Samstag, 18. August 2012

Es ist 10 Uhr 03, und es ist Sommer

Heute nach dem Morgenessen schnell mit Reto in den Garten, bevor es richtig heiss wird - so heiss, wie noch nie in diesem Sommer! "Uufgstängleti Salöt" ausrupfen. Sie hatten soooo lange zum Wachsen, dass sie nie richtige "Häuptli" machten, bitter wurden vor lauter Anstrengung, und eben nun sofort zum Blühen übergegangen sind. Reto ist ihnen böse; ich bedaure sie ein wenig. Das Ziel nicht zu erreichen, nicht gelobt zu werden, ist nicht schön. - Hey, hey, es sind Salate.

Weil der Boden noch feucht ist vom letzten Regen, habe ich sogar gejätet, während Reto Endivien und Zuckerhut gesetzt hat. Was aber ist Unkraut? - Primeli habe ich wachsen lassen, wo sie nur wollen. Wilde Stiefmütterchen habe ich da und dort stehen lassen, aber LÖWENZAHN, Löwenzahn habe ich überall ausgerupft. Ist das nicht ungerecht? Selektive Wahrnehmung.

Dann wollte ich die Füsse waschen, aber im Treppenhaus ruft es: "Hallo!" - "Ich komme!" - Am Gartenzaun ruft es: "Hallo!" - Wohin soll ich zuerst, nachher? - Sepp hat aus seinem Garten Gladiolen für die Kirche gebracht, und Chäspi überreicht mir eine schöne Schale geputzte Eierschwämmchen vom Feinsten mit Grüssen von den FinderInnen..

Was für ein Morgen, und es ist erst 10 Uhr 13!!!

Freitag, 17. August 2012

Am Mittwoch war Sonntag

Ich bin ein bisschen durch den Wind. Am Mittwoch war (bei uns) Sonntag, und heute ist schon wieder Freitag. Am Mittwoch war Beerdigung, am Donnerstag war Beerdigung, und heute finde ich schlecht ins Leben zurück. Aber wir haben im Unterland eingekauft für ein Wochenende im Oberland. Zuerst wollte ich nach Flüelen und endlich baden gehen. Aber unser Garten ist gerade jetzt so gemütlich, und wir müssen ihn einen letzten Sommer geniessen. So haben wir statt Sonnencreme Endiviensetzlinge gekauft, denen wir dann beim Wachsen gut zureden, dass sie es schaffen, bevor der erste Schnee kommt. Heute haben wir immerhin 20 Himbeeren geerntet und ein feines Dessert für zwei daraus gemacht. Und morgen pflücke ich drei Tomaten für Tomaten-Mozz. Basilikum wächst in der Küche. Fehlt nichts, oder?

Donnerstag, 16. August 2012

Ganz anders

Heute haben wir Hans Holste verabschiedet - für immer. Es war ein ökumenischer Trauergottesdienst. Pfr. Ulrich Schmaltz, der reformierte Pfarrer von Erstfeld, hat sich ungeheuer in uns Katholiken vom Urner Oberland hineinversetzt. Ich fand, der Gottesdienst, die Worte, die Gebete, die Rituale auf dem Friedhof seien (fast) gleich wie immer. Aber die Leute sagten nachher: "Es war sehr gut - einmal ganz anders!"
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Um 14 Uhr hat der Trauergottesdienst begonnen, um 18 Uhr bin ich nach Hause gekommen. Dazwischen sass ich mit lieben Frauen und Sepp im Hotel Gerig. Es war ausserordentlich lebendig und schön. Anni strahlte, Liesel berichtete, Piska fragte, Sepp schmunzelte. Ich war glücklich. Hans war es, der "einlud", aber LEIDER; LEIDER nicht dabei war.

Mittwoch, 15. August 2012

Nichts gehört von dir...

Meine Freundin hat geschrieben: "Wie geht es dir - ich habe in letzter Zeit nichts gehört von dir?" - Sie macht sich Sorgen. Andere würden sich beklagen. - Ich habe nur gerade keine Zeit, weil so viel zu tun ist. - Keine Zeit? Doch, ich habe viel Zeit, 24 Stunden pro Tag. Die Frage ist, wie ich sie verbringe, womit ich sie fülle. - Jetzt gehe ich zur Beerdigung meines zweitletzten Onkels. In Gedanken bin ich ganz bei ihm. Onkel Jean, ich werde dich vermissen. Ich werde das "Gschtürm" mit dir vermissen und die leisen Momente. Jetzt bist du gegangen. Wieder einer!

Montag, 13. August 2012

Heute Muotathaler Rahmkirschtorte

Reto und ich haben einen Termin mit Josef Maria Gwerder. Er kommt zu uns und bringt mir mein Geburtstagsgeschenk mit: Muotathaler Rahmkirschtorte. Wir zeigen ihm dafür unsere Fluchtburg in Flüelen und das wunderschöne Reussdelta. Ich freue mich , und es tut gut, inmitten aller Trauerfälle und eigener Trauer Rahmkirschtorte zu essen und fröhlich zu quatschen an einem anderen Ort. Muss ja dann nicht über die katholische Kirche sein. Kann ja auch über den reformierten Pfarrer von Erstfeld sein, mit dem ich erstmals zusammenarbeite. "Zwäger" Typ! Und dann werden wir gewiss von allen Wanderung des Sommers berichten - hin und her. Und allen schönen Besuchen, die wir hatten. - Jetzt muss ich Hans in der Totenkapelle guten Morgen sagen und schauen, ob seine Blumen noch frisch sind...

Sonntag, 12. August 2012

Ich geh dann kurz weg...

Es ist fertig gearbeitet für heute. Der Trauergottesdienst für den Maler-Hans ist ökumenisch vorbereitet. Der reformierte Pfarrer und ich wollen dem Hans einen würdigen, liebevollen Abschied bereiten. Jetzt freue ich mich ausgiebig an den Sachen, die wir gestern im Dreierlei-Laden gekauft haben. Unter anderem Karten. Eine erlaubt mir, kurz wegzugehen. Da steht unter einem Schwarzweissfoto von einer Frau, die über einen Gartenzaun steigt: PS. Ich bin dann kurz in meiner eigenen Welt.

(Mein PS. heisst: Ich wollte die Karte scannen, konnte es nach einigen Versuchen, aber die Karte will hier nicht drauf...)


Samstag, 11. August 2012

Dreierleiladen eröffnet

Heute hat Stefan seinen Traum Realität werden lassen: Er hat sei "Lädeli" eröffnet. Wir sind mega stolz auf unseren Sohn, der schon immer nach dem Motto zu leben versuchte: "Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum". - Sein Lädeli in Langenthal ist klein, aber sehr fein - in mehrfacher Bedeutung. Jedenfalls haben wir eingekauft, was das Zeug hält - nicht , weil wir Angst hätten, dass Stefan "verlumpet", sondern weil er so witzige, hübsche, brauchbare, teure, günstige, winzige, grössere, essbare, verschenkbare, lieber-selbst-behaltbare Sachen hat. Wir gehen wieder.