Montag, 8. September 2025

Nur eine Rüebliraupe

 Wir haben das als Wettlauf empfunden: Haben wir zuerst ein Raupenkistchen genagelt, oder wird die einzigste Rüebliraupe gefressen, bevor wir sie in Sicherheit gebracht haben? - Der Auftrag zum Zunageln der Blössen im Holzkistchen erging zuerst an unsere Mittagsmädchen. Sie haben auch mit Kraft zugeschlagen. Und dabei einige Nägel krumm gehauen. Macht nix.


Leider mussten die Freundinnen zur Schule, bevor das Kistchen vollendet war. Sollte doch noch ein Vogel oder eine grosse Heuschrecke...? - Reto und ich haben uns beeilt - und siehe da, die Raupe ist gut versorgt, auch mit Futter. Fenchel will sie haben. Sie wird noch eine kurze Weile weiterfressen und sich dann verpuppen. Unser Nachbarsmädchen freut sich schon darauf, wenn der Schwalbenschwanz im Frühling sich entfaltet und wir ihn fliegen lassen.



Sonntag, 7. September 2025

Sonntagsbrunch

Heute ging es uns sehr gut: Wir durften im National in Winterthur brunchen. Auf Kosten unserer Kinder, die uns zur letzten Weihnacht mit National-Gutscheinen beschenkt hatten. - Alle waren so gut drauf, die vielen Kellner und wir. Freundliches Platz-Anweisen. Nette Einführung ins Brunch-Geheimnis: "Es ist ganz einfach, Sie holen sich, was Sie gerne möchten." - Das taten wir dann eineinhalb Stunden lang. Und es war alles einfach sehr lecker. Vom geräucherten Lachs über die viele wunderbaren Früchte zum klassischen Birchermüesli. Vom Nussbrot, über den Sonntagszopf zum unvermeidlichen Buttergipfeli. Von den Getränken wünschten wir uns nur Kaffee; kein Sektfrühstück. - Wir assen mit Genuss, aber wir überassen uns nicht. Kamen heim und freuten uns am gelungenen Weihnachtsgeschenk. Wir hatten nur zwei Franken drauf bezahlen müssen.

Samstag, 6. September 2025

Wo ist die Hornisse

 Ich habe den Sitzplatz gewischt; der Hausbesitzer wollte zu Besuch kommen. Dabei bin ich einer Hornisse begegnet, die am Boden Holunderbeeren verkostete. Ich wischte um sie herum. Sie flog nicht weg. Zweimal brachte ich eine Schaufel voll Blätter und so zum Kompost. Dann wollte ich wieder nach der Hornisse sehen. An den Beeren war sie nicht mehr. Wo war die Hornisse? - Schaue ich an mir hinunter, und da sehe ich sie! Sie krabbelt auf meinem Hosenbein herum. Schreck lass nach! Natürlich versuchte ich sie loszuwerden. Da krabbelte sie in mein weites Hosenbein. Weg, weg - es gelang, ohne dass sie mich stach. - Sie war so verwirrt wie ich. Dort wo sie gelandet war, ging sie dreimal im Kreis herum. Jetzt sah ich auch, weshalb sie nicht wegflog: Sie hatte nur noch einen Flügel.

Freitag, 5. September 2025

Ein Brief von der Post

 Ich liebe ihn: den Werbebrief der Post für neue Sonderbriefmarken! Heute gefällt mir die gestickte Friedenstaube. Eine davon kostet fünf Franken achtzig Rappen. Das ist auch ihr Frankaturwert, und ich überlege, wie ich die Marke je einsetzen könnte. Aber da sind auch noch die Schweizer Sehenswürdigkeiten, die hübsch sind und der Tinguely. Eine Marke mit dem verschütteten Blatten hingegen macht mich traurig. - Was ich überhaupt nicht brauche: Eine Briefmarke mit der WC-Ente und Duftlack. Wääähh!

