Dienstag, 31. Juli 2018

Gefühlte vierzig Grad

Unsere Enkelin hat bis gegen neun Uhr geschlafen, nachdem sie gestern Nacht erst nach elf Uhr in hoffentlich gute Träume fand. Ich habe ihr zuvor auf ihren Wunsch eine ruhige Geschichte erzählt. Von Alberta, die sich überlegt, was sie im Leben am allerallerliebsten hat. Es war kein Hund; sie mag nur flache Hunde wie Dackel, aber diese auch nicht besonders. Es war auch nicht ihre Katze, nicht ihr Bruder, den sie nur manchmal mag. Es war dies und jenes nicht, und die Überraschung am Schluss hiess, dass Alberta sich selbst am allerallerliebsten mag. - Kaya und ich waren uns darüber einig, dass wir beide viele Dinge und viele Menschen am allerliebsten mögen oder einfach sehr, sehr gut. Und dann mussten wir noch eine CD von Andrew Bond anhören. Und dann kam der Schlaf. - Heute Morgen dann um elf Uhr einkaufen gehen. Diese Hitze mag ich nicht am allerliebsten, wirklich nicht. Gefühlte vierzig Grad, wie die Nichte von Mallorca meldete. Auch hier gefühlte vierzig Grad. Mich kriegt niemand mehr raus bis am Abend.

Montag, 30. Juli 2018

Wir sind drinnen

Unsere Enkelin will nicht mal baden in ihrem Bädli im Garten. Das Wasser ist zu warm geworden. Badewannentemperatur ist nix bei diesen Aussengraden. Überhaupt bleiben wir lieber in unserer bodenebenen Wohnung. Sie ist immer noch angenehm - nicht kühl, aber zu ertragen. - Reto spielt gerade Playmobil-Spital. Kaya hat ihn als Spielpartner gewünscht. Ich bin nicht so gut, verordne zu wenig drastische Operationen, mache zu wenig heftige Spritzen. - Mir soll es recht sein. Ich darf dann Znacht machen. Reto wünscht sich Café complet, Kaya Omeletten mit Zimtzucker. Sie hat zwar gesagt, sie wisse nicht, was das Mami meine zu diesem Znacht. Das Mami aber ist am Arbeiten, zieht den Rekruten in Frauenfeld ihr kostbares Blut ab. Kostbar für Menschen, die es dringend brauchen. - Wir machen also Znacht, was wir wollen. Weiss ich schon, was ich will? "Schnitteli" oder Omeletten oder ein Drittes? - Ein Drittes ist kompliziert, aber nicht unmöglich.

Sonntag, 29. Juli 2018

Rehbraun

Wir haben heute Morgen das reinste und schönste Rehbraun gesehen. Nämlich an einem Reh! Und nicht an irgend einem Reh sondern an einem jungen, kräftigen Rehbock. Welch eine Schönheit! - Kommst du den Weg zum Waldrand hoch, den du schon oft gegangen bist. Schaust du zufällig nach rechts - und wer steht dort? - "Reto, schau rechts!" - Ich verhasple mich fast vor Eile. Aber wer nicht pressiert ist, ist der schöne Bock. Rehbraun. Sagte ich es schon? - Ganz gemütlich ist er, nachdem er uns genau beschaut hat, in den Büschen verschwunden. Und wir hatten schon fast gedacht, dass im Oberi-Wald gar kein Wild haust. In fünf Jahren kein Reh gesehen. Aber doch! Es gibt sie. Wir wollen demnächst früh aufstehen und beobachten gehen. Auch Vögel. Reto wünscht sich wie immer einen Hasen.

Samstag, 28. Juli 2018

Kühl

Nur 23 Grad war es, als ich vor kurzem nachschaute. Wir tranken unseren Mittagskaffee gleichwohl unter dem Ahorn. Eigentlich richtig angenehmes Wetter. Aber noch viel zu wenig Nass vom Himmel. - Es ist Samstag, und wir haben immer noch selbstverordnete Ferien. Am Montag kommen dann wieder Kinder zu uns. Zwei. Aber heute darf ich tun, was ich tun will. Nachdem ich die WCs geputzt habe. Nachdem ich aufwändig Capuns zubereitet habe. - Und bin ich sicher, dass ich tun will, was ich tun werde? - Jedenfalls ist das Wetter perfekt, um meine handgeschriebene Lebensgeschichte am Laptop "abzutöggelen". Ja, ja, ich will wollen.

