Samstag, 30. Juni 2018

Derweil...

Welch schöne, alte Wörter! - Derweil ich meinen Buchkrimi fertig las, erlebte Reto einen Fussballkrimi on TV. - Unterdessen wollte ich nachschlagen, ob das Wort "derweil" überhaupt noch gebraucht wird oder veraltet ist. Da fand mich ein noch schöneres, gemäss Duden "veraltendes" Wort, nämlich "alldieweil". - Alldieweil heute Morgen die Temperatur stieg, wanderten wir aufwärts von der Töss in Richtung Breite. Durch den Wald. Begegneten wunderschönen Schmetterlingen und hörten einen Zilpzalp. - Derweil Reto nun Kommentare zu seinem Krimispiel anhört, mache ich mich über die "Summervögu" kundig. Der grosse, Orange heisst Kaisermantel. - Alldieweil freue ich mich, freue mich über den Sommertag.

Freitag, 29. Juni 2018

Stricklieseli

Pensioniert zu sein hat viele Vorteile (auch ein paar Nachteile). Einer davon: Ich habe Zeit, immer mal wieder auf Fertigkeiten zurückzugreifen, die ich einstmals hatte, für die aber jahrzehntelang keine Zeit blieb. Gestern kam ich mit Kaya zusammen auf die Idee, mir wieder ein "Stricklieseli" zu machen - oder korrekter, es mir von Reto machen zu lassen. Er der Handwerker, ich die Handarbeiterin. Ach, und jetzt macht es wirklich Spass, Wollschwänze aus der Fadenspule zu zaubern! Um herauszufinden, was ich demnächst aus den ganzen Schlangen entstehen lassen könnte, bin ich "Pinterest" beigetreten, was ich gar nie wollte. Ich muss aber zugeben, Ideen werde ich da finden - noch und nöcher.


Donnerstag, 28. Juni 2018

Bodenseeluft

"Ein Ferientag!" hat eine Frau gestern gesagt, die zu unserer Gruppe gehört. - Wir waren zum 22.mal unterwegs mit Retos Kameraden aus dem Militär. Ausserdienstliche Anlässe. - Diesmal am Bodensee in Romanshorn. Weil die Gruppe gemeinsam älter wird und ein paar nicht mehr gut zu Fuss sind, trafen wir uns beim Restaurant "Hafen"; und da blieben wir auch bis gegen fünf Uhr. - In all den Jahren bin ich noch nie so gut ins Gespräch gekommen wie diesmal. Eine Frau erzählte mir ihre ganze dramatische Lebensgeschichte. Und dabei hatten wir auch noch Augen und Ohren für die anderen. Es tat gut, an frischer Seeluft feine Fischli zu essen mit viel knackigem Salat. Der Pinot Noir ist dort besonders fein. Ja, ein Ferientag!

Mittwoch, 27. Juni 2018

Stinkthemen

Kleine Kinder in einem gewissen Alter reden gern und lustvoll von ihrem "grossen Geschäftchen". - "Willst du "Gaggi" essen?" fragen sie und freuen sich, wenn wir entsetzt abwehren. - Gut, mit der Zeit wird es zu viel und wir reagieren nicht mehr. - Reto hat ein anders Stinkproblem. Es nervt ihn, dass der Grüncontainer immer wieder "gruusig" ist und stinkt, weil offene Abfälle darin verrotten oder schlimmer vergrauen und verfaulen. - Bisher hat er "Direktiven" im Haus herausgegeben, nein, eigentlich nur Bitten. Aber schon lag wieder eine ganze Tomate drin. Und Salatblätter und Schlimmeres. - Was tun gegen die Stinkerei, die Reto wirklich so stinkt, das er "dauerstinkig" ist? - Er macht eine Umfrage bei Hauswarten und Hausbesitzern. Das finde ich grossartig. Nächstes Kapitel demnächst...

Dienstag, 26. Juni 2018

Welche Musik berührt mich?

Kürzlich gelesen, dass man sich unbedingt die "Chaconne" von Bach anhören soll, wenn man von einer Musik wirklich ergriffen werden will. - Nun mag das gerne sein, dass andere ergriffen werden, aber soll ich ehrlich sein? (Ich bin immer so ehrlich, wie mir möglich.) Guidon Kremer spielt auf seiner Violine ausserordentlich. Ich anerkenne seine Virtuosität. Ich bewundere sie, die ich selber viele Jahre Geige gespielt habe. - Aber ich mag das Fahren des Rosshaarbogens über Saiten nicht mehr. Es fährt mir (fast) in die Zähne. Es ist nicht weich. Nicht warm. Es ist Violine, das meist nicht gemochte Instrument unseres Sohnes. Jetzt verstehe ich ihn (früher war ich beleidigt). - Und Bach? - Dazu habe ich mich früher schon geäussert. - Was mich berührt, sind diverse Liedermacherinnen und Liedermacher. Schräger Musikgeschmack?

Sonntag, 24. Juni 2018

Gestern und heute

Während Reto versucht, ein Wespennest, das sich im Storengehäuse zu bilden beginnt, wieder loszuwerden - ja, mit starkem Gift - ehre ich den Sonntag. - Ich habe das rohe Poulet in Stücke geteilt und mariniert. Bald kommen die Teile in den Ofen. Dann hole ich das frischeste Kohlrabi im Garten, schneide Bundrüebli in Rädchen und Kartöffeli in Viertel und gare das alles nicht zu sehr, aber doch. - Sonntag ist Lesezeit und Nachdenkzeit. Ich tue beides durcheinander. - Gestern waren wir in Altdorf und feierten mit Retos Schwester und Schwager deren 50-jähriges Ehejubiläum. Wir freuen uns immer noch sehr, dass wir dabei sein durften, wo doch ihre vier Kinder mit Partnerinnen und Partnern und die zehn Grosskinder schon ein Haufen Leute waren. - Immer wieder steigen Bilder von gestern auf - die süsse Kleinste, die ihren Charme schon gezielt einsetzt; die bald Sechsjährige, die unter dem Tisch ein Hund ist und an unseren Füssen schnuppert; der rüstige Jubilar, der alle, wirklich alle im Blick hat und in grosser Ruhe bedient, was das Zeug hält. - Und dazu lese ich aufbewahrte, alte Zeitungsartikel von Alice Schwarzer zu Algerien; über Johann Sebastian Bach, den grössten Musiker aller Zeiten, wie es heisst; anderes mehr. Und ich frage mich, frage mich so vieles.

Freitag, 22. Juni 2018

Voller, erfüllter Tag

Es ist Freitag. Ich mag Freitag. Er gibt mir immer noch das Gefühl von Wochenende, obschon ich ja seit fünf Jahren pensioniert bin. Freitag - Apérotag. Aber vorher muss alles in Ordnung gebracht werden. Garten, Einkauf für das Wochenende, Briefe für den Briefkasten zur rechten Zeit und was noch alles. - Da stecken wir mittendrin - im Aufarbeiten. Wenn der Compi immer täte, was wir möchten, wären wir schneller fertig. Wenn ich mich nur um meinen Kram kümmern müsste, wäre ich schneller beim Wochenende. Ab zum Briefschreiben. Mein Onkel Max wartet...