Ein Buch, das mich verzaubert,
geschrieben von einer jungen Türkin,
ein Sturm, der Nachbars Gartenlaube abgedeckt hat,
der unser Windrad zum Erliegen brachte,
ein Sturm, so heftig wie im Urner Oberland noch und noch,
eine Tasse Kaffee, die laut Anpreisung vom Salz der Meeresluft eine Ahnung bringt,
Meeresluft, in der die Bohnen getrocknet wurden,
Kaffee, der nun schmeckt, wie er soll,
ich habe eine Prise fleur de sel dazugegeben,
eine Ahnung, wie weit und wie verbunden die Welten sind,
all das, all das und mehr macht den heutigen Tag aus.
Dienstag, 31. März 2015
Montag, 30. März 2015
Speck und Spiegeleier sind gesund und machen gute Laune
Im Verlauf des gestrigen späteren Nachmittags haben wir ganz spielerisch Mundartvergleiche angestellt. Ich bin ja jetzt "im Besitz" dreier Mundarten: Aargauer Dialekt (Wörtersammlung der Aargauerzeitung) und Urner und Zürcher Mundart (Wörterbücher). Unser Sohn hat vor allem darüber gestaunt, wie viele Wörter er nie gehört hat, die seiner Mutter völlig geläufig sind. Offensichtlich hat sie sich im Kanton Zürich zu sehr assimiliert. - "Item", pflegte meine Mutter ihre Reden fortzuführen. Item, ein Wort verstehen wir seit gestern wortwörtlich. Wir bekamen alle einen "Güggelifriedhof" nach reichlichem Essen und Trinken. Poulet gab es wirklich; also ist unser Bauch zum "Güggelifriedhof" (=Ranzen) geworden. Aber das darf gern zwischendurch mal sein, umso mehr, nachdem die NZZ am Sonntag gerade gestern Speck und Spiegeleier rehabilitiert hat: "Sind gesund und machen gute Laune." - Darauf sollten wir unser Augenmerk vermehrt lenken - was gute Laune macht. Heute? Wo es schon wieder regnet? - Ich jedenfalls haue ein paar "Stierenouge" (= Spiegeleier) in die Bratpfanne.
Sonntag, 29. März 2015
Ein Fest ist ein Fest ist ein Fest
Gertrud Stein, eine mir nicht weiter bekannte Dichterin, schrieb den Satz: "Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose." - Die Leute lachten, aber ein Schriftsteller und Kritiker schrieb ein ganzes Buch darüber. Über das, was die dreimalige Wiederholung sagen wollte. So soll niemand lachen über meine Abwandlung. Ich meine dasselbe, nämlich eine tief empfundene Gegenwart. Die tiefempfundene Gegenwart einer Festzeit. Heute feiern wir nochmals meinen Geburtstag. So wird er abermals gegenwärtig gesetzt. Und am nächsten Wochenende hört das Feiern von Ostern fast gar nicht mehr auf. Wir feiern so sehr allerorten, dass es für einen Kirchenbesuch nicht reicht. Schade oder nicht schade???
Samstag, 28. März 2015
Wie alt möchte ich werden?
Meine Angehörigen haben etwas dagegen, dass ich manchmal sage, ich möchte 75 Jahre alt werden. Als ein guter Bekannter 75 Jahre alt wurde, sagte er hässig zu mir: "Und - soll ich jetzt sterben?!" Dabei habe ich immer nur für mich allein gesprochen. Im Gegensatz zu meinem Eheliebsten ist mir nicht daran gelegen, 100 Jahre alt zu werden.
Es ist mir absolut klar, dass diese Spekulierereien müssig sind, ja, dass sie Luxusspielereien sind angesichts der Weltlage. In Syrien fragt sich wohl keiner, wie alt er werden möchte.
Aber gemäss der Biomedizinischen Ethikerin Nikola Biller-Adorno im Tagi-Magi gehört es zu unseren Verantwortlichkeiten zu überlegen, wie und unter welchen Bedingungen wir sterben möchten. Lebensverlängernde Massnahmen bis wie weit? Palliativmedizin? - Sie möchte wie ich nicht um jeden Preis möglichst alt werden. Wie sie fragt es sich für mich, ob ich für jemanden noch eine wichtige Bezugsperson bin - oder anders gesagt, ob ich noch in ein soziales Netz oder Netzlein eingebunden bin. Und ob ich noch Sinn und ab und zu Glück empfinde. Die erste Tulpe blüht im Gärtlein.
Es ist mir absolut klar, dass diese Spekulierereien müssig sind, ja, dass sie Luxusspielereien sind angesichts der Weltlage. In Syrien fragt sich wohl keiner, wie alt er werden möchte.
