Donnerstag, 31. Dezember 2015

"Nach Lavin, da muss man hin"

Also ich weiss nicht, ob ich nach Lavin im Unterengadin muss, aber der Satz klingt gut, und er passt zu meiner Stimmung. Heute abreissen, was vom alten Jahr überfällig ist, fallen soll, Platz machen für Lavin oder einfach neue Eindrücke. Dieses Lavieren zwischen Kontinuität und Ausbruch, Aufbruch ins Unbekannte macht auch das Leben einer Seniorin spannend. Dazu gehören für mich gewiss neue Autorinnen und Autoren, die mir Welten eröffnen und Sprache neu schaffen. Aber vor allem freue ich mich darauf, mit Enkelin Kaya erneut auf dem Weg zu sein und mit ihr die Welt nochmals neu zu entdecken. Ich will mich auch meinem Fotoapparat wieder verdingen und mit ihm durch die Gegend ziehen. Das hilft beim Schauen. Auf ein gelungenes Abschliessen und  Verabschieden des alten Jahres und ein mutiges Willkommen heissen des neuen!

Mittwoch, 30. Dezember 2015

"Das Leben voll und echt machen"

Wer von mir keine Karte mit guten Wünschen bekommt - sorry, ich habe keine Zeit. Ich muss das Leben voll und echt machen. Statt Briefe zu schreiben, traf ich heute Nachmittag meine Beste Freundin in der Stadt. Ich habe Kaffee getrunken, bis ich ganz zittrig war. Feinen Kaffee! Ich bereue nichts. Wir haben "geschnorrt", was das Zeug hielt. Das hat uns neue Energie gebracht. Was wir bedauern ist ja, dass wir spürbar älter werden. Wir träumen nur noch manchmal verwegen, aber in Taten werden wir nur noch zahmer. Meine Beste Freundin hat da einen Spezialspruch gemacht, aber sorry, ich habe ihn vergessen. Aufgeschrieben habe ich aber einen Satz aus einem Interview mit Mona Petri, Schauspielerin und Altenpflegerin aus Passion:

"Der Weg zu einer besseren Welt geht über das Feiern, Bejahen und Pflegen des Richtigen."

Meine Beste Freundin und ich haben heute alles richtig gemacht. Nachzutragen ist, dass der Titel dieses Blogs auch von Mona Petri stammt. Voll und echt. Feiern. Ja!

Dienstag, 29. Dezember 2015

Urmütter

Ich habe gestern Nacht "umegnoschet" auf meinem Pult. Dabei ist mir eine Foto in die Hände geraten von meiner Urgrossmutter mütterlicherseits. Mein Götti hat sie gemacht in der Finsterthüele, wo meine Grossmutter wohnte, welche die Urgrossmutter bei sich hatte, als diese sehr alt und dann pflegebedürftig war. An meine Urgrossmutter erinnere ich mich. Ich war sechs Jahre alt, als sie starb. Aber ohne meinen Götti wüsste ich nichts von ihr. Zum Glück wusste mein Götti zu erzählen! Dass sie viel in der Bibel gelesen habe und ganze Sequenzen auswendig konnte. Überhaupt habe sie leicht auswendig gelernt. Habe ich das Interesse an Sprache von meiner Urgrossmutter übertragen bekommen? Erzählen wir unseren Kindern von unseren Müttern, Grossmüttern und Urgrossmüttern. Es ist wichtig.

Montag, 28. Dezember 2015

Sonnenuntergänge

Wir sammeln Sonnenuntergänge. Gestern beim "Bäumli" in Winterthur (Goldenberg), heute am Zürichberg. Gestern mussten wir eine geschlagene Stunde warten, bis die Sonne ihren Weg ohne unsere Anteilnahme weiterging. Heute verbrachten wir eine halbe Stunde über dem Nebelmeer mit vielen, vielen anderen Spaziergängerinnen und Spaziergängern. Jetzt sind wir Experten. Wir wissen, dass es an Beinen, Rücken und Hintern schon kühl und dann kalt wird, ehe die Sonne ganz weg ist. So bei Halbzeit des Geschehens. Will sagen, wenn man die Sonne noch halb sieht. Heute sind wir rechtzeitig aufgestanden und Tram-wärts gegangen, ehe die Kälte sich einnisten konnte. Dann noch über den Rindermarkt, wo ich einmal jährlich die grossen, bunten Lichter sehen muss. Zauberhafte Stimmung. In den Laden, der einfach "papier" heisst, wagte ich mich nicht hinein. Das wäre zu teuer geworden.

