessoires machte!