Dienstag, 7. Januar 2020
Das würde ich sehr vermissen
Das "Tagi-Magi" (Tagesanzeiger Magazin) hat sich wieder mal selber übertroffen. Sie haben sich in der Redaktion überlegt, was aus der letzten Dekade (2010 - 2019) am meisten in Erinnerung bleibt. Und dann haben die Damen und Herren drauflos geschrieben. Über fünfzig Beiträge sind es geworden. Ich lese immer noch daran. Manches ist mir vertraut wie Elena Ferrante, Greta Thunberg, Pinot Noir, Bibliotheken. Anderes ist neu für mich, weniges nicht verständlich, weil sehr fremde Materie. Aber alles in allem schwelge ich, geniesse die Fülle von Anregungen. - Das "Tagi-Magi" ist für mich allererste Sahne. Manchmal auch Sauermilch. Immer wichtig und bedenkenswert. Macht weiter, bitte, bitte, macht weiter so!
Montag, 6. Januar 2020
Heute nochmals Weihnachten
Ich bin aufgestanden, und in mir war eine Melodie. "Heut ist heilige Nacht" hat es in mir gesummt. Ich habe zuerst nicht mal realisiert, dass es das Lieblings-Weihnachtslied meines Vaters war - "Leise rieselt der Schnee". - Es rieselt kein Schnee, aber am Dreikönigstag schauen wir unseren Weihnachtsbaum abschiedlich an, geniessen wir die Weihnachtsbeleuchtung ein letztesmal, trinken wir vielleicht den letzten Glühwein. Morgen wird geräumt. Auf nüchtern umgestellt. Alltag. Zum Glück gibt es schon an der Fastnacht Gelegenheit zu neuen Taten meines ganz persönlichen Innendekorateurs.
Sonntag, 5. Januar 2020
Fünf Tage nicht eingekauft
Wir machen sehr wenig "Foodwaste". Wenn wir nicht alles essen mögen, das ich gekocht habe, dann gibt es aus dem Rest Suppe, oder ich friere ein, was sich eignet. - Es eignet sich viel mehr, als ich gemeint habe. Dafür ist unser Tiefkühlfach fast ständig voll bis sehr voll. - Wir haben kein wirkliches "Januarloch"; das Haushaltgeld ist nach wie vor beisammen. Weil wir gar nicht einkaufen gehen seit fünf Tagen. Heute gab es Schweinssteaks, die uns Leandra geschenkt hat, und Ratatouille, das ich im Sommer eingefroren hatte. Dazu Maisbrei. Zum Dessert Weihnachtsguetzli nicht eingefroren. - Morgen gehen wir erstmals in diesem Jahr "posten". Milchprodukte gehen langsam aus. Brot will ich selber backen. - Ausser dem Tiefkühlfach muss auch der Keller im Auge behalten werden. Da gibt es Konfitüre für mehr als ein Jahr und Bärlauch in Öl zu den Spaghetti. Reto hat heute auf dem Sonnenspaziergang Ausschau nach spriessenden Bärläuchlein gehalten. Beeilung mit dem Umsetzen der Vorräte!
Samstag, 4. Januar 2020
Wie ehrlich will ich sein?
Es kommt schon mal vor, dass ich hier leise über meinen Ehemann lächle. Oder so. Das ist ziemlich einfach, denn jeder gibt mal Anlass zum Spötteln. Oder so. Aber wie ehrlich bin ich, wenn es um mich geht? - Schreibe ich vor allem von dem, was mir gelingt? Bin ich meist gut drauf? Oder so. - Heute habe ich echt Mist gebaut, und mein Mann hat mich gerettet. - Mein Badewasser läuft seit einer Weile nicht mehr so gut ab. Ich weiss auch warum. Lange Haare haben sich eingehängt und angehängt. Oh, das haben wir gleich. Habe ich auch schon mit einer gebogenen "Lismernadel" (Stricknadel) behoben. Zwar weiss ich, dass mir die Nadel entgleiten könnte. Dann muss der Sanitär kommen. - Sie ist mir nicht entglitten. Noch nicht. Aber ich habe sie nicht mehr rausziehen können. Hilfeeee! - Reto ist gekommen und hat nur wenig geflucht. Mir einer Zange und Manneskraft hat er mich gerettet. Ich bin froh. Oder so.
Freitag, 3. Januar 2020
Anfängergeist
Was ist schon dabei, dass ein neues Jahr angefangen hat? Geht doch alles so weiter wie im alten. Silvester und Neujahr sind festgesetzte, menschengemachte Übereinkünfte. Die Zeit steht nie still, auch nicht um Mitternacht zwischen Silvester und Neujahr. - Was wäre aber, wenn uns gut täte, dass etwas Neues beginnt? Wenn wir neugierig wie Kinder in das junge Jahr schauen würden? Wenn wir Hoffnungen setzen würden in die neue Jahreszahl? - Wir würden uns straffen, den Kopf in die Höhe recken und vorwärts gehen wie in ein neues Land, ein neues Leben. Neu schauen, neu hören, neu schmecken, riechen, spüren. Neu. Wir.
Donnerstag, 2. Januar 2020
Ein neuer Weg
Ich bin wieder fit. Reto und ich sind heute Morgen an die Bachtelstrasse gefahren (Bus), durch Veltheim, das Dorf (ehemalige) geschlendert, dann hoch die Strasse gestiegen und noch höher per Treppen. Trotzdem kam die Sonne nicht zum Vorschein. Aber ein wenig "Piek" (Raureif) hatte es an den Birken. Und es war überhaupt sehr schön. Nur fürchtete ich den langen Weg zum Bus in Wülflingen. Hatten wir schon zweimal gemacht. Jedesmal war der Weg lang. So lang, dass die Freude schmolz. Aber heute haben wir einen neuen Weg entdeckt, der einfach auf der Höhe übers Güetli und dann alles sanft abwärts an die Schaffhauserstrasse führte. Die Freude blieb. Sie ist noch da. Nachhaltig.
Mittwoch, 1. Januar 2020
Es ist der erste Tag eines neuen Jahres
Es ist der erste Tag eines neuen Jahres, und ich bin noch ein wenig verkatert. Ist auch nicht das erstemal, dass ich ein Jahr so beginne. Lesetag, Faulenzertag, Erholungstag. - Das ist ganz in Ordnung. Wenn alles gut geht, habe ich im Jahr 2020 immer noch 365 Tage übrig. Dank Schaltjahr. - Ich lebe mich ein im neuen Jahr. Die Agenda liegt bereit. Ich habe übertragen, was Jahr für Jahr zu übertragen ist. - Es gibt auch schon eingetragene Festtage. Einen im Juli, einen im Dezember. Freuet euch! - Vorsätze habe ich keine gefasst. Früher schon. Früher brauchte ich in der Silvester-Neujahrsnacht ein paar ruhige Minuten ganz für mich allein. Warum jetzt nicht mehr? Habe ich erreicht, was zu erreichen war? - Eher ist es so, dass eine grössere Gelassenheit eingezogen ist mit den Jahren. Sogar mir gegenüber.
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