Freitag, 30. November 2018
Oh der Dezember!
Wir stehen ja noch tief im November. Gefühlsmässig. Aber wir waren einkaufen und haben das Haushaltgeld vom nächsten Monat schon kräftig angeknabbert. Coop und Konsorten machen es überaus schlau. Ende November gibt es Prozent auf alle Weine. Und was brauchen wir im Dezember sicher? - Klar! - Wir werden Besuch haben und Glühwein trinken und selber trinken und überhaupt. - Aber jetzt ist noch November. Abstinenz ist angesagt oder etwa nicht? - Das Wetter ist auch besser als die Radioprognosen für heute. Kurz und knapp hiess es: "Zuerst dicker Nebel, dann graue Wolken und endlich Regen." - Aber die Sonne ist spürbar. Freundlich erhellt sie den Tag. November ist auch nicht schlimm. Heute nicht.
Donnerstag, 29. November 2018
Brinkebüll
In Nordfriesland waren wir schon in den Ferien. Aber das Dorf "Brinkebüll" gibt es nur im Roman von Dörte Hansen. Er heisst "Mittagsstunde" und handelt von Tagen, Stunden und Jahren in einem nordfriesischen Dorf über die Zeit. Handelt aber noch mehr von Menschen. Männern, Frauen, Kindern. Irgendwie haben es alle nicht leicht. Ingwer Feddersen ist nur einer von ihnen. Professor der Archäologie in der Stadt. Sucht in Brinkebüll nicht nach Urzeitfunden sondern nach Zusammenhängen und Entwicklungen. In seiner Auszeit von einem ganzen Jahr betreut er "Mudder ond Vadder". Die Mutter ist dement, der Vater "nur" altersschwach. - Mit Ingwer zusammen habe ich Anteil genommen am Niedergang des alten bäuerlichen Dorfes. Habe bedauert, dass Strassen begradigt und Höfe zusammengelegt wurden und das Leben ein anderes wurde. Dabei war ich vielleicht mehr in Küngoldingen als in Brinkebüll. Bedauere ich immer noch, dass die Welt meiner Grosseltern nicht mehr ist?
Mittwoch, 28. November 2018
UNSER Markt
Wir lieben ihn, unseren kleinen Quartiermarkt. Heute hat Reto mit dem Bäckermeister Lukas Fritz und dem Bio-Bauern Valentin Baumann "duzis" gemacht, weil wir uns nun schon so lange kennen (und mögen). Bauer Ralph Stucki kommt nächstes Mal dran. - Wir kaufen immer mehr als wir uns vornehmen. Aber es geht nicht anders, weil wir doch alle, (fast) alle unterstützen möchten. Brot und "Elggermanne", Gemüse, Käse, Tannäste, Salami von Italien und "sauteure" Spitzbuben von den Jugendlichen haben wir heim getragen. Bald kommt die Winterpause. Aber die Marktleute mögen uns alle wohl auch. Wegen der Stammkundschaft wollen sie die Winterruhe verkürzen. Ist uns recht, dann bekommen wir nicht "Längiziit" nach Lukas und Valentin und all den anderen.
Montag, 26. November 2018
Zürich wieder einmal
Mit unserem fröhlichen Hütekind fuhren wir zum Hauptbahnhof, weiter mit dem Tram Nummer 4 bis zum Rathaus, wo ich in einem früheren Leben als Synodalin ein und aus ging. Dann stiegen wir auf ins Niederdorf, spazierten zum Rindermarkt, wo ich in den kleinen Laden, der einfach "Papier" heisst, wollte. Unser Hütekind war mit Interesse bei allem dabei. Dann gab es bei "Schober" Schokoladengugelhopf für zwei, für Reto Crèmeschnitte. Der "Schober" ist immer noch eine Wunderwelt, und der Gugelhopf wirklich "schoggig". - Weiterspazieren zum Kinderbuchladen und schliesslich wieder mit der Vier zurück zum HB. Es war eine halbe Stunde "vorig". Unser Hütekind durfte zweimal Karussell fahren, und nachher probierten wir eifrig Bündner Spezialitäten. Mit Hirsch und Käse kamen wir heim. Und einem Kopf voller Durcheinander. Heute Abend sortieren!
