Dienstag, 28. Februar 2017

Krautstiel-Pie

Ich bin so satt, ich mag kein Blatt. Mein erster Krautstiel-Pie-Versuch sah zwar nicht perfekt aus, aber schmeckte himmlisch. Manchmal staune ich, was noch alles in meinen Kochbüchern steckt, das ich noch nicht entdeckt habe. Und ist nicht das Leben selbst so eine Wundertüte. So viel noch zu entdecken.

Montag, 27. Februar 2017

Neuste Errungenschaften

Wir sind mit unserer Enkelin in die Stadt gegangen. Auf dem Weg wollte sie Holz sammeln für die künftige Grillsaison. Das verschoben wir auf den Heimweg. In der Stadt erstanden wir einen neuen Kinderwecker, damit die "Zimmerstündli" am Mittag ordentlich verlaufen und mit Geläute beendet werden können. Ausserdem bunte Kinderknete.Dann gab es noch einmal heisse Maroni ganz heiss. Die Saison sei morgen oder übermorgen zu Ende. Nach dem Spielplausch auf dem grossen Spielplatz gings heimzu. Das kleine Mädchen hatte das Holzsammeln nicht vergessen. Mit drei Armvoll Stecken kamen wir an. Am Donnerstag werden "Bürdeli" gemacht. "Reisigwellen" heissen die auf hauchdeutsch. Gewusst?

Sonntag, 26. Februar 2017

Wir waren nicht die einzigen

Eine Stunde haben wir zu Fuss in die Stadt. Unterwegs schauen wir in alle Gärten. Begutachten die Knospen an Sträuchern. Und in der Stadt angekommen, setzen wir uns in ein Kaffee mit Blick auf die Stadthausstrasse. Da sitzen wir lange, geniessen unseren Latte macchiato und beäugen die anderen Kaffeehausgäste. Interessant, interessant, die so verschiedenartigen Menschen. In Wellen kommen sie und gehen sie. Es füllt sich, es leert sich. Unsere Servierfrau macht nicht den Eindruck, als liebte sie Sonntagsarbeit. Warum sollte sie auch! Wir wundern uns, dass wir kaum jemanden kennen - weder drinnen noch draussen. Und dann doch - der Hermann sieht uns nicht. Sieht uns wirklich nicht, weil er ein Augenproblem hat. Später noch der Guido. Schaut verwirrt um sich. Wie wir gehört haben, stimmt das genau - er ist verwirrt. Wir fahren nach Hause. Geht so Sonntag?

Samstag, 25. Februar 2017

In Warteposition

Mir fällt auf, dass ich wenig zu sagen habe in letzter Zeit, dass ich leer bin. Kein Schwung. Ich warte. Worauf allerdings weiss ich auch nicht. Das Weltgeschehen macht mich sprachlos. Die Sammelzeit in der Natur ist noch nicht gekommen. Über die katholische Kirche rege ich mich nicht mal mehr auf.

Zum Glück haben wir heute Abend Besuch. Gleich werde ich Nüsslisalat rüsten und Pouletbrüstchen füllen. Und dann kann ich ja den Besuch fragen, was sie umtreibt. - Ach ja, es ist Fasnachtszeit - immerhin habe ich wieder "Schlüfferli" frittiert. Rituale bieten ein Geländer im ständigen Fluss der Zeit.

Freitag, 24. Februar 2017

Haben Sie Zeit?

Ich war kurz in der Stadt, schaute gerade auf die Uhr und überlegte, wie ich möglichst schnell wieder heim komme. Da sprachen mich zwei junge Männer mit amerikanischem Akzent an. Ob ich kurz Zeit hätte, ob ich solche wie sie schon gesehen hätte. - Ja, hatte ich, ich erkannte sie unzweifelhaft als "Mormonen". Oder doch nicht unzweifelhaft? - Sie waren angeschrieben mit einem Schildchen als "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage". Das sind doch "Mormonen". - Ich wollte gehen, war nicht interessiert. Aber sie wollten ihr Pflichtpensum an mir ableisten. Sagte ich etwas, so nagelten sie mich fest. Sagte ich nichts, so sagten sie umso mehr. - Ich sagte, ich hätte lange in der Kirche gearbeitet. - In welcher? - Katholische, sagte ich, das sei auch eine Kirche Christi. Das verwirrte sie kurz, aber dann meinten sie, das sei schon nicht dasselbe. - Ich wollte weg. Sie fragten, ob ich jemanden kenne, der ihre Unterstützung brauchen könne. Ich ging.

Donnerstag, 23. Februar 2017

Picknick in Stein am Rhein, Kaffee im Garten

Es ist unglaublich warm! - Weil wir dem Wetterbericht gut zugehört haben, sind wir am Morgen nach Stein am Rhein gefahren mit unserem Hütekind. Jetzt mitten am Nachmittag würde es uns alle fast in den Rhein blasen, so stark geht der Wind. Schon lange nicht mehr so viele Stunden im Freien gewesen. Wir haben gehörig Vitamin D getankt. Und Freude an der Sonne. Und Spass am Sein.


Mittwoch, 22. Februar 2017

Im Buchladen

Welche Bücher braucht man? - Frage falsch gestellt - welche Bücher brauche ich? - Und "brauchen", was meint das genau? - Ich lese täglich in einem oder mehreren Büchern. Nicht erst, seit ich pensioniert bin, aber jetzt weiter. Ich lese, um mich zu unterhalten. Das ist schon mal gut. Aber manche Bücher bieten mehr. Sie berühren mich. Sie rühren etwas in mir an, und ich muss dann überlegen, was es ist. Gehört "es" zur Vergangenheit oder zur Gegenwart? Macht "es" mir Mut für mein jetziges Leben oder für das zukünftige? - Besonders gern lese ich Bücher von einem ganzen Leben oder hoffnungsvolle Bücher vom Altwerden. Oder "letzte" Bücher, wenn sie es denn sind. Sozusagen die Quintessenz eines Lebens. - Heute bin ich im Buchladen, in meinem kleinen Genossenschaftsbuchladen am Kirchplatz, ganz lange mit dem neuen Buch von Martin Walser in der Hand gestanden. - Muss ich es haben? - Ich habe die zehn ersten Seiten gelesen und gewusst, ich brauche es nicht. Es ist sicher gut. Gut geschrieben. Voller Walser-Weisheit. Aber es sind nicht meine Themen. Es berührt mich nicht. Müsste meine eigenen Sachen schreiben. Wenn ich Mut hätte. Wen das dann berühren würde?