Sonntag, 27. Dezember 2015

Habe ich etwas verpasst?

Nach einem sonnigen Familienfest im Urner Oberland sind wir ins ebenso sonnige Winterthur zurückgekehrt. Gestern Abend war ich viiiiel zu müde, um online zu gehen. Aber jetzt ist es an der Zeit zu schauen, welche Mitteilungen ich verpasst habe oder unbedingt zur Kenntnis nehmen müsste. - KEINE! - Es hat sich auf unserem Laptop nichts eingestellt, das bemerkenswert wäre. Da nehme ich an, dass alle meine Freundinnen und Freunde von Facebook und auch sonst wie ich Besseres zu tun hatten, als im Internet herumzuhängen. Das freut mich ungemein.

Freitag, 25. Dezember 2015

So ein "gmögiges" kleines Weihnachten

Wer weiss, dass er/sie am Weihnachtstag umgeben sein wird von vielen lieben Menschen, nahen Menschen, der/die kann gut am Heiligabend "nur" zu zweit sein. - Reto und ich gingen "z'Mäss" in der St. Peter und Paul-Kirche in der Stadtmitte. Ein herziger Familiengottesdienst wurde zelebriert mit einem eifrigen Esel und einem schlechtgelaunten Kamel, das fast die Hauptsache verpasst hätte - das Christkind nämlich. Vom Hugo-Pfarrer wurden wir dazu animiert zu überlegen, ob wir eher der Esel oder das Kamel oder noch ein ganz anderes Tier wären. Als Dreingabe zählte er drei Punkte auf, weshalb es schade wäre, Jesus nicht zu kennen. Kann jede und jeder sich selbst überlegen. Für mich wäre ein Punkt, dass ich dann keine so herzigen Krippenspiele mehr zu sehen bekäme. - Zu Hause gab es "Bouilli boeuf" mit "Sösseli", Salat, Chips und ein Glas Wein. Wirklich nur eines. Kommen ja heute weitere hinzu. - Dann zündete Reto die Kerzen am Baum an, am schönen Baum, und wir hörten ab CD die kleine Geschichte von Hanns Dieter Hüsch vom schönen Baum. Stilles Sitzen und Geniessen, ehe Bescherung war. Und zum "Dessert" ein Märchenfilm. Ein schöner Heiliger Abend!

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Dazwischen?

Gestern Abend hatten wir unsere Tochter mit ihrer Familie zum Znacht eingeladen. Heissen Schinken, Retos feinen Kartoffelsalat, Randensalat vor allem für Kaya, Nüsslisalat mit Ei - später Weihnachtsguetzli, Kaffee und ein Schnäpschen. Nicht zu vergessen, den Amarone-Wein, den Harry zur Feier mitbrachte. Solcher Wein ist ein Fest! Und für mich ist ein jeglicher Besuch von Kaya auch ein solches.

Zuerst hat sie Grosspapi geholfen, den Christbaum zu schmücken. Später hat sie mitgekocht. Und schliesslich war sie mit uns allen am Tisch, bis der Hunger befriedigt war. Dann war Spielen angesagt.

Ein Kind allein soll spielen, während vier Erwachsene am Tisch über Dinge reden, die das Kind nicht versteht. Begreiflich, dass das Kind die Grossmutter in "unser" Zimmer holt, wo sie dann bleiben soll. Die Puppe will das auch. Und der Hase sagt auch, ich soll bleiben. Aber gehöre ich nicht auch zu den Erwachsenen an den Tisch? - So kommt es, dass ich hin und her gehe, laviere und selbst nicht weiss, was ich will. Beides! Sicher beides. Oder doch eher mit Kaya spielen, die mich in ihre Rollenspiele hinein zieht, mich Geschichten erzählen lässt, die neue Spiele erfindet, das Dunkel draussen schauen will an der Hand der Grossmutter?