Montag, 29. September 2014

Erster gemeinsamer Kuchen

Lautes Jubeln von Enkelin Kaya, wenn ich ein Ei aufschlage und es in die Schüsel fallen lasse. Ich muss nach jedem Ei den Zustand des Kuchenteigs vorzeigen, dass auch ja alles gut kommt. Sie rührt mit ihrer Holzkelle, ich mit meiner. Wenn sie den Schwingbesen weglegt, spritzt Teig durch die Küche. Den Teig  des Heidelbeergugelhupfs zu fabrizieren dauert zweimal so lang wie sonst, macht aber doppelt Spass. Das Ergebnis ist fein, aber nicht sehr ahnsehnlich. Der Hupf ist nicht in einem Teil aus der Form gehüpft. Daran hat Kaya keine Schuld. Ausserdem legt sie mehr Wert auf Essgenuss als auf perfekte Form. Sie war beim Kaffee mit Judith die erste, die nach dem Kuchen gegriffen hat. mmmmhhhh!!! (Body-Mass-Index???.......)



Sonntag, 28. September 2014

Body-Mass-Index

So ein höllischer Schreck morgens früh beim Essen des Kirschen-Konfi-Brotes mit nicht zu viel Butter! Falls ich nicht falsch gerechnet habe, dann bin ich gewaltig übergewichtig.

So ein Schreck? - Weiss ich doch längst. Ich esse gern und gut und reichlich. Ich trinke oft zwei (?) Glas Rotwein, seltener auch noch Weisswein davor. Eine Apéro-Kultur etabliert sich ganz allmählich.

Schrecklich, wenn ich hier beichten würde. Bekäme wohl von niemandem die Absolution. - Habe ich im Sinn, mich zu mässigen? - Nicht wirklich. Ich habe schon das Rezept für einen Heidelbeergugelhopf vor mir. Will ich morgen backen. Und übermorgen haben wir Besuch. Das vorgesehene Menü verrate ich nicht, aber es wird deftig. Versprochen.

Body-Mass-Index - hat mich vielleicht mein neuer Arzt falsch gemessen? Kann doch nicht sein, dass ich vier Zentimeter kleiner geworden bin in den letzten Jahren! Mit nur einem halben Zentimeter mehr Körpergrösse wäre alles in Butter. - Was Butter! Davon weniger in nächster Zeit. Aber Kirschenkonfi reichlich. Zu fein!!!

Samstag, 27. September 2014

Wir Grosseltern kommen...

"Man muss positiv denken." So ein Leitspruch meiner Mutter. Ihr fiel das positive Denken leicht. Wenigstens gab sie uns allen dieses Gefühl. Aber mein Vater war das Gegengewicht; er schaffte es nicht, das Negative auszublenden. Meine Eltern ergänzten sich gut.

Heute im "Mamablog" des Tagesanzeigers:
"Nur Mut, liebe Eltern. Es kommt schon gut mit den Kindern."

Die Ex-Chefredaktorin von "Wir Eltern", Monika Zech,  beklagt, dass die Medien Schule und Familie zur "Kampfzone" erklärt hätten und ständig lamentierten über Probleme und Schrecknisse in der Erziehung. Zum Glück habe ein deutscher Journalist herausgefunden, dass es "den allermeisten Kindern noch nie so gut ging wie heute". - Auch hier wird die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegen, nehme ich an.

Mir gefällt, dass Frau Zech den Vätern und Müttern zuruft: "Nehmts locker, verliert nicht den Humor!" (Sie betrauert die ständigen Schuldgefühle und das Streben nach Perfektion, welche die Medien bei heutigen Eltern bewirkten.) Aber am allerbesten gefällt mir der Satz:

"Liegen die Nerven blank, lasst die Grosseltern ran."

Hipp, hipp, hurrah, wir gehen gern ran!

Freitag, 26. September 2014

Peppina, die Gute

Wir haben zwei Katzen - Peppina und Nepomuk. Für Nepomuk war heute wieder ein Horrortag. Ständig fühlte er sich von Klein-Kaya bedroht. Ein Tag, wo er rennen und rennen musste. - Anders Peppina, Nepomuks Mutter. Sie hat sich das Schnäuzchen berühren lassen vom "Meiteli" und ist nicht einmal dann weggegangen. Und als Kaya stürzte und weinen musste, da kam Peppina ganz, ganz nah zu uns, als wollte sie trösten. - Kaya hatte heute viel Freude mit "Mia" (das "u"  von miau sagt sie noch nicht). Und die Katze machte auch nur gute Erfahrungen. Wir passten auf, dass nicht am Schwanz gezogen wurde und Kinderhändchen keine Katzenhaare ausrupften.