Sonntag, 25. November 2018
Steve Dobrogosz, Mass
Ich gehe in die Kirche, wenn Reto mit dem Kirchenchor von St. Marien, Oberwinterthur am Cäciliensonntag singt. Also heute. - Es war ein rundum stimmiger Gottesdienst mit sehr guter Musik. Schon nach dem Kyrie war ich der Bewunderung voll, dass das der Chor so gut hingekriegt hat. Und ich bin begeistert von dieser modernen Kirchenmusik, die nicht langweilig ist wie der alte Herr Sebi Bach. (Äxgüsi, ist nicht nett.) - Ein Kyrie will das Erbarmen Gottes erflehen. Keine Ahnung, ob es Menschen gibt, die nicht zu erbarmen sind. Irgendwie, irgendwo in einer geheimen Nische, von der sie lieber selber nichts wissen möchten. Ich jedenfalls sass da und hörte die Musik. Hörte das unstete Auf und Ab und Hin und Her. Hörte die innere Bewegung. Und war erleichtert und froh, als die Musik mir sagte: "Es wird gut. Ruhe kehrt ein." - Fröhlich gingen wir danach zu einem Apéro riche im Pfarreiheim. Da konnte ich sogar eine Frau ertragen, die "Radio Maria" hört.
Samstag, 24. November 2018
Gibt es vernünftige Weihnachten?
Weihnachten sei eine "Gschänklimacherei", und darum werden die Geschenke rigoros abgeschafft. (Warum aber schenkt man den Kindern noch etwas, wo man Geschenke doch das ganze Jahr hindurch machen kann?) - Familientreffen an Weihnachten seien eine Art "Nötigungszusammenkünfte", die nur Streit generierten. - Abschaffen. - An Weihnachten in die Kirche gehen - reine Nostalgie, unehrlich. Deshalb lieber auf die "Kanaren" fliegen oder sonstwohin.
Weihnachten löst Ratlosigkeit aus. Vielleicht, weil man der eigenen Gefühlswelt abhanden gekommen ist? - Kindliche Freude wird zu kindischem Getue. Das gilt auch für Geburtstage, Hochzeiten und andere Feiern. Sind wir nicht mehr in der Lage, Sinn zu kreieren?
Wo eigentlich schlägt unser Herz noch höher? Was bedeutet uns noch etwas oder sogar viel? - Ist es wirklich der "Black Friday", wie ich gestern in der Stadt das Gefühl bekam? - Wir Armen, Armen!
Weihnachten löst Ratlosigkeit aus. Vielleicht, weil man der eigenen Gefühlswelt abhanden gekommen ist? - Kindliche Freude wird zu kindischem Getue. Das gilt auch für Geburtstage, Hochzeiten und andere Feiern. Sind wir nicht mehr in der Lage, Sinn zu kreieren?
Wo eigentlich schlägt unser Herz noch höher? Was bedeutet uns noch etwas oder sogar viel? - Ist es wirklich der "Black Friday", wie ich gestern in der Stadt das Gefühl bekam? - Wir Armen, Armen!
Freitag, 23. November 2018
"Challenge"
Diese Woche haben wir das erste Weihnachtsgeschenk bekommen. - Wir haben selbst nicht einen einzigen Gedanken daran ver(sch)wendet, unsere Geschenke für Schwägerin und Schwager bereit zu halten. Es ist November! Aber hallo - da ist noch viiiel Zeit bis Weihnachten. Oder etwa nicht?! - Natürlich habe ich wie jedes Jahr Ende Oktober eine Liste erstellt mit zu Beschenkenden und ersten Ideen für Geschenke. Das ist locker und schön. Ich schenke gern. Muss ja nichts Grossartiges sein. Kleinigkeiten, die Freude machen. Denke ich Ende Oktober. - Dann wird es November. Meine Liste schaut mich an und fordert, dass sie abgearbeitet wird. Wo bleibt die Freude?! - Kleinigkeiten, die Freude machen liegen nicht auf der Strasse, stehen nicht am Eingang der Verkaufstempel, lachen mich nicht an von überall her. Es ist eine "Challenge", meine gute Laune zu behalten und nicht in Furcht zu geraten. - "Challenge" ist übrigens das neue Wort für "Herausforderung". - Ich stelle mir ja meine Herausforderung selber. Und ich weiss, dass manche meine/unsere Geschenke "originell" finden, was immer das heissen mag. Ich will es nicht anders, ich kann es nicht anders. Kann sein, ich selbst bin die grösste "Challenge" für die anderen.
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