Gestern Abend habe ich sie gebacken, die Weihnachtsguetzli, die sein müssen! Mailänderli backe ich immer zuerst, manchmal dann gar keine mehr als zweite, dritte. In den letzten Jahren nimmt mir ja Reto fast alles ab, was früher, als ich noch eine richtige und ausschliessliche Hausfrau war, in mein Ressort fiel. Er macht den Adventskranz und meint, das hätte ich noch gar nie gekonnt. Und er bäckt Weihnachtsguetzli, was das Zeug hält und ist, wie die meisten männlichen Köche und Bäcker-Konditoren überzeugt davon, dass ein Mann das am besten kann. - Na ja, ich sage nichts, ober besser gesagt, ich sage: "Danke." Und: "Mmmmh, fein! Das hast du gut hingekriegt."
Ist auch wahr! Mein Ehemann kann heutzutage alles, was ich auch kann. Meistens freue ich mich sehr darüber. Nur ganz selten denke ich an frühere Zeiten, wo ich noch wirklich etwas zu bieten hatte, Dinge konnte, die er damals nicht fertig brachte und auch gar nicht fertig bringen wollte. Nur manchmal denke ich daran, dass ich damals unentbehrlich war.
Freitag, 30. November 2012
Donnerstag, 29. November 2012
Der Schnee ist da, die Bäume biegen sich
Immerhin, der Spätherbst war lang und warm! Am letzten Sonntag haben wir letztmals im Freien Zmittag gegessen. Ich muss/müsste zufrieden sein. Aber ich "leike" es nicht (i don't like it), wenn die Bäume sich biegen unter der Last des Schnees. Dann ducke ich mich auch und wünsche mir die Erlaubnis zu einem Winterschlaf.
Erlaubnis zu allem Möglichen und Unmöglichen kann man sich nur selbst geben. Vor Jahren habe ich einmal meinen Traum wahr gemacht und bin an einem Arbeitstag einfach weitergefahren mit dem Zug, statt auszusteigen und arbeiten zu gehen. Klar, dass ich darauf Rücksicht genommen habe, dass niemand anders betroffen war von meinem spontanen Ausflug in ein Time out. Aber schön war es, und gut hat es getan. Vor allem eben auch, so mutig zu sein. "We can do it" ist ja die Maxime des amerikanischen Präsidenten. Wir können viel mehr tun, als wir normalerweise meinen. Genau das ist es: Nicht immer so normal sein! Das Aussergewöhnliche ausdenken und wagen!
Erlaubnis zu allem Möglichen und Unmöglichen kann man sich nur selbst geben. Vor Jahren habe ich einmal meinen Traum wahr gemacht und bin an einem Arbeitstag einfach weitergefahren mit dem Zug, statt auszusteigen und arbeiten zu gehen. Klar, dass ich darauf Rücksicht genommen habe, dass niemand anders betroffen war von meinem spontanen Ausflug in ein Time out. Aber schön war es, und gut hat es getan. Vor allem eben auch, so mutig zu sein. "We can do it" ist ja die Maxime des amerikanischen Präsidenten. Wir können viel mehr tun, als wir normalerweise meinen. Genau das ist es: Nicht immer so normal sein! Das Aussergewöhnliche ausdenken und wagen!
Dienstag, 27. November 2012
Mehr Zeit dank weniger Krimi
Wie so viele in unseren Tagen verschlang ich bis gestern Nacht Krimi um Krimi. Aber jetzt wird alles besser. Nach zwei langweiligen, öden "Donna Leons" habe ich genug vom Bösen. Ich werde nur noch schöne Literatur lesen, und diese liest man viel langsamer, häppchenweise. Ich bekomme also viel mehr Zeit für das Gute. Und wenn ich wieder mal gruselige Gefühle haben will, brauche ich bloss Nachrichten aus aller Welt zu sehen on TV oder in der Bibel die Texte vom erwarteten Weltende zu lesen.
Kurlige Fehlleistungen
Ist gerade so eine Phase, wo besonders ich, aber auch Reto vor lauter viel denken krumm handeln. Gerade hat die Bank telefoniert: Reto hat von einem Konto Geld transferieren wollen, das da gar nicht lag. Aber ich! Ich habe an einem Priestergewand zwei Druckknöpfe falsch angenäht - Gegengleiche, die nicht passten. Und der Pfarrer drückte und drückte und bekam die falsch angenähten Druckknöpfe natürlich nicht zu. Ich darf dann noch einmal abtrennen und neu annähen. Diesmal mit Qualitätskontrolle am Schluss! Ach ja, heute Morgen habe ich mein Musikmaschinchen in der Kirche an keiner Steckdose voll Strom gekriegt. Ich habe vergessen, den Schalter an meinem Player richtig zu stellen. Mussten wir halt singen statt Musik zu hören!