Peppina und Nepomuk - ein Gleichnis! Wer macht neue Erfahrungen? Wer gewinnt dazu? - Jedenfalls nicht der oder die, welche dauernd (vor etwas) davonrennen.

Donnerstag, 25. September 2014

Ameisen im Innendienst, Würmchen im Aussendienst

Ich sitze am Stubentisch, und bald kommt unser Sohn zu Besuch. In der Waschküche trocknet die Wäsche beim Drehen der Tumblertrommel. Vor dem Fernseher sitzt Reto und zieht Infos über Ameisen rein. - "Wer bestimmt die Architektur des Ameisenhaufens?" fragt der Moderator, und ich höre mit einem Ohr Wortfetzen von Form und Temperatur und Sonne, "wenn sie brauchen". Mein rechtes Auge linst zu den Himbeersträuchern, aber ich will nicht wissen, dass es sich in den wunderschönen, grossen, roten Früchten so viele Würmchen wohl sein lassen, dass wir rein gar keinen Appetit mehr haben auf Himbeeren dieses Jahr. - Mein anderes Ohr hört den Feierabendverkehr auf der Strasse, während mein anderes Auge kontrolliert, was die Finger in die Tasten tippen.

Multitasking nennt sich das Ganze wohl, und es sei sehr gut für älter werdende Leute. Trainiert das Gehirn extrem. - Trotzdem flüchte ich zu meinem "gescheiten" Buch über die "Religiösen Ideen der Menschheit". Das Buch liegt auf meinem Pult in meinem Zimmer. Soll mich keine Ameise stören und kein "Bücherwurm". - Eehhh, bin ich wohl selbst, der Bücherwurm.

Mittwoch, 24. September 2014

Nur drei Tage

Drei Tage in Flüelen, um die Wohnung gründlich zu putzen, weil Ferienbesuch einzieht demnächst. Nur drei Tage weg von zu Hause - und ich konnte die Post fast nicht tragen, die gekommen ist. Viele abonnierte Zeitungen und Gratiszeitungen - lese ich alle nicht mehr. Morgen steht was Neues drin, oder das Alte wird neu aufbereitet. Aber auch ein Zeitungsbericht, wo wir drin vorkommen. Liest sich gut. Betrifft die Reisefrauen von kürzlich. - Freude macht eine Geburtsanzeige von einer kleinen Louise. Was für ein Name! Stolz und aufrecht kommt er daher. Mutig. - Den Kleiderkatalog mit Winterkleidern werde ich genau studieren. Liegt fast nichts Neues drin, weil ich mein Geld auch gern für Briefmarken, Farbstifte, Geschenklein, Rauchstäbli, Vollenweider-Truffes und Kinderspielsachen ausgebe. - Ach, und dann kommen bald weitere Besucherinnen und ein Besucher aus dem Urner Oberland zu uns. Wir haben das Programm bekommen. - Und schliesslich hat uns Nespresso 10 Kapseln Kaffee geschickt/geschenkt, weil wir so treue Kunden seien. Dabei sind wir längst beim  "Zmorgekafi" untreu geworden aus Kosten- und Umweltgründen. - Dies alles in drei Tagen! Im Briefkasten.

Sonntag, 21. September 2014

Am Sonntag in der Zeitung

In der gleichen Zeitung steht heute für mich Widersprüchliches, aber vielleicht nur für mich. - Ein Designer aus Deutschland meint, dass in (näherer oder fernerer?) Zukunft in Städten Wohnungen ohne Küche und Bad gebaut werden könnten. Man kann ja im Fitnesscenter duschen. Übers Kochen und Essen in der Zukunft sagt er nichts. Aber wenn man/frau die grosse Reportage über den "grossen Bluff mit dem Essen" liest, dann will ich unbedingt selber kochen mit selber Eingekauftem. Da wird auf vier grossen Seiten erzählt, wie die Nahrungsindustrie uns ständig übertölpelt. Rindsbouillon, in der kein Milligramm Rindfleisch steckt. Peterli ist nur "Schaugemüse", um uns meinen zu lassen, es sei Gemüse drin. Fruchtjoghurt, in dem kaum Früchte stecken, dafür mega viel Aromen und Zucker. Vom Schlimmsten finde ich, dass nach Aussagen der Zeitung heutige Kinder lieber künstliche essen als richtige Früchte. Erdbeeraroma schmeckt erdbeeriger als die Früchte, die man den Schnecken im Garten entrissen hat. Mein lieber Reto isst auch lieber gekauften Sonntagszopf als meinen selbstgebackenen. Wahrscheinlich, so lerne ich heute, habe ich die ewige Verletzung meines Stolzes, den Zusatzstoffen im Biozopf zu verdanken: Milchprotein, Acerolapulver, Amylasen, Pentosanasen. Das füge ich alles nicht zu. Auch in naher oder fernerer Zukunft nicht.