Mittwoch, 28. Februar 2018
Enttäuschungen inklusive
Es geht gar nicht anders - wir enttäuschen einander. Es ist ein lebenslanges Üben, die Enttäuschungen wegzustecken. Es gelingt besser in Phasen, in denen wir uns stark fühlen. - Kinder? Wie lernen sie, dass Enttäuschungen unweigerlich zum Leben gehören? - Tagein, tagaus schreien kleine Kinder: "Ich will, ich will, ich will!" - Wir Erwachsenen können nicht immer ja sagen zu allem und dürfen es auch nicht. Wenn es um das geliebte Grosskind geht, ist das gar nicht einfach. Ich enttäusche die Kleine nicht gern. Aber heute war es fast absurd: Grosspapi, Grosi und Kaya haben Familie gespielt. Mit dem Baby (Bäbi) sind wir auswärts (Stube) essen gegangen. Wir haben beim Kellner (Rollenwechsel Grosspapi) Pizzas bestellt. Es ging auch gar nicht lang, bis sie kamen. - - - Grosse enttäuschte Augen bei Kaya: "Aber das sind ja gar keine richtigen Pizzas!" - Phantasie und Wirklichkeit kamen einen Moment lang ganz gehörig durcheinander. Vorher war immer klar, dass wir "nur" spielen. Aber der Wunsch nach Pizza war soooo gross!
Dienstag, 27. Februar 2018
Frei gesprochen
Wirst du älter, bleibst du bei einem harmlosen Arztbesuch hängen. Ab sofort will er dich unter Kontrolle haben. Er sagt dir, wann es Zeit ist, Blut abzuzapfen fürs Labor. Er übergibt dir einen Blutdruckapparat und lässt dich misstrauisch werden, was dein Herz so treibt. Usw., usf.! - Wenn du dann ein halbes Jahr nicht gewagt hast, den angezweifelten Blutwert nachkontrollieren zu lassen und du gehst endlich mutig hin, dann fällt dir ein ganzer Gotthardbrocken vom Herzen, wenn dein Arzt Entwarnung gibt.
Reto und ich sind heute gemeinsam zu unserem "Dökti" gegangen. Und beide haben wir gute Nachrichten bekommen, die also heissen: Es ist nichts! Bis Oktober Freispruch! - Wir sind sehr fröhlich. Nochmals davon gekommen. In einem gewissen Alter, früher oder später, kommt man eventuell nicht mehr davon.
Montag, 26. Februar 2018
Heute getan
- Ein Kind 9 1/2 Stunden lang gehütet
- bei Kälte drin geblieben
- dafür ein ganzes "Kindergartenprogramm" ausgedacht
- Ballonspiel mit Tuch
- Kind im Tuch geschaukelt
- Klatschspiel
- noch ein Klatschspiel
- Salzfässchen gebastelt
- Baumnussschalen Schiffchen mit brennenden Kerzenstumpen schwimmen lassen
- Aus Orangenschale ein Äffchen geschnitten
- ein Dutzend Bücher erzählt
- Windeln zweimal gewechselt
- gekocht
- Zmorge, Zmittag und Zvieri gegessen
- geredet, geredet, geredet
- zwischenaufgeräumt
- Schluss aufgeräumt
- gelacht
- nie geschimpft - warum auch!
- das Kind gesund und munter wieder der Mama übergeben
Sonntag, 25. Februar 2018
Schöne Abendsonne nach schönem Besuch
Noch einen Moment in die Abendsonne staunen. So ein schönes Licht. So eine bunte Welt ohne den grauen Hochnebeldeckel! - Aber dass es kalt ist, wissen wir. Wir haben mit meiner Besten Freundin eine kleine Hegirunde gemacht. Sie hat bei uns Zmittag gegessen. Reto, der nur noch selten kocht, hat sein Bestes gegeben. Es war fein, sehr fein. Pouletbrüstchen niedergegart mit Lauchgemüse, Reis und Nüsslisalat. - Ein kleiner Spaziergang danach musste sein. Bissiger Wind um die Ohren, und ich habe meine Mütze immer noch nicht ausgegraben. Als wir zu Hause waren, zählte mir Reto auf, was ich Wärmeres hätte anziehen können. Recht hat er. Vielleicht morgen.
Samstag, 24. Februar 2018
Neunzig Jahre alt und noch nicht müde
Wir haben unserem alten Pfarrerfreund zum Geburtstag ein Mittagessen geschenkt im "Adler" im Weiler Ried bei Muotathal. Ich schreibe das so ausführlich und genau, weil sich die Reise lohnt. Aber man muss im "Adler" reservieren, sonst wartet man eine Weile auf den Genuss einer sehr guten Küche, gepaart mit einem aufmerksamen und herzlichen Service. - Wir waren also gestern dort. Mit unserem alten Pfarrerfreund. Das wiederhole ich, weil ich alt erklären will: Wir sind schon sehr lange befreundet - ein alter Freund. Und Josef ist am 29. Januar neunzig Jahre alt geworden - ein alter Pfarrerfreund. - Er liest gerade das neue Buch von Alt-Abt Martin Werlen und ist ganz begeistert. Dabei will dieser u.a. das Kloster Einsiedeln abbrechen, weil die Kirche keine Macht und Grösse demonstrieren soll. Alt-Abt Werlen ist auch ganz selbstverständlich für die Priesterin-Weihe der Frauen. - So einer ist also unser alter Pfarrerfreund - begeistert vom Neuen, hoffend auf Fortschritt, einstehend für evangelische Werte. - Er hält sich in Bewegung - geistig und körperlich. Wir waren laufen ums Wasser (an der Muota) mit ihm. Da hat er gesagt: "Ich muss schon ein wenig trainieren. Diesen Sommer will ich noch einmal eine Tour von fünf Stunden machen." - So ist er, unser alter Pfarrerfreund.
Donnerstag, 22. Februar 2018
Dienstag, 20. Februar 2018
Wir beginnen schon mal mit dem Frühjahrsputz
Grau, grau, grau sind unsere Tage. Da haben wir beschlossen, mit unserem Frühjahrsputz zu beginnen. Wenn dann die Sonne wieder kommt und ein bisschen Wärme bringt, haben wir Zeit, uns im Garten zu verweilen. - Bis es so weit ist, putzen wir. Zuerst jedes sein eigen Zimmer. Reto hat das Seine am Schluss sogar geweihräuchert. - Ich bin ein wenig enttäuscht, dass beim Putzen nichts zu räumen war. Mein Zimmer ist gleich voll von Sachen als wie zuvor. Aber es ist zu bedenken, dass mein Zimmer auch ein Kinderzimmer ist. - Der Anfang ist gemacht. Später sind wir trotz des Graus an die Luft gegangen. Und auf eine Tasse Kaffee oder Tee eingeladen worden. Überraschend, spontan, schön. - Passiert nur, wenn man das Haus verlässt.
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