Freitag, 27. Juli 2018

Alleiniger Morgen

Das ist kein Deutsch, ich weiss, aber Blogs schreibe ich oft sehr spontan. Eigene Wortschöpfungen inklusive. - Heute Morgen war ich allein unterwegs. So weit korrekt, aber auch nicht wahr. - Ich bin unbegleitet in die Stadt gegangen, aber da hatte es wirklich viele Leute. Zum Beispiel auf dem Markt. Kaum bog ich in die Steinberggasse ein, machte sich MEIN Surprise-Verkäufer bemerkbar. Fragte: "Wo ist dein Mann?" - Bin ich nur vollständig mit meinem Mann? - An UNSEREM Bio-Stand kaufte ich neue Setzlinge, aber erst nach kurzen, lustigen, informativen Gesprächen, die bis zu Adam und Eva gingen und noch davor. - "Was war davor?" fragte ich den Mann mit dem grau-blonden Rossschwanz im Genick. - Das wusste er auch nicht, aber er beschied, dass das mit Adam und Eva ja erst vor 1500 Jahren gewesen sei. Da sei vorher schon anderes gewesen. - Ich hielt mich zurück mit theologischer Kritik. Trug zum Gespräch bei, dass Pflanzen jedenfalls vor uns existiert hätten. Unterdessen und nebenbei erklärte eine weissberockte Dame, wie sie Catalogna kocht und auftischt. Mit Zitronenesaft und Olivenöl. - Hierauf kaufte ich Catalogna-Setzlinge. Reto wird es nicht mögen. Aber eben, heute bin ich alleinig unterwegs gewesen. Da kommen andere Sachen mit nach Hause.

Donnerstag, 26. Juli 2018

Wir sind nicht in den Ferien

Wo doch Sommerferienzeit ist, darf alles ein bisschen lockerer sein. Besonders bei dieser Hitze! - Ich schreibe meine Blogs, wenn ich Lust dazu habe. Muss mir nichts beweisen. Kann aber auch wieder mal Kolumnen oder Blogs von anderen lesen. Gestern im Zug auf der Heimreise von Altdorf von Peter Bichsel. Der Mann kann schreiben, wunderbar, in echt!!! Habe mich beim Lesen so richtig wohl und geborgen gefühlt. - Wir waren also in Altdorf. Sogar zwei Tage. Am ersten Abend Ausgang in Wassen. Mit unserem Freund Reinhard Znacht gegessen im Sommergarten des MartiniF. Einfach Genuss pur - und gute Gespräche geführt dazu, die nachklingen, die anregen. So, wie es am schönsten ist. - Gestern waren wir mutig. Wir sind im Reussdelta in kaltes Wasser gestiegen bis zum Hals. Wirklich mutig! Wir sind stolz auf uns.

Montag, 23. Juli 2018

Tun, was jetzt gerade Spass macht

Eigentlich wollte ich, aber... - so müsste ich schreiben. Aber warum auch! - Es ist Sommerzeit, Ferienzeit. Das Gefühl kommt auf, alles dürfe sein, nichts müsse sein. Sind nicht die meisten in den Ferien oder in der Badi? Warum soll ich da streng sein mit mir! Sommerliche Leichtigkeit tut mir gut. Gestern halber statt ganzer Barfussweg. Heute kein Buch schreiben sondern - - - - und jetzt kommt das Verrückte, das zu mir passt: Ich beginne mit den Weihnachtsgeschenken. Ja, am 23. Juli, mitten im heissen Sommer 2018 ist es mir "drum" zu überlegen, wen ich an Weihnachten beschenken möchte. Ich habe Platz gemacht im Büchergestell für kommende Geschenke. - Aber jetzt gehe ich und trinke etwas. Es ist Sommer. Es ist heiss. Nein, Sonnenstich habe ich keinen.