Montag, 29. Februar 2016

Peter Studer, Flavia Kleiner

Zwei Namen, die Personen bezeichnen, die sich durchgesetzt haben GEGEN die Durchsetzungsinitiative! Was bin ich erleichtert, froh, dankbar. Denen dankbar, die dafür gesorgt haben, dass viele aufgewacht sind und abgestimmt haben, weil es plötzlich wirklich wichtig wurde. - Es wird wichtig bleiben, dass wir die SVP nicht (mehr) durchmarschieren lassen, wo es um Menschenwürde und Menschenrechte geht.

Als es gestern schon klar war, wer gewinnt, machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Als Erste kam mir eine Frau entgegen, die vielleicht von Lappland oder so kommt. Sie lächelte mich freundlich an, und ich konnte zurücklächeln, ohne mich schämen zu müssen. Dann kam ein dunkelhäutiges Paar. Lächeln, zurücklächeln, grüssen. Wissen die "Ausländer" schon, wie wir abgestimmt haben? Menschen - wir sind alle Menschen und leben in der einen Schweiz.

Sonntag, 28. Februar 2016

Während ich warte...

Heute kommt es aus, in welcher Schweiz ich wohne. Aber bis die Abstimmungsergebnisse da sind, geht das Leben weiter und immer weiter. Morgenessen, Zeitung lesen, Badewelten, Gemüse rüsten, vegetarische Lasagne zubereiten, brutzeln lassen, Bärlauch schnippeln, Salat machen, beschliessen, dass ich keinen Wein brauche. Reto auch nicht. Vielleicht am Abend. Je nach Warte-Ergebnis...

Samstag, 27. Februar 2016

Ersten Bärlauch gepflückt

Gestern ein deftiges, rahmiges Nachtessen mit dem Fleisch, das der Metzger nicht empfohlen hat. Es ist supergut gelungen und hat geschmeckt. Heute dann ein Spaziergang an der Sonne und im Wald. "Unser" Bärlauchplatz war frei, und wir haben die ersten zarten Blättchen gepflückt. Morgen kommen sie in den Salat. Was im Frühling die ausgeschlafenen Bären wieder munter macht, nützt auch uns. Jedenfalls bin ich voll motiviert, etwas zu basteln oder häkeln auf Ostern hin. Ab zu meinem farbigen Wollvorrat!

Freitag, 26. Februar 2016

Ich koche, also bin ich

Es hat schon heute Morgen an der Theke der Coop-Metzgerei angefangen - die Freude auf heute Abend. Der junge Metzger wollte Reto nicht das Fleisch abschneiden, das ich haben wollte. Genauer - er sagte, gerade jetzt habe er kein Kalbfleisch, das passe, ob er nicht Rindsfleisch nehmen wolle. Aus denen und denen Gründen. - Ich wollte nicht. Mein uraltes Rezept verlangt für einmal Kalbfleisch (das wir nur sehr, sehr selten kaufen. Sollen doch die Tiere etwas länger wachsen dürfen...). Ich setzte mich durch und hatte echt Spass am jungen Fachmann, der so einstand für seine Meinung.  - Unterdessen köcheln die Fleischvögeli nach Tessiner Art in der Pfanne unter dem Glasdeckel. Und ich habe den Bio-Nüsslisalat gut gewaschen. War eine rechte Verlesarbeit, aber eben Bio, da muss noch Dreck dran sein. - Reto spaziert an der Sonne, aber ich habe keine Zeit. Ich habe nur keine Zeit, weil ich aus Vorfreude zu Hause bleiben will. Will den Tisch decken. Will die Salatsauce machen. Ich koche, hoffentlich kommt der Besuch BALD.

Donnerstag, 25. Februar 2016

Schnee bis in die Niederungen

Schon fast vergessen, wie sehr ich den gestrigen Tag genossen habe. Heute ist es langweilig und mir fehlt eine veritable Aufgabe. Reto tut und macht und lässt mir kaum etwas übrig. Darüber hinaus plant er grosse Basteleien. Echt ein Handwerker! Ich glaube, mir hat es in die Seele geschneit. Aber ich weiss, dass das vorübergehende Anwandlungen sind. Und doch verstehe ich heute meinen verstorbenen Onkel Jean, dem seine Arbeit ewig gefehlt hat, als er pensioniert war. Es ist eben schwieriger, sich täglich selbst zu motivieren, als das zu tun, was vorgegeben ist. Gut war es, rings um den Park zu laufen und die ganzen Schneemänner zu bestaunen, die da gebaut worden sind. Und jetzt zünde ich mir eine Kerze an und meditiere eine Runde.

Mittwoch, 24. Februar 2016

Der Mensch denkt, die SBB lenkt...

Unser Sinn stand nach einem Ausflug nach Appenzell. Den duften Blumenladen besuchen und den aparten Buchladen heimsuchen. - Wir standen auf dem Perron für die Ostschweiz. Da war aber ein Durcheinander. Ein Durcheinander auf dem ganzen Bahnhof von Winterthur. Fast alle Züge (in unsere Richtung) hatten laut Angabe "unbestimmte Verspätung" oder fielen ganz aus. Wir stiegen in einen Zug ein und auf Befehl wieder aus. Und standen weiter und waren solange ratlos, als wir unbedingt nach Appenzell wollten. Sobald wir unser Reiseziel den Gegebenheiten angepasst hatten, lief es wieder. Nämlich ein Zug fuhr mit uns ohne weiteres nach Zug. Wo wir in einer Pizzeria wunderbar, aber wunderbar assen und je ein Dezi spanischen pfeffrig-blumigen Rotwein tranken. Nach dem Bewundern der Vögel in der nahen Volière - Goldfasan, Lachender Hans und andere - wanderten wir dem See entlang bis Cham, und ich konnte nicht aufhören zu sagen: "Wie schön ist es hier, so schön, so wunderschön, wohl schöner als in Appenzell!"

Dienstag, 23. Februar 2016

Kräuterheilkunde

Mit wichtigen Dingen soll man sich möglichst früh befassen. Und es soll nicht so sein, wie ich in "Schilten" von Hermann Burger gerade gelesen habe, dass man nämlich mit dem, was man in der Schule lernt im Leben nichts anfangen kann. - Sitzen wir mit Kaya am Esstisch und sie schaut in den regenverhangenen Garten. "Das haben wir auch in unserem Garten." sagt sie freudig bewegt. Mit "das" ist Salbei gemeint. Ich frage, ob ihr Mami oder ihr Papi damit manchmal auch kochen wie ich. Sie sagt: "Nein, aber wenn wir "echli Buuchweh" haben, dann kochen wir Fencheltee." Hans was Heiri oder Salbei was Fenchel - das ist nicht so wesentlich, dass sie aber schon weiss, dass man  mit Kräutchen etwas Wohltuendes bewirken kann, das ist grossartig.