Bevor ich auf Wanderung gehen konnte, musste ich am Hauptbahnhof in Zürich einen Schal kaufen. Ich hatte mich zu kühl angezogen. Da ist nicht bloss der Herbst gekommen sondern der Vorwinter. Ohne Warm um meinen Hals wollte ich keinen Schritt weiter.
Aber dann gingen wir, meine Beste Freundin und ich, von der Haltestelle "Böni" ob Thalwil zum Waldweiher, wo meine Freundin Schlittschuhlaufen gelernt hat. Wo ihr Götti einem Schwan fast den Hals umgedreht hat, weil dieser Klein-Susi bedroht hatte. - Und wir gingen weiter nach Gattikon oder so, nahmen einen Bus und erliefen den Langenbergnaturpark. Statt Bären zu sichten - ich habe da noch nie Bären gesehen; haben sie überhaupt welche - assen wir Zmittag unter Müttern und schreienden und nicht schreienden Kindern. Weiter ging es zu den Wölfen, wobei wir uns einig sind, dass wir die "Bestien" lieber hinter Gittern haben als in freier Wildbahn.
Irgendwann waren wir wieder in Zürich, wo ich mir das erste Vermicelle genehmigte; das wievielte es bei Susanna war, habe ich vergessen zu fragen.
Und immer wieder stieg bei mir der Liedanfang von "Fort, fort und immer weiter"auf. Beim Weglaufen vom Waldweiher, dem schönen, habe wir das ganze Lied gesungen, manchmal auf lalalala, weil nicht ganz alle Wörter da waren. Aber Google hat sie. Selber kucken bei Bedarf!
Mittwoch, 30. September 2015
Dienstag, 29. September 2015
Sich verirren
Wir waren nie in Gefahr, und doch war unsere Verirrung in Edam ein einschneidendes Erlebnis für mich. - Reto und ich wollten den Grosseinkauf für einen Bootstag besorgen. Fröhlich zogen wir los. Edam konnte nicht gross sein, und wir würden schnell einen Supermarket finden. - Die anderen hatten vor, ans Meer zu gehen. Wir dezidiert NICHT. - Aber was fanden wir auf Anhieb? Ein Meer mit besonderer Stimmung. Gerade schien noch die Sonne, aber Wolken zogen auf. Die Fischer sammelten Fische und Gerätschaften ein und verzogen sich nullkommaplötzlich. Wir standen noch und staunten in die aufkommenden dräuenden Wolken. Und rannten dann ins nahe Restaurant.
Eine gute Kaffeeweile später gingen wir wieder los. Nieselregen. Dreimal fragten wir nach dem Supermarket. Beim dritten Mal "stöckelte" Reto vor lauter Verzweiflung fast eine Velofahrerin. Aber sie wies uns den Weg. WIR FANDEN. Wir kauften ein und wollten dann zum Schiff zurück. Und da geschah, was mir eigentlich nie passiert: Ich verlor die Orientierung. Total! Rundum waren Quartierstrassen. Einfamilienhäuser noch und noch. Kein markanter Punkt. Null Kirche. Verlorenheit. Bis wir wieder fragten. "Look there! The Tower!" meinte der Quartiermensch. Und jaaaa, dort war der Kirchturm! Orientierung wiederhergestellt.
Wir müssen normalerweise nicht in der Welt herumirren. Wir haben es seeeeehhhhr gut.
Eine gute Kaffeeweile später gingen wir wieder los. Nieselregen. Dreimal fragten wir nach dem Supermarket. Beim dritten Mal "stöckelte" Reto vor lauter Verzweiflung fast eine Velofahrerin. Aber sie wies uns den Weg. WIR FANDEN. Wir kauften ein und wollten dann zum Schiff zurück. Und da geschah, was mir eigentlich nie passiert: Ich verlor die Orientierung. Total! Rundum waren Quartierstrassen. Einfamilienhäuser noch und noch. Kein markanter Punkt. Null Kirche. Verlorenheit. Bis wir wieder fragten. "Look there! The Tower!" meinte der Quartiermensch. Und jaaaa, dort war der Kirchturm! Orientierung wiederhergestellt.
Wir müssen normalerweise nicht in der Welt herumirren. Wir haben es seeeeehhhhr gut.
