Ach, die Katzen der ganzen Nachbarschaft lieben es, dass wir heute Morgen alle Kapuzinerli ausgerupft und den Boden für die Tulpenzwiebeln bereit gemacht haben. Fein gehäckelt mögen es die Katzen am liebsten für ihr grosses Geschäft. In der Siesta musste ich wehren. Aber jetzt ist Reto unterwegs, um ein grünes Netz zu kaufen. Wir decken ab. Sieht zwar nicht berauschend aus. Habe mir vorgestellt, dass ein selbsterfundenes Wollspinnennetz knapp über dem Boden gut aussähe. Aber unsere Katze liebt Wolle, verstrickt sich ein bisschen darin und wird natürlich von mir wieder befreit. Lassen wir es beim grünen Netz und freuen wir uns über die Rüebli, die ich ernten konnte. Mehr als erwartet. Mir wurde ganz erntedanklich zumute. Krautstiele waren auch auszutun. Und aus den letzten schönen Kapuzinerliblättern und späten Blüten habe ich ein Pesto gemacht. Aus den fast letzten Blumen einen Strauss.
Montag, 31. Oktober 2016
Sonntag, 30. Oktober 2016
Schon dunkel??
Winterzeit um zehn vor sechs Uhr abends! - Reto hat schon alle Schotten dicht gemacht. Ich komme mir dann immer ein bisschen eingesperrt vor. Muss mich daran gewöhnen, dass man sich nun wieder eher auf sich selbst besinnt und weniger hinaus stürmt in die grosse, weite Welt. Nicht mehr gemütlich unter dem Ahorn sitzen kann. Kerzen müssen noch beigebracht werden, damit der äusseren Kühle innen Wärme entgegengesetzt werden kann. Und die Arbeiten und Projekte sind anzupassen an die Winterzeit. Morgen wollen wir den Garten einwintern. Rüebli raus, Tulpenzwiebeln rein. Das schönste Projekt ist aber dieses: Wenn der Wind dann alle Blätter vom Ahorn geblasen hat, hängen wir selbstgebastelte, bunte Vögel in die Zweige. Heute haben wir mit unserer Enkelin zusammen Zeitungspapier gerissen, Kleister angerührt, einen Papierbrei hergestellt und Vögelchen geformt. Jetzt müssen sie trocknen. Das dauert. Aber die Ahornblätter sind ja auch noch wunderbar rot und fest am Baum.
Samstag, 29. Oktober 2016
Sonne in Winterthur
Unser Freund, mit dem wir in Twann waren, prophezeihte uns für heute Nebel, Nebel, Nebel. Wobei er für sich und Altdorf Sonne in Anspruch nahm. Keine Ahnung, wie es anderswo war, bei uns WAR Sonne, und wir sassen beim "Bäumli" lange auf einer Bank, ehe wir nach Hause gingen und den Apéro unter dem Ahorn genossen. dabei erzählten wir nochmals von gestern und vorgestern und genossen gleichzeitig Vergangenheit und Gegenwart. Reich sind wir.
PS. Diesen gmögigen Kerl hätte ich auch gern als Hausdrachen...
Freitag, 28. Oktober 2016
Nur zwei Tage weg
Mir kommt es vor, als wären wir lange, lange weg gewesen, dabei waren es gerade mal zwei Tage. Raiffeisen-Aktion sei Dank sind wir mit Freunden, ebenfalls Raiffeisen-Kunden, in Twann gewesen. Nur eine Übernachtung, aber die Tage voller Eindrücke. Gestern haben wir Neuenburg entdeckt und in der Stiftskirche eine ganze Stunde lang einer begabten Organistin zugehört. Nachher gab es Apéro in einem Weinlokal, das von den speziellsten Typen frequentiert wird. Später ass ich Spaghetti mit Muscheln. Ganz, ganz fein und sehr nachhaltiger Geschmack. Bis heute Morgen nach dem ersten Kaffee. - Heute dann spazierten wir nach Schmorbraten nach Grossmutters Art in Ligerz dem Bielersee entlang zurück nach Twann. - Jetzt sind wir zu Hause, und ich versuche wieder Fuss zu fassen. Habe Lust, ein farbiges Rebenblatt, wie wir sie hundertfach gesehen haben, zu farbstifteln.
