Donnerstag, 30. Juni 2016

Ratlosigkeit macht traurig

Reto ist schier untröstlich. Da hat er erneut Bohnen gesteckt. Sie sind bereits am Keimen, aber irgend eine Katze hat wieder alles gründlich durcheinander gescharrt, wie das Katzenart ist. Zum Glück haben wir auch eine Katze, und Reto mag unseren Nepomuk. Sonst würde mein geschätzter Ehemann leicht zum Katzenhasser.

Reto schimpft und will Kohlrabi und wachsenden Salat unter Netze tun und sie damit am freien Wachsen hindern. Ich als Freiheitskämpferin bin total dagegen, werde aber immer ratloser und trauriger, je länger mein Mann wettert. Was tun?

Ich bringe kleine Anbindstecklein. Mit diesen spicken wir die Erde gegen ungebührliche Katzenvorhaben. Am Nachmittag will ich ganz viele bunte Windrädchen kaufen und sie gegen Katzenallüren setzen. Das wird fröhlich aussehen, besonders wenn der Wind bläst. Ratlosigkeit und Traurigkeit sind sowieso fehl am Platz. Sind doch die Sonnenblumen über Nacht wieder ein Stück gewachsen. Und gelbe und orange Kapuzinerli leuchten gegen das Regengrau an. Die Rosen blühen reich wie selten. Bohnen kann man übrigens im Coop oder sonstwo ganz fertig gewachsen kaufen.

Mittwoch, 29. Juni 2016

Kurz in der Karibik

Bin heute mit meiner Besten Freundin ins Tropenhaus von Wolhusen gefahren. In tropischem Klima haben wir ein kubanisches Festessen genossen. Bohnensuppe zur Vorspeise, Rindfleisch mit allerlei Zubehör, zum Beispiel Kochbananen und Maisfladen, zum Dessert Kokosschaum und Mango Sorbet mit Churros. - Ach, es war alles herrlich und natürlich auch die viele Zeit, die wir miteinander verbracht haben.




Dienstag, 28. Juni 2016

Nix geleistet, nirgends gewesen, trotzdem bald Abend

Ganz gewöhnlicher, gewohnter Tagesanfang mit Morgenessen zu zweit und Zeitung-Lesen. Rundgang durch Wohnung und Garten. Da etwas "büschele", dort etwas "pützerle". Und schon bald mit Kochen beginnen. Eine Pfanne  mit dreierlei Gemüse, eine mit Pouletfleisch, eine mit Chinesischen Nüdeli. Ausserdem Gurkensalat à la Urgrossmueti und Melone nach meiner Art. - Judith mit ihrer Kinderschar ist immer zuerst hörbar. Diesmal verschwinden sie sofort in den Garten. Als ich rufe: "Essen." geht das weiter wie ein Echo, und schon bald sitzen alle mit und ohne Latz am Gartentisch. - Später geht das fröhliche Spielen im Garten weiter. Sogar der Kleinste lacht erfreut, nur weil wir ihm einen weichen Ball in die Händchen drücken. Und Kaya sucht in meinem neusten Puppen-Strickheft Kleider für ihr Bäbi aus. Am liebsten hat sie ungefähr alle. Na, da habe ich wieder zu tun. Und ein grosses Bäbi möchte sie auch noch und Kleider für den grossen Hasen. Mein Taschengeld reicht nicht so weit. Auf ihre Frage: Wieso?" habe ich keine kindergerechte Antwort. Vielleicht müsste ich sagen, dass ich auch ungefähr alles gern hätte. Schönes für mich. Farbiges. - Nein, nicht alles, nur Auserwähltes.

Montag, 27. Juni 2016

Platz im Garten

Unsere Radiesli sind nicht gerade der absolute Erntehit, aber heute wurden sie mit und ohne Blüten ausgerupft. Wird nicht besser. Dafür gab es Platz. Wir sind also Setzlinge kaufen gegangen - Krachsalat, Kohlrabi, Basilikum und Cherrie-Tomätli. - Das ist alles schön und gut, aber mich beschäftigt heute viel mehr der 12jährige Knabe Paul, der zum Glück befreit werden konnte. Aber in welchem Zustand?? Und seine Eltern - sind sie dem gewachsen?? Hoffentlich bekommen alle Betroffenen die nötige Unterstützung. - Ich bin wütend. Grausam wütend!

