Früher haben wir in den Ferien oft als Familie eine Art Tagebuch geschrieben und gezeichnet. - Ich habe alle diese Ferienbücher chronologisch geordnet. Jetzt lesen Reto und ich uns beim Kaffee nach der Siesta daraus vor. - Heute waren wir mit Surys in der Toscana. Judith ist mit fünf Jahren zum ersten Mal ohne Schwimmflügeli im Meer geschwommen. Es hat nahe dem Campingplatz mehrmals gebrannt. Einmal ziemlich nahe. Der Helikopter hat im Meer Wasser geholt und es über der Brandstelle abgeworfen. - Einerseits sind da all die Erinnerungen, die wieder auftauchen, andererseits ist es staunenswert, der Entwicklung unserer Kinder zuzuschauen. Was hat Stefan geschrieben: "DE BABI HET MI ÖBERSCHNÖRET CHO BOMMLÄ." - Jöööhhh!
Freitag, 8. Januar 2021
Donnerstag, 7. Januar 2021
Früh morgens um halb sechs
Ich konnte nicht wieder einschlafen. Deshalb schaltete ich mein Radio ein. Gerade kamen Nachrichten. Und dann konnte ich erst recht nicht mehr einschlafen. - Fassungslos hörte ich mir an, was gerade in den USA passiert war. Das Regierungsgebäude gestürmt von Trump Fans. Tumult. Gewalt. Eine Frau tot. - Ein wahnsinniger noch Präsident. Wahnsinnige Anhängerinnen und Anhänger. - Mir wurde es zu viel. Ich sah gerade nur noch Probleme. Ich habe eine Enkelin. In welcher Welt wird sie leben? - Tief durchatmen. Noch tiefer und länger atmen. Mich selbst beruhigen. Niemals in Passivität versinken.
Mittwoch, 6. Januar 2021
Letzter Tag der Weihnachtszeit
Der Dreikönigstag ist für mich immer ein besonderer Tag. Ob ich Königin werde oder nicht. (Heute bin ich es.) Ich zelebriere den letzten Tag der Weihnachtszeit. Am Morgen haben Reto und ich nochmals Weihnachtsmusik laufen lassen. Das Weihnachtsoratorium von Bach erinnerte uns an einen fernen Dreikönigstag, wo wir zu dieser Musik bei Pia Birri in Luzern Kreistänze machten. - "Schreiten, schreiten Sie! Arme weit! Schreiten." - Wir hören sie noch und sind heute durch unsere kleine Wohnung geschritten. - Mein Mittagskaffee hat Kardamom und Zimt mitbekommen, Rahm und ausnahmsweise Zucker. - Auf dem Pult brennt eine Kerze und ich schreibe allerletzte Weihnachtspost.
Dienstag, 5. Januar 2021
Allergologie zum Vierten
Ich weiss unterdessen, wie es geht und wer mich erwartet. Aber ich weiss noch nicht, wie es tut, wenn ich viiiel Blut abgezapft bekomme. Letztesmal kam ein junger Mann käsweiss aus dem Behandlungszimmer. Na, überleben werde ich es wohl. Ich trinke gerade noch eine grosse Tasse Tee. Das war die Anleitung, viel zu trinken, bevor ich komme. Und dann nehme ich es als Erfahrungserweiterung. Im März habe ich zwei weitere Termine. Übungsmöglichkeiten.
Montag, 4. Januar 2021
Heute
Heute haben wir eine Einladung bekommen und eine ausgesprochen. Das sind bis dato die einzigen Januar Termine in der neuen Agenda. Dazu noch die Kinderhüte Montage. Sonst nix. Das ist noch nicht so recht Alltag. Da haben doch alle gesagt, im neuen Jahr wird es besser. - Echt? Oder geht es weiter wie 2020? Möglichst wenig Leute treffen. Hände waschen noch und nöcher. - Aber bitte die Schule offen halten! Unsere Enkelin geht so gern. Trifft so gern ihre allerbeste Freundin. - Ich habe es allmählich satt. Das ständige Grau. Das Dunkel den ganzen Tag. Corona. - TROTZDEM! Heute mit den beiden Hütekindern war es gut. Immerhin.
Sonntag, 3. Januar 2021
Bestes Buch seit langer Zeit
Schade, schade, dass ich es zu Ende gelesen habe! Ich habe mich so gefreut an der Geschichte, an der Sprache und an der Natur, die eine Hauptrolle spielt. Und spannend war es, berührend, bedrückend, beglückend. Delia Owens hat es geschrieben. Sie ist Amerikanerin und gleichzeitig Zoologin und Schriftstellerin. "Der Gesang der Flusskrebse" ist ihr erstes Buch. 2018 herausgekommen. Delia Owens hat denselben Jahrgang wie ich. Aber ich schreibe kein Buch. Abgesehen von der Masterarbeit über Wohnensentscheidungen von Hochbetagten. Abgesehen vom Bericht über die Zeit, als mein dementes Mami bei uns lebte (ein halbes Jahr nur). Und abgesehen von den handgeschriebenen Büchern für Kaya über mein Leben. Da bin ich unterdessen 28 Jahre alt. Ich sollte mal vorwärts machen...
Samstag, 2. Januar 2021
Nur nicht mit der Kelle im falschen Topf rühren
Also, in der roten Schüssel ist angefangener Zopfteig. Da muss mehr Mehl hinein, Butter und warme Milch. Salz ist schon drin. Dann kneten. - In der Pfanne stehen drei Blechbüchsen im heissen Wasserbad. Ich schmelze Kerzenreste und giesse Kerzen daraus. Da kommen mir Kartonröhren von Martin sehr gelegen. - Im Moment geht es um reine, hohe Konzentration. Nur nicht herumfuhrwerken und allenfalls Kerzentropfen in den Zopfteig mischen. Mehl im Wachs käme auch nicht gut. Und gleich werde ich zusätzlich mit dem Mittagessenkochen beginnen. Capuns soll es geben. Krautstiel habe ich mehr als genug. Aber ist noch genug Mehl in der Büchse für den Chnöpfliteig? Welche Büchse schon wieder?