Mittwoch, 26. Oktober 2016
Rappelvoll
War das gestern, erst gerade gestern, als ich schrieb, ich wollte mein Zimmer entrümpeln?? - Ich habe wirklich, wirklich zwei, drei Papiere entsorgt, aber man sieht keinen Unterschied. Und mein altes, geliebtes Stubenbüffet, das in meinem Zimmer steht, ist rappelvoll gepackt. Nicht nur innendrin sondern auch obendrauf. Unter Zeitungspapier werden Herbstblätter gepresst. In einem Glas lagern Eichelhütchen und -früchte. Um die Leandra-Kerze im Dreiviertelkreis warten Steine auf ihre Bearbeitung. Ich möchte basteln mit anderen und allein. Eine Blättercollage. Eichelbabies mit unserem Grosskind. Und Steine bemalen zum Verschenken. Aber jetzt ist schon wieder Abend. Zwar steht das Birchermüesli zum Znacht bereit, aber später mag ich wohl nicht noch etwas anfangen. - Ich bin immer noch daran, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich alle Zeit der Welt habe. Dass es gut war, heute einen Krankenbesuch zu machen, und dass all meine Sachen auf dem Büffet warten. Dass es nicht darauf ankommt, dass etwas heute getan wird, ja, dass es gar nicht getan werden muss. Es ist wie es ist. Es ist gut.
Dienstag, 25. Oktober 2016
Ich bleibe im Haus
Nein, nein, heute bringt mich keiner dazu, aus dem Haus zu gehen. Keiner, nicht einer soll von mir verlangen eine Stunde zu gehen. Soll er allein unter dem Regen durch, mein Gemahl. Ich komme nicht mit. Einmal pro Monat ist Verweigerung angesagt, wo ich doch sonst brav mitmache, vernünftig zustimme, oft in vorauseilendem "Gehorsam" sogar Vorschläge mache, die von ihm kommen könnten. Heute nicht. - Heute geniesse ich das gute Gefühl nach dem Kinderessen (drei Erwachsene, drei Kinder), das überaus fröhlich war. Sogar der Kleinste (ein Jahr alt) lachte voll mit, wenn Reto losprustete. Nach dem Zeltbau und Zeltabbau in meinem Zimmer, dem Malen eines gelungenen Schmetterlings auf die Zeichnung der Enkelin, die sich "Farbenwelt" nennt, die Zeichnung natürlich, nach einer ausgedehnten Siesta nach dem Aufräumen ist mir einfach wohl, so wohl, dass ich gleich mein Zimmer auf den Kopf stelle und ausräume, was zuviel ist.
Montag, 24. Oktober 2016
Wintergarderobe
In meinem Zimmer liegt sie, die Wintergarderobe. Ausgelegt am Boden, um zu sehen, was noch fehlt. Nicht etwa die meine sondern die von der Puppe Sarina. Die Kleidchen ausgebreitet hat unsere Enkelin, und zusammen haben wir besprochen, was noch zu kaufen, zu nähen oder zu stricken ist. Ob ich eine Kapuzenjacke fertig bringe? - Versuchen will ich es. Sehr einfach ist ein warmer Schal. Arbeit für ein gutes Stündchen. Strumpfhosen und Unterleibchen werde ich kaufen, aber erst im neuen Monat - mein Taschengeld ist auf Sparflamme. Und wenn ein paar Sachen nicht bereit sind, wenn Kälte und Schnee kommen, dann bleibt die Puppe Sarina einfach im Haus. Was aber fehlt mir noch???
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