Sonntag, 7. Oktober 2018

"Nur" im Hegifeld

War das ein ergiebiger Spaziergang! - Wir haben Stare schwärmen gesehen und ihnen gern und lange zugeschaut, am Schluss zugehört, als die Vögel eines ganzen Schwarmes auf den Birken des Schulhausareals laut schwatzten. Ob sie abmachten, wann es ernst gilt mit dem Abflug nach Süden? - Zugeschaut haben wir einem schwarzen und einem weissen Hund, die in einem Bach nah beieinander badeten. Schönes Bild. - Später sind wir einer Gruppe Jung-Ornithologen begegnet, die mit grossen Teleskopen übers Feld schauten. Keine Ahnung, was sie sahen, das wir nicht sahen. Aber wir haben mit dem Leiter über die Starenzüge geplaudert. - Dann gingen wir zum Apéro in der Schlossschenke. "Hegemer Federweisser" - wir mussten fragen, wo der Rebberg liegt. Ein Wort gab das andere - und schon wussten wir, dass die "Wirte" aus dem Schächental (Uri) kommen. - Schliesslich sammelten wir Baumnüsse von den Schlossbäumen. Ein Boxer-Hund-Gassi-Geher wollte wissen, ob es Nüsse habe. Er erzählte gern von den Bäumen, die er pflegt. Dass er einen Maronibaum hat auf dem Schulhausgelände. Gross wie die Nussbäume, von denen wir Nüsse sammelten. - Ein Stündchen gehen - und schon kommt man bereichert nach Hause.

Samstag, 6. Oktober 2018

Was ich nicht mag

  • Wenn unser Kater (wieder) einen Vogel getötet hat
  • Wenn Reto ihn fragt: "So, hat das Vögelchen geschmeckt?"
  • Wenn ich merke, dass ich auch Vogel (Poulet) zum Zmittag esse

Ich mag die Widersprüche meines Lebens nicht, aber sie sind da!

Freitag, 5. Oktober 2018

Glückskeks

Zum Zmorge einen Glückskeks - ganz etwas Neues! - Wir haben gestern Glückskekse bekommen von unserer Tochter und unserem "Schwiegersohn". Und ehrlich, sie machen irgendwie glücklich. Vielleicht auch nur, weil wir eifriger nach dem Glück Ausschau halten, das sowieso da ist. Ist doch Glück, wenn die Jahreskontrolle bei der Augenärztin "alles ist gut" ergibt. - Richtig fett glücklich waren wir aber am Nachmittag, als wir mit unserer Enkelin den Zettel abarbeiteten, den wir uns vorgestern geschrieben hatten. Alles, was da nicht mehr Platz hatte im Tag, sollte nun getan werden:

Zettelversteckis
Sofa zusammenschieben
Baby spielen
Tee kochen für Grosspapi, der den Husten hat

Das alles haben wir getan und ausserdem einen fiktiven Geburtstag gefeiert. Da mussten wir Ballons aufblasen und Sterne und Herzen ausschneiden und alles an eine Kordel und in unseren Ahorn hängen.

Bei allem, was wir taten, waren wir glücklich. - Glücklich, weil wir überhaupt solche Nachmittage feiern können mit Sonne und Enkelin. Glücklich, weil das Kind uns mit seiner Energie mitnimmt. Glücklich, mit ihr Hiphop zu tanzen. Glücklich, dass sie zum erstenmal selber Ballons aufblasen kann und die Luft bleibt. Am glücklichsten aber, dass mein weit räumiges Zettelversteckis für alle spannend war. Keine Überforderung, wie ich befürchtet hatte. Am Ziel für alle drei je ein Glückskeks im Briefkasten und ein Sirup für die Suchenden. Musste sein als Belohnung für 45 Minuten Ausdauer.


Donnerstag, 4. Oktober 2018

Schlau, wirklich schlau

Da sitze ich gemütlich am Compi, während Grosspapi Reto mit unserer Enkelin auf Zettelsuche ist. Wir haben das Spiel kürzlich nah räumig gespielt. Aber heute habe ich mir die Zettel Verstecke weit räumig ausgedacht. Die zwei werden ganz schön unterwegs sein. Ein Rundkurs durch den Eulachpark. Und achtmal suchen. Soll ich die Beine hochlagern, ein Viertel Buch lesen oder mir Tee kochen? Ganz schön schlau bin ich.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Hustentee kochen

Reto hat gestern Nacht sehr gehustet. So haben wir heute Hustentee gekauft, Sirup auch. Am Nachmittag hat unsere Enkelin ihren oder besser gesagt  Grosspapis ersten Tee gekocht. Kaltes Wasser holen im Kinderpfännchen, das auf den Herd darf. Kochplatte auf sechs einschalten. Deckel auf Pfännchen. Warten, bis wir das Wasser hören. Deckel auf, um nachzuschauen, ob es "Blöterli" hat. - Ja, es hat, also Hustenteebeutel ins Wasser hängen. - Oh, da hat sich das Kind ein klein bisschen gebrannt trotz aller Vorsicht. Kleiner medizinischer Vortrag, was zu tun ist. Kaya sagt, es sei schon nichts, fast nichts, nur ein wenig. Aber dann marschiert sie ins Badezimmer und lässt kaltes Wasser über den Finger laufen. - Grosspapi bekommt seinen Tee in einer grossen Wolfstasse. Kaya und ich trinken aus den Puppentässchen. Das mini kleine Stücklein Kandis macht den Unterschied.

Dienstag, 2. Oktober 2018

Privilegiert

Eines meiner Privilegien ist das Lesen. Ich habe als Pensionierte Zeit genug, um regelmässig Bücher zu lesen (vom Zeitungslesen ein andermal wieder). Die SiestaLesezeit ist fest institutionalisiert. Nach dem Mittagessen machen Reto und ich ab, wann wir uns in der Stube oder im Garten zum Kaffee treffen. Wir geben uns anderthalb Stunden frei. Für mich heisst das (fast) täglich, ich lese eine Stunde und schlafe oder ruhe eine halbe Stunde. Das ist heilige Zeit. Gehört mir allein. Ich tauche ein in einen Roman. Finde mich in einer anderen Welt wieder. Lerne andere Menschen kennen, die anders denken und fühlen als ich. Mein Horizont wird weiter, während ich Neues erlebe. Anders als in den virtuellen Medien mache ich mir meine inneren Bilder selber. Ich schaue, rieche, schmecke je nach Buch. Ich bin fröhlich, traurig, mutig ganz wie die BuchFiguren. Im Moment lese ich über Giovanni Segantini, aber kein Sachbuch sondern einen Lebensroman. Geschrieben von einer Frau, die Sinn hat für alle Sinne. - Ich will mir gleich ein paar Bilder von Segantini anschauen. Halt virtuell.

Montag, 1. Oktober 2018

Die Energie der Kinder

Kommen vom Kindergarten nach Hause und sind voller Leben und Kraft. Spielen alle fünf Minuten ein anderes Spiel und alles mit voller Energie. - Wenn du willst, beziehen sie dich ein (manchmal auch, wenn du nicht willst). Verstecken sich unter dem winterverpackten Gartentisch. Verlangen bloss eine Decke gegen Nässe und Kälte. Bis du die Decke findest, brauchen sie sie nicht mehr. Sind ganz woanders. - Und ich habe das grosse Glück, das alles miterleben zu dürfen und selbst Energie zu bekommen und Energie zu verbrauchen - mich selbst lebendig zu fühlen. Aber unter den Wintertisch schlüpfe ich nicht. Ehrenwort.