Sonntag, 26. Juni 2016

Macht der Wörter

Ich weiss, dass ich manchmal?, oft?, immer? eine unbequeme Gesprächspartnerin bin. Reto könnte  ein Lied davon singen. Ich bestehe auf genauen Formulierungen. "Du legst meine Worte ständig auf die Goldwaage." wurde mir kürzlich ziemlich gehässig rückgemeldet. - Es ist ja nicht so, dass ich andere gern und absichtlich verletze. Es ist auch nicht so, dass ich die ewige Lehrerin spielen will. - Vielleicht ist es einfach so, dass mir manche Themen so wichtig sind, dass ich es nicht sein lassen kann, dazu Stellung zu nehmen. Sagt einer, dass es ja fast klar sei, dass eine junge Schweizerin vom Charme eines dunkelhäutigen Mannes geblendet wird, und dass dann eine Scheidung halt ins Haus stehe, wenn dieser Charme an Glanz verliere, dann muss ich? gegen Vorurteile anreden. Für mich kommen in dieser einen Bemerkung zwei Themen zur Sprache, wo ich gern möchte, dass wir alle sehr, sehr vorsichtig sind. - Erstens die Frage, wie "dämlich" denn Frauen im Allgemeinen seien. Sie lassen sich blenden und rennen blind ins Verderben. Und zweitens die Frage, ob dunkelhäutige Männer bloss Charme haben oder vollwertige Menschen seien. - Mir ist bewusst, dass Ehen mit grossen (kulturellen) Unterschieden viel Einsatz brauchen, aber andere nicht?

Ich habe heute in der NZZ am Sonntag gelesen, dass es absolut wichtig ist, dass man den Populisten nicht das Feld überlässt. Es muss diskutiert werden, argumentiert. Wörter haben Macht. Einspruch ist lebenswichtig. Mir macht Angst, dass der Rechtspopulismus dazu führen könnte oder schon führt, dass es Minderheiten wieder schwieriger haben werden. Unsere freiheitlichen Errungenschaften sind nicht ein für allemal gesichert. - Ich bleibe schwierig, äxgüsi, ich kann nicht anders. Macht halt einen grossen Bogen um mich.

Samstag, 25. Juni 2016

Zurück aus den Bergen

Reto hat aus Versehen schon meine Wanderschuhe geputzt - dachte, es wären seine. - Gestern sind wir nach einer Freitagabend-Stau-Fahrt von der Kaplanei Obhäg im Kanton Schwyz wieder in Winterthur gelandet. Nach vier Tagen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können. Einem Regentag folgte der Sommer. Er brach geradezu über uns herein. Als wir dann auch noch die Alp Sattel direttissima erstiegen, fiel meine Laune in den Keller, weil meine Beine nicht mehr wollten, wie sie sollten. Trotz den 38 Eseln, die dort gesömmert werden und den hübschen Zwerggeissen samt den vier netten Hunden der Besitzerin des ganzen Alpbetriebs. Ach ja, ich wäre gern unten dem Sihlsee entlang gewandert. Füsse ins Wasser zwischendurch. Ein Eis, wenn notwendig. Und alles gemütlich. Aber unser 88jähriger Guide besteht auf Leistung. Da hat die 67Jährige nix zu melden. Reto hält sich meist bedeckt. Das dient dem Frieden, und den wollen wir gewiss alle. Aber die "Roteflue" über Schwyz war sehr schön. Wirklich sehr schön!

Montag, 20. Juni 2016

Der Tag nach dem Fest

Aufgeräumt haben wir gestern. Aber heute haben wir viele innere Bilder einzuordnen. "Hast du gestern auch gesehen, wie Kaya..., wie die Mädchens...?" so beginnen unsere Sätze. Wir gehen den gestrigen Tag nochmals durch und geniessen ihn abermals beim Wieder-Erzählen. "Gäll, es lohnt sich, Festchen zu bauen?" frage ich Reto, und er ist derselben Meinung. Daneben aber tun wir, was wir längst hätten tun sollen. Reto gräbt nach den Engerlingen, die uns der Reihe nach einen Salatkopf nach dem anderen zum Erliegen bringen. "Gruusige" Arbeit. Aber ich nicht weniger. Endlich die zwei Katzenhäuschen draussen von "Katzen-Kotze" befreien. Dann den Platz wischen und trocknen lassen. Die Sonne scheint mehr als auch schon. Sie darf noch zulegen. Wir sind hoffnungsvoll. Festchen bauen auf - uns und das Wetter.