Bevor ich mich ans Bestellen mache, zähle ich die vorhandenen Briefmarken in meinem hübschen Schächteli.....Es sind genau 126. Zweierlei Frankatur. Sujets für jede Lebenslage. Aber ich WILL Jean Tinguelys Brunnen. Ich will.

Donnerstag, 4. September 2025

Oh, Susann(e)a

 Ihr macht mein Leben schön! - Drei wichtige Frauen in meinem Leben teilen sich einen Namen. Eine ist meine Schwester Susanne, die Grossmutter von sieben Enkelkindern ist und gern strickt wie ich. Ich bin die ältere. Sie ist zwei Jahre jünger, aber sie ist mir sehr bald über den Kopf gewachsen. Als unsere Mutter dement und dementer wurde, wuchsen wir Töchter nochmals näher zusammen. - Eine ist meine Beste Freundin Susanna. Wir kennen uns seit der Schulzeit und haben keine Geheimnisse voreinander. Durch Höhen und Tiefen bleiben wir uns treu. Keine muss befürchten, bei der anderen irgendwie in Ungnade zu fallen. Das ist das Grösste! - Eine ist meine Freundin Susanne, die ich heute in der Stadt getroffen habe. Wir haben Kaffee getrunken und geplaudert. Wir kennen uns von gemeinsamer Kirchenarbeit her. Und kennen gemeinsam viele Menschen. Was macht der und was macht jene? Und was machen wir? Ausserdem lesen wir beide gern gute Bücher und erzählen uns davon.

Oh, Susann(e)a, wie ist das Leben schön, weil ihr mir verbunden seid.

Mittwoch, 3. September 2025

Mamama

 Meine Schwägerin in Altdorf ist überall. Sie bringt uns feine Häppchen zum Apérogetränk, das der Schwager bedächtig eingiesst. Dann überwacht sie ihre Pfannen auf dem Herd und kommt zu uns zurück zum Anstossen. Die Teller, die wir serviert bekommen zum Hauptgang sind wunderschön bunt, das Essen fein. Die Desserttorte hat die Tochter gemacht, die mit uns am Tisch sitzt. Welchen Kaffee möchtet ihr? Und schon wirbelt die Gastgeberin mit Tassen und Tässchen herum. Dann muss sie los, nicht ohne ihrem Mann kurz über die Flaumhärchen zu streichen, die nach der starken Therapie wieder wachsen.

Mamama, wie die Grosskinder sie nennen, macht Taxidienst. Zuerst Geige und Noten holen in Seedorf, dann Kind bei der Schule abholen und zur Geigenstunde fahren. Kurz schaut sie bei uns herein: Geht es uns gut? Weg ist sie. Die Geigenspielerin muss von Altdorf nach Amsteg gefahren werden zum Ballett. zusammen mit weiteren Mädels. - Mamama hat ein Buch dabei. Beim Warten auf die Kinder liest sie. Später wird sie alle heimfahren.

Wir bekommen sie nicht mehr zu Gesicht, weil wir bald auf den Zug gehen. Wir haben es gemütlich mit dem Schwager, zwei Töchtern und Kuchen und Kaffee. Zum Glück mag der Schwager immer wieder lächeln. 

Montag, 1. September 2025

Atelier Otto in Thalwil

 Mir läuft wieder mal die Zeit davon; ich hänge hintennach. Bin zum Beispiel immer noch in Thalwil mit meinen Studienfrend*innen. Im Atelier Otto. Am Freitag war das; heute ist Montag. Eine neue Woche. Aber ich freue mich immer noch über den wunderschönen Abend bei Moni. Ich freue und freue mich und bin dankbar, zu dieser kleinen Gruppe gehören zu dürfen. In das Atelier Otto werde ich wieder gehen. Weil es inspirierend ist. Ein guter Ort. Schade, dass ich keine Untermieterin sein kann. Lismen kann ich auch zu Hause.