Sonntag, 25. November 2012
Keine Zeit zum Trödeln - ich habe frei
Gestern Abend habe ich zum Sakristan, meinem Mann, gesagt: "Morgen habe ich frei; ich will endlich mal wieder ein bisschen länger schlafen und mich nicht deiner Kirchentüre anpassen, die geöffnet werden muss." - Gesagt - nicht getan! - Ab halb sieben Uhr war kein Auge voll Schlaf mehr zu kriegen. Ich war und blieb wach. Und ich war ganz begierig, meinen freien Tag zu beginnen. Ich setzte mich ans Pult und bestellte als erstes ein paar Bücher. Kann ich im Kinderadvent brauchen oder wenn wir doch einmal Grosseltern werden. Und andere kann ich auf Weihnachten verschenken oder auch nicht. Jedenfalls sind die Bücher bestellt. Morgen entsorge ich wahrscheinlich ein paar ausgelesene, vergilbte Exemplare. Wir wollen bis zum Frühling viel Materie weg haben, damit das Zügeln einfacher wird. Jedes Buch, das keineR tragen muss, ist ein gutes Buch. Paradox, ich weiss. Genau so paradox wie die Tatsache, dass ich heute keine Zeit zum Trödeln habe, weil ich frei habe.
Rosenkohl, Schöfigs (=vom Schaf) und Bratkartoffeln
Es ist der 25. November 2012. Reto und ich haben im Freien Zmittag gegessen. Ich bin glücklich. - Glücklich, dass der grosse Schnee noch nicht gekommen ist. Glücklich, weil ich an diesem Wochenende wieder an zwei Kirchen-Stammtischen sitzen durfte und mich willkommen fühlte. - In Meien gestern Abend sprachen wir über "Stürzel" und Esel. Stürzel sind grobes Heu, das Esel fressen würden, andere "Viecher" eher nicht. Esel würden Subventionen eintragen, aber es müssen mehr als einer sein. Der eine oder andere Bauer würde sich als zweiter Esel hergeben. - Auf der Göschener Alp floss der Weisswein und die leichte Rede. Mir war einfach nur wohl. Tierisch wohl!
Samstag, 24. November 2012
Was sich lohnt
Der heutige Tag wurde propagiert als "Chouf-nüt-Tag". Von wem weiss ich nicht, aber ich habe es im Internet mehrfach gelesen. Finde ich gut. Nur nicht gerade heute. Hole ihn nach, den "Chouf-nüt-Tag". - Reto und ich waren heute in Langenthal im Dreierlei Laden unseres Sohnes, dem alles andere lieber ist als ein "Chouf-nüt-Tag". Im Dreierlei Laden kann man lauter Schweizer Produkte kaufen - zum Essen, zum Spielen, zum Verschenken. Ich mag besonders die getrockneten Erdbeeren und Zwetschgen und die Schokolade, die im Mund kleine Explosionen macht. Und die eine Seife riecht sooooo gut! Und wenn wir bezahlt haben, was wir ausgesucht haben, beginne ich bestimmt nochmals mit Aussuchen. Noch eine witzige Karte und doch noch ein Scherenschnitt-Fensterbild und noch einen Tee aus dem Puschlav.
Heute war Teedegustation. Hat sie sich gelohnt? - Falsche Frage oder Frage, die wir lieber nicht beantworten? - Es kamen Leute, aber nicht genug. Es wurde gekauft, für heute genug. Für uns hat sich die Reise gelohnt, aber ob es sich für unseren Sohn lohnt, den Dreierlei Laden zu führen an all den Tagen, wo die meisten Leute schauen, wo sie für ihr Geld am meisten bekommen und nicht, wer eine gute Idee hat? Genau wie wir es auch zu oft tun.
Heute war Teedegustation. Hat sie sich gelohnt? - Falsche Frage oder Frage, die wir lieber nicht beantworten? - Es kamen Leute, aber nicht genug. Es wurde gekauft, für heute genug. Für uns hat sich die Reise gelohnt, aber ob es sich für unseren Sohn lohnt, den Dreierlei Laden zu führen an all den Tagen, wo die meisten Leute schauen, wo sie für ihr Geld am meisten bekommen und nicht, wer eine gute Idee hat? Genau wie wir es auch zu oft tun.
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