Montag, 28. September 2015
Feriensplitter
Heute werde ich Tagebuch schreiben und versuchen, die eben verflossenen Ferien festzuhalten. Sozusagen für immer festzuhalten. Festzuschreiben. Aber es werden nur Kaleidoskopteilchen sein. Farbsplitter. Aufzählungen. Erinnerungsfetzchen. Später erinnere ich mich an die Fotos, die Momente einzufangen versuchen. Später erinnere ich mich daran, dass wir viel gelacht haben. Dass wir gesungen haben. Dass ich gekocht habe. Dass wir gegessen haben. Getrunken haben. Dass ich schlecht geschlafen habe. Dass wir im Hausboot rund um Amsterdam von Brücke zu Brücke fuhren. Dass wir oft warten mussten, bis die Brücken hochgingen und wir passieren konnten. Dass ständig eingekauft werden musste, weil sieben Menschen viel brauchen. Dass recht oft Regenwetter war, manchmal aber auch die Sonne schien. Dass das Wetter in Holland stundenweise stattfindet. Dass der letzte Abend wunderschön war - kleiner Fluss, viel Natur, Sonne zuerst, runder Mond in die Nacht hinein, Pasta zum Znacht, Feuerwerk und Kunstwerk vom Kapitän. - Einfach schön! Und die ganze Woche hat uns die zweieinvierteljährige Kaya aufs Beste unterhalten und erfreut. Ihre Begeisterung hat uns angesteckt.
Sonntag, 27. September 2015
Freitag, 18. September 2015
Weniger Geld haben - ist das so schlimm?
Gerade läuft die Diskussion über die Sicherung der Altersvorsorge. Der Ständerat hat sich entschieden. Einerseits kürzt er, andererseits will er den Alten ein Zückerchen geben in Form von Fr. 70.- pro Monat über die AHV. Sonst, so glauben Politikerinnen und Politiker, wird die Vorlage niemals angenommen werden, wenn sie zur Abstimmung kommt. Na ja, der Nationalrat zerpflückt den Vorschlag sowieso noch. Und unterdessen merken die Medien an, das alles gehe zu Lasten der Jungen.
Brauchen wir Alten die Fr. 70.- pro Monat zusätzlich? - Das ist nicht so einfach für alle zu beantworten. Sicher gibt es viele Pensionierte, die gutes Geld zur Verfügung haben, aber eben auch die anderen, denen es mangelt. Aber ist es so schlimm, weniger Geld zu haben, so fragt eine Journalistin und beantwortet ihre Frage gleich mit der Erkenntnis, dass eine gewisse Einschränkung kreativ mache. Dem stimme ich zu. Als Pensionierte haben wir Zeit, mehr Dinge selber zu machen, Neues zu erfinden, kreativ günstig zu Hause zu kochen.
Reto und ich betrachten unser Budget, das kleiner geworden ist, als echte Herausforderung, gar als Abenteuer. Was können wir Genussvolles tun, das nichts oder wenig kostet? Was ist uns so wichtig, dass wir bereit sind, dafür Geld auszugeben? Worauf wollen wir partout nicht verzichten? (Auf Einladungen zum Essen bei uns!!!) - Und immer wieder finden wir, wie reich wir seien an Beziehungen, an Frieden, an Sicherheit. Mit und ohne dieses Zückerchen von Fr. 70.- geht es uns gut. Gut genug!
Brauchen wir Alten die Fr. 70.- pro Monat zusätzlich? - Das ist nicht so einfach für alle zu beantworten. Sicher gibt es viele Pensionierte, die gutes Geld zur Verfügung haben, aber eben auch die anderen, denen es mangelt. Aber ist es so schlimm, weniger Geld zu haben, so fragt eine Journalistin und beantwortet ihre Frage gleich mit der Erkenntnis, dass eine gewisse Einschränkung kreativ mache. Dem stimme ich zu. Als Pensionierte haben wir Zeit, mehr Dinge selber zu machen, Neues zu erfinden, kreativ günstig zu Hause zu kochen.
Reto und ich betrachten unser Budget, das kleiner geworden ist, als echte Herausforderung, gar als Abenteuer. Was können wir Genussvolles tun, das nichts oder wenig kostet? Was ist uns so wichtig, dass wir bereit sind, dafür Geld auszugeben? Worauf wollen wir partout nicht verzichten? (Auf Einladungen zum Essen bei uns!!!) - Und immer wieder finden wir, wie reich wir seien an Beziehungen, an Frieden, an Sicherheit. Mit und ohne dieses Zückerchen von Fr. 70.- geht es uns gut. Gut genug!