Aber gemäss der Biomedizinischen Ethikerin Nikola Biller-Adorno im Tagi-Magi gehört es zu unseren Verantwortlichkeiten zu überlegen, wie und unter welchen Bedingungen wir sterben möchten. Lebensverlängernde Massnahmen bis wie weit? Palliativmedizin? - Sie möchte wie ich nicht um jeden Preis möglichst alt werden. Wie sie fragt es sich für mich, ob ich für jemanden noch eine wichtige Bezugsperson bin - oder anders gesagt, ob ich noch in ein soziales Netz oder Netzlein eingebunden bin. Und ob ich noch Sinn und ab und zu Glück empfinde. Die erste Tulpe blüht im Gärtlein.
Freitag, 27. März 2015
Angehörige
In derselben Tageszeitung die Aufdeckung des Co-Piloten, der 150 Menschen absichtlich in den Tod geflogen hat, und der ruhige, schöne Bericht über einen Bestatter von Zürich, der seinen Beruf sorgfältig und gern ausübt. Wer mit 93 Jahren so sterben kann, dass er/sie aussieht, als würde er/sie schlafen und schön träumen, hat grosses Glück und seine/ihre Angehörigen auch. Wer Angehörige in einem so sinnlosen, nur schrecklichen Unglück verliert wie bei diesem Amokflug eines Piloten, ... Mir fehlen alle Worte. Mir tun diese Angehörigen unendlich leid. Auch und besonders die Angehörigen des 28- jährigen, bisher unauffälligen Schreckens-Piloten.
Donnerstag, 26. März 2015
"Ganz die Deine" - Kriminalroman
Gerade mal drei Tage brauchte ich, um den Kriminalroman von Claudia Pineiro "Ganz die Deine" zu lesen - und das machte unglaublich Spass. Was seltsam ist, wenn man es über eine Geschichte sagt, in der es zwei tote Frauen gibt. Die Argentinierin schreibt aber derart ironisch, dass man nichts (tod-)ernst nehmen kann. Im Gegenteil - man reagiert lesend und lachend eigene Wütlein auf den Ehemann ab, der ja auch nicht immer alle Träume erfüllt und wohl auch immer noch anders ist, als man meint. Und selbst? - Vielleicht ist man auch schlauer, als er meint. - Die dumm-schlaue Ines im Krimi merkt, dass ihr Ehemann ihr seinen Totschlag anhängen will. Da erschiesst sie seine Geliebte mit einer Pistole, auf der seine Fingerabdrücke sind. In den ganzen Wirren merken die beiden nie, dass es ihrer Tochter saumässig schlecht geht. Das ist das einzige, das einem leid tut.
Mittwoch, 25. März 2015
Wörter
Meine Schwester hat mich heute zum Essen eingeladen. Schön. Fein. Gemütlich. - Ich habe ihr eine ausgedruckte Liste von Aargauer Mundartwörtern mitgebracht, die ich ihr schon länger versprochen hatte. Sie hat auch nicht auf Anhieb gewusst, dass "stolpern" bei und "störple" hiess. - Ich gehe gern den Mundarten nach zu denen ich einen Bezug habe: Aargauer Dialekt, Urner Deutsch und Züridüütsch.
Heute habe ich im Tagi von einem "Wortsammler" und "Wortjäger" gelesen. Martin Müller heisst er. Er sucht seltene, seltsame schillernde, irreführende...Wörter. "Holderstock" bedeute "Geliebter". Mal ausprobieren, was meine Eheliebster meint, wenn ich ihn "Holderstock" tituliere.
Ernst wird es, wenn Martin Müller sagt:
"Wer sein sprachliches Sensorium trainiert, der erliegt weniger schnell den Manipulatoren. Genauer lesen und hinhören hilft beim Durchschauen demagogischer Verdrehungen."
Das wird in Wahlzeiten wieder besonders wichtig. Und auch in den Kirchen ist es weiterhin zu empfehlen.
Heute habe ich im Tagi von einem "Wortsammler" und "Wortjäger" gelesen. Martin Müller heisst er. Er sucht seltene, seltsame schillernde, irreführende...Wörter. "Holderstock" bedeute "Geliebter". Mal ausprobieren, was meine Eheliebster meint, wenn ich ihn "Holderstock" tituliere.
Ernst wird es, wenn Martin Müller sagt:
"Wer sein sprachliches Sensorium trainiert, der erliegt weniger schnell den Manipulatoren. Genauer lesen und hinhören hilft beim Durchschauen demagogischer Verdrehungen."
Das wird in Wahlzeiten wieder besonders wichtig. Und auch in den Kirchen ist es weiterhin zu empfehlen.
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