Donnerstag, 17. September 2015
Gut kaufen
Gestern hatte ich in der Stadt zweierlei Kauferlebnisse. Erstens musste ich eine Salbe kaufen, die wir immer haben. Dazu eine Kautablette gegen Magenbrennen. Weil ich gerade im Bioladen eine Spezialbouillon gekauft hatte, die unserer Enkelin auch bekommt, beschloss ich, die Medikamente im unteren Stock in der "Naturdrogerie" zu beziehen. Aber oha lätz - ich kam an eine Verkäuferin, die das "Natur" sehr ernst nimmt und mich zusammenstauchte, dass ich bei ihr "Chemie" kaufen wollte. Puuuhhh, wie konnte ich nur! Lustigerweise hatte sie das Sodbrennenabstellmedikament dann doch im Sortiment. Es wird wohl zu häufig verlangt, und sie musste zugeben, nichts Natürliches zu haben, das sofort wirkt. Aber gern hätte sie mir Saft aus rohe Kartoffeln verkauft. Da verzog ich meinen Mund etwa so, wie sie ihn verzogen hatte über mein ungebührliches Gesundheitsverhalten. Salbe liess ich mir dann eine teure aufschwatzen, die sieben Kilometer weit riecht. Zwar nicht grusig, aber RIECHT.
Hernach ging ich in meine kleine Buchhandlung am "Chileplatz", um Ferienlektüre zu erstehen. Einmal an allen Gestellen ringsum, aber kein Buch sprang mich an, das ich unbedingt lesen wollte. Da fragte ich den Buchhändler nach einem Buch - nicht zu schwer und nicht zu leicht, ein wenig spannend, aber auch bedächtig (bedenkenswert). Und er erwachte aus seiner Lethargie, zog ein 900-seitiges Taschenbuch aus dem Gestell und sagte: "Das habe ich mit grossem Genuss und Gewinn in meinen letzten Ferien gelesen. Meine Tante hat es mir vor Jahren geschenkt, aber jetzt hat es gepasst. Hätte ich es nur früher gelesen, dann hätte ich in meinem Leben weniger falsch gemacht!" - Mit einem solchen Ausbruch hatte ich nicht gerechnet, aber das Buch habe ich gekauft. Ob es wohl noch hilft für mein spätes Leben??
Hernach ging ich in meine kleine Buchhandlung am "Chileplatz", um Ferienlektüre zu erstehen. Einmal an allen Gestellen ringsum, aber kein Buch sprang mich an, das ich unbedingt lesen wollte. Da fragte ich den Buchhändler nach einem Buch - nicht zu schwer und nicht zu leicht, ein wenig spannend, aber auch bedächtig (bedenkenswert). Und er erwachte aus seiner Lethargie, zog ein 900-seitiges Taschenbuch aus dem Gestell und sagte: "Das habe ich mit grossem Genuss und Gewinn in meinen letzten Ferien gelesen. Meine Tante hat es mir vor Jahren geschenkt, aber jetzt hat es gepasst. Hätte ich es nur früher gelesen, dann hätte ich in meinem Leben weniger falsch gemacht!" - Mit einem solchen Ausbruch hatte ich nicht gerechnet, aber das Buch habe ich gekauft. Ob es wohl noch hilft für mein spätes Leben??
Mittwoch, 16. September 2015
Gut lesen
Es ist noch nicht lange her, dass ich meinen Surprise-Verkäufer gefragt habe, ob er das Magazin, das er verkauft, selber auch liest. Dumme, saudumme Frage! Wo er doch nicht wirklich gut deutsch versteht. Aber er hat mir die Titelseite vorgelesen. Er meinte, zeigen zu müssen, dass er lesen kann. Der Arme, weil ich so dumm gefragt habe! Ganz langsam, bedeutungsvoll hat er gelesen. Auf einem Kalenderblatt, das mir meine Beste Freundin geschickt hat, steht:
"Gut lesen, das heisst langsam, rück- und vorsichtig, mit Hintergedanken, mit offen gelassenen Türen, mit zarten Fingern und Augen." Friedrich Nietzsche
Heute Nachmittag kaufe ich mir in der Stadt Lektüre für kommende Ferien. Wohl eher Schnellkost. Aber warum nicht ein kostbares Büchelchen für zarte Finger und Augen, so ich eines finde. Gut kaufen - gut lesen.
"Gut lesen, das heisst langsam, rück- und vorsichtig, mit Hintergedanken, mit offen gelassenen Türen, mit zarten Fingern und Augen." Friedrich Nietzsche
Heute Nachmittag kaufe ich mir in der Stadt Lektüre für kommende Ferien. Wohl eher Schnellkost. Aber warum nicht ein kostbares Büchelchen für zarte Finger und Augen, so ich eines finde. Gut kaufen - gut lesen.
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